Sekorn

 

Kybernetik der Wirklichkeit

Die Ordnung unserer Wirklichkeit

 

 

 

 

Alle Entwicklung ist bis jetzt nichts weiter als ein Taumeln von einem Irrtum in den Anderen

Henrik Ibsen

 

 

 


 

Journal 

 

 


 

 

 

 


 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Vorbemerkungen 1

Vorbemerkungen 2 - Die Uneinheitliche Wirklichkeit

 

Kapitel 1

 

Seite 1,0     Die Große Zeitenwende 2009-2011

Seite 1,1     Die Große Zeitenwende 2009/11 - Der Verlauf

Seite 1,2     Die Kollektiven Arbeitsfrequenzen

Seite 1,2,1  Ich-Zeiten und Wir-Zeiten, Teil 1: Individualismus und Kollektivismus

Seite 1,2,2  Ich-Zeiten und Wir-Zeiten, Teil 2: Versuch einer Darstellung von Distanzloser  (Roter) und Distanzierter            (Blauer) Wahrnehmung anhand eines Beispiels

Seite 1,2,3  Ich-Zeiten und Wir-Zeiten, Teil 3: Die Behandlung von Ereignissen in der menschlichen Wahrnehmung

Seite 1,3     Die Große Zeitenwende ist beendet

 

Kapitel 2

 

Seite 2,1     „Die Fetten und die Mageren Jahre" oder „Die Party kann  beginnen"

Seite 2,2     Die Mageren Jahre 2003-2009

Seite 2,3     Die Menschen bewegen sich wieder aufeinander zu

                    aktuelle Beobachtungen zur Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F

                    Anhang: 15 Monate danach (Mai 2011)

                    Beobachtungen zum chronologischen Ablauf der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F

                    Neue Beobachtungen (November 2011)

                    Über die Befindlichkeit und Kommunikation einzelner F-Generationen im  gesellschaftlichen (nicht-             privaten) Raum

Seite 2,4,0   Die Arbeitsfrequenz F und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag

                    Einzelne Ereignisse, auf die sich die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F besonders stark auswirkt:

Seite 2,4,1  Die Jugend

Seite 2,4,2  Die Macht und die Mächtigen

Seite 2,4,3  Die Arbeitswelt : Arbeitgeber, Arbeitnehmer

Seite 2,4,4  Kleidung, Musik und Mainstream

Seite 2,4,5  Staaten, Länder, Völker, Mentalitäten

Seite 2,5     Eine neue Kleine Zeitenwende steht bevor

 

Kapitel 3

 

Seite 3,1     „Das Ideelle Zeitalter"

Seite 3,2     Die Zeitenwende des "Ideellen Zeitalters" - Die Arbeitsfrequenz G 

                    Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G:

Seite 3,2,0   Vorbemerkung zu den Beobachtungen

Seite 3,2,1  Teil 1:  Vergleich des Ablaufs der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G mit dem der Arbeitsfrequenz F

Seite 3,2,2  Teil 2: Beobachtungen über die Veränderungen des zwischenmenschlichen Kontakts

Seite 3,2,3  Teil 3: Beobachtungen zur Politik und zum politischen Mainstream

Seite 3,2,4  Teil 4: Das Komplexe Emotionale Zeitalter

Seite 3,2,5  Teil 5: Beobachtungen zum Komplexen Zeitalter

Seite 3,2,6  Teil 6: Beobachtungen zum Emotionalen Zeitalter

Seite 3,2,7  Teil 7: Das neue Ideelle Zeitalter und sein Einfluss auf die Massenmedien

Seite 3,3,0   Die Grundstruktur der Ideellen Zeitalter

Seite 3,3,1   Die Ideellen Zeitalter des letzten Jahrhunderts und der Gegenwart

                     Die Ideellen Zeitalter und die Historie:

Seite 3,3,2,1 Teil 1: Die "Flache" Zeitenwende

Seite 3,3,2,2 Teil 2: Heute - Unsere Gesellschaft nach der Ideellen Zeitenwende von 2010/11

                      Teil 2 - Fortsetzung

Seite 3,3,2,3 Teil 3: Das Neue Biedermeier

Seite 3,4,0   Das "Ideelle Zeitalter" und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung, Teil 1: Die "Vier Farben der Wirklichkeit"

Seite 3,4,1   Das "Ideelle Zeitalter" und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung, Teil 2: "Rote" und "Blaue" Wahrnehmung

Seite 3,4,2   Das "Ideelle Zeitalter" und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung, Teil 3: "Konkrete" und "Komplexe" Wahrnehmung 

Seite 3,4,3    Das "Ideelle Zeitalter" und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung, Teil 4: "Emotionale" und "Intellektuelle" Wahrnehmung

Seite 3,5,0    Arbeitsfrequenz G und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag

Seite 3,6       Das Ende eines "Ideellen Zeitalters"

 

Kapitel 4

 

Seite 4,0        Der Fundamentale Zyklus - Vorwort

Seite 4,1        Der Fundamentale Zyklus - Einführung

 

Kapitel 5

 

Seite 5,1        Was ist wirklich

 

 


  

Vorbemerkungen

1

 

Fast täglich erleben wir etwas, das wir uns nicht erklären können. Haben wir täglich mit vielen Menschen zu tun, desto häufiger sind solche Ereignisse. Würden wir ein Monat lang darauf achten und penibel alles notieren, was auf unser Unverständnis gestoßen ist, würde einiges zusammenkommen.

Nun haben wir in der Regel selten Lust, länger irgendwelchen merkwürdigen Alltäglichkeiten unsere rare Zeit zu widmen. Meistens ignorieren wir diese Vorgänge, zumal in der Regel unser Wohl und Wehe nicht von diesem Verstehen abhängt.  

Selten einmal hört man: „das habe ich jetzt nicht kapiert, wer kann mir das bitte erklären?" Vielmehr versuchen die meisten von uns, ihr Unverständnis zu verbergen, wenn wir irgendetwas nicht verstanden haben. Schließlich könnte man uns für dumm oder unwissend halten. Man tut am besten, als wäre nichts gewesen.

 

„Warum tun wir, was wir tun?" - zweifelsfrei eine der Preisfragen unseres Lebens, für deren Beantwortung wir meist bei der Philosophie Zuflucht suchen. Da kann man am Besten im  Vagen, im Ungefähren bleiben. Vieles von dem, was wir Tag für Tag (er)leben, sucht nach einer schlüssigen, nachprüfbaren Erklärung.

 

 

Warum sind die Handlungen anderer Menschen so schwer zu verstehen?

Warum handeln die meisten Menschen in derselben Situation bei gleicher Anforderung nicht so, wie wir handeln würden?

Warum ist ein Ereignis für den einen Menschen sofort sonnenklar, während ein anderer sich erheblich anstrengen muss, es zu verstehen?

 Warum lernt der eine etwas in kürzester Zeit mühelos, während ein anderer sich lange und intensiv bemüht und es trotzdem nicht bewältigt?

Warum ändern wir unsere Meinung ohne sichtbaren, triftigen Grund?

Warum ändern Menschen ihre Meinung nicht, obwohl uns schlüssige und nachprüfbare Beweise für deren Unrichtigkeit vorgetragen wurden?

Warum handeln Menschen meistens anders als ihre Vorbilder, als ihre engsten Bezugspersonen?

Warum geraten nur so wenige Kinder nach ihren Eltern, obwohl es doch heißt, deren Prägung ist für ihre Kinder entscheidend?

 

Viele dieser einfachen Fragen wagen nur noch unsere Kinder, vor allem, solange sie noch zu jung sind, um zu verstehen, dass es als peinlich gilt, solche zu stellen.

Dieses naive „Warum?" ist in unserer komplizierten modernen Welt reichlich selten geworden. Wir haben zwar ein theoretisches Gerüst von Ideen dafür, warum wir tun, was wir tun, warum wir sind, wie wir sind.

Versuchen wir jedoch ernsthaft, diese Ideen anzuwenden, gelangen wir bei sachlicher und genauer Herangehensweise bald zu der Erkenntnis, dass uns doch noch eine ganze Menge an gesichertem Wissen fehlt, einfache Fragen zu unserem täglichen Alltag, unserem Dasein beantworten zu können.

 

Die Kybernetik der Wirklichkeit bietet zu Fragen wie den oben aufgeführten Antworten an, die den Fragenden weiter führen und auch belastbarer sind als die bisher bekannten.

Nach wie vor gehen wir davon aus, dass jeder Mensch im Prinzip dieselbe Wirklichkeit um sich herum vorfindet, mit demselben Rohmaterial  an  Ereignissen um sich herum arbeitet. Hier zeigt die Kybernetik der Wirklichkeit genau auf, wie unterschiedlich wir Menschen die Welt betrachten. Sie zeigt uns, dass die menschliche Wahrnehmung schon bevor eine Interpretation der Vorgänge, die wir aufnehmen, stattfindet, das Geschehen um uns herum so stark verändert, dass es nicht übertrieben ist, zu sagen, jeder von uns lebt in seiner eigenen individuellen Wirklichkeit. Das ist der tatsächliche Hauptgrund für die unzähligen Missverständnisse, für die vielen Ungereimtheiten, Irritationen und Unebenheiten, mit denen wir Menschen uns tagtäglich herumschlagen, und nicht, dass irgendjemand etwas anders gelernt hätte oder anders interpretiert als sein jeweiliger Mitmensch.

So hätten wir zum Beispiel relativ wenig Probleme, unsere Mitmenschen zu verstehen, wenn wir alle mit einer identischen Wirklichkeit operieren würden.

Oder, es gibt ein umfangreiches angeborenes Können jenseits Vererbung und Genetik, das die eine Tätigkeit erschwert, die andere erleichtert, - jeder von uns verfügt von Geburt an über ein klares Fähigkeitsprofil, das von der sozialen Umgebung dann natürlich noch seine Modifikation erfährt.

Dass es heute, im 21. Jahrhundert (!) noch möglich ist, eine derart umfängliche neuartige Lehre über die Grundlagen unseres Daseins, über unsere Wirklichkeit zu veröffentlichen, finde ich mittlerweile erstaunlicher als vieles, was ich im Laufe von beinahe dreißig Jahren an oft überraschenden Wissen freigelegt habe.

Die Kybernetik der Wirklichkeit zeigt, dass Menschen doch weit verschiedener sind, und auch, dass unsere Welt wesentlich komplizierter ist, als wir bisher angenommen haben.

Und, - sicherlich ist die Kybernetik der Wirklichkeit eine anspruchsvolle, schwer verdauliche Kost, aber unsere Wirklichkeit ist das auf jeden Fall auch.

30.9.2012

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2

Die Uneinheitliche Wirklichkeit

 

Die Wirklichkeit ist nach allgemeiner Definition „alles um uns herum, was der Fall ist".

Wir sehen dieses „um uns herum" als einheitlich an. Alle unsere Wissenschaften gehen  von einer konstanten, für alle Menschen identischen Wirklichkeit aus, an der wir alle teilnehmen.

Wir gehen, ohne dass das irgendjemand einmal festgelegt hätte, generell davon aus, dass jemand, der sich unmittelbar bei oder neben uns befindet, dasselbe wahrnimmt wie wir selbst und dies dann allerdings anders als wir selbst verarbeitet und interpretiert.

Wenn wir uns die Mühe machen würden, unsere eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit mit der einer unserer Mitmenschen so präzise wie möglich zu vergleichen, würden wir mit Erstaunen feststellen, wie sehr sich doch das, was dieser Mensch uns mitteilt, von dem unterscheidet, was wir ihm erzählen.

Nun kann man natürlich sagen, dieselbe Wirklichkeit wurde von diesem anderen Menschen so anders interpretiert, weswegen die Unterschiede zwischen seiner und unserer eigenen Wahrnehmung  so erstaunlich groß, so bedeutend sind.

Die Kybernetik der Wirklichkeit zeigt uns, dass es bereits bevor wir irgendetwas Wahrgenommenes einordnen, sortieren und interpretieren können, zu einer mehrfachen starken Filterung und somit Veränderung dieser Wahrnehmung kommt, abhängig vom raum-zeitlichen Kontextunterschied des jeweiligen Menschen und unserem Planeten und seiner Bahn.

So ist nicht nur unsere Wirklichkeit im höchsten Maße uneinheitlich, sie ist auch stark segmentiert, unterteilt in zeitlich bedingte, konkret definierbare Räume. Diese Zeit-Räume, wie ich sie nenne, entstehen durch die Bewegung unseres Planeten und unserer Bewegung auf der Oberfläche dieses Planeten: mal bewegen wir uns schneller durchs Universum als unser Planet, mal langsamer. Mal bewegen wir uns auf die Bahn unseres Planeten zu, manchmal entfernen wir uns davon. Mal schneiden wir die Bahn unseres Planeten, von rechts kommend, mal von links kommend.

Unser Planet ist ständig in Bewegung, dreht sich dabei auch noch und wir sitzen als winzige Punkte auf dieser wie tollwütig dahin rasenden Kugel. Das bleibt nicht ohne Wirkungen.

Diese Homepage befasst sich ausführlich mit diesen Wirkungen und ihren Folgen.

25.12.2012 

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Seite 1,0

 

Die Große Zeitenwende 2009-2011

 

 

 

Gesellschaftliche Entwicklung vollzieht sich in drei unterschiedlich langen, immer wiederkehrenden Zyklen.

Jeder dieser Zyklen ist eingeteilt in vier Quartale.

 

                          

Die vier Zyklen oder auch Die Vier Farben der Wirklichkeit" in ihrer natürlichen Reihenfolge im Uhrzeigersinn.

 

Wechseln wir von einem dieser Quartale in das darauffolgende, verändert sich unsere Wahrnehmung, bestimmte Teile unserer Wirklichkeit erhalten ein anderes, ein neues Gesicht. Das führt dazu, dass wir die Welt um uns herum neu bewerten müssen und uns dementsprechend auch anders verhalten.

Wenn zwei dieser drei für unsere gesellschaftlichen Werte und Normen entscheidende Zyklen beinahe gleichzeitig in ein neues Quartal wechseln, spricht man von einer Großen Zeitenwende.

Die bekannten Großen Zeitenwenden von 1967/68 oder 1988/89 sind uns allen geläufig.

 

 

Früher konnte man Zeitenwenden erst betrachten, nachdem sie sich vollzogen hatten. Bis vor kurzem wusste man noch nicht, wann diese Zeitenwenden stattfinden und aus welchen funktionalen Abläufen sie bestehen.

Die Kybernetik der Wirklichkeit macht es erstmals möglich, Zeitenwenden aus der Gegenwarts-Perspektive zu beobachten.

Der Journal-Teil dieser Homepage ist ein erster Versuch, diese Beobachtungen zu beschreiben.

Bereits wenige Monate nach jeder Zeitenwende haben wir vergessen, wie wir unsere gesellschaftliche Realität während der letzten Periode wahrnahmen. Teilweise gehen die Veränderungen so fließend vor sich, dass wir unser Umdenken aufgrund der Zeitenwenden für gewöhnliche Lernerfolge halten. Wir Menschen arrangieren uns offensichtlich doch sehr schnell mit veränderten Verhältnissen.

In den folgenden vier Absätzen befinden sich z. Bsp. mehrere Sätze, die im Jahr 2009 geschrieben, die eine Gegenwart und Zukunft beschreiben, die mittlerweile schon Vergangenheit ist. Ich habe hier einmal solche Beschreibungen und Prognosen versuchsweise rot markiert und gesehen, daß das zu unübersichtlich wird. Dewegen bleiben weitere Prognosen unverändert stehen, ob sie nun eingetroffen sind oder nicht.

Am Ende jedes Kapitels befindet sich die Angabe, wann der jeweilige Artikel verfasst wurde. (eingefügt am 17.9.2012)

 

Dass das „Neoliberale Zeitalter" sich seinem Ende nähert, wird jetzt niemanden mehr sonderlich überraschen. Manche werden lediglich einwenden, dass es doch bereits schon beendet sei.

Als ich 2003 errechnete, dass die Gesetze und Wertmaßstäbe dieses Zeitalters von 2003 bis 2010 abgewickelt, um dann von einem neuen „Ideellen Zeitalter" abgelöst zu werden, erschien mir dieses „Rechenergebnis" reichlich bizarr und jedenfalls zu diesem Zeitpunkt so gut wie unvorstellbar.  Erst Ende 2004, Anfang 2005 mehrten sich die Anzeichen, dass meine Ableitungen doch korrekt gewesen waren und bestätigten sich auch in der Zeit seither bis heute.

Dieser Zyklus, der längere von den beiden, von denen hier die Rede sein soll, erhielt den Titel „Der Ideelle Zyklus". Das endgültige Finale der Neoliberalen Epoche vollzieht sich vom Mai 2010 bis zum März 2011. Erst dann werden wir die uns umgebende Welt tatsächlich mit „anderen Augen sehen".

Den kürzeren der beiden Zyklen habe ich die „Die Fetten und die Mageren Jahre" getauft. Hier hat das Finale gerade eben, Ende Oktober 2009 begonnen.

Die Mageren Jahre sind somit beendet. Im Moment befinden wir uns in einer Übergangszeit, die bis zum Juli 2010 dauert. Danach beginnen die Fetten Jahre. Wenn man weiß, worauf man zu achten hat, kann man diese Veränderung im Alltag bereits jetzt schon spüren.

Wie bereits erwähnt, vollzogen sich auch 1988/89 und 1967/68 beinahe gleichzeitig eine Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F und eine der Arbeitsfrequenz G. Wir sind also in jüngerer Vergangenheit mit solch starken Veränderungen der Wahrnehmung unserer Wirklichkeit vertraut, wenn auch gravierende Unterschiede bestehen zwischen der weitgehenden Wahrnehmungsreduktion von 1988/89, der begrenzten Wahrnehmungserweiterung, auf die wir jetzt zusteuern (2009/11) und der weitgehenden Wahrnehmungserweiterung von 1967/68.

Zu den Begriffen Wahrnehmungserweiterung bzw. -reduktion eine kurze Erläuterung: In der Regel werten wir das Wort Erweiterung als positiv, wohingegen wir eine Reduktion generell eher als negativ werten.

Im Bereich unserer Wahrnehmung ist weder das eine noch das andere zwangsläufig positiv oder negativ.

Versuchen Sie, sich eine plötzliche Wahrnehmungserweiterung ihrer Sinne  vorzustellen: was bisher nur ein kaum wahrnehmbarer, kaum identifizierbarer Geruch war, kann nach einer plötzlichen Steigerung ein wunderbarer intensiver Duft sein, ebenso gut aber auch ein höllischer Gestank.

Was vorher ein leises kaum einzuordnendes Säuseln war, wird plötzlich zu einem machtvollen Orchesterdonner oder auch zu einer entsetzlichen Kakophonie, wenn jemand ganz schnell am Lautstärkeregler dreht.

Was vorher kaum mit den Augen zu erkennen, steht plötzlich eindrucksvoll oder auch bedrohlich unmittelbar vor uns.

Im Allgemeinen stellen wir uns unsere Wirklichkeit, unsere Realität als etwas Homogenes, Einheitliches vor. Ich kann gut nachempfinden, dass die Vorstellung, wir befänden uns auf einer unentwegten Reise durch sich ständig abwechselnde unterschiedlich verfasste Zeit-Räume der Realität, vielen Menschen nicht gefallen wird. Das Leben ist auch ohne diese Theorie schon kompliziert genug.

Allerdings ist ein bewusstes Mitreisen durch unsere unterschiedlichen Wirklichkeiten mit Sicherheit ein intellektuelles Abenteuer, das seinesgleichen sucht, soviel kann ich versprechen.

Diese Homepage ist ein erster Entwurf eines Reiseführers durch unsere sich ständig verändernde Realität.

 

28.6.2009/8.11.2009

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Seite 1,1

Die Große Zeitenwende 2009/11

Der Verlauf

 

Große Zeitenwenden vollziehen sich in den meisten Fällen in mehreren Etappen.

Die Übergange der längeren Frequenzen E bis H von einem Quartal zum nächsten verlaufen sehr häufig in drei Etappen: zuerst einmal wechseln wir von einem Quartal in das nächste, danach wechseln wir noch einmal zurück, dann erst wird der endgültige Wechsel in das neue Quartal vollzogen.

Beinahe so, als müssten wir uns erst langsam daran gewöhnen, die Umwelt neu wahrzunehmen, setzen wir noch einmal zurück, um Abschied von dem alten System zu nehmen. Es wirkt fast, als müssten wir noch einmal Luft holen für die neue Herausforderung. Erst nach dieser Kapriole wird dann das neue System unserer Wahrnehmung endgültig eingeführt.

Der Verlauf der Großen Zeitenwende 2009 bis 2011 in graphischer Darstellung:

 

 

 

Die Wahrnehmung der Arbeitsfrequenz F wechselte am 29.10.09 von Hellblau (Die „Mageren Jahre") zu Dunkelrot. Demnächst, am 7.4. wird noch einmal in den hellblauen Bereich zurückgewechselt, dann beginnt endgültig am 21.7.10 das mehr als sieben Jahre lange dunkelrote Quartal, auch die „Fetten Jahre" genannt. Der erneute Wechsel in die Neuauflage der „Mageren Jahre" (diesmal dann in die dunkelblaue Variante) wird Ende das Jahres 2017 stattfinden.

Die Wahrnehmung der Arbeitsfrequenz G wechselt zunächst am 2.5.10 wie versuchsweise für wenige Wochen bis zum 14.8.10 in die neue Farbe. Nach dem Rücksetzer in das reduzierte blaue Wahrnehmungsvermögen, der bis zum 11.3.11 dauert, beginnt dann endlich das neue hellrote (=emotionale, zugewandt-distanzlose und komplexe) Ideelle Zeitalter.

10.3.2010

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Seite 1,2

Die Kollektiven Arbeitsfrequenzen

 

 

Wir Menschen verwenden für alle Daten, die wir aus unserer Umwelt empfangen, acht nach Informationsmenge geordnete Arbeitsfrequenzen. Diese Frequenzen sind ein wichtiger Teil unseres menschlichen Datenverarbeitungssystems, das in dieser Homepage mit all seinen bisher bekannten Auswirkungen beschrieben wird. Diese acht Arbeitsfrequenzen benutzen wir ebenfalls für alle Informationen, die wir von uns geben.

Die Arbeitsfrequenzen sind nur deswegen erkennbar, weil sie in periodischen Abständen ihren Modus verändern. Das bedeutet, dass ein beliebiges Ereignis, zu einem anderen Zeitpunkt wahrgenommen, so anders sein kann, dass man es nicht mehr als das gleiche Ereignis erkennt. Menschen arbeiten mit vier verschiedenen Modi, die hier die Farben der Wirklichkeit genannt werden.

Im Zuge dieser periodischen Wahrnehmungsveränderungen variiert auch die Art und Weise, wie wir uns unserer Umwelt mitteilen, meist, ohne dass wir es bemerken. Mit etwas Übung kann man erkennen, in welchem Modus eine Information „abgefasst" wurde. Wir bezeichnen diese „Art und Weise" unserer Selbstäußerungen manchmal vage mit Wörtern wie „Geschmack" oder „Stil", - präzisere Bezeichnungen existieren bisher nicht.

Neben dem momentan gültigen Modus, den jeder verwenden kann, besitzt jedes Individuum noch einen eigenen persönlichen Modus für jede der acht Ereignisgrößen, also für jede Arbeitsfrequenz. Das bedeutet, dass wir im Prinzip die Wahl haben, den momentan gültigen Modus für eine Wesensäußerung zu verwenden oder unseren eigenen individuellen Modus, wobei wir allerdings meist den eigenen, vertrauteren Modus vorziehen.

Neben den vier Arbeitsfrequenzen A,B,C und D, die wir hauptsächlich für einfache, informationsarme, - kleine Ereignisse benutzen, verfügen wir auch noch über vier weitere Arbeitsfrequenzen E,F,G und H, die wir für komplexe, informationsreiche, - große Ereignisse benötigen und ebenfalls täglich einsetzen.

Die acht Arbeitsfrequenzen zusammen werden die Ereignis-Hierarchie genannt.

Wenn wir eine Information aufnehmen, wird sie umgehend in eine der acht Frequenzen eingeordnet.

Jedes (menschliche) Kollektiv, ob es nun aus drei oder vier oder aus mehreren Millionen Menschen besteht, benutzt die seiner Größe entsprechende  Arbeitsfrequenz, um seine Identität zu definieren, die sie von anderen ähnlich großen (konkurrierenden) Kollektiven unterscheidet. Wir nennen diese Definition dann „Mentalität". Es ist erstaunlich, wie langlebig eine solche Mentalität ist und vor allem, wie präzise etwas so schwer Greif- und Beschreibbares funktioniert. Man denke nur an die spezifischen Eigenschaften von Volksstämmen, ob sich nun um große (Deutsche, Franzosen, Italiener) oder um kleinere handelt (Österreicher, Schweizer, aber auch die Franken oder Bayern). Niemand kann genau sagen, woher diese spezifischen Eigenschaften dieser Kollektive stammen und doch pflanzen sie sich über viele Generationen immer weiter beharrlich fort.

 

Beispiele für die hierarchische Gliederung unserer Umwelteinflüsse:

Wir sind selbständige Individuen, die gleichzeitig unterschiedlich großen Kollektiven angehören. Wir können sagen:

Ich bin Ich, ich bin aber auch Berliner.

Ich bin Teil einer Familie, aber auch Deutscher.

Ich bin weiblich, aber auch Jugendliche.

Jemand kann gleichzeitig „Ich" sein, Berliner, Teil einer Familie, Deutscher, weiblich und Jugendliche sein, - und das ohne große Mühe, trotz aller Widerspüchlichkeiten. Wir sind in zahlreiche Gruppen involviert, die nach außen hin ein klares Bild ergeben und mit einem einzigen Wort definierbar sind.

Um das „Ich" einordnen zu können in die verschiedenen Kollektive wie den „Berlinern", den „Familien", den „Deutschen", den weiblichen Mitgliedern unserer Spezies oder den „Jugendlichen", benötigen wir eine Ordnung, die sowohl Eindeutigkeit als auch Flexibilität zulässt.

Auch für die Informationen über die nichtmenschliche organische Welt benutzen wir die Ereignis-Hierarchie: ein Baum, eine Baumgruppe, ein Wäldchen, ein Wald, eine ganze Wald-Region (wie der Schwarzwald oder der Bayerische Wald).

Genauso verhält es sich mit unserer Datenverarbeitung über die anorganische Welt, - auch alle Gegenstände gruppieren wir nach Komplexität der dafür notwendigen Informationsmenge ein.

Für unseren Zeitgeist, - dem Schwerpunkt des Journal-Teils dieser Homepage -,  entscheidend sind vor allem die drei langwelligsten Arbeitsfrequenzen F, G und H, die ihre „Farbe der Wirklichkeit" in Abständen von 7, 21 und 41 Jahren verändern:

Die ständigen Veränderungen unserer gesellschaftlichen Normen und Werte, unserer Vorstellungen, wie der Mensch und wie die Gesellschaft aussehen sollte, folgen klar definierbaren Gesetzen, die die Farbwechsel dieser Arbeitsfrequenzen verursachen. Diese Gesetze sind eines der Hauptthemen dieser Homepage.

Es kommt immer wieder vor, dass die Führung einer Gesellschaft dieser ihren  Willen aufzwingen, dem vorgegebenen Auf und Ab zu widerstehen und den Pfad des dauernden Wechsels zu verlassen. Die von oben verordnete Stasis und der Innovationsstau in diesen Gesellschaften verursachen dann in der Regel über kurz oder lang regelrecht eruptive gesellschaftliche Veränderungen, weil jedes Kollektiv versucht, die entgangenen Innovationen und Veränderungen irgendwie im Zeitraffer nachzuholen, um sich den anderen bereits weiter fortgeschrittenen Kollektiven in seiner Umgebung anzupassen.

Prägnantestes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Zusammenbruch des Ostblocks Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger Jahre, nachdem die Diktatoren in den späten Sechzigern und den folgenden Siebzigern geglaubt hatten, die damals anstehende Epoche der Aufklärung mit Repression und Gewalt verhindern zu können.

Auch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es nicht nur hierzulande zu einer regelrechten Explosion von aufgestauten Modernisierungsprozessen.

18.2.2011

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Seite 1,2,1

Ich-Zeiten und Wir-Zeiten

Teil 1

 

Individualismus und Kollektivismus 

 

 

 

Der ständige Wechsel der Dominanz und Popularität der Phänomene Individualismus und Kollektivismus in unseren Gesellschaften wird verursacht durch die 1. Deutlichkeit der Kollektiven Frequenzen F, G und H.

Die 1. Deutlichkeit bezeichnet die wahrgenommene Entfernung von Ereignissen: während der Zeit-Räume der Roten Wirklichkeiten nehmen wir unsere Umwelt aus kurzer, naher Entfernung wahr (ähnlich dem Zoom-Effekt, betrifft allerdings alle Sinneswahrnehmungen). Während der Zeit-Räume der Blauen Wirklichkeiten nehmen wir unsere Umwelt aus ferner, distanzierter Entfernung (gewissermaßen ein negativer Zoom-Effekt).

Mit Hilfe der drei Kollektiven Arbeitsfrequenzen erfassen und bearbeiten wir gleichzeitig nebeneinander umfangreiche Datenmengen unterschiedlicher Größenordnung.

In der Regel sind die Arbeitsfrequenzen F, G und H verantwortlich für die Relation zwischen dem Ich und den Menschen, die nicht zu dessen unmittelbaren Umkreis (Familie, Freunde, Arbeitskollegen) gehören.

Diese Arbeitsfrequenzen und die darauf basierende sich ständig verändernde Wahrnehmung sind maßgeblich und oft entscheidend für unsere Beziehungen zu Anderen, zu Fremden, zu Unbekannten.

 

 

 

Die sog. Roten Quartale der Kollektiven Arbeitsfrequenzen F, G und H verursachen Wir-Zeiten und Kollektivismus.

Die Roten Quartale erzeugen eine integrierte Gesellschaft mit einander zugewandten, aufeinander zustrebenden Akteuren.

Rote Quartale sind geprägt von einer erhöhten Wahrnehmung komplizierter Ereignisse.

 

 

Die sog. Blauen Quartale der Kollektiven Arbeitsfrequenzen F, G und H verursachen Ich-Zeiten und Individualismus.

Die Blauen Quartale erzeugen eine desintegrierte Gesellschaft mit voneinander abgewandten, auseinanderstrebenden Akteuren.

Blaue Quartale sind geprägt von einer reduzierten Wahrnehmung komplizierter Ereignisse.

 

 

Die Veränderung der Wahrnehmung von Ereignissen mit großen Informationsmengen und somit der Wechsel von Roten zu Blauen Quartalen (und umgekehrt) vollzieht sich jeweils in großen zeitlichen Abständen.

Siehe die folgende Grafik:

 

Die wahrgenommene Entfernung von Ereignissen ist in den Grafiken dieser Homepage symbolisch dargestellt durch die beiden Farben Rot und Blau.

Die beiden anderen Wahrnehmungsparameter, - hier symbolisiert durch die Helligkeit/Dunkelheit der Farben und deren Schraffierung spielen in diesem Zusammenhang keine Rolle. Die Zweite und Dritte Deutlichkeit sind Ursache für wieder andere Wahrnehmungs-Phänomene.

 

Arbeitsfrequenz F: wir befinden uns am Beginn eines Dunkelroten Quartals (= Distanzlose/Nahe Wirklichkeit, Konkrete Wirklichkeit, Intellektuelle Wirklichkeit)

Arbeitsfrequenz G: wir befinden uns am Beginn eines Hellroten Quartals (=  Distanzlose/Nahe Wirklichkeit, Komplexe Wirklichkeit, Emotionale Wirklichkeit)

Arbeitsfrequenz H: wir befinden uns im letzten (absteigenden) Drittel eines Dunkelblauen Quartals (= Distanzierte/Ferne Wirklichkeit, Konkrete Wirklichkeit, Emotionale Wirklichkeit)

 

 

Individualistische Ich-Zeiten und kollektivistische Wir-Zeiten wechseln sich auf allen acht Arbeitsfrequenzen A bis H ständig ab.

Wie der obigen Grafik zu entnehmen ist, können z.B. alle drei für die Entwicklung unserer Gesellschaften hauptverantwortliche Arbeitsfrequenzen dieselbe Farbe aufweisen: 

1981-1984 Frequenz F, G und H in Dunkelrot.

1988-1996 Frequenz F, G und H in Dunkelblau.

2026-2032 Frequenz F, G und H in Hellrot.

 

Die starke Dominanz der sog. Dunkelblauen Wirklichkeit während der letzten beiden Jahrzehnte gehört erst einmal der Vergangenheit an. Lediglich von 2018  bis 2025 ist unsere Wahrnehmung von Arbeitsfrequenz F und H gleichzeitig von der doch recht rabiaten Dunkelblauen Wirklichkeit geprägt.

Im Regelfall ist es aber so, dass die uns zur Verfügung stehenden Wirklichkeiten nicht einheitlich sind. Hier finden sich viele Ursachen für die zahlreichen Widersprüchlichkeiten, die unsere modernen Gesellschaften prägen.

 

9.7.2011

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 Seite 1,2,2

Ich-Zeiten und Wir-Zeiten

Teil 2

 

Versuch einer Darstellung von Distanzloser (Roter) und Distanzierter (Blauer) Wahrnehmung anhand eines Beispiels

 

 

 

Bisher gingen wir davon aus, dass alle Menschen die Ereignisse, die sich in ihrer Umgebung abspielen, aus derselben räumlichen Entfernung wahrnehmen. Die Kybernetik der Wirklichkeit zeigt uns, dass das in vielen Fällen nicht so ist. Manche sehen ein bestimmtes Ereignisse aus größerer, manche dasselbe Ereignis aus geringerer Entfernung. Tagtäglich führt dies zu Missstimmungen zwischen uns, weil wir selbstverständlich davon ausgehen, dass andere genauso wahrnehmen wie wir selbst.

 

Ein Beispiel: zwei Menschen nehmen einen Reisebus wahr, beide aus derselben Richtung, den Bus von der Beifahrerseite sehend:

Der eine der beiden Beobachter nimmt ihn so wahr, als stünde er nur wenige Meter vor diesem Bus. Er kann ihn beinahe berühren, beinahe selbst einsteigen. Er sieht viele Details dieses Fahrzeugs, kann die Gesichter der Insassen und des Fahrers identifizieren. Die Insassen des Busses rufen aufgeregt durcheinander. Der Beobachter würde gerne erfahren, warum die Insassen und der Fahrer so aufgeregt sind.

Der andere der beiden Beobachter nimmt denselben Bus wahr, als würde er diesen in einem handelsüblichen großen Fernseher beobachten. Für ihn ist dieser Bus ein großer Gegenstand neben anderen, die ebenfalls auf diesem Bildschirm zu sehen sind. Im Gegensatz zu dem anderen Beobachter kann er den ganzen Bus betrachten. Er kann auch sehen, dass der Bus an einem Abgrund steht. Neben dem Bus sieht er noch mehrere Bäume, ein umgefahrenes Straßenschild, und ein beschädigtes Mäuerchen, hinter dem es steil nach unten geht. Insassen und Fahrer sind für ihn nur schemenhaft zu erkennen. Er kann nicht erkennen, dass sich in dem Bus ein kleiner Tumult abspielt.

Der Größen-Unterschied zwischen der distanzlosen (roten) und distanzierten (blauen) Wahrnehmung ist beträchtlich. Wie groß genau dieser Unterschied zwischen der roten und blauen Wirklichkeit ist, könnte durch Experimente sicher genauer ermittelt werden.

Natürlich sieht sowohl derjenige, der mit roter Wahrnehmung arbeitet, einen Reisebus, wie der, der mit blauer Wahrnehmung arbeitet. Beide können sich in gewissen Grenzen über diesen Bus unterhalten, z. Bsp. über seine Farbe, das Fabrikat, das Bus-Unternehmen, dass der Bus gerade steht usw.

Geht die Unterhaltung jedoch ins Detail, stellen sich bald Kommunikationsprobleme ein, weil beiden Gesprächsteilnehmern Informationen fehlen, über die der andere verfügt.

Beide werden denken, der andere hätte eine merkwürdige, doch recht eigenwillige Interpretation des vorgefallenen Ereignisses vorgenommen.

Das distanzlose Nah-Bild des Busses enthält natürlich ein mehr an Informationen über diesen Bus als das distanzierte Fern-Bild. Allerdings enthält auch das rote Nah-Bild des Busses gewisse Informationen nicht, über die das blaue Fern-Bild verfügt.

Richtig ist, dass sich bereits bevor einer der beiden Beobachter überhaupt etwas interpretieren kann, eine starke Bearbeitung des Wirklichkeits-Bildes vollzieht. Jeder Mensch, der in unseren Breiten lebt, arbeitet mit einer der beiden hier dargestellten Versionen. Dies gilt für alle acht nach Informationsmenge geordneten Arbeitsfrequenzen der Ereignis-Hierarchie.

 

03.11.2012

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Seite 1,2,3

 

Ich-Zeiten und Wir-Zeiten

Teil 3

 

Die Behandlung von Ereignissen in der menschlichen Wahrnehmung

 

 

Die Entstehung von Ich-Zeiten und Wir-Zeiten ist ursächlich zurückzuführen auf die Einordnung von beobachteten Ereignissen in das System der acht Arbeitsfrequenzen der menschlichen Wahrnehmung.

Wie im Theorie-Teil dieser Homepage, Kapitel 1.1 und 1.2 dargestellt, kann ein Ereignis sehr verschiedenartig sein: ein Ereignis ist nicht nur ein Vorgang, sondern  kann auch ein Gegenstand sein. Dort habe ich das Beispiel „Hose“ gewählt, auch weil man dieses nicht als allererstes ein Ereignis nennen würde.

Es muss sich nicht im wörtlichen Sinne etwas „ereignen“, um als Ereignis zu gelten: auch ein Berg ist ein Ereignis, ohne dass ein Felssturz stattfindet und ohne eine Gruppe von Wanderern oder Bergsteigern, die den Gipfel zu erreichen sucht. Auch ein Baum ist ein Ereignis, ohne dass er dafür seine Äste schütteln oder Blätter abwerfen muss.

Natürlich gibt es auch Ereignisse, die völlig ohne menschliches Zutun zustande kommen:

Ereignisse wie einfache Wetterphänomene, Wind, Wolken oder Sonnenschein. Ereignisse wie ein Erdbeben oder ein Vulkanausbruch.

Ereignisse wie Tiere, Pflanzen, Mineralien oder gar unser Mond.

 

Jedes Ereignis ist einer der acht Arbeitsfrequenzen der menschlichen Wahrnehmung zugeordnet, je nachdem, welche Informationsmenge man benötigt, um dieses Ereignis zu beschreiben.

 

In diesem Kapitel soll nun zunächst kurz an einigen Beispielen erläutert werden, wie wir (normalerweise) unterschiedliche Ereignisse anhand ihrer „Größe“ in unser System der Ereignis-Hierarchie einordnen. Später dann wird dargestellt, wie ein Ereignis von verschiedenen Beobachtern, die mit vier verschiedenen Wirklichkeits-Filtern arbeiten können, wahrgenommen wird.

Im letzten Kapitel wurden einige Ereignisse dargestellt: eine Szenerie nach einem Unfall, bei dem ein Reisebus eine Mauer touchierte, hinter der sich ein Abgrund auftut, ein Bus-Fahrer, aufgeregte Passagiere, eine Straße, ein umgefahrenes Verkehrsschild, Bäume usw.

Nun sind die dargestellten Ereignisse von unterschiedlicher Art: ein Baum ist ein vergleichsweise einfaches Ereignis. Auch ein Mäuerchen ist ebenso wie der Baum, solange es nur als Hintergrund für irgendeine Handlung dient, ein einfaches Ereignis.

Die einfachsten Ereignisse, die mit wenigen Informationen beschrieben werden können, behandeln wir mit der Arbeitsfrequenz A, die kompliziertesten Ereignisse mit der größten Menge an Informationen mit der Arbeitsfrequenz H.

 

        

 

In dieser Grafik sind die acht Arbeitsfrequenzen der menschlichen Wahrnehmung und die Basis-Frequenz, auf der sie gründen, schematisch dargestellt: links die kleinste Arbeitsfrequenz A mit dem geringsten Fassungsvermögen, daneben die beiden gleich großen Frequenzen B und C bis hin zur größten Frequenz H mit dem größten Fassungsvermögen.

 

 

Ein Bus, zumal, wenn er sich bewegt, ist schon ein etwas größeres Ereignis. Verursacht dieser Bus allerdings einen Unfall, verkompliziert sich die Angelegenheit ein weiteres Mal. Ist der Bus dann auch noch voller Insassen, hat man schnell mit einem umfangreichen Ereignis zu tun.

Ein Beobachter des besagten Geschehens benötigt zur Ordnung des Dargebotenen mit all seinen Einzelheiten mehrere, möglicherweise sogar alle acht der uns zur Erfassung unserer Wirklichkeit zur Verfügung stehenden Arbeitsfrequenzen.

Nun sind wir in der Lage, das gesamte System der acht Arbeitsfrequenzen ständig nebeneinanderher zu verwenden: für die einfachen Ereignisse des Bildes, die Straße, den Baum, das Mäuerchen dürften uns vermutlich die Arbeitsfrequenzen A, B, und C genügen. Für eine handelnde Person genügt oft noch Frequenz D, sind mehrere handelnde Personen zu beschreiben, benötigt man mindestens Frequenz E. Für die Darstellung des oben beschriebenen Ereignisses in seinem gesamten Kontext ist wahrscheinlich auch Arbeitsfrequenz F nötig.

Für die kulturellen Hintergründe, wie zum Beispiel, „was ist ein Bus?, wofür benötigen oder verwenden wir einen Bus?“, könnte schon die langwellige Arbeitsfrequenz G nötig sein. Sollten wir Unterscheidungen treffen müssen wie „Frauen/Männer/Kinder“, ist sogar die Arbeitsfrequenz H notwendig, die wir für die umfangreichsten Ereignisse einsetzen müssen.

 

 

 

Nehmen wir zur Vertiefung noch ein anderes Beispiel her: das Hunger- oder Durstgefühl eines einzelnen Menschen: ein Mensch bemerkt, dass er Hunger oder Durst hat. Meistens folgt daraus der Schluss, dass dieser Mensch etwas essen oder trinken möchte.

Bis hierher ist das noch ein einfaches Ereignis, das wir mit Hilfe der einfachsten, der Arbeitsfrequenz A behandeln können.

Will sich dieser Mensch jetzt nicht bewegen, ruft in die Küche und lässt sich die gewünschten Nahrungsmittel bringen, könnten dafür auch die beiden Arbeitsfrequenzen B und C ausreichen, die für den direkten zwischenmenschlichen Kontakt, für die Kommunikation zu einem weiteren Menschen zuständig sind: Frequenz B für die verbale Kommunikation und die Sprache, Frequenz C für die emotional zwischenmenschliche Kommunikation.

Um allerdings zu wissen, ob irgendjemand außer ihm zuhause ist oder ob diese Person auch dafür geeignet ist, solche Dienste zu verrichten, dürfte schon mindestens Frequenz E vonnöten sein.

Natürlich kann sich besagter Mensch selbst in Bewegung setzen, um sich etwas zu essen oder zu trinken zu holen. Er geht in die Küche seiner Wohnung, öffnet den Kühlschrank, nimmt sich irgendetwas heraus. Für solche noch vergleichsweise einfachen Tätigkeiten benutzen wir in der Regel die Arbeitsfrequenz D.

Überlegt der Mensch aber zuerst, welche Nahrungsmittel sich normalerweise in seinem Kühlschrank befinden, könnte hier schon Arbeitsfrequenz E vonnöten sein, die wir hauptsächlich für die schon etwas umfangreichere Definition unserer Lebensgewohnheiten verwenden.

Denkt dieser Mensch auch noch über kulturelle Maßstäbe nach, z. Bsp., wann darf man essen?, vor allem: was darf man essen?, wie viel sollte man essen?, welche Nahrungsmittel sind gut für mich?, welche Nahrungsmittel, welche Art der Zubereitung oder welche Zeremonie des Verzehrens sind heute in Mode?, so benötigt er schon mindestens eine der drei Kollektiven Arbeitsfrequenzen F, G oder H, mit deren Hilfe wir unsere Sitten und Gebräuche definieren:

Die Verwendung von Lebensmitteln ist häufig milieu-abhängig. Für die Definition, welchem Milieu der Mensch angehört und welche Sitten und  Gebräuche er deswegen anwenden sollte, wird er wahrscheinlich Arbeitsfrequenz F verwenden.

Dasselbe gilt für die Gesellschaft, der er angehört, hier: der deutschen Gesellschaft. Dafür muss er schon zu Arbeitsfrequenz G greifen. Die Essgewohnheiten von Italienern und Franzosen unterscheiden sich in manchem doch eindeutig von denen unserer Landsleute.

Arbeitsfrequenz H, die größte, fundamentale Frequenz, benötigen wir erst, wenn wir uns als Mensch, als Frau oder Mann, als Kind oder Erwachsener definieren wollen. Der Verhaltenscode von Frauen, Männern und Kindern unterscheidet sich teilweise doch beträchtlich, auch was die Essgewohnheiten angeht. Dafür benötigen wir die größte Arbeitsfrequenz H, die wir häufiger anwenden, als man annehmen sollte.

 

28.2.2014

 

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Seite 1,3

Die Große Zeitenwende 2009-2011 ist beendet

 

 

Nach der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F, die vom Oktober 2009 bis zum Juli 2010 währte, ist nun auch die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G (vom Mai 2010 bis zum März 2011) bewältigt.

Während der kürzere viermal sieben Jahre währende Zyklus der Arbeitsfrequenz F in der Kybernetik der Wirklichkeit den Namen Der Fetten und der Mageren Jahre trägt, wird der viermal 20 bis 22 Jahre dauernde Zyklus der Arbeitsfrequenz G der Zyklus der Ideellen Zeitalter genannt. Das Ideelle Zeitalter des Neoliberalismus, das von 1988 bis 2010 unsere Werte und Normen bestimmte, ist nunmehr endgültig beendet.

 

 

Eine Große Zeitenwende der Kybernetik der Wirklichkeit entsteht durch die beinahe gleichzeitigen Quartalswechsel der beiden Arbeitsfrequenzen F und G, die starke Veränderungen unserer Wahrnehmung, vor allem die von komplexen und informationsreichen Ereignissen, mit sich bringen. Diese Wahrnehmungsveränderung führt zu einer Neudefinition eines Großteils unserer Palette der gesellschaftlichen Werte und Normen. Die kulturellen Umbrüche von 1967/68 und 1988/89 basierten auf Großen Zeitenwenden.

Ereignisse, die der Wahrnehmung der Arbeitsfrequenz F unterliegen, wurden bereits im zweiten Kapitel des Journal-Teil dieser Homepage beschrieben.

Das Kapitel drei des Journal-Teil dieser Homepage widmet sich eingehend den Veränderungen, die der Quartalswechsel der Arbeitsfrequenz G mit sich bringt.

Alle Ereignisse der in den jeweiligen Kapiteln beschriebenen Größenordnung werden von uns Menschen nun anders wahrgenommen.

Beide Kapitel sind noch unvollständig. Es bedarf einiger Zeit und Übung, um Ereignisse eindeutig zu definieren und diese dann den jeweiligen „richtigen" Arbeitsfrequenzen zuzuordnen.

Unser Bild der Realität wird maßgeblich bestimmt und beeinflusst von den Drei Deutlichkeiten der Wirklichkeit:

Bei jeder Zeitenwende (jedem Quartalswechsel einer der acht Arbeitsfrequenzen) ändern sich immer zwei der drei Deutlichkeiten der Wirklichkeit, mit denen wir Menschen Ereignisse wahrnehmen.

Während die jüngste Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F die Deutlichkeit unserer Wahrnehmung insgesamt stark erhöht hat (ein Wechsel von der Hellblauen zur Dunkelrote Wirklichkeit ist immer ein Wechsel von Ferner zu Naher Wahrnehmung sowie Wechsel von Komplexer zu Konkreter Wahrnehmung), hat die jetzt abgeschlossene Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G (ein Wechsel von der Dunkelblauen zur Hellroten Wirklichkeit) eine differenziertere Wirkung, die hier beschrieben werden soll:

 

1. Deutlichkeit: Distanz des Ichs zum Wahrgenommenen

Bei jeder Zeitenwende (jeder der acht Arbeitsfrequenzen) ändert sich die Größe der Ereignisse, die wir wahrnehmen. In den Grafiken wird dieses Phänomen symbolisch durch die beiden Roten und Blauen Farben dargestellt.

Bei der aktuellen Zeitenwende vergrößerten sich die Ereignisse der Arbeitsfrequenz G in unserer Wahrnehmung: das ist immer dann der Fall, wenn ein Wechsel von einer Blauen zu einer Roten Wirklichkeit stattfindet.

Bei der letzten Zeitenwende 1988 dagegen erlebten wir einen Übergang von Rot zu Blau, eine Verkleinerung von Ereignissen dieser Größenordnung.

Bei der vorhergehenden Zeitenwende 1968 hingegen erfuhren die Menschen eine Vergrößerung derselben Ereignisse, also einen Wechsel von Blau zu Rot.

Erleben wir einen Wechsel von Blau zu Rot, dann nehmen wir die Ereignisse, die dem Ideellen Bereich unserer Wahrnehmung zugrunde liegen, als größer, lauter und sichtbarer, in ihrer Wirkung bedrängender, aufdringlicher, störender wahr.

Beim jedem Wechsel von einer Blauen zur einer Roten Wirklichkeit werden die Barrieren der Menschen einer Gesellschaft niedriger, die Neigung, sich zu organisieren, sich zusammenzutun, zusammenzuarbeiten, wird stärker. Die Wahrnehmung der Menschen wird stärker, die Kommunikation zwischen den Menschen wird intensiver. Der Individualismus der Blauen Zeiten geht über in den Kollektivismus der Roten Zeiten.

Die Wahrnehmung der Menschen wird stärker, die Kommunikation zwischen den Menschen wird intensiver.

Unsere Fähigkeit, Ereignisse dieser Größenordnung wahrzunehmen, nimmt stark zu.  Allerdings hat das auch Schattenseiten: die Fähigkeit, unangenehme und lästige Ereignisse und Vorkommnisse nicht wahrzunehmen, ist von nun an stark verringert: wir müssen jetzt Energie aufwenden, gewisse Ereignisse zu ignorieren, so, wie wir vor der Zeitenwende Energie aufwenden, uns anstrengen mussten, dieselben Ereignisse wahrzunehmen. Wir sind wahrnehmungsstärker, aber weniger geschützt.

Eine Wahrnehmungserweiterung der 1. Deutlichkeit ist kein vergnügliches Unterfangen, man erinnere sich an die Situation in Deutschland um 1968. Was da plötzlich alles zum Vorschein kam, was bis dahin leicht und locker verdräng- und ignorierbar war. Ähnliches erleben wir auch heute.

 

2. Deutlichkeit: Die sachlich-gegenständliche Version unserer Wahrnehmung

Zudem wurde das 42 Jahre geltende Konkrete Zeitalter beendet (1968-2010). Es beginnt das ebensolang geltende Komplexe Zeitalter.  Bei der Komplexen Wahrnehmung verringert sich die Deutlichkeit, die Klarheit dessen, was wir wahrnehmen. Die Konturen des Wahre genommenen werden undeutlich, Personen, Gegenstände und Abläufe gehen ineinander über, vermischen sich, unser Bild der Wirklichkeit wird unstet, veränderlich und verliert ihren inneren logischen Zusammenhang.

Das letzte Komplexe Zeitalter erlebten wir von 1927 bis 1968.

 

Die 3. Deutlichkeit: Die Emotionale Version unserer Wahrnehmung:

Das Zeitalter des Emotionalismus (im Gegensatz zum Intellektualismus der Jahre 1948-1988) gilt seit 1988 und bleibt uns bis zum Jahr 2032 erhalten. Wir kommen also weitere zwanzig Jahre in den Genuss Der Zeit der Großen Gefühle und, - auch die kleinen Gefühle werden von nun an wieder stärker wahrnehmbar.

Erfahrungsgemäß verstärkt die Komplexe Wahrnehmung unseren Emotionalismus, während die Konkrete Wahrnehmung, die bisher galt, unseren Emotionalismus eher konzentriert, bündelt und damit auch ein wenig reduziert.

Das hat zur Folge, daß dieses jetzt beginnende Zeitalter starke unkontrollierte und auch irrationale kollektive Gefühlsaufwallungen für uns bereithalten wird.

 

Wir bereits angekündigt, fehlt dem neuen Zeitalter noch sehr vieles, noch zeigt es keine klare und eindeutige Kontur.

Natürlich ist uns schon klar, dass die Leitideen des letzten Zeitalters ausgedient haben. Der Zustand unserer Gesellschaften erscheint uns im Moment vertrackt, vermurkst und verfahren. Die Welt ist sehr kompliziert geworden durch das vergangene Zeitalter der Großen Vereinfachungen.

Viele bieten einzelne Rezepte an, wie wir die Zukunft gestalten sollten, aber in der Regel sind das Reparaturanweisungen. Man sollte dieses vielleicht ein bisschen anders machen, jenes vielleicht lassen, hier ein wenig korrigieren, dort ein wenig nachbessern.

Unsere Wahrnehmung, was in der Welt um uns herum vorgeht, ist stärker geworden. Die Schneckenhausmentalität des letzten Zeitalters ist vorbei, es wird schwieriger, nicht teilzunehmen. Es wird schwerer, die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Ereignisse sind näher an uns herangerückt.

Wir nehmen jetzt Ereignisse deutlich wahr, die vorher für uns kaum sichtbar waren. Ereignisse, die bisher normal wahrnehmbar waren, erscheinen uns jetzt in Übergröße und haben eine bedrängende und oft auch bedrohliche Wirkung.

Was uns lange nicht störte, weil unsere Wahrnehmung nicht ausreichte, um es präzise zu erfassen, steht nun groß und unübersehbar vor uns.

Wo wir vorher angestrengt hinsehen mussten, um komplizierte Ereignisse zu erfassen, müssen wir jetzt regelrecht wegsehen, um dieselben Ereignisse ignorieren zu können. Wenn wir im TV Berichte über Katastrophen sehen, schalten wir schon mal weg, weil wir diese jetzt schwerer als Unterhaltung interpretieren können. Katastrophen in den Medien wirken jetzt eher wie ... Katastrophen.

Wir ärgern uns mehr. Wir regen uns mehr auf. Uns stört mehr.

Gleichzeitig mit der Vergrößerung des Bildes unserer Umwelt wurde unsere Wahrnehmung aber auch undeutlicher, gewissermaßen verschwommen. Das hat nichts mit der Vergrößerung unseres Bildes der Umwelt zu tun. Die Unschärfe unserer Wahrnehmung ist verursacht durch das beginnende Komplexe Zeitalter.

Das trägt zusätzlich zu unserer Verwirrung bei: Ereignisse sind in komplexen Zeiten schwer vorherzusagen, hier spielt auch der Zufall eine viel größere Rolle. Logik und innere Folgerichtigkeit in unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit sind abnehmend.

Was vor der Zeitenwende in unserer Wahrnehmung klein, aber deutlich und klar umrissen erschien, ist jetzt groß, dafür aber verschwommen, eine typische Erscheinung von Zeitenwenden der „dunkelblauen" zur „hellroten" Wirklichkeit. Dies gilt wiederum für jeden Wechsel einer der acht Arbeitsfrequenzen.

Ereignisse im Zeitalter der Komplexen Wahrnehmung und des Emotionalismus gleichermaßen sind schwer vorhersehbar. Kollektive Stimmungen können sich sehr schnell und aprupt entwickeln, auch wenn die dafür zugrunde liegenden Ereignisse lange vorher schwelten. Typisches Beispiel ist aktuell die arabische Revolution.

11.5.11

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Seite 2,1

 

„Die Fetten und die Mageren Jahre oder Die Party kann beginnen"

---Die Arbeitsfrequenz F---

 

 

Wir erleben ständig Zeitenwenden. Kleine Zeitenwenden, die unser emotionales Leben und unser tägliches Hin und Her mit unseren Mitmenschen stark beeinflussen, erleben wir mehrfach jeden Monat.

Die großen Zeitenwenden jedoch, die unser gesellschaftliches Leben maßgeblich mitbestimmen, geschehen nur alle paar Jahre.

 

Die nächste bedeutende Zeitenwende, die wir erleben werden, ist die der Arbeitsfrequenz F: wir nähern uns im Moment einer Übergangszeit, die vom Oktober 2009 bis zum Juli 2010 dauert, und an deren Ende der Beginn eines neuen Quartals der Frequenz F mit neuer, veränderter Wahrnehmung (eines Bereichs der Wirklichkeit) steht: erst dann sind die Mageren Jahre endgültig beendet, erst dann beginnen einmal mehr die Fetten Jahre.

Kurz darauf, vom Mai 2010 bis März 2011 erfolgt dann die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G mit ebenfalls neuer, veränderter Wahrnehmung (eines anderen Bereichs der Wirklichkeit). Die beiden Zeitenwenden der Arbeitsfrequenzen F und G kurz hintereinander machen diese zu einer Großen Zeitenwende.

Gesellschaftliche Veränderungen basieren auf  der unterschiedlichen Wahrnehmung bestimmter Teile der uns umgebenden Realität während bestimmter Zeit-Räume.

Wenn alle Mitglieder einer Gesellschaft alle Ereignisse einer bestimmten Größenordnung ab einem gewissen Zeitpunkt anders wahrnehmen, zieht das zwangsläufig eine Veränderung der gesellschaftlichen Werte- und Normenpalette nach sich.

Alle gesellschaftlich relevanten Ereignisse werden mit Hilfe der langwelligen Frequenzen F, G und H der Ereignis-Hierarchie abgewickelt:

Ein Quartal der Arbeitsfrequenz F dauert 6 bis 8 Jahre,

ein Quartal der Arbeitsfrequenz G dauert 20 bis 22 Jahre,

ein Quartal der Arbeitsfrequenz H dauert 40 bis 42 Jahre.

Die zeitliche Ablauf der unterschiedlichen Rhythmen der Arbeitsfrequenzen F, G und H in maßstabsgetreuer Darstellung.

Jedes Quartal ist in einer anderen Farbe dargestellt.

Die Grundordnung hier:

•a)      Zwei rote Farben, zwei blaue Farben

•b)      Zwei helle Farben, zwei dunkle Farben

•c)      Zwei schraffierte Farben, zwei unschraffierte Farben

Wie man gut erkennen kann, wechseln wir in den Jahren 2009/2010 sowohl in Arbeitsfrequenz F als auch Arbeitsfrequenz G die Farbe.  Darüber hinaus wechselt Arbeitsfrequenz F von einer hellen in eine dunkle Farbe, bei Arbeitsfrequenz G verhält es sich umgekehrt.

Die Bezeichnung „Fette und Magere Jahre" bezieht sich nur auf die Arbeitsfrequenz F, hier die obere Kurvenlinie:                                                                                                                                                       

Fette Jahre werden in hell- und dunkelrot dargestellt,

Magere Jahre in hell- und dunkelblau.

 

 

Aber was bedeutet das „Fett" und „Mager" in diesem Zusammenhang?

Wenn man eine Liste der Fetten und Mageren Jahre der letzten hundert Jahre nebeneinander stellt, fallen die Unterschiede recht schnell ins Auge.  


 Fette (Rote) Jahre:                                 Magere (Blaue) Jahre:

1921-1929                                                 1914-1921

1937-1944                                                 1929-1937

1951-1959                                                 1944-1951

1980-1988                                                 1959-1967

1996-2003                                                 1974-1980

2010-2017                                                 2003-2010

2026-2032                                                 2018-2025


 

Man sieht, es ist nicht unbedingt ein Studium der Kulturgeschichte notwendig, um den Kontrast zu erkennen.

Die nüchterne Stimmungslage der Mageren Zeiten haben wir seit 2003 in ausreichendem Maße genossen. Die lebenslustigeren, wenn auch etwas überkandidelten Fetten Jahre davor haben wir beinahe vergessen, ich nenne sie oft die Dance-Party-Zeit, 1996-2003. Auch wenn die nächsten Fetten Jahre sicher etwas anders ausfallen werden, werden sie uns zunächst auf jeden Fall gut tun.

Während der Mageren Blauen Zeiten ist der Umgang der Menschen in der Gesellschaft untereinander unübersehbar härter, unterkühlter und rationaler. Alles ist so, wie es ist; und wir sind schnell dabei, uns Einschränkungen für die anderen, aber auch für uns selbst auszudenken.

Während der Fetten Roten Jahre sind wir untereinander eindeutig ungezwungener, oft sogar euphorisch, das Miteinander der Menschen in der Gesellschaft ist von einem emotionalen Laissez-faire geprägt. Unsere Phantasie ist gut beschäftigt zu entwickeln, was man anders machen könnte, unabhängig davon, wie es und was vorher war. Regeln werden lustvoll gebrochen, Regeln und Orientierungshilfen werden nicht mehr als notwendig und wünschenswert begriffen.

Man könnte anstatt  „Magere Jahre" auch die Begriffe „Nüchterne Jahre", „Rationale Jahre", „Autoritäre Jahre", „Harte Jahre", „Geordnete Jahre", „Realistische Jahre", „Disziplinierte Jahre"  oder auch „Die verkaterten Jahre" verwenden.

Entsprechend kann man folgende Bezeichnungen für die „Fetten Jahre" in diesem Zusammenhang als Synonyme zugelassen: „Magische Jahre", „Enthusiastische Jahre", „Antiautoritäre Jahre", die „Närrischen Jahre", die „Chaotischen Jahre", die „Undisziplinierten Jahre" oder auch „Die Party-Jahre".

Hätten wir ständig Magere Zeiten, würden wir innerlich über kurz oder lang völlig vertrocknen.

Hätten wir ständig Fette Zeiten, würden viele wahrscheinlich über kurz oder lang überschnappen. 

4.9.2009

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Seite 2,2

 

Die Mageren Jahre

2003-2009

 

Die „Fetten und Mageren Jahre" werden verursacht durch die Arbeitsfrequenz F und der diese verursachenden Zeit-Rhythmus.

Im Allgemeinen vollzieht sich während der „Mageren Jahre" immer ein Wandel  hin zu Verschärfungen des innergesellschaftlichen Regelwerks und zu Konflikten zwischen den großen gesellschaftlichen Gruppen.

Mit Hilfe der Arbeitsfrequenz F behandeln wir u.a. maßgeblich die Ereignisse, die entscheidend sind für das Miteinander und Gegeneinander derer, die ich im Folgenden modellhaft als „Die da oben" und „Die da unten" bezeichnen werde.

Das „Soziale", das Miteinander innerhalb einer Gesellschaft ist nie besonders en vogue in den „Mageren Jahren". Das gesellschaftliche Klima kühlt ab, die Konflikte zwischen den großen gesellschaftlichen Gruppen nehmen zu, die Hierarchien werden gestrafft, der Abstand zwischen Oben und Unten wird ausgebaut.

Eine deutliche Zunahme von Kontrollen, Restriktionen unterschiedlichster Art, Überwachung, Eingrenzungen der Spielräume und Gängeleien sind typische, immer wiederkehrende Erscheinungen während all dieser Zeit-Räume.

 

Magere Jahre sind eindeutig autoritäre Jahre. Während dieser Zeiten steht uns der Sinn nicht nach einem Dasein von gelebten humanistischen Prinzipien. Magere Jahre sind sozialdarwinistisch und sehr häufig ausgeprägt antidemokratisch.

Prägnantestes Beispiel aus dem letzten Jahrhundert: die Jahre 1929-37.

 

Auffällig ist auch, dass sehr viele, die gesellschaftlich verankerte Macht über andere Menschen besitzen, also irgendeine höhere Position in der gesellschaftlichen Hierarchie einnehmen, diese während der besagten Perioden ungeniert nutzen und bedenkenlos auszuweiten suchen. Denjenigen, die ohnehin schon schwächere Positionen einnehmen, werden ohne große moralische Zweifel weitere Nachteile und Restriktionen verordnet.

 

„Die da oben" betrachten die Mitglieder der mittleren und unteren Ränge während der „Mageren Jahre" mit tiefem Misstrauen und pochen auf die Autorität, die aus ihren jeweiligen Positionen hervorgehen.

„Die da unten" werden nicht als Sozialpartner gesehen, sondern häufig als ein „Irgendetwas, das zu funktionieren hat."

Auf diese spezielle Art der Sicht der Dinge, die wir alle zu „Blauen Zeiten" gerne kultivieren, wird später noch im „Theorie-Teil" dieser Homepage unter dem Stichwort „Funktionalismus" eingegangen.

 

Ich habe lange darüber nachgegrübelt, warum während der „Mageren Jahre" die Gruppe „Die da oben" als Ganzes offensiver, unnachgiebiger und härter, die Gruppe „Die da unten" als Ganzes aber defensiver, nachgiebiger und weicher agiert.

Die große Gruppe von „die da unten", zahlenmäßig ja die weit größere, könnte genauso gut auf den unübersehbar erhöhten Druck von oben mit Solidarisierung und entschlossenem Widerstand reagieren, was aber eindeutig nicht der Fall ist. Häufig sogar wird das härtere und strengere Vorgehen von „oben" durch die davon Betroffenen „unten" nicht nur stoisch hingenommen, sondern auch begrüßt und gutgeheißen, die dafür gelieferten Gründe oft einfach dankbar übernommen.

 

Die Ereignisse als Ganzes genommen wirken fast so, als wären in der Wahrnehmung der Mitglieder der Gruppe „Die da unten" die jeweiligen Eliten unangreifbare Monolithen der Macht, mehr Objekte als Subjekte, denen man sich eben zu unterwerfen hat. „Die da unten" empfinden sich als machtlos, schwach und in der Pflicht, vielleicht auch mehr Objekt als Subjekt.

Sie definieren die jeweilige Obrigkeit und alle ihre Maßnahmen einfach als selbstverständlich hinzunehmen, unabhängig davon, was da im Einzelnen verlangt wird. Dieser Prozess wiederholt sich alle sieben bis acht Jahre immer wieder.

Ich fragte mich, welche Ursachen liegen diesen Vorgängen zugrunde, wie kommt dieses kollektive Verhalten, an dem sich ja nicht alle, aber eindeutig die überwiegende Mehrheit beteiligt, zustande?

 

Während der „Fetten Jahre" werden die Regeln, Verbote und Einschränkungen, die wir uns während der „Mageren Jahre" regelmäßig wieder selbst verordnen, in Teilen wieder gelockert, rückgängig gemacht oder zum Teil sogar für irrelevant erklärt.

 

Nach dem chaotischen Laissez-faire der „Fetten Jahre" folgt dann erneut ein Zeit-Raum, während dem der Umgang und das Miteinander der gesellschaftlichen Gruppen zunehmend rauer, konfliktbeladener und härter wird.

Die tonangebende Minderheit distanziert und entsolidarisiert sich einmal mehr von der breiten Mehrheit der Befehlsempfänger.

 

Soziale Errungenschaften, die für ein harmonischeres Miteinander in der Gesellschaft sorgen sollten, werden von nun an mehr und mehr für unsinnig und überflüssig gehalten und wiederum konsequent abgebaut.

 

 

 

In dieser Grafik sieht man die Verlaufskurve der Arbeitsfrequenz F mit den vier verschiedenen „Farben der Wirklichkeit"

Rot steht hier immer für die sog. „Fetten Jahre",

Blau immer für die sog. „Mageren Jahre"

Der Unterschied zwischen den einzelnen Farben und ihren drei Parametern „Blau/Rot", „Schraffiert/Unschraffiert", „Hell/Dunkel", wird demnächst im Theorie-Teil, Hauptteil „Die Farben der Wirklichkeit" ausführlich behandelt.

 

Man kann gespannt sein, in welchem Umfang die im Moment beginnenden „Fetten Jahre" es uns ermöglichen, die sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitende Rücksichtslosigkeit und Härte in unserer Gesellschaft wieder zurückzufahren und wieder etwas mehr Zivilisation, neue Lebensfreude und ein wenig Optimismus zu verbreiten und dem doch ziemlich unter die Räder gekommenen Humanismus wieder ein wenig Geltung zu verschaffen.

12.11.2009

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Seite 2,3

Die Menschen bewegen sich wieder aufeinander zu

Aktuelle Beobachtungen zur Zeitenwende

 

Bevor ich, wie geplant, weitere Kapitel zur Definition und Erläuterung der Arbeitsfrequenz F, die der aktuellen Zeitenwende zugrunde liegt, folgen lasse, möchte ich aus aktuellem Anlass einige Beobachtungen hierzu aus den letzten Wochen einschieben.

Zunächst einmal: die Wahrnehmungserweiterung der sog. Fetten Jahre ist wesentlich stärker und vor allem im Alltag unmittelbarer spürbar, als ich das erwartet habe. Mit Veränderungen in diesem Umfange für unsere zwischenmenschliche Verständigung hatte ich nicht gerechnet.

Es ist einigermaßen schwierig, die eigene Umweltwahrnehmung aus der Zeit vor und nach einem bestimmten Zeitpunkt zu vergleichen, man benötigt dazu tatsächlich einige Übung.

Auffällig ist die gestiegene Kommunikationsbereitschaft der Menschen im gesellschaftlichen, im öffentlichen Raum, dort, wo Menschen überwiegend aus praktischen Gründen aufeinandertreffen, gewissermaßen unfreiwillig und nicht, weil sie sich unbedingt begegnen wollen.

Immer wieder hat man im Alltag den Eindruck, als wären irgendwelche Ereignisse aus unserer Umwelt näher an uns herangerückt. Es wirkt auch so, als würden wir aktiver auf die Reize aus unserer Umwelt reagieren. Dem ist nicht so: wir nehmen nur wesentlich mehr dieser Reize wahr. Sie waren auch in den vergangenen sieben Jahren vorhanden, nur für die meisten von uns nicht nutzbar.

Es wird auch nicht lange dauern, bis wir uns an die veränderten Lebensbedingungen gewöhnt haben, und diese dann fortan als alltägliche Normalität empfinden.

Vorweg möchte ich noch dazu feststellen, dass die Wahrnehmungserweiterung, die wir im Moment erleben, auf lange Sicht nicht von allen Menschen gleichermaßen als positiv wahrgenommen wird. Nur etwa die Hälfte der Menschen wird von dieser Öffnung profitieren, sie als belebend wahrnehmen, die andere Hälfte von uns empfindet diesen Reichtum unseres Inputs eher als Überflutung oder Überforderung und reagiert mitunter mit erhöhter Nervosität und Reizbarkeit.

Die Informationsmenge, die bei verschiedenen Menschen eintrifft und auch verarbeitet werden will, ist alles andere als identisch. Ich werde später in den Kapiteln zum Thema „Eigenzeit" im Theorie-Teil ausführlich darauf eingehen, warum sich das so verhält.

            

Auffällig in letzter Zeit auch die leistungsfähigere Rezeption von Musik: gehörte Musik ist klarer, deutlicher, differenzierter als vor der Zeitenwende. Das hat mich überrascht, mit einer solch starken Wirkung in diesem Bereich hatte ich nicht unbedingt gerechnet.

Die Rezeption von Literatur hingegen scheint wie erwartet weitgehend unverändert zu sein.

Wie erwartet ist die Zunahme unseres Daten-Inputs stärker im gesellschaftlichen als im privaten Lebensbereich, was mich schon vor vielen Jahren dazu bewog, zu untersuchen, ob unsere Verarbeitung der Umwelteinflüsse, sich auf verschiedenen Kanälen abspielt. Dass ich die Termine fand, wann sich diese Kanäle öffnen und schließen, war ja doch eher ein Zufall.

Wie ich mittlerweile weiß, wird unsere private Kommunikation mehr über die kurzen schnellen Arbeitsfrequenzen A-D abgewickelt, während wir für die Kommunikation im gesellschaftlichen Raum zusätzlich die langen, langsamen Arbeitsfrequenzen F, G und H zur Orientierung heranziehen müssen.

Unsere Kommunikation ist auch im Privaten lockerer, loser geworden, die Selbstkontrolle niedriger, die Beeindruckbarkeit höher. Häufig hat man den Eindruck, dass unser Erleben in diesen Bereichen unbeschwerter, ungehemmter und ungezwungener geworden ist.

Ob nun Bäckerei, Metzgerei, der Supermarkt oder ähnliche Lokalitäten, auch in Kneipen, Cafés und Restaurants, selbst in Behörden, überall wird wieder angeregt geplaudert. Überall dort, wo man Menschen trifft, mit denen man eigentlich nur ihrer Funktion wegen zusammentrifft, ist die Menge der Kommunikation signifikant angestiegen. Es wird kräftig experimentiert im Moment.

Menschen, mit denen wir vor vielen Jahren stillschweigend übereinkamen, uns nicht mehr zu kennen, nicht mehr zu grüßen, uns nicht mehr zu unterhalten,  kommen plötzlich wieder auf uns zu, als hätten sie die letzten Jahre nur verschlafen und darauf gewartet, wieder in Kontakt mit uns zu treten.

Auch wenn viele von uns von den niedrigeren Schranken in unserer Kommunikation  nicht so begeistert sind, so werden wir insgesamt als Gesellschaft davon profitieren. Mehr Kommunikation ist eben immer besser als weniger, auch wenn böse Zungen sagen würden, dass das meiste von unserem Geplapper doch eher sinnlos oder gar völlig überflüssig ist.

Aufgrund dieser erhöhten Kommunikation werden wir uns sukzessive wieder ein Stückweit mehr vertrauen. Das innergesellschaftliche Klima als solches wird weniger frostig, unsere Toleranz wird steigen, auch wenn uns der ganze Wirbel, der damit einhergeht, oft genug auf die Nerven fallen wird.

Wer alt genug ist, sich noch an die Gepflogenheiten der Jahre 1981-88 erinnern zu können, wird wissen, was gemeint ist.

Der Umbruch danach war damals, - 1988/89 - , auch entsprechend heftig, man zog sich ins Private zurück, das Misstrauen zwischen den Menschen, die Selbstsucht und Selbstbezogenheit stiegen stark an und wurden später sogar idealisiert.

Der Effekt wurde auch noch verstärkt, zumal es sich auch damals um eine doppelte Zeitenwende der beiden Arbeitsfrequenzen F und G handelte.

Man kann schon gespannt sein, wie sich die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G im nächsten Frühling anfühlen wird. Dabei handelt es sich ja um einen Zeitbereich von über zwanzig Jahren, einer ganzen Generation, die sich neue Werte erarbeiten muss und auch wird.

 

9.12.2009

 

 

Sechs Wochen später:

Bereits nach wenigen Wochen haben wir uns schon weitestgehend an die neuen Gegebenheiten gewöhnt:

Wir mischen bereits ohne großes Nachdenken spontan mit, wenn Menschen, mit denen wir ansonsten in den letzten Jahren kaum etwas zu tun hatten, plötzlich mitteilsam geworden sind. Wir hören uns an, was uns eigentlich gar nicht interessiert. Manchmal fragen wir uns selbst, warum wir uns auf dieses oder jenes Gespräch eigentlich eingelassen haben.

Noch vor wenigen Wochen hätten wir viele dieser Art von Gesprächen nicht einmal zugelassen, hätte das Weite gesucht, im besten Falle eine Ausflucht gefunden, ein kurzes „tut mir leid, ich muss weiter..." .

Jetzt lassen wir uns ganz selbstverständlich auf alle mögliche Unterhaltungen ein, die wir vor nicht allzu langer Zeit garantiert noch vermieden hätten.

Auch die stärkere Wahrnehmung von Musik empfinde ich beinahe schon wieder als normal, ich suche eben wieder anspruchsvollere Musik heraus.

Allerdings bin ich auch überzeugt, dass ich, ohne ein Datum zu wissen, an dem sich etwas verändert, das es zu ermitteln galt, wohl kaum bemerkt hätte, dass sich etwas wesentliches, etwas wichtiges in unserem Leben geändert hat.

 

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich auch kaum glauben, dass diese Veränderungen in unserem Umgang untereinander so große Folgen haben können, wie sich noch erweisen wird.

Zum anderen bin ich wahrlich kein Freund des kargen Rationalismus der Mageren Jahre, registriere aber doch die Problematik, die sich aus der Erhöhten Wahrnehmung der Fetten Jahre ergeben.

Erhöhte Wahrnehmung kann ganz schön anstrengend sein.

 

30.1.2010

 

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15 Monaten danach (Mai 2011)

Alle in diesem Kapitel bisher beschriebenen Wahrnehmungsveränderungen sind für uns mittlerweile völlig selbstverständlich. Wir sind uns gar nicht mehr bewußt, wie weit weg wir von dem Großteil unserer Mitmenschen waren, wie hoch der Grad der gesellschaftlichen Isolation jedes Einzelnen noch vor nicht allzulanger Zeit war.

Interessant, wenn auch oftmals enttäuschend für mich ist, daß die den Wahrnehmungsveränderungen folgenden gesellschaftlich-politischen Veränderungen hierzulande bisher nicht allzu zahlreich und vor allem nur sehr punktuell festzustellen sind. Gelegentlich ein bißchen Aufbegehren, ab und an eine gewisse Renitenz, aber kein wirklicher breiter Aufbruch, keine sichtbare kollektive Dynamik. Die Medien haben zwar den „Wutbürger" als neues soziales Phänomen entdeckt, aber es fehlt diesem „Wutbürger" wohl irgendwie noch ein richtiger Anlaß. Eine neue mächtige Anti-Atomkraft-Bewegung wurde ja von Frau Merkel wirkungsvoll entschärft. Die Finanzkrise scheint als Anlaß zu allgemein, zu mächtig zu sein, sie erschlägt den Einzelnen mit ihrer Wucht.

Sicherlich ist der Unmut über die zahlreichen sozialen Mißstände im Vergleich zu den Mageren Jahren signifikant angewachsen. Keine Kunst, zu mehr als einem dumpfen Murren reichte es damals ja nicht. Die Menschen sehen die bestehenden Mißstände mittlerweile klarer und drücken dies auch deutlich aus. Es war ja lange Jahre außer Mode, sich mit gesellschaftlich-politischen Themen zu befassen, das Desinteresse daran wurde sogar als vernünftig, als normal definiert.

Was aber irgendwie fehlt, auch im Gegensatz zu den vorhergehenden Fetten Jahren, ist diese einigende Idee, das neue Eigene, was sich klar ersichtlich unterscheidet von den bisher geltenden Sitten und Gebräuchen. Ich vermisse die wilde Kreativität, den jugendlichen Schwung der Fetten Jahre. Alles wirkt sehr sporadisch, sehr punktuell. Vielleicht wird sich das in der Rückschau in ein paar Jahren ganz anders darstellen, wahrscheinlich sogar.

Man hat fast den Eindruck, daß vor allem die Arabische Welt zu spüren scheint, daß ein neues Zeitalter angebrochen ist. Dort tun sich wildfremde Menschen zusammen und engagieren sich für ein gemeinsames Ziel, eine typische Verhaltensweise für Rote Zeit-Perioden der Kollektiven Arbeitsfrequenzen (F bis H). Während Blauer Perioden ist die Skepsis und die Konkurrenz gegenüber allem und allen Unbekannten in der Regel zu groß. 

Im Gegensatz zu dieser Region der Welt scheint die Lähmung der Endphase der Neoliberalen Ära im Areal der (nord-)westlichen Welt nur schwer überwindbar zu sein. Wir haben unsere Perspektiven und Träume über eine erstebenswerte Zukunft während der letzten sieben Jahre (Die Mageren Jahre 2003-2009)  sukzessive durch einen ängstlichen und auch zynischen Hyperrealismus ersetzt, der kaum noch irgendeine Art von optimistischer Zukunftsfantasie zuläßt. - Fast nicht mehr vorstellbar, daß wir um die Jahrtausendwende (Fette Jahre 1996-2003) voller Zuversicht in die Zukunft blickten.

Nun, der Optimismus ist bereits wieder im Steigen begriffen, wie man in jüngster Zeit häufiger in den Medien lesen kann. Wenn man die ständigen Katastrophenmeldungen (Finanzkrisen und Euro-Krise, Umwelt- und Klima-Krisen, Hunger-Krisen) aus denselben Medien als Maßstab nimmt, dürfte das eigentlich undenkbar sein.

Aber, - der Optimismus der Fetten Jahre benötigt keinen Anlaß. Man denke  nur an die Fetten Jahre von 1921-1929 oder auch 1937-1944. Viel Grund zum Feiern gab es damals ja nicht gerade.

 

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Beobachtungen zum chronologischen Ablauf der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F:

 

Auffällig (wie schon beschrieben) die erstaunlich starke Wahrnehmungsveränderung nach dem 29.10.09.

Interessant auch, dass in den dreieinhalb Monaten nach dem Rückwärtswechsel vom 7.4.10 viele der neuen Gebräuche der Menschen im Umgang miteinander (siehe Beobachtungen weiter oben), die in den fünf Monaten vom 29.10.09 bis zum 7.4.10  installiert worden waren, nicht mehr rückgängig gemacht wurden. Die Menschen waren zwar wieder ein wenig zurückhaltender, aber eben nicht mehr als das.

Offensichtlich genügen fünf Monate doch, um neue Sitten in diesem Wahrnehmungsbereich nachhaltig zu installieren.

Das war so nicht unbedingt zu erwarten.

 

08.09.2011

 

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Neue Beobachtungen:

 

Auffallend in letzter Zeit ist auch, dass bei den Menschen das Geld lockerer sitzt, obwohl sie nicht mehr Geld zur Verfügung haben. Man merkt auch selbst, dass man weniger nachdenkt, ob diese oder jene Anschaffung wirklich notwendig ist.

Unterstützt von der chaotisch-kreativen Stimmungslage werden wir leichtsinniger und unbeschwerter, was unsere Finanzen betrifft. Wir werden lustbetonter und gönnen uns gerne mal wieder etwas. Wir sind weniger materialistisch, rechnen weniger nach und lassen in finanziellen Dingen die fünf auch mal gerade sein.

 

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Über die Befindlichkeit und Kommunikation einzelner F-Generationen im gesellschaftlichen (nicht-privaten) Raum

 

 

Das durchschnittliche Verhalten eines Kollektivs zu ermitteln, ist ein mit zahlreichen Tücken behaftetes Vorhaben.

Dementsprechend sind auch Verhaltensveränderungen von Kollektiven generell schwer beobachtbar und auch nicht eben leicht zu beschreiben.

Die Konstante Wirklichkeit (Eigenzeit) eines jeden Menschen erlaubt vielen von uns ein vom Mainstream seines Kollektivs abweichendes Verhalten. Der eine verändert sich mehr, der andere weniger, wenn das ganze Kollektiv sich bei bestimmten Ereignissen in eine bestimmte Richtung bewegt.

Die meisten Menschen bewegen sich überwiegend in die Richtung, in die sich das Kollektiv bewegt. Allerdings gibt es auch eine Minderheit, die sich grundsätzlich in die Gegenrichtung bewegt. Ebenso existiert immer eine weitere Minderheit, die immer ihrem Kollektiv vorgreift und als dessen Vorhut agiert.   

 

Aktuelles Beispiel für die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F:

bei vielen Menschen, die während Magerer Jahre geboren wurden, ist ein Trend hin zu mehr Kreativität, Aufgeschlossenheit und zunehmende Kontaktfreudigkeit im Zwischenmenschlichen festzustellen.

Sie scheinen diese Zeit jetzt zu genießen, zeigten sich viele von ihnen während der Mageren Jahre doch davon etwas gehemmt und in ihrer Entfaltung eingeschränkt. Auch die Neigung, sich vor anderen zu verstecken, hat innerhalb dieser Gruppe eindeutig abgenommen.

Auffällig ist das vor allem bei den Jahrgängen 1975-81, ebenfalls deutlich auch bei den Jahrgängen 1988-96 und 1959-67.

Dies stützt ältere Beobachtungen, dass sich die Fetten Jahre förderlich auf die Kommunikationsfähigkeit von Menschen auswirken, die während Magerer Jahre geboren wurden.

Offensichtlich tut diesen Generationen die Vergrößerung der in der Arbeitsfrequenz F definierten Ereignisse gut. Die These, dass diese Gruppe von Menschen während der Mageren Jahre unter einem Informationsdefizit leidet, hat sich bestätigt.

 

 

Bei vielen Menschen, die während  Fetter Jahre geboren wurden, ist eine Zunahme von Stresssymptomen festzustellen. Sie wirken häufiger überfordert und überlastet als während der vergangenen Mageren Jahre.

Auch ist bei vielen Mitgliedern dieser Gruppe eine Zunahme von gelegentlichen Phasen von Konfusion, Desorientiertheit und unkontrolliertem Verhalten festzustellen. In komplizierten Situationen verlieren sie immer wieder einmal den Überblick und treffen vorschnelle und übereilte Entscheidungen.

Auffällig ist das vor allem bei den Jahrgängen 1967-74, ebenfalls feststellbar auch bei den Jahrgängen 1981-88 und mit Einschränkungen bei den Jahrgängen 1951-59.

Dies stützt ältere Beobachtungen, dass sich die Fetten Jahre abträglich auf Menschen auswirken, die während einer früheren Periode der Fetten Jahre geboren wurden.

Offensichtlich leidet diese Gruppe an der stärkeren Wahrnehmung, die durch die Vergrößerung der durch die Arbeitsfrequenz F definierten Ereignisse verursacht wird. Die These, dass diese Gruppen während der Fetten Jahre an einem Zuviel an Information leiden, findet hier ihre Bestätigung.

Allerdings ist noch offen, wie sich das im Einzelnen auswirkt.

30.11.2011

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Seite 2,4,0

Die Arbeitsfrequenz F und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag

 

Die Arbeitsfrequenz F ist vor allem wichtig und entscheidend für unser innergesellschaftliches Klima: die Relationen und Beziehungen großer Bevölkerungsteile zueinander, die Relationen und Beziehungen dieser Bevölkerungsteile zur Gesamtbevölkerung und auch die Relationen jedes Einzelnen im Bezug auf diese Bevölkerungsteile, - all diese zahllosen Prozesse, die sich zwischen uns als dem Individuum und den unterschiedlichsten Kollektiven, die wir in unserem Leben antreffen, abspielen, werden von den Veränderungen des Wellenverlaufs der Arbeitsfrequenz F maßgeblich beeinflusst.

Welches Ereignis wir mithilfe welcher Arbeitsfrequenz behandeln, richtet sich nach der Größe des jeweiligen Ereignisses.

Nun ist es gar nicht so einfach, Ereignisse voneinander abzugrenzen und deren Größe zu bestimmen.

Ein spektakuläres Ereignis muss nicht zwangsläufig „groß", ein unspektakuläres nicht zwangsläufig „klein" sein.

„Frau", „Mann" oder „Kind" zu sein ist beispielsweise ein großes Ereignis, obwohl jeder dieser Begriffe zunächst eher einfach klingt. Wenn man allerdings einmal ernsthaft versucht, als Frau einen Mann oder umgekehrt zu spielen, dann merkt man recht schnell, dass man sich ein ziemlich anspruchsvolles Experiment vorgenommen hat. Mann, Frau oder Kind zu sein, ist gar nicht so leicht zu lernen, man benötigt schon eine hohe Zahl an miteinander verknüpften Informationen.

Die Datenverarbeitung aller Bereiche unseres Lebens, die den Vergleich „Was tue ich - was tun die Anderen" behandeln, werden allesamt mithilfe einer der vier längeren Arbeitsfrequenzen E, F, G oder H abgewickelt.

Für Vergleiche mit kleineren Gruppen genügt oft auch noch die kurzwelligere Frequenz E:

Beispiel: Eine Gruppe Schüler, eine Clique in einer Schulklasse: Fr. E.

Kommt ein Lehrer hinzu, benötigt man schon wieder Frequenz F.

Beispiel: Angestellte oder Arbeiter in einem kleinen Betrieb: Fr. E, kommt der Chef  hinzu, wieder Frequenz F.

Jeder von uns gehört, auch ohne dass hier unser Einverständnis eingeholt würde, einer beinahe unendlichen Anzahl von Gruppen unterschiedlichster Größe an:

Alle sind wir entweder Töchter oder Söhne .

Wir sind Jungen oder Mädchen, später Männer oder Frauen.

Wir sind Blonde, Schwarz-, Braun- oder Rothaarige.

Wir sind Dünne oder Dicke .

Wir sind alleinlebende Singles mit sicherem Arbeitsplatz, Eltern der gehobenen Mittelschicht, Leistungsempfänger der Sozialgesetzgebung, Auszubildende, Bildungsbürger, Schüler oder Lehrer, Selbständige, Teilzeitbeschäftigte oder auch Fußballfans, begeisterte Internetuser, Schokoladeliebhaber oder auch Fernsehsüchtige...

Es gibt unzählige Gruppen unterschiedlichster Größe. Jede von diesen Gruppen hat in einer der Arbeitsfrequenzen unserer Ereignis-Hierarchie ihre Heimat, die größten davon in Arbeitsfrequenz H, die kleinsten in Arbeitsfrequenz E.

Jede dieser vier Frequenzen steht für eine bestimmte Ebene oder auch Größenordnung unserer gesellschaftlich relevanten Prozesse.

Zusammen mit den vier individuellen Frequenzen bilden sie somit die Grundordnung unseres Verhaltens.

Nun befinden wir uns im Moment mitten in einer Großen Zeitenwende:  d.h. die Wahrnehmung aller „Ereignisse", die mit den Arbeitsfrequenzen F und G abgewickelt werden, verändern sich signifikant. Ereignisse der Arbeitsfrequenz F erleben sogar eine weitgehende Wahrnehmungserweiterung. Das hat in unseren aktuellen Fall zur Folge, dass sich unser Individualistisches Zeitalter dem Ende entgegen neigt und im Verlauf der nächsten Jahre abgewickelt wird. Wir werden uns wieder stärker den/dem Kollektiven zuwenden.

In Individualistischen Zeiten ist es verbreitete Sitte, Zugehörigkeiten zu wem auch immer, abzulehnen, oft genug ihr Vorhandensein einfach abzustreiten. Jeder möchte nur sich selbst gehören, um Himmels willen nicht zu irgend jemanden. Der Gedanke, wir könnten lediglich ein Teil von einem größeren Ganzen sein, macht uns Angst. Wir könnten zu kurz kommen, nicht gesehen und wahrgenommen, nicht ausreichend berücksichtigt zu werden. Selbst die Bande zu der eigenen Familie werden gerne heruntergespielt.

„Die Anderen" werden als weit entfernt wahrgenommen und infolgedessen konzentrieren wir uns vor allem auf uns selbst.

Vehement betonen wir unsere Autonomie, unsere Eigenständigkeit und beharren darauf, unsere Entscheidungen selbständig und ohne jede Hilfestellung von anderen treffen zu können. Wir alleine wählen unseren Weg, und wir alleine wissen, was richtig und falsch ist. So sagen wir jedenfalls, - und schielen zu eventuell anderen Anwesenden, wie diese wohl reagieren.

21.2.2010

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Seite 2,4,1

Die Jugend

 

In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Jugend" bewusst recht großzügig gefasst; - jeder im Alter von 10 bis 30 Jahren darf sich hier zugehörig bzw. angesprochen  fühlen.

An anderer Stelle wird in der Kybernetik der Wirklichkeit noch auf die Entstehung der Identität der einzelnen Generationen und Subgenerationen ausführlich eingegangen. In diesem Zusammenhang ist es dann allerdings wichtig und nötig, die Grenzlinien genau zu ziehen und zu definieren.

Die gesellschaftlich integrierende Wirkung der erhöhten und verstärkten Wahrnehmung während der Fetten Jahre und die daraus resultierende erhöhte Kommunikationsbereitschaft der Menschen, - vor allem im gesellschaftlichen Bereich - , führen zu einer bei weitem selbstbewussteren und offensiveren „Jugend". Während der Mageren Jahre wirkt Die Jugend doch sehr defensiv, zurückgenommen und ordnet sich verhältnismäßig willig und auch erstaunlich mutlos ins gesellschaftliche Geschehen ein. Der Individualismus und die Vereinzelung der jungen Menschen während der Mageren Perioden ist augenfällig, - jeder kümmert sich um sein eigenes Fort- und Weiterkommen.

Die kollektive Stärke, Dynamik und Kreativität, aber auch die stürmische Rücksichtslosigkeit Der Jugend während der Fetten Jahre versiegt jedes Mal wieder relativ schnell, wenn die Mageren Jahre erneut beginnen.

In den Jahren 1975, 1989 und 2004 war diese Ernüchterung richtiggehend spürbar.

Jede Sieben-Jahres-Periode der Fetten Jahre hat bisher irgendeine Art von Jugendbewegung, die man als homogen, eigenständig und von anderen unterscheidbar bezeichnen könnte, hervorgebracht.

Auch wenn die Flut der oft unkontrollierten Befreiungsschläge nach ca. sieben Jahren immer wieder versiegt, bleibt doch immer die eine oder andere Errungenschaft aus den Fetten Jahren hängen, irgendetwas Neues, das in diesen Jahren kreiert wurde und von da an unser Weltbild bereichert und unseren Wertekanon erweitert.

Die Fetten Jahre sind in den Farben Hellrot und Dunkelrot dargestellt.

Die Mageren Jahre sind in den Farben Hellblau und Dunkelblau dargestellt.

Die Reihenfolge der Farben der Wirklichkeit ist immer gleich: Hellrot, Hellblau, Dunkelrot, Dunkelblau, Hellrot, Hellblau...

Hellrot steht für: Nahe/distanzlose, Emotionale und Komplexe Wahrnehmung

Hellblau steht für: Ferne/distanzierte, Intellektuelle und Komplexe Wahrnehmung

Dunkelrot steht für: Nahe/distanzlose, Intellektuelle und Konkrete Wahrnehmung

Denkelblau steht für: Ferne/distanzierte, Emotionale und Konkrete Wahrnehmung

 

1921-29

Die wilden Zwanziger (The Roaring Twenties) z.B. sind heute, nach beinahe 100 Jahren immer noch legendär. Trotz eines desaströs verlorenen Krieges, trotz Hungersnöten und Massenverarmung und -arbeitslosigkeit wurde gefeiert und getanzt, wer immer es sich leisten und erlauben konnte. Die Röcke waren empörend kurz und nicht nur die kurzen Damenfrisuren waren frech.

Wie jedesmal in den Fetten Jahren spielte die Musik und der Tanz eine wichtige Rolle: dieses mal u.a. der berühmte Charleston und frühe Jazz-Varianten.

 

1937-44

Die Periode von 1937-44, wenngleich von der damaligen Diktatur vereinnahmt (Hitler-Jugend!)  ist vielen noch in der Erinnerung. Immer wieder wurden wir besserwisserischen Nachgeborenen darauf hinweisen, dass es damals auch noch ein Leben außerhalb des Nationalsozialimus gab, das als lebenswert angesehen wurde:  „Es war nicht alles schlecht damals" - „Das waren vor allem vor dem Krieg richtig schöne Zeiten". Immer wieder sehen wir (nicht nur aus Deutschland stammende) Bilddokumentationen aus dieser Zeit, die eine mal mehr, mal weniger inszenierte Idylle abbilden.

Außerhalb von Deutschland, wo diese Musik verboten war, die Glanzzeit des Swing, der populärsten Jazz-Stilrichtung.

 

1951-59

Danach, ebenfalls berühmt-berüchtigt, die hierzulande abfällig „Die Halbstarken" benannte Bewegung der Fünfziger Jahre, die mittlerweile gerne in retrospektiven Filmen verklärt als romantische Dance-Party-Zeit („Grease") wiedergegeben wird. Zeitzeugen beschreiben diese Zeit als extrem autoritär, eng, prüde, muffig und verklemmt. Moral und Anstand musste immer gewahrt bleiben, der Aufstand der Jugend war eher trotzig und rotzig als idealistisch, nichtsdestotrotz ein wichtiger Befreiungsschlag mit beträchtlichen Folgen.

Der Rock'n'Roll empörte, vielleicht noch mehr als der Jazz in den Perioden vorher die Älteren und Erwachsenen. Allerdings spielte auch vor allem in Intellektuellen-Kreisen der anspruchsvolle Modern Jazz eine große Rolle.

 

1967-74

Danach die berühmte Zeit der Langhaarigen, Gammler oder Hippies, wie sie von wohlwollenden Zeitgenossen genannt wurden, der den Aufstieg der Pop- und Rockmusik zur beherrschenden  Musikrichtung bis in unsere Tage durchsetzte. Diese Bewegung, sehr idealistisch, wenn auch nicht immer ohne Eigennutz, angeschoben noch von den in den vorigen Fetten Jahren erprobten Achtundsechzigern, emanzipierte sich schnell von ihren intellektualisierenden Vorkämpfern, inszenierte Flower-Power und so manche andere Bewegung, auf deren Ideale wir noch heute zurückgreifen: (Bsp.: Gewaltfreiheit).

Irrtümlicherweise wird hier gerne auch die in den Siebzigern beginnende Frauenbewegung mit eingeordnet. Diese allerdings beruht auf einer anderen Ereignis-Größe: die Relation zwischen Mann und Frau, auch die Relation Frau/Familie ist ursächlich in unserer Wahrnehmung, die den Gesetzen der Arbeitsfrequenz H folgen, zu suchen. Den Höhepunkt der Frauenbewegung erleben wir im Moment, den Tiefpunkt der Familie ebenfalls, beides fußt tatsächlich auf derselben Ursache.

 

1981-89

Ebenfalls sehr idealistisch, aber schon etwas weltlicher dagegen die ökologischen Aufbruchsjahre in den Achtzigern, die unsere Lebensgewohnheiten in der Breite veränderten. Ein ganzes Bündel von neuen, - oft gesunden -, Lebensweisen wurden kreiert. Wichtig die Ächtung von Gewalt und Krieg, die bereits in der vorherigen Bewegung angestoßen wurden. Reggae, Jazz-Rock, Punk, New Wave, Heavy-Metal, Neue Deutsche Welle, die Achtziger boten eine Vielzahl von innovativen Musikrichtungen. Im Wesentlichen eine die Fortsetzung der Fetten Jahre 67-74.

1996-2003

Die Dance-Party-Bewegung der Zeit um die Jahrtausendwende war im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbewegungen wohl die weltlichste, materialistischste und auch die individualistischste all dieser euphorischen Zeit-Räume. Plötzlich war man fasziniert vom Geld, das Börsenroulette wurde Bürgersport, die Jungen wollten Investment-Banker werden. Man träumte davon,  mit dem Internet demnächst schier alles machen zu können, begeisterte sich an technologischem Spielzeug wie Handys und Laptops. Der Kapitalismus wurde Mode, alle wollten reich und berühmt werden und im Fernsehen auftreten. Auch hier spielte einmal mehr die Musik eine tragend Rolle: Rap/Hip-Hop und Techno/Tekkno, obwohl vorher bereits vergleichsweise populär, erlebten in diesen Jahren ihren Höhepunkt.

Der eigene Körper wurde zum Kunstwerk erkoren: man durchbohrte die Haut für Piercings und ließ sich tätowieren nach dem Motto, je auffälliger, desto besser.

Für den Idealismus der beiden Vorgänger-Perioden hatte man nur Hohn und Spott übrig, orientierte sich eher an der Ästhetik der Flotten Fünfziger Jahre. Irgendein Historiker erklärte sogar allen Ernstes das Ende der Geschichte.

 

Auffällig bei all diesen Perioden ist die internationale Parallelität, zumindest, was die sog. Westliche Welt betrifft. Die Aufbruchsstimmung war immer grenzüberschreitend, unabhängig davon, welchen kulturellen und zeitgeschichtlichen Verlauf die Vorgeschichte in den einzelnen Ländern hatte.

Viele Fachleute haben sich damit beschäftigt, wo 1967 die Protestwelle ihren Anfang nahm. Da die Ursachen für diese Phänomene allerdings im Physikalischen zu suchen sind, ist es auch müßig, danach zu suchen, in welchem Land irgendein Phänomen zuerst auftrat.

Interessant auch, dass es gerade diese Perioden waren, die immer wieder neuartige, zu diesem Zeitpunkt provozierende Mode-Richtungen kreierten. Der  gesamte menschliche Habitus wird über die Arbeitsfrequenz G abgewickelt, die menschliche Bekleidung jedoch über die hier behandelte Arbeitsfrequenz F. Man könnte ohne große Schwierigkeiten jedem der oben genannten Zeit-Räume die jeweiligen Mode-Innovationen zuordnen.

Man braucht nicht zu glauben, dass die Emanzipationsbestrebungen und der Freiheitswille Der Jugend dieser wilden Zeiten immer auf wohlwollende, nachsichtige und tolerante Erwachsene gestoßen wäre, wie sie heute weit verbreitet sind. Im Gegenteil, häufig hatten die jungen Leute mit schweren Widerständen und Sanktionen der Erwachsenen zu rechnen. Mehr oder weniger scharfe Ermahnungen und Moralpredigten waren da noch die harmlosesten Varianten von Strafen, derer die rebellischen jungen Leute gewahr sein mussten. Da wurden auch schon mal missliebige Kleidungsstücke verbrannt, lange Hausarreste oder auch Schulverweise erteilt, auch Prügel gab es häufig, wenn mal wieder einmal ein Tabu gebrochen wurde.

Es ist auch gut möglich, dass die jetzt heranwachsende Generation einst vielleicht auch weniger generös mit Eskapaden ihrer Sprösslinge umgehen wird. Man wird sehen.

Ausblick:

Die Jugend nimmt sich selbst zu Zeiten der Fetten Jahre als eigenständige Gruppe wahr, während sie zu Zeiten der Mageren Jahre dazu nur bedingt in der Lage ist. Man ist in diesem Alter besonders empfänglich für große Wahrnehmungsveränderungen, wie sie eine Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F darstellt, - man hat ja noch nicht so viele erlebt. Diese Altersgruppe erlebt diese Zeit als ihre wilde Jugend, ihr erstes bewusstes intellektuell-kulturelles Abenteuer dieser Größenordnung und sieht es als Teil ihrer fortschreitenden Entwicklung zum Erwachsenen an, - und die Pubertät tut ihr Übriges dazu. Beim letzten Sieben-Jahres-Zyklus waren die meisten von ihnen noch Kinder.

Hinzu kommt, dass die Gruppe Die Jugend in den Fetten Jahren auch von allen, die ihr nicht angehören, ebenfalls als Einheit gesehen wird. Das unterstützt natürlich die Abgrenzung und Emanzipation dieser Gruppe noch zusätzlich.

Die Aufbruchsstimmung, die die Jugend antreibt, erfasst aber auch jedes mal wieder weite Teile der älteren Bevölkerung. Auch die „Erwachsenen" tun das ihre mit dazu, auch sie werden mitgerissen vom anarchischen Potential dieser Zeiten. Sie werden laxer, freizügiger und inkonsequenter und irgendein Ausschnitt der neuen Ideen findet bei jedem einen empfänglichen Adressaten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die neue Bewegung diesmal inhaltlich stärker an den vorletzten Zyklus der Fetten Jahre von 1981-89 anknüpfen wird. Die Grundtendenz dieser Zyklen richtet sich danach, welche Farbe der Wirklichkeit die Basis für die Fetten und die Mageren Jahre bildet. Die Basis der Arbeitsfrequenz F bildet die langwelligere Arbeitsfrequenz G.

In jedem Fall werden die kommenden Fetten Jahre deutlich mehr Aspekte des klassischen Idealismus aufzuweisen haben als die der Jahrtausendwende. Es ist eher ein sich Absetzen vom exzessivem Materialismus und der technokratischen Himmelsstürmerei des letzten euphorischen Sieben-Jahres-Zyklus zu erwarten.

6.12.2010

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Seite 2,4,2

Die Macht und die Mächtigen

 

Wie bereits im Kapitel „Die Mageren Jahre" erläutert, spielt das Verhältnis zwischen den Mächtigen (den Eliten, der Oberschicht, den Entscheidungsträgern) und der von ihnen beherrschten Bevölkerung in dem Ereignisbereich, den wir mittels der Arbeitsfrequenz F behandeln, eine wichtige Rolle.  

Die Wahrnehmungsveränderungen der Arbeitsfrequenz F erzeugen einen Sieben-Jahres-Zyklus , der entscheidend ist für unser innergesellschaftliches Klima. Alle ca. sieben Jahre verändert sich die Großwetterlage dieses Klimas grundlegend:  nach sieben Fetten Jahren folgen zuverlässig immer wieder sieben Magere Jahre.

Die Mageren Jahre zeichnen sich aus durch autoritäre, sozialdarwinistische und stark hierarchische Machtpraktiken, sie sind die Jahre des Rechts des Stärkeren. Ihr nüchtern-unterkühlt-realistischer Grundton stand Pate für die Namensgebung.

Die Fetten Jahre dagegen sind chaotisch-ungezwungen, antiautoritär, undiszipliniert, auch enthusiastisch und rebellisch. Hier geraten die gerade erst fest gestrafften Hierarchien jedes mal wieder in Unordnung.

Die Fetten Jahre sind in den Farben Hellrot und Dunkelrot dargestellt.

Die Mageren Jahre sind in den Farben Hellblau und Dunkelblau dargestellt.

 

Wir befinden uns im Moment (siehe obige Grafik) einmal mehr am Beginn der Fetten Jahre. Die überall in Europa aufflackernde Protestwelle findet hier ihre Ursache. Viele politisch-gesellschaftliche Ereignisse, die wir bisher ohne große Mühe ignorieren konnten, gehen uns jetzt richtig auf die Nerven. Es wird schwieriger für uns, umstrittene oder überzogene Machtpraktiken zu tolerieren, als hätten wir damit gar nichts zu tun. In den Fetten Jahren haben wir damit zu tun, weil unsere Wahrnehmung für diese Größenordnung von Ereignissen bedeutend stärker geworden ist.

Populärstes Beispiel im Moment der Bahnhof in Stuttgart. Auch die lange Jahre relativ bedeutungslose Anti-Atomkraftbewegung erhielt wegen der andauernden Atommülltransporte plötzlich wieder regen Zulauf. Auch die Kriegsspiele in Afghanistan dürften aus demselben Grund vermehrte Kritik auf sich ziehen.

Vor allem in den größeren Staaten Europas wird wieder tüchtig protestiert: in Großbrittanien sind die Studenten auf den Straßen, in Frankreich erregt man sich über die Rentenreform. Auch die jüngsten Proteste gegen Berlusconi in Italien gehören in diese Kategorie, - an Machtmissbrauch ist dort ja kein Mangel.

Während der Mageren Jahre können wir die Ereignisse der Ereignisgröße F nur aus großer Distanz, also verkleinert wahrnehmen. Während der Fetten Jahre rücken dieselben Ereignisse in unserer Wahrnehmung wieder deutlich an uns heran. Alle diese Ereignisse werden dann wesentlich deutlicher wahrgenommen. Dadurch entsteht eine größere Nähe, ein wesentlich intensiveres, auch warmherzigeres Miteinander. Allerdings erzeugt diese Nähe auch ein mehr an Reibung: macht z.B. irgendjemand Unfug, können wir das nicht mehr einfach ignorieren, - es geht uns richtig auf die Nerven. Fette Jahre können ganz schön anstrengend sein.

Je größer wir die Ereignisse um uns herum wahrnehmen, desto intensiver erleben wir diese und desto stärker reagieren wir auf diese. Dadurch sind wir einfach aufmerksamer und wacher, - und dadurch, dass wir die Bedürfnisse anderer stärker wahrnehmen, werden wir im Großen und Ganzen auch weniger egoistisch.

Die Mageren Jahre sind logischerweise egoistische und individualistische Zeiten, die Fetten Jahre im Vergleich dazu altruistisch und kollektiv. Während der Fetten Jahre werden die Mächtigen immer wieder ein Stückweit wieder in die Kollektive zurückgeholt. Man macht sie darauf aufmerksam, dass sie die Kollektive eigentlich leiten sollten, anstatt sie zu beherrschen. Zum Teil bewegen sie sich auch von selbst wieder in die Richtung der Allgemeinheit, gliedern sich mehr oder weniger freiwillig stärker ein und geraten auch wieder mehr in die Defensive.

Die erneuten Mageren Jahre erzeugen dann wieder eine Isolation zwischen den Mächtigen und ihren Untergebenen. Die Machtinhaber gehen wieder in die Offensive und holen sich soviel Macht als möglich wieder zurück.

Während der Mageren Jahre definieren wir (jeder Einzelne von uns) das Recht des Individuums (vor allem unser eigenes) höher als das Recht irgendeines der  Kollektive, denen wir angehören. Wenn jemand seine Macht zum eigenen Vorteil missbraucht, finden wir das während Magerer Zeiten völlig normal.

Während der Fetten Jahre dagegen erwarten wir sogar, dass unsere Führungspersönlichkeiten sich für das Allgemeinwohl interessieren. Kein Wunder also, wenn zu Beginn der Fetten Jahre Köpfe zusammenstoßen.

Die Kybernetik der Wirklichkeit beschreibt vor allem die unterschiedlichen Perspektiven, mit deren Hilfe wir zu bestimmten Zeiten unsere Realität betrachten. Diese immer wiederkehrenden Veränderungen unserer Perspektive erzeugt jedes mal wieder eine Veränderung unserer Grundeinstellung, wie die Wirklichkeit beschaffen sein sollte. Das genügt, um die Stimmung in der Gesellschaft zu verändern, zumal sie uns alle erfasst, - die Mächtigeren genauso wie die weniger Mächtigen.

Der Unterschied zwischen den Zeit-Räumen wurde bereits in den Kapiteln  Das „Ideelle Zeitalter" und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung, Teil 1-4 anhand der langwelligeren Arbeitsfrequenz G erläutert. Ich hoffe, dass bald die dazugehörigen Kapitel im Theorie-Teil dieser Homepage folgen können.

Die Beobachtung über den Zeitraum der letzten Mageren Jahre von 2003 bis 2010 war sehr aufschlussreich: die Mächtigen und Ohnmächtigen arbeiten in diesem Zyklus hier nicht gegeneinander, sondern zusammen in dieselbe Richtung. Die Mächtigen nehmen sich nur die Macht, die die Ohnmächtigen ihnen willig abtreten. Der ganze Vorgang hat etwas Gespenstisches. Es scheint so, als würden weite Teile der Bevölkerung nichts mehr anstreben, als beherrscht zu werden. Die alte These von der übelwollenden Oberschicht, die den Rest der Bevölkerung gegen deren Willen unter Kuratel hält, ist unter dem Gesichtspunkt der Kybernetik der Wirklichkeit betrachtet, wohl nicht haltbar. Allerdings kann man auch nicht jedes Fehlverhalten unserer Eliten dadurch entschuldigen, dass jemand nicht in der Lage war, zu erkennen, dass er nicht allein auf der Welt ist und das Recht des Stärkeren von fast allen toleriert wird.

Es wäre wohl auch zu kurz gesprungen, zu sagen, die Mageren Jahre wären eine Zeit der Unfreiheit,  denn die Starken/die Eliten generieren in diesen Zeit-Räumen durchaus jede Menge an Zugewinnen von Einfluss und Macht und somit auch an zusätzlicher Freiheit. Lediglich der weniger machtbewusste Rest der Gesellschaft büßt jedesmal während der Mageren Jahre in beträchtlichem Maße Freiheit ein, obwohl die Mehrheit das nicht als tragisch empfindet, zumal Freiheit von sehr vielen ohnehin nicht als höchstes Gut angesehen wird.

Viele empfinden die dazu gewonnene Klarheit, die Einfachheit, Durchsichtigkeit und Transparenz während der Mageren Jahre als angenehm und entlastend. Sie interpretieren herrischen Führungsstil als solide und kraftvoll und fühlen sich dementsprechend sicherer, ja sogar beschützt: „Man weiß halt immer, wie man dran ist..."

Es stört sie nicht so sehr, dass sie diese dazugewonnene Klarheit und Deutlichkeit der gefühlten Lebensumstände mit einer Minderung ihrer Freiheit, sehr häufig auch ihrer materiellen Einkünfte bezahlen müssen.

2.1.2011

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Seite 2,4,3

 

Die Arbeitswelt : Arbeitgeber, Arbeitnehmer

 

Zu den Ereignissen, die mittels der Arbeitsfrequenz F abgewickelt werden und damit dem immer wiederkehrenden Auf und Ab des Zyklus der „Fetten und Mageren Jahre" unterliegen, gehören die für unser Alltagsleben hoch relevanten Ereignisse „Arbeitsleben", „Arbeitsmarkt", „Arbeitgeber", „Arbeitnehmer", „Arbeitsrecht".

Hellrot dargestellte Zeit-Räume: Fette Jahre, emotional, komplex

Hellblau dargestellte Zeit-Räume: Magere Jahre, intellektuell, komplex

Dunkelrot dargestellte Zeit-Räume: Fette Jahre, intellektuell, konkret

Dunkelblau dargestellte Zeit-Räume: Magere Jahre, emotional, konkret

 

Das turbulent-chaotische Laissez-faire der Fetten Jahre (in der Grafik rot dargestellt) und die Härte, Strenge und menschliche Kälte der Mageren Jahre (in der Grafik blau dargestellt) sind jedes Mal wieder auffällig, obwohl „der Wirtschaft" nicht zu allen Zeiten eine solch hohe Wertigkeit zugesprochen wurde wie in den vergangenen beiden Jahrzehnten.

Die ideelle Überhöhung der Bedeutung der Wirtschaft, vor allem der Finanzwirtschaft für unser Leben geht allerdings auf komplexere Ereignisse zurück, die wir mit der langwelligeren Arbeitsfrequenz G abhandeln. Die Vorstellung, wie unser Leben insgesamt aussehen sollte, ist doch noch um einiges komplexer als die Vorstellung, wie sich unser Arbeitsleben gestalten sollte. Hier ist wie so häufig in der Kybernetik der Wirklichkeit das Große und Ganze bei der Arbeitsfrequenz G, die großen Teile des Ganzen bei der Arbeitsfrequenz F zu suchen.

Die Themen und Inhalte dieses Artikels und die des vorhergehenden „Die Macht und die Mächtigen" weisen gebietsweise starke Überschneidungen auf.

Auch unser Arbeitsleben ist stark von Hierarchien und Machtstrukturen geprägt. Selbst wenn beispielsweise ein Betrieb nur drei oder vier Mitarbeiter hat, so sind doch beinahe immer die überall anzutreffenden Strukturen vorhanden: es gibt einen weisungs- und kündigungsbefugten Arbeitgeber und die ihm untergeordneten und von ihm abhängigen Arbeitnehmer.

 

Für unser Arbeitsleben macht es einen beträchtlichen Unterschied, ob wir gerade „Fette Jahre" oder „Magere Jahre" erleben:

das Arbeitsklima,

die Gepflogenheiten am Arbeitsplatz,

die Beziehungen und Relationen zwischen den Beteiligten,

das Miteinander bzw. Gegeneinander der Beteiligten,

die Wertschätzung und Behandlung, die man für Arbeitnehmer angemessen hält,

was Arbeitgeber verlangen können und dafür leisten müssen,

der Abstand zwischen den beiden Gruppen,

das Arbeitsrecht und seine Auslegungen

All diese erwähnten „Ereignisse" unterliegen einem ständigen Wandel in Bedeutung und Inhalt, der dem Sieben-Jahres-Zyklus der Fetten und Mageren Jahre folgt.

 

Bei der Beobachtung der Arbeitswelt während der vergangenen Mageren Jahre 2003-2010 schälten sich folgende Phänomene heraus:

Magere Jahre sind individualistisch, d.h. die stärksten Individuen einer Gesellschaft setzen sich durch und die Schwächeren richten sich nach den Stärkeren. Magere Jahre sind eine bei weitem einfacher strukturierte Zeit als die Fetten Jahre. Im Laufe dieser Zeit-Räume setzen sich immer wieder rustikal und archaisch geprägte Gesetzmäßigkeiten des Miteinanders und des Zusammenlebens durch.

Während der Mageren Jahre erleben wir deswegen auch immer wieder eine eindeutige Macht-Veränderung zugunsten der Arbeitgeber, während der komplizierteren Fetten Jahre erfahren wir dann wieder mehr Laissez-faire, mehr Fairness und Toleranz in unserem Arbeitsalltag. Auch das Verhältnis zwischen Arbeitgebern u. Arbeitnehmern wird dann wieder entspannter und menschlicher.

Von einer Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kann während der Mageren Jahre nicht gesprochen werden. Wenn das Recht des Stärkeren regiert, ist das auch nicht notwendig. Allerdings wird diese Dominanz auch von der Mehrheit der Arbeitnehmer während der Mageren Zeiten ohne größere Diskussionen akzeptiert und oft sogar ausdrücklich befürwortet.

Manchmal hat man während dieser „mageren" Perioden den Eindruck, Politik und Arbeitgeber (beides Vertreter der Gruppe „Die Mächtigen") arbeiten zusammen gegen die Arbeitnehmerschaft. Bei genauerer Betrachtung ist das allerdings nicht haltbar. Hier ergab sich, dass ebenfalls die Arbeitnehmerschaft und ihre Vertreter sehr aktiv an ihrem eigenen Macht- und Ansehensverlust mitarbeiteten: Arbeitszeitverlängerung, Lohnsenkungen, schlechtere Arbeitsbedingungen usw. werden oft „konstruktiv" von den Arbeitnehmer-Gremien und den Arbeitnehmern selbst mitgestaltet und mitgetragen.

Ein Beispiel: es kommt sehr selten vor, dass Arbeitnehmervertreter fordern, wenn eine Firma in finanziellen Schwierigkeiten ist und Lohnkürzungen für die Mitarbeiter anstehen, dass diesen nur zugestimmt wird, wenn auch die Arbeitgeber, Aktionäre und auch die oberen Etagen in den Unternehmen ihrerseits ebenfalls Verzicht erklärten.

Oft wurden die Gehälter der Vorstände, Manager usw. erhöht, während gleichzeitig die Löhne der Arbeitnehmer gesenkt wurden. Das blieb in der Regel unwidersprochen. Die Arbeitnehmer murrten zwar, aber es folgte selten die eigentlich logische Konsequenz, dass alle Beteiligten Einbußen in Kauf nehmen müssten.

Resümee: Die Vertretungen der Arbeitnehmerschaft agieren während der Mageren Jahre in der Regel sehr passiv und nachgiebig. Sie schaden sowohl sich selbst als Organisation/Kollektiv sowie ihren einzelnen Mitgliedern: bei den Arbeitnehmern entsteht der oft genug berechtigte Eindruck, dass sich die Arbeitnehmervertreter primär für die Interessen der Arbeitgeber einsetzen.

So verlieren die Gewerkschaften ihre Mitglieder nicht ohne Grund. Auch nicht gewerkschaftsgebundene Betriebsräte fungieren häufig ganz offensichtlich als verlängerter Arm der der Betriebsleitung.

Oft gründen die Arbeitgeber selbst Konkurrenz-Gewerkschaften, für die sich immer geeignetes Personal findet.

Beachtenswert, das haben die letzten sieben Jahre eindeutig ergeben, dass nicht nur die Rechtssetzung durch die Legislative dem Zyklus der Fetten und Mageren Jahre gehorcht, sondern auch die Rechtsauslegung der Arbeitsgerichte: So entschieden während der vergangenen Mageren Jahre zunehmend immer mehr Gerichte in Streitfällen zugunsten der Arbeitgeber, teilweise mit haarsträubenden Begründungen, viele teils sehr extreme Fälle gingen durch die Medien. Erst seit kurzem geht die Tendenz der Rechtssprechung wieder in die Richtung Arbeitnehmerschutz (Bsp: das aktuelle Urteil gegen die Scheingewerkschaften in der Leiharbeitsbranche oder das jüngste Urteil gegen eine Firma, die ihre Mitarbeiter ständig durch eine Kamera observieren ließ).

Auch der während der Mageren Periode flächendeckend eingeführte Handel mit lebenden Arbeitskräften, die sog. Leiharbeit hat zumindest hierzulande schon groteske Züge.

Generell ist festzustellen, dass von einem „Wir" der Arbeitnehmer während der Mageren Jahre eigentlich nicht die Rede sein konnte. Sie bilden kein aktives, kein wirkliches Kollektiv. Sie konkurrieren untereinander und beschädigen die eigenen Interessen.

Typisch auch für die Mageren Jahre sind Verschärfungen der Gangart auch in weiten Teilen des Sozialrechts, am „populärsten" die sog. Hartz IV-Gesetze. Es war den Politikern, die diese konzipiert und in Kraft gesetzt haben, wichtig, dass ein Instrumentarium geschaffen wurde, dass Arbeitnehmer zwingen konnte, schlechtbezahlte Arbeit anzunehmen. Der Kanzler Schröder soll nachgerade stolz darauf gewesen sein, „einen solch leistungsfähigen Niedriglohnsektor" geschaffen zu haben.

21.1.2011

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Seite 2,4,4

Kleidung, Musik und Mainstream

 

Wir behandeln mit der Arbeitsfrequenz F auch Ereignisse, die auf den ersten Blick zunächst keine gesellschaftlichen Aspekte aufweisen.

Beispielsweise ordnen wir einzelne Kleidungsstücke (besonders solche, die wir häufig oder auch längere Zeit tragen. Für Kleidungsstücke, die wir häufiger wechseln, benutzen wir die Arbeitsfrequenz E) als Teil der Gesamtdarstellung unserer Persönlichkeit mit Hilfe der Frequenz F ein und nutzen diese dafür tagtäglich ohne es zu bemerken völlig selbstverständlich.

Auch wenn man zunächst meinen sollte, gerade Kleidung und Musik wären ein ausgesprochen individuelles Vergnügen und zentraler Teil unserer persönlichen Autonomie, so sind gerade diese fest im gesellschaftlichen Regelwerk der gegenseitigen Beziehungen verankert.

Wir bemühen uns da nach Kräften, möglichst aktuell zu sein: wer trägt schon gern antiquierte Kleidung, das ist in einer modernen Gesellschaft beinahe schon ein Sakrileg. Älteren Zeitgenossen sieht man das als Nostalgie gerade noch nach, aber wenn ein Dreißigjähriger außerhalb des Karnevals allen Ernstes im Stile der Siebziger oder Achtziger des vergangenen Jahrhunderts würde herumlaufen wollen, dem hätten wohlmeinende Zeitgenossen schon in aller Deutlichkeit wissen lassen, dass sich so etwas nicht gehört.

Wenn wir Bilder sehen aus längst vergangenen Zeiten und uns vorstellen, dass für gebildete Männer einmal bunte Feinstrumpfhosen als das Maß der Dinge angesehen wurden, schütteln wir weise lächelnd ob solcher Torheit die Köpfe . Vielleicht werden unsere Kindeskinder einst unsere geliebten Jeans als ähnlich witzig und absurd empfinden.

Im Allgemeinen sind wir in solchen Dingen nicht besonders selbständig, nicht besonders individuell. Wenn wir extravagant wirken wollen, entfernen wir uns immer nur ein sorgfältig abgemessenes Stückchen vom Mainstream. Wenn wir zu viel erwischen von dieser Dosis Abseitigkeit könnte man uns schnell für nicht mehr zurechnungsfähig halten.

Beim Hören von Musik spielt die Arbeitsfrequenz F ebenfalls eine wichtige Rolle.

Das Hören von Musik kann ein sehr privater Akt sein, solange wir es alleine tun, aber kommt mindestens irgendeine andere Person ins Spiel, wird daraus schnell ein oft kompliziertes gemeinschaftliches Vergnügen. Auch wenn wir Musik irgendwo kaufen wollen, sei es als Konserve oder als Live-Act oder uns gar mit irgendjemanden darüber unterhalten...

Wenn wir eine CD ein stückweit jenseits des Mainstream anhören wollen, empfiehlt es sich, sich mit den anderen Mithörern zu verständigen: Musik aus früheren Jahrhunderten zB., Free-Jazz  oder auch der gute alte Blues aus den Vierziger oder Fünfziger Jahren haben eine vergleichsweise überschaubare Fangemeinde. Da fühlt sich der eine oder andere schon mal richtig belästigt, wenn er etwas anhören soll, was ein bisschen aus der Reihe fällt. Moderne Radiosender tun täglich ihr übriges dazu, den Mainstream zu einem regelrechten Kodex festzuklopfen.

Auch alles andere, was wir mittels der Arbeitsfrequenz F behandeln, hat einen kollektiven Bezug. Wir sind ständig, ohne dass uns das auffällt, im Begriff, uns  mit unseren Zeitgenossen darüber zu einigen, was man tut oder besser lässt, wie man auszusehen hat, wie man sich anzuhören hat, ja, sogar wie man zu empfinden hat. Ohne diese unzähligen „Roten Fäden", diese Maßstäbe wären wir nichts weiter als eine große chaotische Versammlung von modernen Kaspar Hausers.

Wir sind uns nicht bewusst, wie viele Regeln wir beinahe automatisch beachten, wie sehr wir uns mit unseren Mitmenschen abstimmen, auch die, welche sich für reinrassigen Individualisten halten. Ich habe noch keinen modernen Individualisten mit bunten Feinstrumpfhosen und weißgepuderter Perücke gesehen.

Selbst wenn wir rebellieren, sind Regeln zu beachten: auch da muss man tüchtig aufpassen, dass man auch zeitgemäß renitent ist.

2.3.2010

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Seite 2,4,5

Staaten, Länder, Völker, Mentalitäten

 

Weitere Ereignisse, die mittels der Arbeitsfrequenz F abgewickelt werden und dem Zyklus der „Fetten und Mageren Jahre" unterliegen, sind Staatengebilde einer gewissen Größenordnung: die der Kleineren Staaten. Dazu gehören auch die Einwohner dieser Staaten und, - sehr wichtig: die Mentalität der Bevölkerung dieser Gebiete.

Unter „Kleinere Staaten" versteht man in diesem Zusammenhang u.a. unsere Nachbarländer  Österreich, Schweiz, Belgien, Niederlande, Dänemark und Tschechien, alles Länder von ca. vier bis 16 Millionen Einwohnern.

Mittels welcher Arbeitsfrequenz wir Länder wie Luxemburg (1 Million Einwohner) und Polen (38 Mio. E.) bearbeiten, war bisher noch nicht zweifelsfrei zu ermitteln: Luxemburg könnte auch Mitglied der Gruppe von Kollektiven sein, die von der Arbeitsfrequenz E abhängig sind, Polen könnte schon zu den mittelgroßen Staaten wie Deutschland und Frankreich gehören, deren Identität und Werdegang unmittelbar von den Wellenverläufen der Arbeitsfrequenz G geprägt ist.

Auch größere deutsche Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen gehören wie die kleineren Staaten zu den Kollektiven, deren Entwicklung unmittelbar von der Arbeitsfrequenz F abhängt, wahrscheinlich sind auch die dort sesshaften Volksstämme Bayern und Franken, Schwaben und Baden, Rheinländer und Westfalen groß genug dafür.

 

1.    Jedes Kollektiv benötigt zur Ausbildung und Verankerung  seiner spezifischen Eigenheiten und Eigenschaften eine der Arbeitsfrequenzen E bis H.

2.    Jedes (!) Kollektiv ist einer der zwölf uns zur Verfügung stehenden Zweierkombinationen der Vier Farben der Wirklichkeit zugeordnet.

Wie dieser Vorgang der Zuordnung von Kollektiven abläuft, ist sicherlich eines der am schwersten lösbaren Rätsel, das die Kybernetik der Wirklichkeit aufwirft.

 

Ein Staat ist wegen seiner Eindeutigkeit (klar definiertes Territorium) besonders geeignet, als Teil der Kybernetik der Wirklichkeit beschrieben zu werden. Bei dem Staatsvolk ist das schon nicht mehr ganz so einfach. Wie z. B. ordnet man Bürger ein, die nicht in ihrem eigenen Staat leben?

Wenn wir eine Information, die wir empfangen, in eine der acht Arbeitsfrequenzen einordnen, gehen wir in der Regel nicht besonders präzise vor. Meistens ordnen wir unseren Input richtig, aber nicht immer, es unterlaufen uns hier immer wieder Fehler.

 

Wenn wir anderen Menschen begegnen, sortieren wir diese immer zuerst nach den beiden Kategorien „Bekannt" oder „Unbekannt". Danach ordnen wir die uns bereits Bekannten noch einmal grob nach dem Grad, wie nahe sie uns jeweils stehen: „Freunde und Verwandte", „Näher-bekannt", „sehen wir häufig", „flüchtig-bekannt", „ kennen wir kaum", „schon mal irgendwann gesehen", „völlig unbekannt".

 

Geht es um das Thema der Großen Kollektive,  z.B. „Deutsche und Ausländer", ordnen wir ebenfalls erst einmal grob:

einerseits die, die genauso aussehen und sich anhören wie Landsleute.

die, die sich anders anhören und doch genauso aussehen wie Landsleute.

die, die anders aussehen und sich anders anhören wie Landsleute.

und natürlich die, die anders aussehen und sich anders anhören. 

Die jeweilige Nationalität spielt bei diesen Datenverarbeitungsprozessen gar keine so große Rolle.

 

Wollen wir unser Verhältnis zu einer Person definieren, ordnen wir sie zunächst nach dem Grad, wie vertraut uns diese Person ist, in unser Koordinatensystem ein: gehört diese Person zu unserem näheren Umfeld, ist es für uns meistens weniger wichtig, woher diese Person oder ihre Vorfahren stammen, weil wir den Kontakt zu unserem näheren Umfeld mittels der schnellen Arbeitsfrequenzen A - D abwickeln. Ist uns eine Person eher fremd, neigen wir dazu, sie in eine der großen Gruppen einzuordnen, die mittels der langsamen Arbeitsfrequenzen E-H behandelt werden. Diese Menschen werden von uns häufig funktional, (nicht wie ein Mensch, sondern wie eine Funktion, ein Irgendetwas) behandelt. Dies ist sicherlich eine der Hauptursachen für Fremdenfeindlichkeit.

 

In der Regel werten wir die Tatsache, ob eine Person so aussieht und sich so anhört wie ein Einheimischer umso höher, desto unbekannter uns diese Person ist. Ist die betreffende Person uns vertraut, wird sie nicht als Ausländer angesehen, sondern einfach als Freund oder Familienmitglied.

Die Ereignisse des unmittelbar zwischenmenschlichen Kontakts werden mittels der schnellen Arbeitsfrequenzen A-D abgewickelt. Auf diesen Ebenen spielt die Abstammung nur eine untergeordnete Rolle.

 

Interessant z.B. die Reaktionen von Einheimischen, wenn ein Einwanderer oder Nachkomme von Einwanderern einen lokalen Dialekt spricht und dabei sichtlich kein Einheimischer ist. Man denke an Dunkelhäutige, die breitestes Bayrisch sprechen, oder an schwäbelnde Türken, oder Asiaten mit Rheinländer Zungenschlag. -  Da gerät so manchem das Koordinatensystem durcheinander.

 

Auch die Mentalität von Kollektiven wird je nach Größe dieses Kollektivs mittels der Arbeitsfrequenzen der Kybernetik der Wirklichkeit abgewickelt.

Beschreibt man die Mentalität eines Volkes, so versucht man zunächst auszudrücken, welche auffallenden Eigenschaften diesem Volk zugeschrieben werden oder die es selbst für sich in Anspruch nimmt.

 

 

Staaten und deren Bevölkerung entwickeln sich in Zyklen, die unmittelbar von der Bevölkerungszahl abhängig sind:

Große Staaten entwickeln sich abhängig von der langwelligsten Arbeitsfrequenz H in Zyklen von einer Länge von ca. 40-42 Jahren für jedes Quartal: China, Indien, USA, Russland.

Auch „Europa" wird hier einmal dazugerechnet werden müssen. In diesem Fall ist noch nicht eindeutig, ob eine Zuordnung zu einer der 12 Kombinationen der Vier Farben der Wirklichkeit bereits stattgefunden hat.

Mittelgroße Staaten entwickeln sich abhängig von der zweitlängsten Arbeitsfrequenz G in Zyklen von einer Länge von ca. 20-21 Jahren für jedes Quartal : Deutschland, Frankreich, Großbrittanien und Italien.

Kleinere Staaten entwickeln sich abhängig von der drittlängsten Arbeitsfrequenz F in Zyklen von einer Länge von ca. 7 bis 7,5 Jahren für jedes Quartal

Österreich, Niederlande, die Schweiz. Auch die ehemalige DDR gehört (bis heute) dazu.

Der Status von mittelgroßen Staatengebilden wie Spanien und Polen ist noch ungeklärt.

Jeder der aufgezählten Staaten verfügt über eine duale Farbkombination aus den Vier Farben der Wirklichkeit als Grundlage für ihre Identität und Entwicklung.

18.4.2011

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Seite 2,5

 

Eine neue Kleine Zeitenwende steht bevor

Sie findet am 20.12.2017 statt

 

 

Zum ersten Mal bietet sich nun auch für den Leser dieser Homepage die Gelegenheit, eine Zeitenwende selbst zu beobachten.

Diesmal handelt es sich um eine Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F. Zeitenwenden der Arbeitsfrequenz F ereignen sich alle sechs bis acht Jahre. Ich habe diesen Rhythmus Die Fetten und die Mageren Jahre genannt.

Der Zyklus der Arbeitsfrequenz F ist zwar nicht so weitreichend und prägend für unsere Gesellschaft wie die der Ideellen Zeitalter, die durch die Arbeitsfrequenz G verursacht werden, ist aber ziemlich dominant, was die Stimmung und das zwischenmenschliche Klima innerhalb der Gesellschaft betrifft.

 

 

Hier noch einmal die Liste, die ich bereits im September 2009 veröffentlicht habe:

Magere (Blaue) Jahre:                    Fette (Rote) Jahre:

1914-1921                                       1921-1929

1929-1937                                       1937-1944

1944-1951                                       1951-1959

1959-1967                                       1967-1974

1974-1980                                       1980-1988

1988-1996                                       1996-2003

2003-2010                                       2010-2017

2018-2025                                       2026-2032

 

Und die dazugehörige Grafik:

 

 

Einige der Ereignisse, deren Wahrnehmung sich nach dem 20. Dezember 2017 verändern wird, sind in den Kapiteln 2,3 und 2,4,1 bis 2,4,5 hier im Journal-Teil dieser Homepage erläutert.  

Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse, die mittels der Arbeitsfrequenz F wahrgenommen und behandelt werden:

 

1.    Ein wichtiges Ereignis der Arbeitsfrequenz F, mit dem wir täglich zu tun haben, sind die Menschen, die wir kennen, mit denen wir aber keinen regelmäßigen Kontakt pflegen. Sie begegnen uns ständig und es gibt ziemlich viele davon. Man könnte sagen, dass darunter im weitesten Sinn alle Menschen fallen, die wir gemeinhin „Bekannte“ nennen. Menschen, die keine Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen sind, Menschen, mit denen wir aus überwiegend praktischen Gründen zu tun haben.

Jede Kommunikation, jeder Kontakt mit diesen Menschen ist ein Ereignis der Arbeitsfrequenz F und damit unmittelbar abhängig von der Farbe der Wirklichkeit, die gerade für diese Arbeitsfrequenz gilt.  

 

2.    Große Gruppen (Kollektive) unserer Gesellschaft und jedes ihrer Mitglieder sind Ereignisse der Arbeitsfrequenz F:

Die Jungen und Alten, die Rentner, die Jugendlichen

Die Arbeitnehmer und Arbeitgeber,

Die Oberschicht/Eliten, die Mittelschicht, die Unterschicht

Volksstämme wie Bayern, Westfalen, Sachsen, Rheinländer, Auch die entsprechenden Regionen („Regional“ war ja auch eines der Modewörter dieser Fetten Jahre).

Sagt z. Bsp. ein männlicher Rentner „Ich bin ein Mann!“, so ist das eine Aussage der Arbeitsfrequenz H. Sagt er aber, er ist ein Rentner, ist diese Aussage eine der Arbeitsfrequenz F. Es kommt auf die Anzahl der „Männer“ bzw. der „Rentner“ an, welche der acht Arbeitsfrequenzen zur Anwendung kommt.

 

Auch Schüler und Studenten gehören zu diesen Ereignissen, man denke nur an die Einführung des G8 während der wahrnehmungsschwachen Zeit von 2002 bis 2009, als man die Interessen der Kinder und Jugendlichen völlig außen vor ließ.

 

Sehr wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Frage, die nach Aussage aller Meinungsforschungsinstitute die Einwohner dieses Landes im Moment am meisten bewegt, das Flüchtlings- bzw. Einwanderer-Thema, unmittelbar und direkt mit den Fetten und Mageren Jahren zusammenhängt.

Immigranten, Einwanderer, Nicht-Deutsche, z. Bsp. die in Deutschland lebenden Muslime – das alles sind eindeutig Ereignisse der Arbeitsfrequenz F. Hier ist also auf jeden Fall mit Veränderungen zu rechnen, und es ist nicht davon auszugehen, dass diese in die Richtung gehen werden, dass es den Mitgliedern dieser Gruppierungen leichter machen wird, hier zu leben.

 

 

3.    Staaten mit bis zu ca. 30 Millionen Einwohnern (Dänemark, Tschechien, Österreich, Schweiz, Belgien, Niederlande…) und

Völker mit bis zu ca. 30 Millionen Mitgliedern (Dänen; Tschechen; Österreicher; Schweizer, aber auch Deutsch-Schweizer, Franco-Schweizer, Italo-Schweizer; Belgier, aber auch Flamen und Wallonen;  Niederländer/Holländer; Dänen) sind Ereignisse der Arbeitsfrequenz F.

 

Auch alle Einwohner dieser Staaten behandeln wir mittels der Arbeitsfrequenz F.

Beispiel: Jeder Österreicher ist ein Ereignis der Arbeitsfrequenz F, aber auch jeder Mensch, der in Österreich wohnt, ist ein Ereignis dieser Arbeitsfrequenz. Das ist ja nicht identisch. Unsere Verwendung der acht Arbeitsfrequenzen richtet sich nach Quantität der Informationen, die nötig sind, um diese Gruppen zu beschreiben. Quantitativ gesehen ist der Unterschied zwischen den beiden genannten Gruppen nicht groß genug, dass verschiedene Arbeitsfrequenzen dafür notwendig wären.

 

Der aufmerksame Beobachter wird bemerkt haben, dass in dieser Aufzählung unserer Nachbarländer zwei Staaten fehlen: der Status unseres Nachbarlandes Polen ist noch ungeklärt, denn der Staat Polen und die Landsleute aus Polen könnten auch bereits zu den „größeren“ Ereignissen der Arbeitsfrequenz G gehören.

Auch das Nachbarland Frankreich fehlt. Frankreich gehört eindeutig zu den Ereignissen, die wir mit Arbeitsfrequenz G behandeln.

 

4.    Musik: unsere Fähigkeit, Musik wahrzunehmen, schwankt mit den Veränderungen der Wahrnehmung der Arbeitsfrequenz F.

 

Diesmal werden wir es mit einer Abschwächung der Wahrnehmung der besagten Ereignisse zu tun haben. Es ist gut möglich, dass diese Verminderung der Wahrnehmung weniger deutlich direkt spürbar sein wird, verglichen mit der Wahrnehmungsverstärkung während der letzten Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F in den Jahren 2009/10, die ich in den erwähnten Kapiteln beschrieben habe.

Ich bin schon gespannt. Mit Sicherheit wird sich nach dem Dezember 2017 ein Unterschied ergeben in der Wahrnehmung und Ausgestaltung unserer innergesellschaftlichen Realität im Vergleich zu der Zeit von 2009 bis 2017.

Ich habe den Zyklus der Fetten und Mageren Jahre auch schon den „Stimmungszyklus“ genannt, weil er hauptverantwortlich ist für die Stimmung innerhalb  unserer  Gesellschaft und natürlich auch anderer Gesellschaften.

Mit einer spürbaren Abkühlung im Atmosphärischen ist auf jeden Fall zu rechnen. Es wird wieder nüchterner werden in unserer Gesellschaft, die oftmals ungezügelte emotionale, ja sogar aufgeheizte Stimmung der letzten Jahre dürfte sich ein wenig mäßigen. Ob wir dann immer noch so intensiv miteinander wetteifern werden, wer die Rettung unseres Planeten am stärksten vorantreibt, wird sich erweisen.

Allerdings brauchen wir nicht damit zu rechnen, dass das Chaos, das in den letzten Jahren zugenommen hat, wieder abnimmt. Dies ist eine Folge der Zyklen der Arbeitsfrequenz G.

Wie groß nun der Unterschied zwischen den jetzt noch gültigen Fetten und den ab Dezember geltenden Mageren Jahre sein wird, liegt natürlich immer ein Stückweit im Auge des Betrachters, aber es wird auf jeden Fall eine Veränderung in die angesprochene Richtung geben. Unsere Wahrnehmung eines Teils der Wirklichkeit wird sich verändern und das bleibt nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht ohne Folgen auf unsere Haltung und dem Verhalten anderen Menschen gegenüber. Wir werden wieder mehr den Vorteil für uns selbst und für die großen Gruppen der Gesellschaft suchen, denen wir angehören. Unser Verhalten gegenüber Menschen, die anderen Gruppen als unserer eigenen angehören, wird distanzierter werden. Das gesellschaftliche Klima wird sich verhärten, wenn auch nicht in dem Maße wie während der Neoliberalen Ära von 1988 bis 2010.

Interessant ist diese Zeitenwende vor allem, weil dann die beiden Arbeitsfrequenzen F und G unterschiedliche Farben der Wirklichkeit aufweisen werden:  dunkelblau die Arbeitsfrequenz F, hellrot die Arbeitsfrequenz G.

Siehe folgende Grafik:

 

Diese Gegenläufigkeit hatten wir zuletzt in den Jahren 1996 bis 2003, als die Arbeitsfrequenz F hellrot, die Arbeitsfrequenz G dunkelblau war, also genau umgekehrt.

 

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Anders als bei den vorhergegangenen Zeitenwenden wechselt die Arbeitsfrequenz F diesmal in einem Zug die Farbe der Wirklichkeit. Ich nenne diese Art von Wahrnehmungsveränderungen wie in der folgenden Grafik dargestellt die Regelmäßigen Wechsel:

Auch die Zeitenwenden der Arbeitsfrequenz F in den Jahren 1944, 1959, 1967, 1980, 1996, 2003 waren wie die jetzt bevorstehende regelmäßiger Natur.

Auch die Zeitenwende im Jahr 2032 wird regelmäßig von statten gehen.

 

Im Gegensatz dazu die Unregelmäßigen Wechsel wie der Letzte, dargestellt in der folgenden Grafik:

 

Zeitenwenden mit Schleife: wie hier im Oktober 2009 erst ein Wechsel von der Hellblauen in die Dunkelrote Wirklichkeit, diese neue Wahrnehmung wird gewissermaßen getestet, dann noch einmal zurück (April 2010) ins alte Wahrnehmungsmuster und erst dann (Juli 2010) der endgültige Wechsel in die neue Zeit.

Unregelmäßige Zeitenwenden nach diesem Muster fanden statt in den Jahren 1951, 1973/74, 1988, 2009/10. Auch die übernächste kleine Zeitenwende im Jahr 2025/26 wird in unregelmäßiger Form stattfinden.

 

21.6.2017

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Seite 3,1

Das „Ideelle Zeitalter"

 

 

Das Zeitalter des Neoliberalismus neigt sich seinem Ende zu. Hätte jemand dies vor vier oder fünf Jahren verkündet, wäre er sicherlich ausgelacht worden. Heute regt sich bei dieser Behauptung kaum noch Widerstand.

 

Ich denke, es ist legitim, den Zeitraum zwischen den späten Achtziger Jahren und der Gegenwart als „Neoliberales Zeitalter" zu bezeichnen. Es bieten sich auch kaum andere prägnante Begriffe oder Definitionen als Alternativen an. Auch der in letzter Zeit häufig verwendete Begriff „Marktradikalismus" würde die ganze Epoche zu sehr auf die Wirtschaftstheorie reduzieren, auch wenn diese während der letzten zwanzig Jahre unser gesellschaftliches Leben ideell in ungewöhnlicher Weise dominiert hat.

 

Sicherlich gibt es zahlreiche Menschen, die über den Niedergang des noch gültigen Zeitgeistes nicht unglücklich sind, wenn man einmal davon absieht, dass hierzulande die Angst vor der Zukunft lange Tradition hat und Neues, Ungewohntes generell nicht gerne gesehen wird.

Viele aber, die diesem Zeitgeist-Klima durchaus etwas abgewinnen konnten, sind wahrscheinlich weniger begeistert.

 

Vor allem junge Menschen, die sich während ihres gesamten bisherigen Lebens an diesem System von ästhetischen und moralischen (oder besser anti-moralischen) Idealvorstellungen orientiert haben, würden fragen: „Wie bitte, es soll anders werden? Kann es denn anders sein als so, wie es ist?"

 

Auch Ende der Sechziger und Achtziger Jahre war die Morgendämmerung einer neuen Zeit zu spüren, aber wie diese dann aussehen sollte, davon hatte auch damals niemand eine konkrete Vorstellung, ganz abgesehen davon, dass außer vielen der jüngeren Zeitgenossen niemand so recht eine neue Zeit haben wollte.

 

Allein der Gedanke, dass in der Zukunft etwas als falsch gelten könnte, was heute allgemein als richtig gilt, empfinden die meisten Menschen schon als verstörend und bedrohlich.

Was wir heute als schön empfinden, könnte morgen hässlich sein?

Was wir heute selbstverständlich tun, könnte demnächst als albern, kurios oder peinlich gelten?

Gedanken dieser Art schieben wir schnell beiseite.

 

Wir leben in der Abenddämmerung eines Zeitalters, und die Morgendämmerung des neuen kommenden ist noch nicht so richtig zu erkennen. Keine Aufbruchsstimmung wie am Ende der Sechziger und der Achtziger Jahre.

Eher empfinden wie unsere Gegenwart als langsames Abgleiten in ein diffuses ideelles „weiß-nicht-so-recht?" oder ein larmoyantes „wo-bitte-soll-das-noch-enden!"

Beides entspricht durchaus der aktuellen Verfasstheit unserer Wirklichkeit: Eine Deutlichkeit unserer Wahrnehmung verstärkt sich, eine andere wird schwächer.

 

Es ist ja nicht so, dass wir uns, erleichtert, dass der neoliberale Spuk zu Ende ist, euphorisch und optimistisch nach einem neuen Zeitalter mit neuen Werten sehnen. Eher erleben wir ein mühseliges schmerzhaftes Abarbeiten der während der letzten zwanzig Jahre geschaffenen  Wertsysteme.

Langsam und zögerlich verabschieden wir uns von den Gedankenmodellen, die vor kurzem noch so modern und zeitgemäß wirkten und jetzt eher tragisch-komisch als Phantastereien von einfältigen Stümpern daherkommen.

 

Das alte, sich selbst gründlich widerlegte Weltbild dient uns nach wie vor als Anhalts- und Ausgangspunkt unserer Überlegungen, wie unsere Gesellschaft aussehen sollte. Widerwillig stellen wir fest, wie extremistisch das neoliberale Weltbild eigentlich war. Bald werden wir es abtun als vorübergehende kollektive Verirrung, bei der wir selbst sowieso nie so richtig mitgemacht haben. Wir doch nicht!

 

Ideelle Zeitalter haben keinen guten Ruf, wenn sie einmal vorbei sind.

Noch vor kurzem spotteten wir über die Achtundsechziger, diese rührend komischen Gutmenschen, die viel zu wenig auf ihre Körperpflege achteten. Und jetzt das.

 

Wir brauchen doch Helden. Wer wäre geeigneter dazu als Manager großer Konzerne oder hochbezahlte Investmentbanker in teuren Anzügen, - dachten wir. Was nun?

 

Nicht einmal das schlichte und unverwüstliche „Big-is-beautiful!" scheint mehr zu funktionieren. Irgendwie scheint gar nichts mehr zu funktionieren, nur die alte Ordnung, die wir im Begriffe waren, abzuschaffen, gibt es noch. Und sie scheint stärker denn je zu sein.

 

Unsere Wirklichkeit ist in der Krise.

Sogar unsere Tattoos wollen uns nicht mehr gefallen, die Nadelstreifenanzüge hängen im Schrank, unsere schicken ledernen Aktenköfferchen stehen darunter.

Betrübt betrachten wir unsere Schätze.

Wie konnte das passieren?

 

Wir dachten damals, das Ende der Geschichte wäre erreicht, jetzt dreht sich das Rad der Zeit einfach nur weiter.

Wer etwas historisch bewandert ist, weiß, dass jeweils vor 20, 40, 60 und 80 Jahren, immer gegen Ende des jeweiligen Jahrzehnts ein großer kultureller Umbruch stattfand, die geltende Werte-Ordnung umgekrempelt wurde.

 

Nun, es ist wieder soweit.

Aber warum geschieht das.

Hat unsere Kultur eine eingebaute Uhr?

Haben Werte und Normen Verfallsdaten?

Erschöpfen sich Ideale nach zwanzig Jahren?

Ist eine bestimmte Ästhetik nur eine gewisse Zeit zu ertragen?

 

Mogeln wir uns diesmal langsam hinein in eine neue Wirklichkeit, eine wieder modernere Moderne mit neuem Chic, mit neuem Schwung und mit wieder neuen ultimativen Wahrheiten.

 

Eines kann ich auf jeden Fall versprechen:

Die nüchterne Sachlichkeit bleibt uns nicht erhalten.

Der Pessimismus auch nicht.

Und wehe, uns wird jemand sagen, wohin wir uns wenden sollen, - wir werden es tun.

12.7.2009

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Seite 3,2

Die Zeitenwende des Ideellen Zeitalters

Die Arbeitsfrequenz G

 

 

Wenn wir sagen „Die Zeiten ändern sich", meinen wir in der Regel damit, dass sich unsere Wertvorstellungen und Ideale verändern.

In der Kybernetik der Wirklichkeit werden die Grundbedingungen für das Entstehen und die ständige Überarbeitung unseres ästhetischen Empfindens, unseres Zeitgeistes beschrieben.

Das, was wir unsere Wirklichkeit nennen, ist in der Kybernetik der Wirklichkeit analog zur menschlichen Wahrnehmung in acht sich quantitativ unterscheidende Arbeitsfrequenzen aufgeteilt. Das für unseren Zeitgeist wichtigste Segment der Kybernetik der Wirklichkeit ist die Arbeitsfrequenz G, die Frequenz mit der zweitgrößten Wellenlänge.

Die beiden wichtigsten Parameter der Arbeitsfrequenz G prägen unsere Wirklichkeit entscheidend:

Ende Mai 2010 beginnt der Übergang in ein neues Ideelles Zeitalter, das sich von dem noch aktuellen signifikant unterscheiden wird.

 

Die Ideellen Zeitalter der letzten und der nächsten Jahrzehnte in  schematischer Darstellung.

Zwischen unserer Wahrnehmung der Umwelt während der hellroten, hellblauen, dunkelroten und dunkelblauen Quartale bestehen grundlegende Unterschiede.

 

1905-1927                              Zeitalter des Ersten Weltkriegs

1927-1949                              Zeitalter des Zweiten Weltkriegs

1949-1968                              Nachkriegszeit

1968-1988                              Woodstock-Zeitalter, auch d. ZA der Achtundsechziger genannt.

1988-2010                              Das Neoliberale Zeitalter

2010-2032                              Neues Zeitalter

 

Wie bei den letzten Großen Zeitenwenden in den Jahren 1988, 1968 und 1948 findet auch diesmal ein Ideelles Zeitalter sein unwiderrufliches Ende. Während dieser Übergangsphase vollziehen sich auch diesmal wieder physikalische Prozesse, die unsere Vorstellungen, wie wir die Welt um uns herum haben wollen, maßgeblich verändern. Unsere Betrachtungsweise, unser Filter, durch den wir wichtige Teile unserer Realität wahrnehmen, wird einmal mehr grundlegend neu konfiguriert. Unzählige Ereignisse werden dadurch wie schon während der bereits erwähnten Zeitenwenden vorher einem erneuten Wertungsprozess unterworfen.

 

Ereignisse, die wir bisher als angenehm, unserem Leben adäquat und einfach als irgendwie richtig empfunden haben, werden unter diesen neuen Umständen diese positiven Bewertungen vielfach nicht halten können. So manches, was wir als gut, schön und richtig empfunden haben, wird sich dann für viele von uns als  unersprießlich, inkorrekt und als irgendwie nicht, wie es sein sollte, erweisen.

 

Mit einem Wort, ein bestimmter, relativ großer Teil dessen, was wir unseren Geschmack nennen, wird sich verändern. Auch unsere Neigungen, unsere Vorlieben werden zeitlich neu angepaßt. Jedes Mal, wenn eine unserer acht Arbeitsfrequenzen, mit denen wir unsere Wirklichkeit gliedern, die Farbe wechselt, findet eine Neudefinition unseres Bezugs zur unserer Umwelt statt.

 

Aber nicht auf alle Menschen werden diese Veränderungen im gleichen Umfange wirken:

Wichtig! Hier tritt ein starker Relativismus der Generationen auf:

Junge Menschen unter 22 Jahren sind von diesen Veränderungen im höchsten Maße betroffen und werden diese auch am heftigsten begrüssen. Sie werden diese kommende Zeit erst dann so richtig als „ihre Zeit" ansehen können, weil es sie erstmalig als eigenständige Generation von der Gruppe der Älteren abhebt und ihnen eine dominante Rolle für die Entwicklung des dann neu entstehenden Zeitgeistes zuschreibt. Erst dann wird diese Generation in der Lage sein, ein eigenes Profil zu erstellen, ihr Potential voll zu nutzen.

Menschen im Alter von 22 bis 42 Jahren dagegen werden diese Umwälzung als Ideelle Enteignung, also eher negativ wahrnehmen. „Ihre Zeit" ist dann abgelaufen. Von nun an sind sie nicht mehr die privilegierte Generation, die den Zeitgeist maßgeblich prägt.

Menschen von 42 bis 62 werden eher gelassen, viele sogar erleichtert reagieren. Das jetzt folgende Zeitalter hat mehr Ähnlichkeit mit „Ihrer Zeit" 1968 bis 1988, es „fühlt sich besser an".

Menschen von 62 bis 83 haben bereits drei Zeitenwenden hinter sich, haben diesbezüglich schon reichlich Übung und fühlen sich in der Regel weniger betroffen, auch wenn „Ihre Zeit" 1948 bis 1968 mehr Ähnlichkeit mit dem jetzt zu Ende gehenden Zeitalter hatte.

Wir werden diese Vorgänge, die unsere Werte und Normen grundsätzlich verändern, irrtümlicherweise als Entstehung von neuen Moden, als Kreation von neuen Strömungen interpretieren. Wir werden sie als neue Ideen werten, die als logische Folge auf die Ideen des Neoliberalismus folgen, anstatt als durchgreifende Neudefinition unseres gesamten Wertesystems infolge einer gänzlich veränderten Umweltwahrnehmung.

Immer haben wir Menschen das aktuelle, gerade gültige Zeitalter als das richtige, das modernste, das klügste, und auch als das logisch aus dem letzten folgende definiert. Das wird auch diesmal nicht anders sein, auch wenn der Übergang dieses mal, analog zu den Vorgängen von 1927 wesentlich gleitender, sanfter sein wird als das 1968 und 1988 der Fall war. Das waren ja doch recht aprupte Zeitgeist-Wenden.

Die Wahrnehmung während „hellroter" Zeit-Perioden erzeugt immer ein etwas unklares, diffuses, auch verschwommenes Bild der Wirklichkeit, was zu dieser zeitlichen Dehnung der Ideellen Neudefinition führt. 

9.4.2010

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Seite 3,2,0

Vorbemerkung zu den Beobachtungen

 

Natürlich ist es immer schwierig, aus der Mitte des Geschehens heraus aktuelle gesellschaftliche Veränderungen zu beobachten und zu beschreiben. Vieles ist für uns einfach zu normal, zu alltäglich, um es als etwas Besonderes, Markantes oder Typisches zu registrieren und als exemplarisch und bezeichnend für einen bestimmten Zeitraum festzumachen und festzustellen. In der Regel beurteilen wir gesellschaftliche Veränderungen im Nachhinein, halten erst viele Jahre später Rückschau und bemerken dann, wie merkwürdig, wie kurios die eine oder andere Verhaltensweise damals doch gewesen sei. In der Wahrnehmungswelt der Vergangenheit jedoch war dieses rückwirkend betrachtet so eigenartig erscheinende Verhalten völlig normal, alltäglich und in sich logisch und widerspruchsfrei.

Der Lebensstil, die Art und Weise, wie wir uns zeigen, Mode-Erscheinungen wirken bei einem gewissen zeitlichen Abstand häufig doch ein wenig merkwürdig, oft sogar richtig grotesk. Gerade in den Jahren nach den Ideellen Zeitenwenden wundern wir uns, Rückschau haltend, wie wir solche Verirrungen billigen, ja, uns selbst bei mach fragwürdigen Geschehen auch noch begeistert aktiv beteiligen konnten.

Der sich verändernde Zeitgeist bereichert unser Leben ständig um weitere Peinlichkeiten, die wir jedoch immer erst später wahrnehmen. Mehr oder weniger willig machen wir die meisten Neuerungen über kurz oder lang doch mit, und sind insgeheim froh über die alten Regeln, die uns geblieben sind. Manche dieser Regeln erkennen wir noch nicht einmal als solche, so selbstverständlich sind sie.

Eines steht aber unzweideutig fest: wir sind in jedem Zeitalter klüger als im vorherigen. Aber immer wieder dreht sich das Rad der Zeit ein Stück weiter und immer neue Fehltritte und Irrtümer treten zu Tage.

 

 

Alle 21 Jahre wieder erleben wir das Phänomen einer Ideellen Zeitenwende, ohne uns dessen bewusst zu sein. Bislang war nicht bekannt, dass unsere Werte und Normen, die Ideen und Abmachungen, wie wir leben wollen, direkt von periodisch auftretenden, physikalisch verursachten Veränderungen unserer Wahrnehmungsfähigkeit abhängen.

Das bedeutet, dass sich nur alle 21 Jahre die Gelegenheit bietet, eine großflächige Neudefinition unserer Lebensgewohnheiten „live" zu beobachten.

Vermutlich ist es auch das erste Mal, dass jemand eine Ideelle Zeitenwende bewusst als solches miterleben und mit vollziehen kann.

Deshalb habe ich habe mich in den folgenden Kapiteln bemüht, soviele Details wie möglich aus dem Geschehen um mich herum auszufiltern. Das war nicht ganz einfach: das menschliche Leben ist vielfältig und ein Großteil der Ereignisse, die wir wahrnehmen, basieren auf einer der sieben anderen Arbeitsfrequenzen (A bis F und H), sind also nicht von der Wahrnehmung der in diesem Kapitel behandelten Arbeitsfrequenz G abhängig.

Bisher ging man generell von einer Einheitlichen Wirklichkeit aus, und so gab es bisher auch keine Erfahrungswerte, wie eine Weltsicht mittels unterschiedlicher Wirklichkeiten zu definieren ist. Zuerst musste also das Grundgerüst unserer Realität beschrieben werden.

Ich hatte darauf zu achten, wie sich meine eigene Wahrnehmungsfähigkeit von Ereignissen veränderte, von denen ich bereits wusste, dass sie auf der Arbeitsfrequenz G beruhten. Darüber hinaus beobachtete ich meine Mitmenschen nach diesbezüglichen Verhaltensänderungen. Bei den kollektiven  Arbeitsfrequenzen war davon auszugehen, dass ganze Gruppen von Menschen Änderungen zeigen würden. Ich hatte vor 26 Jahren begonnen, die Kybernetik der Wirklichkeit zu entwickeln, weil Verhaltensauffälligkeiten ganzer gesellschaftlicher Gruppen mit den gängigen Methoden wie z. Bsp. der Psychologie einfach nicht zu erklären waren.

Auch wollte ich in Erfahrung bringen, wie sich diese Wahrnehmungsveränderungen bemerkbar machten, wie sie sich anfühlten, ob und wie man sie feststellen und erfassen konnte. Von meinen Beobachtungen der „Kleinen" Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F 2009 hatte ich da bereits einige Erfahrungswerte vorliegen.

Natürlich hatte ich wieder einige Prognosen gestellt, - die Mehrzahl trat ein, einige davon allerdings nicht. Aber, was auffällig war, viele Voraussagen erfüllten sich zwar, aber die erwarteten Ereignisse äußerten sich auf andere Weise, als ich es erwartet hatte.

Ein Beispiel hierfür das Komplexe Zeitalter: nach 42 Jahren des Konkreten Ideellen Zeitalters wechselten wir 2010/11 in das Komplexe Ideelle Zeitalter, das bis 2052 dauern wird.

Es ist offensichtlich kaum möglich, ein Ideelles Zeitalter mithilfe der Parameter und Prinzipien zu definieren, die im vorherigen Zeitalter galten. Ich konnte mir während der Zeit des Konkreten Ideellen Zeitalters bis 2011 beim besten Willen nicht richtig vorstellen, wie das kommende Komplexe Ideelle Zeitalter nach 2011 aussehen würde. Meine dies betreffenden Voraussagen waren zwar im Prinzip schon richtig, aber es fühlte sich ganz anders an, als ich es erwartet hatte: einfach so alltäglich und unspektakulär, und überhaupt nicht fremd und merkwürdig, - eben so wie etwas, das einfach so ist, wie es sein soll.

Ideelle Zeitalter wirken immer nur in der Rückschau merkwürdig und fremdartig, unlogisch, kurios und irgendwie verrückt. Das aktuelle Ideelle Zeitalter erlebt man vom ersten Augenblick an als alltäglich und normal.

Erstaunt war ich darüber, wie prompt und ungeniert, mit welch einer Selbstverständlichkeit meine Zeitgenossen und auch ich selbst die neuen Bedingungen nach dem Wechsel der Wahrnehmungsfähigkeit umsetzten.

Wir alle stellen uns offensichtlich erstaunlich schnell auf diese Veränderungen der Wahrnehmungsfähigkeit ein: ohne lange darüber nachzudenken ändern wir unser Verhalten, - und glauben bereits nach kürzester Zeit, wir hätten uns schon immer so benommen. Dahingehende Nachfragen bei meinen Zeitgenossen ergaben, dass hier zwar viele bemerkten, dass sie sich jetzt irgendwie anders verhielten, diese Veränderung als ganz normal einordneten nach dem Motto „gestern machte ich es so und heute eben so. Mir war halt danach, vielleicht habe ich auch dazugelernt".

Vor allem die Distanz  zu den Mitmenschen, die nicht direkt zu unserem täglichen Leben gehören, unser Verhalten im „gesellschaftlichen Raum" hat sich eindeutig verändert. Das betrifft sehr viele Menschen, auch unsere Meinung über uns Unbekannte, über Menschen, die wir nie kennengelernt haben, veränderte sich relativ stark.

Viele werden jetzt sagen, „ist es denn wirklich wichtig, was ich von Leuten halte, die ich gar nicht kenne."  Wichtiger, als wir glauben: die gesamte sog. „Öffentliche Meinung" ist unmittelbar abhängig davon, was wir von den vielen „Unbekannten" halten. Viele dieser Menschen-Gruppen kennen wir nicht persönlich und trotzdem haben wir eine Meinung über sie: Politiker und Bürger, Arme und Reiche, Chefs und Untergebene, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Beamte und Angestellte, Tätowierte und Nicht-Tätowierte, Autofahrer und Fußgänger, Blonde und Dunkelhaarige, Dicke und Dünne, Rechtshänder und Linkshänder, Volksstämme wie Bayern, Franken, Schwaben oder Baden, Völker wie eben die Deutschen, die Franzosen, Briten oder Italiener, Europäer, Amerikaner, Asiaten, Afrikaner...

Über alle haben wir eine mehr oder weniger präzise Meinung. Es gibt kaum jemanden, der sich zu all diesen Menschen-Gruppen völlig neutral definiert und auch verhält. Lernen wir jemanden aus einer dieser Gruppen von Fremden näher kennen, ist er dann auch kein Fremder mehr, sondern ein Bekannter, vielleicht sogar ein Freund. Und schon gehört er zu unserer eigenen Gruppe.

Unser gesellschaftliches Leben besteht aus weit mehr als „wen grüße ich und wen nicht" und ist sehr viel komplexer und vielgestaltiger, als wir uns das gemeinhin vorstellen. Und, - auch hier existiert eine Hierarchie, geordnet danach, wie gut wir jemanden kennen.

Was mich bei der Beobachtung dieser Zeitenwende besonders interessierte, war das Verhalten ganzer Gruppen von Menschen: im Laufe der Jahre der Forschungen hatte es sich herauskristallisiert, welche Geburtsjahrjahrgänge zusammen eine Generation oder eine Sub-Generation im Sinne der Arbeitsfrequenz G bilden; - Menschen mit einer teilweise identischen Wahrnehmungswelt.

Besonders interessierte mich, wie die Gruppe der von 1968 bis 1988 Geborenen, die mit Fug und Recht das Neoliberale Zeitalter als das ihre bezeichnen konnten, auf diese Zeitenwende reagierte. Diese Generation ist ja im Moment vor allem betroffen von dem nicht gerade angenehmen Vorgang der Ideellen Enteignung.

Und, - natürlich, wie reagiert meine eigene Generation, die von 1949 bis 1968 Geborenen.

 

21.8.2013

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Seite 3,2,1

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

 

Teil 1

Vergleich des Ablaufs der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G mit dem der Arbeitsfrequenz F

 

 

Im Gegensatz zu der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F vollzog sich die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G wesentlich langsamer und zögerlicher. Wie aus der unten gezeigten Grafik zu entnehmen ist, begann die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G (unterer Balken der grafischen Darstellung) mit einem nur zweieinhalb Monate dauernden Intermezzo vom 27.5.2010 bis zum 14.8.2010.

Diese kurze Zeit genügte nicht, um die neuen Verhaltensmuster, die nach dem 27.5. bereits im Entstehen waren, dauerhaft zu etablieren.

Im Nachhinein ist festzustellen, dass dieser Zeitraum eher wie ein erster Testlauf, ein Ausprobieren neuer Gewohnheiten funktionierte, nach dem man wieder zu den alten Gepflogenheiten des gesellschaftlichen Umgangs miteinander zurückfand.

Die zeitweilige Rückkehr zur alten Wahrnehmung dauerte dann auch ca. 7 Monate lang, vom 14.8.10-11.3.11 (rechter dunkelblauer Abschnitt im unteren Balken der Grafik), lange genug, um neue Verhaltensweisen aus dem vorhergehenden Zeitraum (dem schmalen rosa dargestellten Streifen) wieder rückgängig zu machen.

So war die vollständige Wirkung der Wahrnehmungsveränderung erst nach dem Ende der Zeitenwende G am 11.3.2011 richtig spürbar.

 

Zu Beginn der Zeitenwende der kurzwelligeren Arbeitsfrequenz F (dargestellt durch den oberen Balken der Grafik) hingegen dauerte diese erste (Test)-Etappe mehr als fünf Monate (29.10.09 bis 7.4.10), was bereits genügte, um die neuen Gewohnheiten, die sich aus den Wahrnehmungsveränderungen ergaben, dauerhaft zu installieren. Auch die Rückkehr in die alte Wahrnehmung für gut drei Monate (7.4.10 bis 21.7.10) währte hier nicht lange genug, um die alten Gewohnheiten und Sitten bzw. Unsitten flächendeckend wieder aufleben zu lassen. Hier wurden die neu installierten Gebräuche nur etwas abgemildert.

Man kann also sagen, dass fünf Monate bei der Arbeitsfrequenz F genügten, um neue kollektive Verhaltensweisen, die durch Wahrnehmungsveränderungen bedingt waren, zu etablieren, während zweieinhalb Monate der deutlich langwelligeren Arbeitsfrequenz G nicht ausreichten.

Die nächste große Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G findet erst wieder im Jahr 2032 statt. Auch dabei wird es sich um eine verzögerte Zeitenwende handeln, die nach ähnlichem Muster (3.8.2032/12.12.2032/22.5.2033) vonstatten gehen wird. Man wird dann sehen, ob die diesmal mehr als vier Monate der ersten Phase genügen werden, um die neuen Verhaltensweisen zu etablieren.

Wie bei der Arbeitsfrequenz F (und auch bei allen anderen Arbeitsfrequenzen) waren die Wahrnehmungsveränderungen nicht unmittelbar, nicht direkt festzustellen. Man bemerkte wohl, dass gewisse Ereignisse, gewisse Vorgänge, bestimmte Personengruppen höheres Interesse bei den Menschen erweckten. Auch hatte man häufig das Gefühl, dass einem manche Menschen ohne ersichtlichen Grund näher gekommen waren, deutete es aber irrtümlich als psychologischen Effekt, nicht als technischen.

Wie bei der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F war auch bei der Zeitenwende G die Wirkung (wie erwartet) vor allem weniger im privaten als im gesellschaftlichen Bereich spürbar. Wir nutzen die Kollektiven Arbeitsfrequenzen E, F, G und H vor allem für unsere  gesellschaftliche Kommunikation, weniger für unsere private.

Die wahrnehmbaren Veränderungen im Verhalten waren vor allem qualitativ: die Menschen im gesellschaftlichen Bereich waren plötzlich bei weitem freundlicher, entgegenkommender und verhielten sich so, also würden sie ihre Gegenüber viel besser kennen, als es vor der Zeitenwende der Fall war.

Die zunehmende Nähe von Menschen, die wir nur flüchtig oder gar nicht kennen, ist überall feststellbar. Dies verursacht eine langsame innergesellschaftliche Öffnung. Rote Wirklichkeiten sind zugewandte Zeiten, das Ausmaß der gesellschaftlichen Desintegration wird nun langsam wieder zurückgeführt. Es wird einige Zeit dauern, die durchgeschnittenen Fäden, die Kontakte, die zwischen den Menschen einst bestanden, wieder zu knüpfen.

Aus den individualistischen Gesellschaften der sog. Westlichen Welt werden wieder Gemeinwesen, die den Namen verdient haben. Der unentwegte Konkurrenzkampf „Jeder gegen Jeden" hat seinen Höhepunkt überschritten.

25.6.2011

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Seite 3,2,2

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

 

Teil 2

Beobachtungen über die Veränderungen des zwischenmenschlichen Kontakts

 

 

Die vor kurzem endgültig vollzogene Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G hat erneut bestätigt, dass die Grundordnung und Organisation unseres zwischenmenschlichen Kontakts auf quantitativ nach Informationseinheiten gestaffelten Arbeitsfrequenzen basiert.

 

Die Zeitenwenden aller Arbeitsfrequenzen der Kybernetik der Wirklichkeit verursachen Verhaltensänderungen beim Menschen.

Die zeitlich variablen Filter der Kybernetik der Wirklichkeit verändern die menschliche Wahrnehmung.

Aufgrund dieser Wahrnehmungsveränderung bewerten wir auch das Wahrgenommene neu. Es kommt zu Veränderungen des Zeitgeistes.

 

 

Die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz F (an anderer Stelle bereits ausführlich behandelt) zeigte sich im Alltag vor allem als Veränderung der Kommunikation zwischen dem Einzelnen und bestimmten Gruppen der Gesellschaft (und umgekehrt) sowie der Kommunikation zwischen den Mitgliedern dieser Gruppen und den Mitgliedern anderer Gruppen.

Die Informationseinheiten, hier Ereignisse genannt, deren Wahrnehmung durch die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G verändert werden, sind „größer" als die der Arbeitsfrequenz F.

Um eine Gesellschaft der Größe der deutschen (oder auch französischen, englischen, italienischen, türkischen) in seiner Vielfältigkeit zu definieren, zu erklären oder beschreiben zu können, benötigen wir große Informationsmengen, - „große Ereignisse". Dafür reicht die Arbeitsfrequenz F nicht mehr aus. Wir müssen uns für die Definition einer Gesellschaft dieser Größe der um das dreifache langwelligeren Arbeitsfrequenz G bedienen.

(Bei den Gesellschaften kleinerer Staaten wie Österreich, Tschechien oder der Schweiz genügt hierfür noch die Arbeitsfrequenz F. Vor allem aus diesem Grund sind kleinere Staaten in vielen Bereichen auch flexibler, in manchen anderen Bereichen aber unmittelbar von angrenzenden größeren Staaten abhängig.)

Wir benutzen die Arbeitsfrequenz G, um untereinander zu kommunizieren, wie wir uns diese Gesellschaft vorstellen. Ebenso benutzen wir sie dafür, untereinander auszumachen, wie der ideale Mensch während eines bestimmten Zeitraums sich zeigen sollte.

Aus diesem Grund habe ich die Arbeitsfrequenz G die Ideelle Arbeitsfrequenz genannt.

 

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Während wir für unseren Kontakt mit unserem engeren Umfeld, den Menschen, mit denen wir tagtäglich zusammenleben, überwiegend  die „schnellen" informationsarmen Arbeitsfrequenzen A bis E benutzen, gebrauchen wir für den regelmäßigen Kontakt mit Personen aus unserer persönlichen Peripherie in der Regel die Arbeitsfrequenz F, für den sporadischen Kontakt mit Menschen, die wir kaum oder auch gar nicht kennen, jedoch die Arbeitsfrequenz G.

Das bedeutet, dass sich die Grundlage für unser gesamtes (nicht-privates) gesellschaftliches Verhalten mit jeder der Zeitenwende der Kollektiven Arbeitsfrequenzen F, G und H verändert.

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Beobachtungen von Veränderungen unserer gesellschaftlichen Kommunikation aus neuerer Zeit:

Fremde Menschen sind uns nun weniger egal. Dies gilt für alle fremden Menschen, ob wir ihnen nun unmittelbar von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen oder nur irgendetwas über sie hören, lesen oder etwa einen Bericht im TV sehen. Wir kommunizieren wieder bei weitem mehr außerhalb unseres intimsten Kreises von Verwandten und Freunden. Das verursacht wie jede Zeitenwende von Blau zu Rot eine Senkung des Funktionalismus (eine kurze Erklärung erfolgt demnächst im Theorie-Teil dieser Homepage. - Leider bin ich bis heute noch nicht dazu gekommen Juli 2015) im gesellschaftlichen Bereich.

 

Eindeutig festzustellen ist auch die allgemein wieder stärkere Teilnahme am öffentlichen Leben. Das öffentliche Leben wird wieder lebendiger, echter, weniger von Plattitüden und leeren Ritualen geprägt. Wir rücken alle wieder näher zusammen, kommunizieren wieder deutlich mehr mit unbekannten Menschen, reden auch mal wieder mit Menschen, mit denen wir in den abgelaufenen „Blauen Jahren“ kein Wort wechseln wollten. 

Wir öffnen uns, wenden uns wieder verstärkt den und dem Anderen zu. Auch gegenüber Neuem sind wir offener geworden.  Ebenfalls werden wir wieder neugieriger und aufgeschlossener. Wir sind eher bereit, uns auf kleine alltägliche Kommunikations-Experimente einzulassen. Unser Widerstand gegen Fremdes und Unbekanntes sinkt.

Allerdings führt dies auch vor allem zu Beginn dieser neuen Ideellen Zeit (wie auch beim letzten blau-roten Wechsel des Ideellen Zeitalters im Jahre 1968) vielfältig zu erhöhter Reizbarkeit in unserer Gesellschaft.

Es ist nicht durchgängig so, dass die Menschen die neue hinzugewonnene Fähigkeit der stärkeren Wahrnehmung freudig begrüßen. Vielmehr fühlen sich viele überrollt und überwältigt von der erhöhten Wahrnehmung, von der Zunahme an Informationen. Wir fühlen uns gestört und genervt von dem vielen Unsinn und Unerfreulichen, das auf uns einprasselt. Vieles von dem, was wir zusätzlich wahrnehmen, will uns so gar nicht recht gefallen. Viele würden lieber auf so manche dieser Informationen verzichten.

Die Unruhe und Reibung innerhalb einer Gesellschaft ist naturgemäß während der informationsreichen Roten Ideellen Zeitalter wesentlich höher als bei den informationsärmeren blauen Zeitaltern. Es gibt einfach viel mehr Grund, sich zu ärgern, viel mehr Grund, sich auseinanderzusetzen. Da kommt nicht immer nur Freude auf. Rote Zeiten sind anstrengende Zeiten.

Auch wenn wir während Roter Zeiten den Konsens suchen, muss dieser erst einmal gefunden werden. Das führt zu vielerlei Turbulenzen.

 

 

Die Wirkung der Zeitenwende auf Kinder und Jugendliche:

Interessant, aber nicht unerwartet, dass im Bereich der Arbeitsfrequenz G die Wirkung der Zeitenwende eindeutig am stärksten bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten ist: das Verhalten dieser beiden Gruppen in der Öffentlichkeit hat sich teilweise stark verändert. Sie sind bei weitem offener und kontaktfreudiger geworden. Die überstarke Abgrenzung und Abschottung gegen fremde Menschen und das Fremde, gegen unbekannte Menschen und das Unbekannte generell war in diesen beiden  gesellschaftlichen Gruppen bei weitem am stärksten ausgeprägt.

Wie bei jeder Zeitenwende wieder begrüßen die jungen Menschen (bis 22 Jahre) „ihre“ neue Zeit. Bisher hatten sie im Gegensatz zu allen anderen im Modus der Arbeitsfrequenz G nur ihre eigenzeitliche Wahrnehmungsfähigkeit (Dunkelblaue Wahrnehmung) zur Verfügung, während alle älteren Menschen über die Wahl zwischen zwei Wirklichkeiten verfügten.

Jetzt erhalten unsere Kinder und Jugendlichen im Ideellen Bereich eine zweite Wirklichkeit hinzu und verfügen von nun an ebenfalls über den Wahlmodus, ihre Umgebung mittels zweier verschiedener Filter wahrzunehmen.

Diese Einseitigkeit ihrer ideellen Vorstellungswelt war also lediglich wahrnehmungstechnisch bedingt und wird jetzt nach und nach sinken: unser Nachwuchs wird flexibler, anpassungsfähiger und auch mutiger und wissbegieriger. Das ist natürlich förderlich für jede Persönlichkeitsentwicklung, die vorher doch relativ eingeschränkt war durch einen gewissermaßen zeitlich begrenzten Scheuklappen-Effekt.

Bei älteren Zeitgenossen ist zu beobachten, dass je nach Generation die Reaktion auf die Zeitenwende recht verschieden ist. Hierzu existiert bereits ein kurzer Abriß im Kapitel 3.2.

21.08.2011

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Vier Jahre später, weitere Beobachtungen

 

Wir fühlen uns mehr für Menschen, die nicht zu unserer Familie und zu unserem unmittelbaren Bekanntenkreis gehören, verantwortlich. Unser Zusammengehörigkeitsgefühl  mit Menschen, die nicht zu unserem privaten Umfeld gehören, ist seit der Ideellen Zeitenwende 2010/11 gestiegen.

 

Im Vergleich mit der Neoliberalen Epoche, dem Dunkelblauen Ideellen Zeitalter (siehe Grafik) hat sich unser Mitgefühl und unsere Hilfsbereitschaft für Menschen, die zum Beispiel außerhalb unseres Landes leben, erhöht: das äußert sich momentan u. a. in der Debatte um die

Flüchtlingswelle, die in den letzten Jahren Richtung Europa stark zugenommen hat. Viele wollen diese Flüchtlinge unbedingt, andere wieder gar nicht bei uns ankommen sehen. Die Debatte wird, wie in jedem Hellroten Ideellen Zeitalter, mit viel emotionalen Schaum geführt. Sachlichkeit ist da wirklich wenig gefragt, weder von der Befürworter- noch von der Ablehner-Seite. Sachliche Menschen sind in der Minderheit.

Auch die Griechen und ihre Misere beschäftigen uns immer wieder emotional in einem derart hohem Maße, dass schon mancher sich fragt, warum die Krise eines Staates mit 11 Millionen Einwohnern solch eine öffentliche Aufmerksamkeit nach sich zieht. Im Vergleich dazu finden das Wiederaufflammen des Ost-West-Konflikts (Krim-Annexion und  Ukraine-Krieg) oder die Problematik des militanten Islamismus,  eindeutig wichtigere politische Ereignisse, nicht den Wiederhall in unserer Medienwelt, der ihrer Bedeutung entspricht. Nicht umsonst leben wir seit der letzten Großen Ideellen Zeitenwende 2009-2011 in einem Unlogischen Ideellen Zeitalter. An solche Fehlgewichtungen werden wir uns in den nächsten Jahrzehnten bis zum Ende des Komplexen Ideellen Zeitalters im Jahr 2052 gewöhnen müssen.

Doch noch einmal zurück zu unserem  Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber:  beinahe haben wir jetzt schon vergessen, wie feindselig, wie brüsk und misstrauisch wir uns noch vor wenigen Jahren unserer gesellschaftlichen Umwelt gegenüber verhalten haben.  Dass wir unsere Mitmenschen außerhalb des engen Kreises von Familie, Freunden und vielleicht noch besonders geschätzten Arbeitskollegen generell als Konkurrenten, Kontrahenten, Gegner oder gar als Feinde gesehen haben, scheint aus unserer Erinnerung verschwunden zu sein. Nein, so verbissen waren wir doch nie!

Wir sehen Filme aus den Neunziger Jahren, die dem damals aktuellen Zeitgeist des Zynismus offen huldigten, und sagen uns „ganz schön fies und gemein diese Leute, aber es ist ja nur ein Film“. Die Wirklichkeit war oft nicht so viel besser, auch wenn der Zynismus als Leitlinie für unseren gesellschaftlichen Umgang erst in den Mageren Jahren 2003-2009  seinen endgültigen Durchbruch erlebte.

Auch heute lieben wir unsere Mitmenschen nicht so richtig rückhaltlos, aber unter Generalverdacht, uns etwas Negatives zufügen zu wollen, würden wir sie heute nicht mehr alle stellen.

Irgendwie fühlen wir uns weniger bedroht und angreifbar als noch vor wenigen Jahren, wo man ständig mit Attacken rechnen musste. Es ist friedlicher geworden innerhalb unserer Gesellschaft, wir sind zugänglicher, kommunikativer, kompromissbereiter unseren Mitmenschen gegenüber geworden, das jedenfalls ist für die eindeutig, die sich erinnern können.

Das die Gesellschaft dominierende Konzept der Selbstbehauptung, des Strebens nach Dominanz, des Kampfes jeder gegen jeden ist irgendwie vorbei und dieser Umbruch verlief so unspektakulär, dass man fast selbst glauben könnte, dieses Konzept hätte nie existiert. Selbst die Generation, die mit diesem kämpferischen Ich-Idealismus aufgewachsen und sozialisiert worden ist (geboren 1968-88) sehnt sich mehrheitlich nicht mehr zurück, auch wenn sie auch heute noch sehr defensiv agieren und dem zunehmenden Ringelpiez misstrauisch gegenüberstehen.

Allerdings muss man auch hinzufügen, dass es noch ein sehr weiter Weg ist, die vielen Blessuren, die während des Neoliberalen Zeitalters unter dem eleganten Kampfbegriffes des „Schlanken Staates“ unserem Gemeinwesen zugefügt wurden, wieder zu heilen. Ich habe erwähnt, dass wir meistens die drei nächsten Ideellen Zeitalter  (von 2010 bis 2072; siehe Grafik oben) benötigen, um die gesellschaftlichen Flurschäden aus dem rasanten und rasenden Dunkelblauen Ideellen Zeitalter wieder zu beseitigen.

Das galt auch für die drei dem vorletzten Dunkelblauen Zeitalter (1905-1927) folgenden Ideellen Zeitalter von 1927 bis 1988, so lange dauerte es, um endgültig dem mörderischen Furor der Zeit des Ersten Weltkrieges abzuschwören.

Während sich in dem jetzt dargelegten die Entwicklungen, die ich bereits vor vier Jahren festgestellt habe, fortgesetzt und vertieft haben, hat sich in einem anderen damals behandelten Punkt auch etwas verändert: die weiter oben erwähnte erhöhte Reizbarkeit scheint wieder etwas abgeklungen zu sein.

Auch wenn Hellrote Ideelle Zeitalter anscheinend generell eine Neigung zu verbreiteten Turbulenzen aufweisen, gewöhnen wir uns auch daran, wie wir uns an fast alles gewöhnen.

Wir haben uns daran gewöhnt, wieder mehr wahrzunehmen und auch bald gelernt, dass wir uns nicht mit jeder Information, mit jeder Woge an Ereignissen befassen, die uns entgegenbrandet. Wir sind nicht mehr so sehr der Spielball der erhöhten Informationsflut, sind mittlerweile souveräner und geübter gegenüber dem, was jetzt wieder wahrnehmbar ist.

Wir haben riesigen Spaß an jedem emotionalen Theater, das uns dargeboten wird, aber wir können und wollen nicht alles mitnehmen, was uns so täglich alles an Gefühlen dargeboten wird, sei es nun in den Medien oder auch im Alltag.

Und, - sachliche Information interessiert uns sowieso mehrheitlich nicht so sehr. Unsere Wissbegierde beschränkt sich oftmals nur darauf, zu erfahren, wer wie mit wem umgegangen ist. Leute, die Wissen jenseits des emotional zwischenmenschlichen sammeln, gelten als komische Käuze, sofern es sich bei diesem Wissen nicht um informationstechnisches Knowhow handelt.

 

20.8.2015

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Seite 3,2,3

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

Teil 3

Beobachtungen zur Politik und zum politischen Mainstream

 

 

 

Vorwort

Linke und Rechte Politik

 

In den folgenden Kapiteln ist viel von „linker“ und „rechter“ Politik die Rede. Die Definitionen, was linke oder rechte Politik sein soll, sind aber durchaus nicht einheitlich.

Deswegen hierzu ein paar Erläuterungen:

 

1.    Definition:

Linke Politik ist egalitär.

Linke Politik strebt nach einem höheren Maß an Gleichheit in einer Gesellschaft, versucht die ungleiche Verteilung von Gütern und Ressourcen in der betreffenden Gesellschaft zu vermindern.

Rechte Politik ist elitär.

Rechte Politik strebt nach einem geringeren Maß von Gleichheit in einer Gesellschaft, versucht die ungleiche Verteilung von Gütern und Ressourcen in der betreffenden Gesellschaft zu steigern.

Ich habe in den folgenden Artikeln die Bezeichnungen „links“ und „rechts“ gemäß dieser 1. Definition benutzt, weil ich finde, dass diese mehr als die Definitionen 2 und 3 eine konkrete Aussage über einen grundlegenden Wert enthält.

 

2.    Definition:

Weit verbreitet ist auch die folgende Definition:

„Politisch Rechts“ wird hier als nationalistisch und fremdenfeindlich, „Politisch Links“ als internationalistisch und fremdenfreundlich  bezeichnet.

 

Die nach dieser Definition politisch Rechten bestehen darauf, das eigene Staats-Kollektiv sei als höherwertig und allen anderen konkurrierenden Staats-Kollektiven als überlegen und dominant anzusehen. Die Nationalisten, oft auch als Chauvinisten bezeichnet, suchen sich also nicht irgendein besonders beliebtes Staats-Kollektiv aus, das dann als überlegen angesehen wird, sondern sehen als bei weitem bedeutendstes und maßgebliches das Kollektiv an, dem sie selbst angehören.

Die politische Linke nach dieser Definition lehnt die Überlegenheit des eigenen Staats-Kollektivs über andere konkurrierende ab. Sie sieht sich gern als international, als Weltbürger an, oft auch z. Bsp. als Europäer. Oft geht diese Ablehnung der Qualitäten des eigenen Kollektivs aber so weit, dass alle anderen als überlegen angesehen werden.

Über diese Definition verortet sich der Einzelne in Relation zu seinem nationalen Kollektiv, bestimmt sein Verhältnis und seine Position innerhalb dieser „Gemeinschaft“.

Dabei gibt es Menschen, die ihr eigenes nationales Kollektiv mehr oder weniger schätzen. Manche meinen auch, diese Art der Abgrenzung von anderen wäre unpassend und unnötig, und die verschiedenen nationalen Kollektive würden sich ohnehin nicht nennenswert unterscheiden.

Diese 2. Definition ist wichtig für die Kybernetik der Wirklichkeit, die sich viel mit der Bedeutung der unterschiedlichsten Kollektive für den Einzelnen beschäftigt. Allerdings würde ich diese mehr oder weniger hohe Bedeutung nicht unbedingt als grundlegenden Wert oder Norm bezeichnen.

 

3.    Definition:

Ebenfalls weit verbreitet ist auch noch die folgende Definition:

„Politisch rechts“ = konservativ, das bestehende erhaltend.

„Politisch links“ = modern, fortschrittlich, das Neue suchend.

 

Viele Menschen wünschen sich, dass alles so bleibt, wie es ist, dass sich ihre Lebensbedingungen nicht verändern und auch die Werte und Normen, die sie kennen, ihre Gültigkeit behalten. Sie haben Angst vor Neuem, das ja durchaus bedrohlich und gefährlich sein kann.

Viele Menschen dagegen freuen sich auf das Neue, das Unbekannte, lieben die Überraschung und sind auch aufgeschlossen, wenn die Lebensbedingungen sich verändern und Werte und Normen ihre Gültigkeit verlieren.

 

Ich neige eher dazu, die eine Weltsicht als pessimistisch, die andere als  optimistisch, zu betrachten.

Problematisch bei dieser Definition ist auch, dass das, was als modern und fortschrittlich gilt, immer nur momentan, in der Gegenwart gültig ist, während die Parameter der 1. + 2. Definition ihre Gültigkeit auch über längere Zeit-Räume behalten. Grundsätzlich halte ich deswegen die 3. Definition für die Kybernetik der Wirklichkeit nicht verwendbar.

 

 

Während des Neoliberalen Zeitalters von 1988 bis 2010 hatten wir somit, was die 1. Definition betrifft, eindeutig  ein rechtes Zeitalter, was die 2. Definition betrifft, allerdings ebenso eindeutig ein linkes.

Nach der 3. Definition ist ohnehin jedes Zeitalter, von der jeweiligen Zeit aus betrachtet, modern.

 

Das neue „Leidenschaftliche Zeitalter“ oder auch das „Unkontrollierte Emotionale Zeitalter“ nach 2010 dagegen würde ich, was die 1. Definition betrifft, tendenziell eher als gemäßigt links, was die 2. Definition betrifft, relativ eindeutig als rechts bezeichnen.

 

12.12.2016

 


 

 

   Politik in unserer Wahrnehmung

Die in unserer Gesellschaft während des letzten Ideellen Zeitalters von 1988 bis 2010 weit verbreitete Entpolitisierung ist wieder auf dem Rückzug. Die Beteiligung des „Normalbürgers“ am politischen Leben wird insbesondere seit der endgültigen Zeitenwende im März 2011 wieder auffallend reger.

Die Menschen in unserem Kulturkreis (dem nord-westlichen!) sind wieder wacher, sind wieder empfänglicher für kompliziertere Vorgänge, zu denen eben auch die Politik gehört.  Das lange Jahre übliche Abwinken, wenn die Sprache auf politische Ereignisse kam, bleibt nun meistens aus. Die Reaktionen auf Fragen zum politisch-gesellschaftlichen Alltag werden wieder lebhafter.

Auch die Demokratie als solche wird den Menschen wieder wichtiger. Die Standard-Kommentare während der Neoliberalen Epoche (1988-2010): „Politik, - damit habe ich nichts zu tun und ich will auch nichts damit zu tun haben!“  oder: „auf politische Entscheidungen habe ich sowieso keinen Einfluss!“

Die landauf landab weit verbreitete kulturelle Resignation ist deutlich sichtbar zurückgegangen.

Diese Passivität weicht mehr und mehr, was auch dazu führt, dass die Menschen ihre Machtlosigkeit viel stärker empfinden. Damit wächst auch die Unzufriedenheit der Menschen. Sie ärgern sich wieder mehr und wollen wieder mehr Einfluss haben. Die aktive Teilhabe am demokratischen Willensprozess ist steigend. Die Beteiligung an der direkten Demokratie hat deutlich zugenommen, auch wenn viele ihr Vorbehalte entgegenbringen.

Man kann gespannt sein, wie das weitergeht. Interessant in den nächsten Jahren sicherlich auch die Entwicklung der Wahlbeteiligung und vor allem die der Wahlergebnisse selbst.

 

   Linke und rechte Politik

Wie erwartet, verschiebt sich der Mainstream der öffentlichen politischen Meinung, das politische Spektrum seit dem Beginn des neuen Ideellen Zeitalters  von seiner Position weit rechts von der Mitte zunächst wieder nach links zur Mitte hin. Wenn es die (virtuelle) politische Mitte erreicht hat, wird er sich weiter darüber hinaus nach links-außen bewegen.

(Wenn hier von linker oder rechter Politik die Rede ist, dann ist hier mit linker Politik ein Streben nach Gleichheit und Freiheit, eine egalitäre P. gemeint. Im Unterschied dazu ist mit rechter Politik eine elitäre P. gemeint, die die Ungleichheit präferiert, die ungleiche Behandlung von Menschen anstrebt. Internationalismus und Progressivität als typischer Ausdruck linker bzw. Fremdenfeindlichkeit und Konservativismus als Merkmal rechter Politik betrachte ich als eher fragwürdige Beschreibungen. Sie sind hier ausdrücklich nicht gemeint.)

Wie sich das politische Spektrum während der blauen Ideellen Perioden nach rechts bewegt, so driftet es während der roten Ideellen Perioden nach links. Ob daraus in dem kürzlich begonnenen desorganisierten Zeitalter allerdings Zählbares und Vorzeigbares resultieren wird, muss sich noch erweisen. Wenn man die beiden letzten hellroten Ideellen Zeitalter von 1844-65 und von 1927-49 betrachtet, wird man schnell erkennen, dass da gerade hierzulande einiges nicht so ganz glücklich gelaufen ist. Da wäre doch viel mehr, vor allem Positiveres möglich gewesen.

In jedem Fall finden die Interessen der breiten Masse der Bevölkerung langsam, aber sicher wieder mehr Berücksichtigung in der Politik, während sie in dem letzten Ideellen Zeitalter schließlich kaum noch eine Rolle in den Überlegungen der „Entscheider“ spielte. Dieses Übergangenwerden wurde von der Mehrheit der Bevölkerung auch durch eigene Passivität und dem weit verbreiteten Rückzug aus dem politischen Leben maßgeblich unterstützt.

Forderungen nach mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sind mittlerweile wieder salon- und mehrheitsfähig, gelten nicht mehr länger als lächerlich, altmodisch und obskur. Die unumschränkte Herrschaft (markt-)radikaler Teile unserer Eliten gerät sukzessive wieder ins Wanken.

Allerdings ist die Fähigkeit zu konsequentem Handeln nicht nur in der Politik durch die neuerlich aktuelle Komplexe Wirklichkeit beeinträchtigt. Die Auswirkungen der Komplexen Wirklichkeit werden zunehmend sichtbar: unsere gesellschaftliche Wirklichkeit beginnt unübersichtlicher, wirrer, chaotischer und ungeordneter zu werden.

Hinzufügend sei noch erwähnt, dass auch Ereignisse der beiden benachbarten Arbeitsfrequenzen F und H politischer Natur sein können und den Links-Rechts-Trend beschleunigen oder verzögern können:  in den Sechziger Jahren wurde der Linkstrend vorzeitig ausgelöst durch die kollektive dunkelrote Periode der Arbeitsfrequenz H.

Am Ende des letzten Ideellen Zyklus (des sog. Neoliberalen) wurde der stramme Rechtstrend, der sich eigentlich nach 2003 bereits hätte abschwächen müssen, durch die hellblaue Periode der Arbeitsfrequenz F zwischen 2003 und 2009 sowie der nach wie vor gültigen individualistischen dunkelblauen Periode der Arbeitsfrequenz H verlängert.

21.01.2012

 

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Weitere Beobachtungen:

 

 

Die erhöhte Aufmerksamkeit für die politischen Gepflogenheiten in unserem Land rührt nicht, wie man meinen könnte, daher, dass wir uns dazu entschlossen hätten, diesen Themen mehr Beachtung zu schenken. Es ist lediglich so, dass sich unsere Kapazität, Informationen dieser Wahrnehmungsgröße zu empfangen, signifikant erhöht hat.

Das war und ist seit der Ideellen Zeitenwende 2010/11 deutlich zu spüren. Auch wenn unsere Sympathie für das politische Geschehen dadurch nicht gestiegen ist, Politik wird wesentlich stärker wahrgenommen als zu Zeiten der vergangenen Neoliberalen Epoche.

Während des Neoliberalen Zeitalters gehörte regelrechte Anstrengung dazu, komplizierte, weitverzweigte Informationen wie eben auch die die Politik betreffenden aufzunehmen und zu verarbeiten. Das geht jetzt wieder wesentlich leichter. Allerdings ist es dafür schwieriger geworden, Informationen sachlich und logisch zu bearbeiten und Schlussfolgerungen für zukünftige Handlungen daraus zu ziehen.

Prägnantes Beispiel hierfür ist sicherlich die Auseinandersetzung mit der Finanzkrise durch die größeren Mitgliedsländer der Europäischen Union. Das Verhalten der EU und ihrer Institutionen selbst dagegen wird maßgeblich von der Arbeitsfrequenz H bestimmt, allerdings herrscht auch hier seit 1984 eine dunkelblaue Periode.

 

 

 

Der Beginn roter Ideeller Zeitalter (Zeiten verstärkter Wahrnehmung komplizierter und komplexer Sachverhalte) ist immer auch eine Zeit, in der viele umstrittene Ereignisse, die zwar auch während der vergangenen blauen Ideellen Zeiten irgendwie bekannt waren, aber nicht für eine Schlagzeile, einen Skandal ausgereicht hatten, nochmals ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

 

 

Während der vorhergegangenen blauen Ideellen Zeitalter reichte der Umfang unserer Wahrnehmung nicht aus, um konsequente und vor allem flächendeckende Folgerungen und Handlungen daraus zu entwickeln. Hierfür müssen schon viele Menschen zusammenarbeiten und dazu sind wir während der auch deswegen sozialdarwinistischen Blauen Zeitalter kaum in der Lage.

Unsere Fähigkeit, miteinander zu kooperieren, ist während dieser Perioden einfach zu gering. Der Wille, uns mit anderen zusammenzutun, um etwas zu bewegen, ist zu schwach, unser Vertrauen in unsere Mitmenschen ist (zu Recht) zu gering. Um ein großes Schwungrad zu drehen, bedarf es vieler Hände.

 

Häufig fragen sich die Menschen, wenn sie während eines Roten Ideellen Zeitalters in das vorangegangene Blaue Ideelle Zeitalter zurückschauen: „Wie konnte das passieren?“, „Wie war so etwas möglich?“

Als aktuelles Beispiel wäre hierfür der Skandal um die berühmt-berüchtigten NSU-Morde, die im Moment die Medien und Untersuchungsausschüsse beschäftigen oder auch, harmloser, die gravierenden Fehlplanungen bei Großprojekten wie dem Stuttgarter Bahnhof, dem Berliner Flughafen, der Hamburger Elbphilharmonie oder auch privaten Projekten wie den Transrapid oder auch viele missglückte Firmenfusionen oder -Übernahmen.

Überall, wo die Bearbeitung komplexer Tatbestände vonnöten war, war die Kooperation der dabei Beteiligten äußerst schwergängig, manchmal schlicht unmöglich. Hier von Versagen zu sprechen, ist so manches Mal nicht ganz gerecht. Man sollte eher sagen, dass die Voraussetzungen für vernünftige Zusammenarbeit während dieser Zeit einfach nicht gegeben waren.

Lediglich da, wo wenige Menschen mit einfacheren Aufgaben und Projekten befasst waren,  waren die Ergebnisse besser. Dafür reichten dann die Arbeitsfrequenzen E oder F aus. In diesen Bereichen war unsere Wahrnehmung und somit unsere Datenverarbeitung nicht die ganzen letzten 20 Jahre beeinträchtigt.

 

Ein weiteres Beispiel:  wir erleben gerade eine Grundsatzdiskussion zum Thema „Finanzierung unserer Gemeinwesen“. Diese Diskussion findet nicht  nur hier in Deutschland statt, sondern betrifft die ganze (nord-)westliche Hemisphäre.

Seit der Zeitenwende sind auch unsere Medien, was dieses Thema betrifft,  verstärkt aktiv geworden. Es ist zwar schon länger möglich, CDs mit Daten von Steuersündern zu kopieren und zu verwerten, aber erst nach der Zeitenwende kommt richtig Schwung in die Praxis, Steuerhinterziehung konsequenter zu verfolgen.

Noch vor drei, vier Jahren wurde Steuervermeidung jeglicher Art auch in den Medien weitgehend noch als legitime Notwehr von Einzelnen oder von Wirtschaftsunternehmen begriffen und beschrieben, die sich völlig zu Recht von der Verfolgung durch bösartige und gierige Staaten zu befreien suchten. Während der individualistischen Blauen Ideellen Zeitalter lässt unsere Wahrnehmung eine Wertschätzung unserer großen Gemeinwesen ohnehin nicht zu. Selbst im großen Stil organisierte Schwarzarbeit galt so logischerweise als legitime Notwehr gegen den „Kraken Staat“.

Jetzt, da wir wieder in der Lage sind, uns alle zusammen als zusammengehörige Teile eines gemeinsamen Ganzen, eben dem „Staat“ bzw. dem „Land“ wahrzunehmen, steigt durch diese zurückgewonnene Fähigkeit langsam auch die Wertschätzung unserer Gemeinwesen wieder an.

Es deutet sich an, dass auch diesmal nach einer dunkelblauen Ideellen Epoche (1988-2010/11) eine lange Phase der Regeneration und Neuordnung der großen Kollektive, zu denen auch Deutschland (ebenso wie Frankreich, Großbritannien und Italien) gehört, folgt.

Diese lange Phase erstreckt sich in der Regel über alle drei der folgenden Ideellen Zeitalter (hellrotes, hellblaues und dunkelrotes) und dauert bis 2072. Erst danach folgt erneut das wilde dunkelblaue Ideelle Zeitalter, die man mit Fug und Recht die Zeit der Eliten oder die Zeit der Oberschicht nennen kann.

29.5.2013

 

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Weitere Beobachtungen 2:

 

Was den politischen Alltag betrifft, sind mittlerweile häufig Ermüdungserscheinungen bei den interessierteren Menschen zu beobachten: die Vielzahl der politischen und gesellschaftlichen Skandale und Krisen überfordert viele. Sie können und wollen sich nicht mehr ständig über irgendwelche Missstände echauffieren.

Die gesellschaftlichen Baustellen sind zahlreich und daneben präsentiert sich in den Medien ein selbstzufriedenes politisches Personal, das sich in diesen Baustellen ausgesprochen komfortabel  eingerichtet hat.

 

Neu auch die uneingeschränkte Dominanz des Emotionalen: vor allem, was gefühlsmäßig erfahren werden kann, wird gewürdigt. Die intellektuelle Abhandlung von politischen Sachthemen langweilt uns, spricht uns nicht an. Nur wenn ein politisches Thema mit ausreichend emotionalem Beiwerk behandelt wird, ist es für uns gut erkennbar und lesbar.

Auch wenn wir uns jetzt in einem Roten Ideellen Zeitalter befinden, scheint vor allem der verstandesmäßige Zugriff auf die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse für uns alle schwieriger geworden zu sein.

Offensichtlich sind wir eben nicht wie in den Fünfziger, Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahren (genauer: während des letzten Intellektuelle Ideellen Zeitalters) imstande, mehrere Sachthemen miteinander zu verknüpfen: anstatt dem Parteiprogramm wird mittlerweile mehr und mehr als je zuvor dem emotionalen Profil des Führungspersonals der Parteien Aufmerksamkeit geschenkt, das sich dem interessierten Zuschauer (oder sollte man besser sagen, dem Mitfühler) präsentiert.

Das war bis zu einem gewissen Grad auch bereits während des Neoliberalen Zeitalters 1988-2010 so, aber die absolute Dominanz des Emotionalen gab es da in dieser Ausprägung noch nicht. Hierfür sorgte das von 1968 bis 2010 dauernde Konkrete Ideelle Zeitalter.

Wenn heute die erwähnten politischen Sachthemen nicht knackig und emotional einprägsam präsentiert werden, wie wir das mittlerweile von den Daily Soaps oder den Reality-Soaps in den TV-Privatsendern gewohnt sind, sind wir kaum noch geneigt, den trockenen und langatmigen Politiker-Statements unsere Zeit zu widmen.

 

Wenn wir zurückschauen in das letzte Komplexe Emotionale Zeitalter von 1927-1949, wirft dies auch ein ganz neues Licht auf die damaligen Ereignisse: anscheinend bedienten damals so manche Akteure die Bedürfnisse des Publikums an emotionaler Show besser als manche anderen. Die theatralischen Nazis und ihre kommunistischen Konkurrenten waren in ihrer emotionalen Wucht den demokratischen Parteien sicherlich überlegen, die Aufmerksamkeit eines durch den verlorenen Krieg und der als ungerecht empfundenen Nachkriegsordnung des Versailler Vertrages emotional aufgewühlten und entsprechend hungrigen Publikums zu befriedigen.

Eine Umfrage vor der Bundestagswahl am 22. September 2013 ergab, der Wahlkampf wäre einer großen Mehrheit des Publikums zu langweilig gewesen. Ja, das wird wohl so sein. Unsere Politiker heute könnten bei ihren Vorfahren lernen: ein paar malerische  Aufmärsche mit Begleitmusik durch ein extra engagiertes Orchester, eifriges Schwenken riesengroßer Partei-Fahnen, wütende Akteure, die mit Schaum vor dem Mund Parolen geifern, echte Beschimpfungen mit folgenden  Schlägereien mit den politischen Gegnern, da war etwas geboten.

Ich bin sicher, die Leute würden einer Show dieser Art eifriger ihre Aufmerksamkeit schenken, als dem viel zu vielen blassen Worten der heutigen Akteure.

 

29.9.2013

 

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Seite 3,2,4

 

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

Teil 4

Das Komplexe Emotionale Zeitalter

 

 

 

Das beinahe 22 Jahre andauernde Konkrete Emotionale Zeitalter ist beendet.

Wir erleben nun den Beginn des Komplexen Emotionalen Zeitalters.

Eine handliche Übersicht der Unterschiede zwischen dem vergangenen und dem jetzt neu begonnenen Ideellen Zeitalter finden Sie im Kapitel 3,3,1: Die Ideellen Zeitalter des letzten Jahrhunderts und der Gegenwart“.

Ich habe diese neue, alle 84 Jahre wiederkehrende Periode unserer Geschichte „Das Zeitalter des absurden Moralismus - Das Zeitalter der wilden Emotionalität“ genannt. In der folgenden Grafik ist sie gekennzeichnet durch die hellrote Farbe:

 

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen dem neuen und alten Ideellen Zeitalter, der Erwähnung finden muss, ist, dass nun alle Ereignisse der Arbeitsfrequenz G  in Großaufnahme wahrgenommen werden können, während wir dieselben Ereignisse 22 Jahre nur in einer verkleinerten Version wahrnehmen konnten. Diese große und kleine Version der Wirklichkeit ist in der Grafik symbolisiert durch die blaue und rote Farbe der entsprechenden Zeit-Räume.

Auch wenn man darüber informiert ist, dass demnächst beispielsweise ein Leidenschaftliches Zeitalter oder auch das Zeitalter des Absurden Moralismus (wie von 2010 bis 2032 oder von 1927 bis 1949) oder ein Zeitalter der Leichtigkeit und Leichtfertigkeit (wie ab 2032 oder von 1949 bis 1968) beginnt, so weiß man doch erst, wie es sich anfühlt, wenn es soweit ist. Es ist reichlich schwierig, Genaueres zu prognostizieren.

Der Beginn dieses neuen Zeitalters des Absurden Moralismus treibt nun schon seine ersten deutlich sichtbaren Blüten, die diese Epoche von der vorhergegangenen unterscheidet:

Wir erleben nun häufig ein kollektives Hin- und Herschwappen von gewaltigen Gefühlswellen, oft, aber nicht immer inszeniert von irgendwelchen Massenmedien. Nach dem zielgerichteten Vorwärtsstürmen und der dazugehörigen Ignoranz der Neoliberalen Epoche ist dieses ständige Auf und  Ab und Hin und Her schon gewöhnungsbedürftig. Allerdings ergibt sich daraus über kurz oder lang auch eine Art von Entschleunigung, auf die viele schon lange hoffen.

Dieser neue Moralismus oder Idealismus ist dabei in der Regel durchaus ernst gemeint und überwiegend von echtem und ehrlichem Ursprung. Allerdings bringt es die ebenfalls neue Komplexe Wirklichkeit mit sich, dass eine gehörige Portion von inkonsequenter Beliebigkeit mit einzieht, eine unkontrollierte, konfuse, aber auch wild-romantische Verwegenheit und Abenteuerlichkeit.

Was immer die Massen bewegt, es bewegt sie heftig, aber nicht unbedingt nachhaltig. Vieles ist unklar, aber das mit aller Macht, und möglicherweise nur für eine gewisse Zeit, bis diese emotionale Emphase gleich wieder langweilig wird.

Ich habe in der Zusammenfassung der letzten Ideellen Zeitalter im Kapitel 3,3,1 auch geschrieben, dass man diese aktuelle Ideelle Periode auch das „irrational-unlogische und zufällige Zeitalter“ nennen kann.

In der Erläuterung dazu steht: „Das Zeitalter, das am schwersten zu deuten ist. Ein Zeitalter der Widersprüche, Ungereimtheiten, Inkonsequenzen und Verworrenheit: diffus, unausgegoren, schwer greifbar und oft wenig konstruktiv. Das komplexeste und am schwersten beschreibbare und berechenbare Zeitalter. Emotionalismus gepaart mit Bizarrerie.“

 

Dieser Moralismus beginnt langsam, eine Art neue Alltags-Religion zu kreieren, die möglicherweise schon jetzt in unser Weltbild des christlichen Abendlandes eingearbeitet wird: wir suchen verzweifelt nach der richtigen, gesunden Ernährung, mal essen wir kein Fleisch, mal nehmen wir kein Öl zu uns, mal keine Kohlenhydrate. Es ist uns wahnsinnig wichtig, was wir essen. Darüber hinaus ringen wir darum, die Klimaerwärmung zu stoppen, trinken fair angebauten Kaffee und kämpfen enthusiastisch gegen den Bau eines neuen Bahnhofs. Wir verzweifeln daran, dass unsere Geldspenden nicht dort ankommen, wo wir sie gerne sähen.

Wir grämen uns, wenn irgendwelche Lebensmittel im unserem Kühlschrank verderben, wir echauffieren uns monatelang aufs heftigste über ein kleines Land voller netter Leute irgendwo im Süden, die nichts mehr getan haben, als zu viele Schulden gemacht zu haben.

Ständig sind wir dabei, voller Angst den Untergang unserer Welt zu verhindern, so als stünde dieser unmittelbar bevor.

Wir sind emotional immer voll dabei und bald schon wieder beim nächsten ideellen Thema angekommen. Kaum ist die eine Aufgeregtheit am abschwellen, findet sich eine neue. Es gibt doch nichts interessanteres, als sich voll emotionaler Wucht irgendwo einzubringen,  um schon am nächsten Tag ein neues Thema für eine neue Gefühlsaufwallung, für einen neuen emotionalen Taumel zu finden. - Leidenschaftlichkeit ist das neue Zauberwort. Logisches Denken ist altbacken und langweilig.

Auffällig ist dabei das herrschende Durcheinander, eine Ziel- und Planlosigkeit, das wir von den beiden letzten Konkreten Ideellen Zeitaltern (von 1968 bis 2010) in dieser Form so nicht kennen. Diese Folgerichtigkeit von Großen Ereignissen ist für die nächsten ca. vierzig Jahre erstmal Vergangenheit.

All dies ist hervorgerufen lediglich von einer Veränderung nur eines von acht Arbeitsfrequenzen unserer Wahrnehmung und Datenverarbeitung, - und schon erscheint unsere Welt in einem neuen Licht. Das, was wir zwanzig Jahre geglaubt haben, wie wir unsere Gesellschaft gesehen haben, ist nicht mehr aktuell, unser Menschenbild hat sich weiterentwickelt, eine neue Epoche formiert ihr Antlitz.

Man sieht auf der obigen Grafik, dass das letzte Zeitalter dieser Art (symbolisch hellrot dargestellt) von 1927 – 1949 dauerte. Das erklärt schon so Manches, auch wenn die Themen damals gänzlich andere waren, und von dieser internationalen Vernetzheit, wie wir sie von unserem modernen Europa kennen, noch keine Rede sein konnte.

Dieser neue ungebremste emotionale Überschwang verfügt über eine gewaltige Wucht. Wollen wir hoffen, dass wir diesmal „etwas“ weniger radikal und rücksichtslos vorgehen, immerhin müssen wir diesmal kein grauenvolles kollektives Ereignis wie den 1. Weltkrieg verarbeiten.

 

01.05.2012

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Seite 3,2,5

 

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

Teil 5

Beobachtungen zum Komplexen Zeitalter

 

 

Während ein sog. Rotes und Blaues Ideelles Zeitalter jeweils etwa 21 Jahre dauern, umfasst ein Konkretes oder Komplexes Ideelles Zeitalter jeweils einen doppelt so langen Zeitraum.

Jedes Komplexe Ideelle Zeitalter besteht immer aus zuerst einem Hell-Roten und danach einem Hell-Blauen Ideellen Zeitalter.

Jedes Konkrete Ideelle Zeitalter dagegen besteht immer aus zuerst einem Dunkel-Roten und danach einem Dunkel-Blauen Ideellen Zeitalter.

Anhand des dritten Balkens der Grafik wird verdeutlicht, dass das kürzlich beendete Konkrete Ideelle Zeitalter von 1968 bis 2010 dauerte. Das anschließende Komplexe Ideelle Zeitalter endet dann, - auf dieser Grafik nicht zu erkennen -, im Jahr 2052.

Das letzte Komplexe Ideelle Zeitalter währte von 1927 bis 1968.

Komplexe und Konkrete Ideelle Zeitalter dauern jeweils 39 bis 44 Jahre. Dies gilt ebenso für die Emotionalen und Intellektuellen Ideellen Zeitalter, deren Verlauf (zwischen 1927 und 2032) im vierten (untersten) Balken der Grafik abgebildet ist.

 

 

Diese durchschnittlich 42 Jahre sind eine sehr lange Zeit, während derer sich die Werte und Normen, denen dieser Zyklus zugrunde liegt, sehr stark verfestigen können. Nach einer gewissen Zeit der Umstellung auf die neuen Gegebenheiten, ca. fünf bis fünfzehn Jahre, glauben wir dann unverbrüchlich, man könne gar nicht mehr anders als eben so leben, wie es gerade im Moment üblich ist. Wir meinen, es wäre die natürlichste aller Arten, so zu sein, wie wir sind, und auch in Zukunft würde selbstverständlich kein vernünftiger Mensch es jemals anders wollen können.

Alle Menschen, die nach 2010 geboren wurden und noch werden, kennen dann bis zum Ende dieses Zeitabschnitts im Jahre 2052 nur dieses, das Komplexe Ideelle Zeitalter mit seiner eigenen Logik. Die Werte, Normen und Gewohnheiten des Konkreten Zeitalters von 1968 bis zum Jahr 2010 werden dann gemeinhin als überholt, wiederlegt und altmodisch angesehen.

Dass die Ansichten, wie die Welt zu sein hat und wie die Menschen sich zu zeigen und zu benehmen hätten, vor dem Jahre 2010 doch in vielen Dingen signifikant anders gewesen sein könnten, ist den Jüngeren nicht vermittelbar und trägt dadurch auch dazu bei, die Extreme dieses Zeitalters stärker herauszuarbeiten.

Weist jemand dann darauf hin, dass man bestimmte Tatbestände auch schon mal anders bewertet hatte, wird in der Regel selbstbewusst abgewinkt und darauf hingewiesen, das wäre ja,  - zu Recht - , völlig überholt.

Und auch die vor dem Jahr 2010 Geborenen stellen sich über kurz oder lang auf die neuen Gegebenheiten ein, wenn auch mit sehr unterschiedlichem Enthusiasmus:

die während der Blauen Periode zwischen 1988 und 2010 Geborenen dürften überwiegend begeistert von dem neuen „ihrem“ Zeitalter sein,

die während der Roten Periode zwischen 1968 und 1988 erleiden gerade ihre Ideelle Enteignung (also, „ihr Zeitalter“ ist zu Ende und wird langsam aber sicher zu „überholtem Unfug“ erklärt),

die noch etwas Älteren (geboren während der blauen Periode von 1949 bis 1968) erleben das mit gemischten Gefühlen, einerseits gefällt ihnen der stärker gewordene Wahrnehmung, die zunehmende Nähe zu ihren Mitmenschen, aber die emotionale Konfusion des neuen Zeitalters findet hier nicht nur begeisterte Anhänger.

Die vor 1949 Geborenen haben nun schon genug Ideelle Zeitalter erlebt, um auch noch dieses mit der Würde der späten Jahre gelassen kommen sehen zu können.

 

Komplexe Ideelle Zeiten sind geprägt von vielen Widersprüchlichkeiten. Einmal geht es voller Kraft in die eine, kurz darauf ebenfalls mit voller Kraft in irgendeine beliebige andere Richtung. Die Zeitläufte sind geprägt von einem permanenten Durcheinander, alles ergibt sich irgendwie, Zufälligkeiten und Planlosigkeit gehört zum System. Man könnte dieses Zeitalter auch das lückenhafte, mehrdeutige oder unklare Zeitalter nennen, das unausgegorene, das undurchsichtige, unlogische, unkontrollierte, unsystematische, irrationale, unberechenbare Zeitalter usw. Vor allem sind die Komplexen Zeitalter auch bunt, vielfarbig und kreativ. Man könnte die komplexen Zeitalter auch haltlos, radikal, verwegen, unvernünftig, ungeordnet, ungezähmt und wild nennen.

Wenn man an das letzte Komplexe Zeitalter zurückdenkt, - 1926 bis 1968 -, wird man feststellen, daß alle genannten Adjektive irgendwie treffend sind und auch, - wie schwer greifbar, wie unerklärlich und unverständlich sich so manche Entwicklungen aus dieser Zeit in der Rückschau darstellen können.

15.07.2012

 

 

 

So mancher wunderte sich im Laufe der letzten Jahre über die neue Kultur von Verboten und Einschränkungen der persönlichen Freiheit, die sich mehr und mehr in unserer Gesellschaft ausbreitete. Diese Einschränkungen der persönlichen Freiheit haben ihren Ursprung in der sich in periodischen Abständen verändernden menschlichen Wahrnehmung.

Hierbei spielen zwei Ursachen die Hauptrolle, die sich auf der Wahrnehmung der Arbeitsfrequenz G gründen:

  zum einen: während eines Konkreten Zeitalters können wir präzise wahrnehmen, was uns an anderen Menschen stört. Diese Präzision unserer Wahrnehmung ist während der Komplexen Zeitalter bedeutend schwächer.

  zum anderen: während Blauer Ideeller Zeitalter, in denen das Primat des Stärkeren gilt, sind wir ohne große Bedenken bereit, unseren Mitmenschen Freiheitseinschränkungen zu unseren eigenen Gunsten zu verordnen. Kurz gesagt, wir sind während dieser Perioden einfach egoistisch: wenn uns etwas an anderen stört, unternehmen wir etwas, dass diese das bleiben lassen.

Wegen dieser Vorgänge, die sich vor allem in der sogenannten westlichen Welt  stark ausgebreitet haben (was wiederum andere Ursachen hat, - siehe Arbeitsfrequenz H), wird und wurde unsere Gegenwart nicht zu Unrecht häufig „Das Neue Biedermeier“ genannt.

Die Konfiguration unserer Wirklichkeit erfährt nur alle ca. 165-168 Jahre eine Wiederholung. In der Ära des späten Biedermeiers des Neunzehnten Jahrhunderts herrschten tatsächlich dieselben Wirklichkeiten (Arbeitsfrequenzen G und H) wie heute.

 

 

 

Nun ist das Konkrete Zeitalter, das von 1968 bis 2010 gültig war, zu Ende gegangen und wir müssen uns mit einem neuen veränderten Bild der Wirklichkeit arrangieren. Wir erleben nun ein langsames, allmähliches Ende dieses Neuen Biedermeier.

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Zur gegenwärtigen Entwicklung:

Die Auswirkungen des Wechsels von der Konkreten zur Komplexen Wirklichkeit sind bereits heute, nach weniger als eineinhalb von den 42 Jahren dieses Zeitalters schon an dem einen oder anderen Ereignis zu erkennen: es ist jetzt schon deutlich, dass es Zeitalter gab, in denen wir Menschen zu konsequenterem, geradlinigerem, logischerem Denken und Handeln fähig waren.

Wir übersehen wichtige Details, wir haben Schwierigkeiten, Organisation, Aufbau und  Struktur von komplexeren Vorhaben umzusetzen. Unsere Fähigkeiten in dieser Richtung haben reihum nachgelassen und werden noch weiter nachlassen. Auch der Notwendigkeit von guter durchdachter Organisation wird zunehmend weniger Raum gegeben.

Logisches Denken wird mehr und mehr als überflüssig erachtet. Allein das Wort Logik hört man mittlerweile ganz selten. Es wirkt wie ein Relikt, ein Dinosaurier aus grauer Vorzeit.

Treffen Menschen Entscheidungen, die nicht nur sie selbst, sondern eine größere Gruppe von Menschen betreffen, wird selten die Ratio befragt. Als Begründung für jegliches Handeln reicht allein schon das allseits gerühmte „Bauchgefühl“. Selbst als Begründung für abwegigste Handlungen wird das auch allerseits als legitim und völlig ausreichend anerkannt.

Unsere Fähigkeit, zu ordnen, systematisch und sachlich vorzugehen, ist sogar bis ins Individuelle hinein erkennbar abnehmend. Eine gewisse wilde Unkonzentriertheit macht sich breit, wir vergessen und übersehen häufiger etwas. Es schleichen sich unerklärliche Fehler in Routinearbeiten ein.

Ich kenne mehrere Menschen, die schon Angst davor hatten, diese neue „Vergesslichkeit“ könnten schon frühe Anzeichen einer ihnen bevorstehenden Demenz sein.

 

 

Auch im Kollektiven, in gesellschaftlichen Belangen ist diese Entwicklung hin zu einem zunehmenden Durcheinander deutlich: es wird immer schwieriger, einen Plan, eine Richtung, einen roten Faden zu erkennen, wenn man beobachten möchte, wie sich gewisse Kollektive entwickeln, für die die Arbeitsfrequenz G als Handlungsgrundlage so maßgeblich, so wichtig ist. (siehe auch: gelber Text zwei Absätze weiter unten)

Unsere gesellschaftlichen Unternehmungen sind mehr und mehr geprägt von  Planlosigkeit und Kuddelmuddel. Dann bleibt dann oft nur noch das „Fahren auf Sicht“ (Populäres Zitat von Kanzlerin Angela Merkel). So kann man ständiges Improvisieren auch nennen.

Gerade in den Massenmedien Fernsehen und Radio, (wo die Arbeitsfrequenz G eine dominante Rolle spielt), beispielsweise in den Nachrichtensendungen hat eine Beliebigkeit Einzug gehalten, die ich in diesem Ausmaß nie für möglich gehalten hätte: anstatt zu informieren versucht man in Nachrichtensendungen oft nur noch, die Zuschauer/Zuhörer in emotionale Wallungen zu versetzen. Ein ernsthaftes Bemühen, den Informationsauftrag zu erfüllen, ist oft nur noch schwer zu erkennen. Anstatt Berichten erhalten wir Meinungsäußerungen von echauffierten Journalisten, anstatt Erklärungen erhalten wir Emotionales Showbiz.

 

 

Noch einmal eine kurze Erwähnung der Bereiche unserer Realität, die wir mittels der Arbeitsfrequenz G behandeln: Ideelles, Werte, Normen, Lebenseinstellung, Lebensstil, Menschenbild; Bedeutung des Berufs, Generationen, Kultur/Kunst/Unterhaltung, Aggression/Gewalt, Definition von Zivilisation, Demokratie, Politisches Grundrichtung.

Auch die Identität großer Kollektive wie z.B. „Deutschland“ oder Frankreich, Großbrittanien und Italien gründet auf der Arbeitsfrequenz G.

 

 

 

In all diesen Bereichen entsteht mehr und mehr ein kreatives Chaos. Die Zukunft wird immer unberechenbarer. Es ist kaum noch abzusehen, was morgen, übermorgen und danach geschehen wird, eigentlich geschehen sollte oder geschehen müsste. Überraschende Entwicklungen im gesellschaftlichen Bereich werden mehr und mehr zum Normalfall.

 

 

Obwohl ich vor der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G im Jahr 2010/11 wusste, dass das neue Zeitalter ein beträchtliches Maß an Chaos und Konfusion für uns bereithalten würde, bin ich doch immer wieder erstaunt über das schon jetzt sichtbare Ausmaß dieses neuen Modernen Durcheinanders. Frappierender noch finde ich die Selbstverständlichkeit, mit der dieses Chaos akzeptiert, angenommen und gelebt wird.

Was mich ebenfalls überrascht, was ich so nicht erwartet hatte, ist, wie weit doch diese chaotische Tendenz in unseren  täglichen Alltag hineinreicht. Ich hatte geglaubt, dass sich die Ereignisse der Arbeitsfrequenz G doch mehr im gesellschaftlichen Bereich, also gewissermaßen außerhalb des häuslichen ereignen, aber da sind doch einige recht überraschende Entwicklungen eingetreten.

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Prognosen zum weiteren Verlauf des ersten Abschnitts des Komplexen Zeitalters bis zum Jahr 2032:

 

Während Komplexer Zeitalter folgt auf ein A nicht zwangsläufig ein B, genauso wie nach einer 1 nicht unbedingt eine 2 kommen muss.

 

Unser Faible für Chaos, Bizarrerie und Groteskes wird weiterhin zunehmen.

Im gleichen Maße wird dafür unsere Fähigkeit zu Organisation, Logik, planvollem Handeln weiter abnehmen.  Wir werden Unwichtiges leicht überbewerten, Wichtiges dagegen schon einmal gänzlich übersehen, ohne dass wir dazu imstande wären, etwas gegen diese Tendenz zu unternehmen.

Es wird schwieriger für uns werden, große Vorhaben umzusetzen. Auch der Notwendigkeit von gründlicher und durchdachter Organisation wird weniger Raum gegeben werden. Wir werden generell bei der Umsetzung von großen Vorhaben schwächeln, die einen fundierten logischen Aufbau und eine solide Struktur benötigen. Kaum ein Projekt ohne eine gehörige Portion Kuddelmuddel.

Das Intellektuelle, die Logik, das Nachdenken erlebt eine Zeit niedriger Reputation.

Zunehmende Bedeutung erlangen werden kreativ-chaotische Parameter wie  das Zufällige, das Spontane, Unberechenbare, das Sprunghafte und das Planlose, Theatralik, Pathos und Gefühls-Bombast. Eine gewisse wilde Verwegenheit, eine irrationale Begeisterung in unseren gesellschaftlichen Unternehmungen wird sich immer mehr einbürgern. Für uns Deutsche, die wir oft zu kontrolliert, zu steif sind, bringt dieses Komplexe Zeitalter so manche Vorteile mit sich. Wir werden allerdings dazu neigen, das Chaos perfektionieren zu wollen. So sind wir halt.

Unsere Disziplin und Selbstkontrolle lässt nach, - leicht befällt uns ein emotionaler Taumel, gegen den wir kaum etwas unternehmen können und sehr häufig auch gar nichts unternehmen wollen.

Wir reflektieren weniger über das, was wir tun. Häufig kommt uns der rote Faden abhanden. Viele genießen dies, vielen anderen ist es eher unangenehm.

Natürlich werden diese Veränderungen nicht jeden Menschen im gleichen Umfange betreffen. Vor allem aber werden wir diese Entwicklungen für völlig normal und zeitgemäß halten und unsere neuen Angewohnheiten diesbezüglich als modern bezeichnen.

 

Positiv zu vermerken ist, dass unsere Duldsamkeit anderen Menschen gegenüber bereits wieder sichtbar zugenommen hat und hoffentlich auch weiter zunehmen wird. Die Gesellschaft hat das Soziale als wünschenswertes Gut wieder entdeckt, jedenfalls verglichen mit dem Neoliberalen Zeitalter. Unsere Teilnahme am Schicksal anderer, uns unbekannter Menschen steigt, die Empathie für Schwache, unsere Empfindlichkeit für Ungerechtigkeit, Gewalt, Aggression und Grausamkeit wächst. Auch wenn unsere Reaktionen auf diese Plagegeister unserer Zivilisation oft planlos, unausgegoren und wenig durchdacht sein werden, so ist der Unterschied zu dem menschlich kalten, herzlosen Neoliberalen Zeitalter natürlich schon angenehm.

Vieles, was in den letzten zwanzig Jahren als utopisch, als verquere Sozialromantik, als Spinnerei galt, kommt überraschend wieder zurück, steht plötzlich wieder auf dem Prüfstand, obwohl viele bereits vor mehr als zehn Jahren das Ende der Geschichte feiern wollten.

Ebenfalls als bedingt positiv werten sollte man, dass während Komplexer Zeiten Ereignisse möglich werden, die ansonsten nie stattfinden könnten. Ungewöhnliche Entwicklungen sind nicht zwangsläufig negativ. In allen Komplexen Zeitaltern entstanden seltsame Innovationen, die wir im Nachhinein als positiv bewerteten und die während eines Konkreten Zeitalters undenkbar gewesen wären.

Auch was die persönliche Freiheit des Einzelnen betrifft, sind Komplexe Ideelle Zeitalter mit ihrer lückenhaften unvollkommenen Wahrnehmung positiv anzusehen: sie schaffen Freiräume genauso wie im Gegensatz dazu die Konkreten Ideelle Zeitalter die Freiheit des einzelnen Menschen eher einschränken. Zur natürlichen Dynamik dieses dauernden Wechsels gehört, dass die Fähigkeit, sich selbst und andere zu kontrollieren, im Laufe jedes Komplexen Zeitalters abnimmt, während diese Fähigkeit im Laufe des darauffolgenden Konkreten Zeitalter wieder zunimmt.

 

Auch der weit verbreitete Trend zu Selbstoptimierung des zu Ende gegangenen Neoliberalen Zeitalters dürfte wohl kaum der Komplexen Wirklichkeit des neuen Ideellen Zeitalters standhalten können. Man könnte sagen, das Zeitalter von Effizienz und Stringenz ist jetzt wohl doch vorbei. Nicht, dass man auch in einem unlogischen Zeitalter Menschen benutzen und ausbeuten kann, aber ganz so einfach ist es dann nicht mehr.

 

Auch dürfte sich wahrscheinlich mittelfristig die Schnelllebigkeit und Hektik der vergangenen Epoche (oft Turbo-Zeitalter genannt) langsam abschwächen… Auch der starken kollektiven Tendenz, andere gegen ihren Willen zu ihrem Glück zwingen zu wollen, dürfte damit die Grundlage entzogen sein. Es gibt auch hier schon sichtbare Anzeichen der Besserung. Ich hoffe, das setzt sich weiter fort…

26.8.2012

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Seite 3,2,6

 

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

Teil 6

Beobachtungen zum Emotionalen Zeitalter

 

 

Wie der folgenden Grafik  zu entnehmen ist, begann vor ca. eineinhalb Jahren die zweite Hälfte des Emotionalen Ideellen Zeitalters. Weitere zwei Jahrzehnte werden wir nun die Dominanz des Emotionalen über das Intellektuelle erleben.

Das Zeitalter der Großen Gefühle dauert noch bis zum Jahr 2032, danach erleben wir einmal mehr ein Zeitalter der Großen Gedanken.

Mittlerweile ist uns diese Regentschaft des Emotionalen so selbstverständlich geworden, dass viele heute glauben, unsere intellektuelle Ausrüstung diene lediglich noch zum Erwerb von Zeugnissen und Leistungsnachweisen und vielleicht noch dazu, ab und an unsere Gefühlswelt ein wenig zu sortieren. Ansonsten hat man den Eindruck, oft gelten Geist und Verstand als zu nicht viel nütze, als so nachrangig und nebensächlich, dass man auf Gedanken und Überlegung genauso gut ganz verzichten könnte.

Wenn heute jemand nach den Motiven seines Handelns befragt wird, genügt als Erklärung  für die extremsten und absurdesten Taten ein lapidares „das sagte mir mein Bauchgefühl“ – der Fragende weiß sofort Bescheid und akzeptiert diese Antwort auch willig als ultimativ, gültig und vor allem als völlig ausreichend. Dass man vor irgendwelchen Handlungen beispielsweise auch mal nachdenken könnte, ob diese sinnvoll und tatsächlich nötig sind, kommt vielen gar nicht mehr in den Sinn und erscheint heutzutage als mögliche Option als abwegig, obskur und merkwürdig.

Die Emotionale Wirklichkeit ist im Gegensatz zur Intellektuellen eine der drei Einfachen Versionen unserer Welt und wir Menschen begeistern uns immer wieder an diesen schlichten Zeiten. Die Komplizierten Versionen der Wirklichkeit bereiten uns bedeutend mehr Mühe und sind auch bei vielen weit weniger beliebt.

Emotionale Zeitalter enthalten immer einen bedeutenden Anteil an archaischer, urtümlicher Romantik, die oft aber auch bedrohlich und düster wirken kann. Zu den Großen Gefühlen gehören nicht nur Freude, Lust und Liebe, sondern auch Angst, Ärger und Verzweiflung.

 

 

In der Grafik sehen wir das letzte Emotionale Zeitalter von 1905 bis 1949. Vieles, was damals geschah, ist etwas weniger unverständlich, wenn man die Deutung der Kybernetik der Wirklichkeit zu Rate zieht.

 

 

Nach den bisher beinahe 24 Jahren des Emotionalen Ideellen Zeitalters (1988-2012) kann sich heute kaum noch jemand vorstellen, dass das Emotionale als bedeutendste, ja schon fast ausschließliche Triebkraft des Menschen in seiner Bedeutung einmal wieder weit hinter das Intellektuelle zurücktreten wird. Und, mit jedem Tag werden auch die Menschen weniger, die sich noch gut an das letzte Intellektuelle Ideelle Zeitalter (1949-1988) erinnern können. Bis zur  Renaissance des Geistigen im kommenden Intellektuellen Zeitalter ab dem Jahr 2032 ist es noch lange hin.

 

Nachdem nun das eher kontrollierte Konkrete Emotionale Zeitalter von 1988 bis 2010 zu Ende ist, ist der Unterschied zwischen dem Konkreten und dem Komplexen Zeitalter ziemlich deutlich sichtbar, eigentlich kaum zu übersehen.

 

Die zweite Hälfte des Zeitalters der Großen Gefühle von 2010 bis 2032 ist geprägt davon, dass unser gesellschaftliches Leben chaotisch und unkontrolliert wirkt, vieles scheint dem Zufall überlassen zu sein. Logik und planmäßiges Handeln fällt uns sichtlich schwerer, die am meisten betroffenen Kollektive taumeln vielfach nur noch vor sich hin.

Dies gilt vor allem für die sog. Westliche Welt, die im Moment noch durch die Auswirkungen des Zyklus der Arbeitsfrequenz H gehandicapt ist und in diesem Jahrzehnt noch mit den üblichen Desintegrations- und Zerfalls-Erscheinungen zu kämpfen hat, während die Östliche Welt dieses Mal (im Gegensatz zu 1902 bis 1943) die optimalen Bedingungen sehr gut zu nutzen verstanden hat.

 

18.11.2012

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Die Übermittlung von Inhalten im Emotionalen Zeitalter

Auffällig im neuen, seit 2010 andauernden Komplexen Emotionalen Ideellen Zeitalter ist, dass sich die Menschen sehr schnell, ja, aprupt  einem Thema zu- und auch wieder abwenden. Das gilt sowohl für den Einzelnen wie auch für alle Größenordnungen von Kollektiven.

Unsere Fähigkeit, Geschehnissen Aufmerksamkeit entgegenzubringen und diese Informationen präzise und genau zu verarbeiten, ist deutlich zurückgegangen. Hier waren die beiden letzten Konkreten Ideellen Zeitalter von 1968 bis 1988 und von 1988 bis 2010 noch bedeutend Gegenstands- und Inhaltstreuer.

Wir ermüden auch schnell und reagieren gelangweilt, wenn wir Informationen aufnehmen und dessen emotionales Beiwerk nicht ausreichend ist. Inhaltliches interessiert uns mittlerweile wenig. Nur wenn bei der Übermittlung von Informationen schmückende und illustrierende Emotionen hinzugefügt werden, am besten Tränen oder Freundtaumel, bleiben wir am Ball.

Wenn wir selbst Aufmerksamkeit erregen wollen, ist es am vielversprechendsten, die mitgeteilten Inhalte zu garnieren und orchestrieren durch leicht erkennbare untermalende Gestik: man denke an die Handzeichen der Hip Hop-Szene, an manche unserer populärsten Komiker wie Mario Barth oder Michael Mittermeier oder auch an die einstudierten Jubelposen unserer Fußballer, wo sich ganze Mannschaften zusammentun, um uns nach erzieltem Tor ein kleines Schauspiel zu präsentieren,  Emotions-Theater der schlichten Sorte, aber immer wieder gern gesehen.

Selbst bei Berichterstattungen im TV über die gewöhnlichsten Themen wird es für nötig erachtet, emotionale Höhepunkte einzubauen, damit sich ja nur keiner langweilt. Wer will sich heute noch sachliche Berichterstattung zu Gemüte führen. Manchmal sehen wir historische Nachrichten im Fernsehen, aus den Siebzigern, den Achtzigern. Wir sehen das und wundern uns über diese trockene, langweilige Aufzählung von Fakten. Da las einfach einer vor, dass irgendwo irgendetwas passiert war. Mein Gott, war das fad und öd.

Denken  Sie dagegen an die historischen Aufnahmen von Volksreden aus den späten Zwanziger und den Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Was für ein Pathos, was für Inszenierungen. Gefühlstheater und -bombast, dass sich die Balken bogen. Da wurde geschrien und geheult, mit den Zähnen geknirscht, die Fäuste geballt, Grimassen geschnitten nach dem Motto „Komödianten aller Länder vereinigt euch“. Das war richtig unterhaltsam. Auch damals war das Interesse daran, was da im Einzelnen so alles gesagt wurde, nicht übermäßig ausgeprägt.

Auch die heutigen Medienmacher haben recht schnell erfasst, wie auf der Klaviatur der Gefühle der Konsumenten zu spielen ist. Selbst bei den Wetterberichten werden beim Ausblick auf die nächsten Tage im Sommer gleich ein paar Grad mehr angekündigt. Menschen bringt man nicht in Wallung mit der Nachricht, dass morgen 28 Grad im Schatten zu erwarten sind, mit 33 Grad oder 35 Grad muss man schon aufwarten. Das gefällt dem Publikum. Wer hört schon auf die paar Besserwisser, die mäkeln, die Vorhersage von gestern hätte schon wieder deutlich danebengelegen.

Wenn Nieselwetter zu erwarten ist, so prophezeie man Regenfälle, schön bildhaft mit dicken dunklen Wolken auf dem Bildschirm mit vielen vielen Strichen drunter. Manche Leute wundern sich zwar, wenn am nächsten Tag dann nur ein paar Tropfen fallen, aber wer ärgert sich schon wegen zu wenig Regen. Ist tatsächlich mal länger als ein, zwei Stunden Regen zu erwarten, kündigt man am besten gleich ein Unwetter an.

Im Winter dann heißt es, für den morgigen Tag sind 20 Grad minus zu erwarten, so als wären die 10 Grad minus, die wir dann tatsächlich erdulden müssen, nicht kalt genug wären. Die Übertreibungen müssen immer in Richtung der Extreme gehen, mit Durchschnittswetter ist keine Wirkung zu erzielen.

 

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Sprache und Selbstdarstellung im Emotionalen Zeitalter

Wenn wir uns anderen mitteilen, erhoffen wir uns, dass das, was wir erzählen, unsere Gegenüber auch erreicht, dass wir eine Wirkung beim Zuhörer resp. Zuschauer erzielen.

Dafür ist es heutzutage weniger wichtig, was wir sagen, sondern wie wir es sagen.

Wenn sie anderen Menschen etwas vortragen, achten sie vor allem auf die Lebendigkeit ihres Vortrags. Das Inhaltliche ist tatsächlich nicht so wichtig.

Alle klar und deutlich erkennbar zur Schau gestellten Emotionen werden belohnt. Schrecken sie auch nicht vor der Darstellung negativer Emotionen zurück: streuen Sie ruhig ein bisschen Wut, ein bisschen Verzweiflung, ein wenig Traurigkeit mit in ihre Reden ein. Wenn sie tatsächlich nicht wütend, verzweifelt oder traurig sind, dann können Sie es natürlich auch spielen. Keine Angst, man wird Ihnen schon glauben. Gefühle sind mittlerweile beinahe schon eine Währung.

Bei der Darstellung von Gefühl und Emotion ist es nicht nötig, vorsichtig oder zögerlich zu sein: schöpfen sie aus dem Vollen, je intensiver, desto besser.

Ebenfalls zu beachten: gehen sie sparsam um mit dem Gebrauch von Fremdwörtern, bevorzugen Sie kurze prägnante Sätze. Machen Sie Pausen. Achten sie darauf, deutlich sichtbare Mimik und Gestik einzubauen, scheuen sie nicht vor Übertreibungen und Untermalungen zurück. Bewegen sie sich viel. Vermeiden sie, nur so dazustehen und zu reden. Die Zuschauer und Zuhörer bevorzugen Performance mit viel emotionalen Gehalt. Erzählen Sie irgendeinen Schwank aus ihrem Leben, da darf ruhig etwas Peinliches mit dabei sein. Wir sind nicht mehr im statusorientierten Blauen Ideellen Zeitalter, als man keine Schwächen zeigen durfte. Hauptsache, sie zeigen sich gefühlsbetont, Schwächen werden schnell verziehen.

Benutzen Sie ruhig Plattitüden wie „Das hat mich sehr bewegt!“, oder noch besser „Das hat mich zutiefst berührt!“, „Was für ein emotionales Erlebnis“, „Eine Zeit voller Emotionen“, „Welch wunderbare Gefühle“ usw.

 

Was es zu vermeiden gilt, sind intellektuelle Themen, Versachlichung, Tiefschürfendes, Nachdenkliches und Analysierendes.  Wenn Sie eine Neigung zu solch antiquierten Bräuchen verspüren, behalten Sie das besser für sich. Nur wenige Menschen können heutzutage so etwas noch ertragen. Damit warten Sie lieber bis zum nächsten Intellektuellen Ideellen Zeitalter, bis dahin sind es nur noch knapp 18 Jahre, das geht schon.

 

19.11.2014

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Weitere Beobachtungen zum Emotionalen Ideellen Zeitalter

1988 – 2032

Das Zeitalter der Großen Gefühle

 

 

Der Begriff „Emotionales Ideelles Zeitalter“ wird in der Kybernetik der Wirklichkeit gebraucht, um einen Zeitraum zu bezeichnen, während dessen wir in unserer Gesellschaft das Fühlen dem Denken gegenüber als übergeordnet wahrnehmen. Im Gegensatz dazu steht das „Intellektuelle Ideelle Zeitalter“, während dessen es sich umgekehrt verhält, wir das Denken, das Geistige favorisieren und bevorzugen.

Während des „Emotionalen Ideellen Zeitalter“ idealisieren wir Gefühle und Emotionen aller Art und ordnen diesen das Denken und Gedanken, Überlegung und Logik unter, betrachten letztere im allgemeinen als  weniger wichtig und unbedeutend, oft sogar lediglich als störenden Einfluss.

Für die Menschen, die das „Intellektuelle Ideelle Zeitalter“ von 1949 bis 1988 noch erlebt haben, ist dies natürlich wesentlich eindeutiger und klarer als für die Jüngeren, die in ihrem Leben bisher nur das aktuelle Emotionale Ideelle Zeitalter, das seit 1988 in Kraft ist, kennengelernt haben.

Kürzlich las ich in einer Erzählung von Tschechow (Das Haus mit dem Zwischenstock) den Satz „Die Berufung jedes Menschen besteht in der geistigen Betätigung – in dem ständigen Suchen nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens.“ Das wurde 1896 geschrieben, zum Höhepunkt des vorletzten Intellektuellen Ideellen Zeitalters, das von 1866 bis 1905 dauerte. Heutzutage würde eine solche Aussage auf die meisten von uns eher befremdlich wirken.

 

In jedem Fall ist im Moment das Gefühl, das Fühlen unser dominanter Beweggrund, irgendetwas zu tun. Nicht der Gedanke, nicht der Geist treibt uns um,  wir analysieren nicht, was um uns herum vorgeht, wir befühlen es.

Ständig sind wir von irgendeinem starken Gefühl bewegt oder ergriffen, wir werden von den Ereignissen berührt oder angefasst.

Unser emotionales Hin- und Her nehmen wir als maßgeblich, entscheidend und zentral wahr, nicht nur als Beiwerk, Beigabe und Ergänzung unserer Persönlichkeit, unseres Lebens insgesamt, sondern als fundamental, dominierend und vorrangig.

Die herrschende unentwegte Dominanz der Subjektivität ist für den Einzelnen zwar sicherlich anstrengend, aber auch belebend und elektrisierend. Prinzipiell kann zwar auch Intellektualität als belebend und elektrisierend empfunden werden, aber unsere Wahrnehmung sagt uns heute dazu etwas anderes.

Manchmal ist es uns auch ein wenig langweilig in den Zeiten, in denen uns einmal kein starkes Gefühl umhertreibt, wenn wir von keiner mächtigen Emotion getragen oder befeuert werden.

Nicht, dass wir den Eindruck hätten, deswegen unser Leben nicht im Griff zu haben. Bei anderen meinen wir manchmal zu beobachten, dass sie von ihren  Gefühlen und Emotionen hin- und hergeworfen  werden, dass sie Getriebene sind, die die Kontrolle über ihr Handeln nicht in der Hand haben. Die meisten von uns dagegen sehen sich durchaus als souveräne Meister ihres Lebens und ihrer Gefühlswelt.

 

Kaum jemand bemerkt den Mangel an gedanklicher Steuerung unseres Tuns und Handelns. Die gesteigerte Emotionalität wird längst als Normalität wahrgenommen und akzeptiert. Der Zeit-Raum des letzten „Intellektuellen Ideellen Zeitalters“ von 1949 bis 1988 liegt einfach schon viel zu weit zurück, um für einen vernünftigen Vergleich herhalten zu können.

 

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Emotionale Ideelle Zeitalter lediglich auf dem Unterschied der Wahrnehmung von Ereignissen einer bestimmten Größenordnung, die hier die Arbeitsfrequenz G genannt wird, basiert, dann kann man schon erahnen, welche Bedeutung dem in der Kybernetik der Wirklichkeit beschriebenen System zugemessen werden muss.

Wenn man sich dann beispielsweise die Rhythmen der langwelligsten Arbeitsfrequenz H und der daraus erwachsenen Folgen vor Augen führt, die das Wohlergehen ganzer Weltregionen entscheidend beeinflusst, dann kann einem manchmal angst und bange werden angesichts des Zwanges, den die hier beschriebenen Wahrnehmungsfilter ausüben. Ich selbst z. Bsp. bin wirklich erleichtert darüber, dass die lange pessimistische Krisenzeit des „Westens“, die durch die Dunkelblaue Periode der Arbeitsfrequenz H verursacht wird, jetzt langsam ihrem Ende entgegengeht. Im Laufe der nächsten Jahre werden hierzu im Kapitel Vier des Journal-Teils der Kybernetik der Wirklichkeit weitere Artikel erscheinen.

 

 

Hier noch einmal zur Veranschaulichung die Übersicht der Ideellen Zeitalter der letzten 120 und der nächsten 20 Jahre:

 

Nachdem wir, wie der Grafik zu entnehmen ist, noch bis zum Beginn des nächsten Intellektuellen Ideellen Zeitalters im Jahr 2032 reichlich Zeit haben, in Gefühlen und Emotionen zu baden, hierzu noch einige Erläuterungen:

Die Gelehrten sind sich bis heute nicht wirklich einig geworden, wie die Begriffe „Gefühl“, „Fühlen“ und „Emotion“ zu definieren sind. Was sich zunächst einfach anhört, gerät bei genauerer Betrachtung zu einem schwierigen Unterfangen. Diese einfachen Regungen, die unser Leben so sehr prägen, sind ziemlich widerspenstig, wenn man sich ihnen nähern möchte, um zu definieren, zu ordnen und zu erklären.

Der amerikanische Philosoph Robert C. Solomon stellte angesichts der Verschiedenartigkeit der Deutungen fest: „Was ist ein Gefühl? Man sollte vermuten, dass die Wissenschaft darauf längst eine Antwort gefunden hat, aber dem ist nicht so, wie die umfangreiche psychologische Fachliteratur zum Thema zeigt.“

So wird das Gefühl, die Emotion u. a. als aktuelle Erlebnisqualität beschrieben, als Beschreibung der Befindlichkeit einer erlebenden Person, es entstünde aus der Einschätzung und Bewertung von Ereignissen.

In einer anderen Definition heißt es, die Emotion ist eine Gemütsbewegung, eine Gefühlsregung, eine individuell unterschiedlich ausgeprägte Anteilnahme und Erregbarkeit, ein Ausdruck unspezifischen Ab- und Hinwendungsverhaltens.

Wieder andere beschreiben unser Gefühlsleben als Zusammensetzung aus Gemüt, Stimmung und Triebhaftigkeit.

An diesen kurzen Definitionen kann man ersehen, dass es noch nicht gelungen ist, eine einigermaßen einheitliche Beschreibung der Phänomene unseres Gefühlslebens zu schaffen. Dieses Bemühen, etwas begrifflich zu fassen und auszudrücken, was sich in seiner Widersprüchlichkeit, Komplexität und Vielschichtigkeit einer Deutung widersetzt, ist ganz offensichtlich ein schwieriges Unterfangen.

 

 

Bereits die alten Griechen befassten sich damit, einzelne Gefühle von anderen zu unterscheiden und nahmen erste Versuche der Definition vor. Sicherlich waren sie damit nicht die ersten. Auch die frühesten bekannten Versuche, Gefühle in Kategorien einzuteilen, stammen aus dieser Zeit: Lust und Unlust.  Das Einteilen von Gefühlen und Emotionen in Kategorien hat Forscher und Wissenschaftler zu allen Zeiten immer wieder aufs Neue fasziniert:

In der frühen Neuzeit unterschied Descartes (1596–1650) schon sechs Grundaffekte: Liebe, Hass, Verlangen, Freude, Traurigkeit, Bewunderung. Auffällig hier die Betonung der positiven Seiten unseres Gefühlslebens.

Für Spinoza (1632–1677) waren es dagegen drei Grundaffekte: Freude, Traurigkeit und Verlangen. Das wiederum war ein wenig dürftig für unser vielfach doch sehr differenziertes emotionales Erleben.

Wilhelm Wundt (1832–1920) entwarf ein System mit den drei Dimensionen: Lust / Unlust, Erregung / Beruhigung, Spannung / Lösung.

Eine Liste von Formen bietet uns auch die Emotionstheorie (1970). Generell beziehen sich Emotionen auf das Grundgefühl, das das Wesen jeder menschlichen Existenz ausmacht. Paul Ekman, der ein Facial Action Coding System zur Emotionserkennung anhand von Gesichtsausdrücken entwickelte, hat sieben Basisemotionen empirisch nachgewiesen: Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung. Zum Grundgefühl zählte er weiterhin Liebe, Hass und Vertrauen.

Andere Theorien teilten Emotionen in vier Hauptgruppen ein: Angst und Verzweiflung, Ärger und Wut, Freude, Trauer. Lediglich der positiven Freude gönnte man hier den Titel einer Emotions-Hauptgruppe.

Nach Carroll E. Izard (1981) existieren zehn Formen von Emotionen, die in jeder Kultur vorkommen: InteresseLeid, Widerwillen (Aversion), Freude, Zorn, Überraschung, Schamgefühl, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl. Auch hier wieder überproportional viele negative Emotionen. Wieder ist nur die Freude als eindeutig positive Regung dabei,  Interesse und Überraschung kann sowohl positiv als auch negativ erlebt werden.

Bei den meisten dieser Versuche, Ordnung in das Chaos des menschlichen Gefühlslebens zu bringen, fällt die Dominanz von Gefühlsregungen, die wir als unangenehm, als negativ empfinden auf. Natürlich können Gefühle wie Hass, Widerwillen und Verachtung, gemeinsam von mehreren Menschen erlebt, diese auch vereinen und somit etwas Positives bewirken.

Auch Ekel und Widerwillen kann unter Umständen als vergnüglich empfunden werden. Man beobachte eine Gruppe 14-jähriger vor einem Kalten Buffet, da entsteht schnell ein Überbietungswettbewerb im Sich-ekeln mit  wunderbar lautmalerischen „iieees“ und „igitts“, „wäähhs!“ und „wie sieht das denn aus“, „sieht aus wie schon einmal gegessen“.  Wer sich am lautesten und kunstvollsten ekelt, hat gewonnen.

 

Am ehesten anfreunden konnte ich mich mit der Gliederung in Lust-Gefühle und Unlust-Gefühle. Ich habe drei kleine Listen zusammengestellt mit Gefühlen und Emotionen, geordnet nach Lust, Unlust und neutralen oder ambivalenten Gefühlen resp. Emotionen:

 

 

 

Positive Gefühle/Emotionen : Lust

Glücksgefühl, Liebe/Verliebtheit, Freude/Vergnügen/Begeisterung, Vertrauen (Selbstvertrauen/Vertrauen auf Andere), Triumph/Stolz, Optimismus, Interesse, Sympathie, Achtung/Verehrung, Hoffnung/Zuversicht, Erleichterung/Beruhigung, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Billigung/Bewunderung/ Wertschätzung, Komik/Erheiterung/Fröhlichkeit

 

Negative Gefühle/Emotionen : Unlust

Ärger, Hass, Angst/Furcht/Schrecken, Verzweiflung, Wut/Zorn, Pessimismus/Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Verachtung/Geringschätzung, Ekel, Traurigkeit/Trauer, Scham, Schuldgefühl, Eifersucht, Leid, Widerwillen/Aversion, Enttäuschung, Neid, Unzufriedenheit, Missbilligung, Befremden, Reue

 

Neutrale oder ambivalente Gefühle/Emotionen : können sowohl positiv als Lust oder negativ als Unlust empfunden werden.

Überraschung, Beeindruckung, Erregung, Religiosität, Neugier, Sehnsucht/ Begehren/Verlangen, Mitgefühl/Mitleid, Eifer, Anspannung

 

 

Nun wird sicher vielen ohne Probleme zu jedem einzelnen der aufgeführten Regungen ein treffender Kommentar einfallen, werden viele da oder dort Bedenken anmelden. Auf jeden Fall aber ist aus dieser Auflistung keine Dominanz der negativen Empfindungen herauszulesen.

Ich denke, dass auch im täglichen Leben sich die positiv und negativ empfundenen Emotionen in etwa die Waage halten dürften. Wahrscheinlich erleben wir sogar eher ein mehr an positiven Emotionen.

Spektakulärer, aufregender und imponierender allerdings, dass wissen auch unsere Film- und Fernseh-Macher, sind unzweifelhaft die negativen. Wut und Ekel, Hass, Angst und Verzweiflung haben schon einen erheblich höheren Unterhaltungswert, auch für Wissenschaftler.

1.12.2015

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Seite 3,2,7

Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G

Teil 7

Das neue Ideelle Zeitalter und sein Einfluss auf die Massenmedien

 

Die periodisch auftretenden Veränderungen unserer Wahrnehmung, speziell die der langwelligen Arbeitsfrequenzen F, G und H verursachen nachhaltige Veränderungen in unseren Massenmedien.  Die Massenmedien verbreiten die Folgen der Veränderungen unserer Wahrnehmung in Windeseile überall hin und wirken so als Multiplikator.

Deutlicher als bei allen anderen Massenmedien sind die in der Kybernetik der Wirklichkeit beschriebenen Veränderungen der Wahrnehmung an der Entwicklung des Massenmediums Fernsehen zu beobachten. Das Fernsehen zeigt uns eine simulierte, mehr oder weniger vollständige Wirklichkeit. Um eine solche herzustellen, benötigt man in großem Umfang Ereignisse der Arbeitsfrequenz G, die Gegenstand dieses Abschnitts der Homepage „Kybernetik der Wirklichkeit“ ist.

 

 

Die anderen Massenmedien:

Was für das Fernsehen gilt, kann man auch in abgeschwächter Form für das Radio übernehmen. Hier fehlt die starke Wirkung des Optischen, die es den Fernsehmachern ermöglicht, eine künstliche Wirklichkeit zu simulieren.

Die Printmedien und vor allem das Internet sind bei weitem weniger homogen und auch wesentlich stärker von den Wahrnehmungs-Veränderungen der schnelleren Arbeitsfrequenzen A bis E abhängig.  Das Internet beeinflusst vor allem die Arbeitsfrequenz E, die wir maßgeblich zur Gestaltung unseres Alltags nutzen.

 

 

 

Vom Konkreten zum Komplexen Ideellen Zeitalter:

Stil und Inhalte der Massenmedien der freieren und demokratischeren Gesellschaften reagierten erstaunlich prompt und zuverlässig auf die veränderten Wahrnehmungs-Bedingungen. Schon bald nach den Zeitenwenden der Arbeitsfrequenzen F (ab November 2009) und vor allem der Arbeitsfrequenz G (ab Mai 2010) waren Veränderungen im Fernsehen zu beobachten, wurde deutlich, welche Tendenzen sich abschwächten, welche sich verstärkten.

Dass die Folgen der Wahrnehmungsveränderungen bereits so bald und so deutlich nach den Zeitenwenden auf den Bildschirmen sichtbar und ablesbar sein würden, hatte ich nicht erwartet: ich hatte mehr die Reaktionen der Zuschauer im Kopf. Wesentlich entscheidender, so zeigte es sich, ist der Einfluss der veränderten Wahrnehmung auf die Kreativen, die Fernseh-Schaffenden. Die Fernsehwelt veränderte sich von ihren Wurzeln her, ohne dass erst die Zuschauer nach ihrer Meinung gefragt werden mussten.

 

Der Wechsel vom Konkreten zum Komplexen Emotionalen Zeitalter rief eine weitere Steigerung des emotionalen Gehaltes der Ereignisse im Fernsehen hervor. Ob nun in den Filmen, den Serien, den mehr oder weniger wahren Tatsachenberichten oder der Sportberichterstattung, überall war ein deutlicher Anstieg der emotionalen Intensität ablesbar.

Dadurch wurde erst klar, in welchem Umfang doch „Das Konkrete“ in den ganzen 22 Jahren des vorangegangenen Ideellen Zeitalters als regulierendes Element, als Bremse für den auch da schon herrschenden Emotionalismus gewirkt hatte. Auch dies eine Überraschung. Ich hatte vorher vermutet, dass sich wegen der informationsreicheren „Roten Zeiten“ ein höheres Niveau in unseren Massenmedien zeigen müsste. Hier erlebte ich eine Enttäuschung. Ein höheres Niveau ergab sich schon, aber nur insofern, dass sich allein das emotionale Element steigerte. „Das Intellektuelle“ spielt nun sogar eine noch geringere Rolle.

Fazit: eindeutig festzustellen war und ist eine Bewegung von der konzentrierten emotionalen Wucht hin zum unberechenbaren emotionalen Taumel. Die gesteigerte Menge an Ereignissen, die wir jetzt in der Größenordnung der Arbeitsfrequenz G empfangen können, nötigt uns ein Mehr an Reaktionen ab, aber diese Reaktionen sind überwiegend emotional und durch die verwirrende Wirkung des Komplexen auch sehr sporadisch, inkonsequent und unberechenbar.

Ein Blick zurück in das letzte „hellrote“ Ideelle  Zeitalter von 1927 bis 1949, das uns bis heute unbegreiflich erscheint, zeigt, dass auch damals durchaus viele positive Ansätze, viele vernünftige Ideen vorhanden waren, aber eben häufig nicht umgesetzt wurden. Es wird sich auch in diesem Ideellen Zeitalter erweisen, wie viele der guten Ideen und wie viele haarsträubende Einfälle Wirklichkeit werden.

 

Der Emotionalismus im Massenmedium Fernsehen:

Der Wechsel vom Konkreten in das Komplexe Ideelle Zeitalter erhöhte noch einmal die bereits vorhandene starke Dominanz des überall im TV allseits bemühten und reichlich eingesetzten Emotionalismus. Man könnte fast meinen, keine TV-Sendung kann es sich heute leisten, ohne den massiven Einsatz von emotionalen Höhepunkten auszukommen: keine Sendung ohne Tränen, Wutausbrüche, exaltierte Freude, Triumpfgeheul; - inszenierter Gefühlsüberschwang, wohin das Auge blickt.  

Die modernen Medienmacher verstehen es meisterhaft, auf der emotionalen Klaviatur ihrer Zuschauer zu spielen. Wer dazu nicht fähig ist, ist in diesem Konkurrenzkampf sehr schnell aus dem Rennen. Da werden sogar Wetterberichte zu emotionalen Acts hochgejazzt, früher völlig undenkbar.

Es wird furchtbar heiß, entsetzlich kalt, es stürmt ganz fürchterlich, die Schneeflöckchen tanzen und der Regen prasselt uns aufs Haupt. Alles, auch das Wetter muss emotional dargeboten werden.

Allerdings spielt es dafür nun eine geringere Rolle, ob das prognostizierte Wetter am nächsten Tag auch tatsächlich eintrifft. Im Konkreten Zeitalter von 1968 bis 2010 waren wir da bei weitem anspruchsvoller.

Beim Wetterbericht bleibt es natürlich nicht. Überall werden die Großen Gefühle großzügig verwertet: da werden aus schlichten Berichten über die einfachen Dinge des Lebens schnell kleine Seifenopern. Allein schon der Ansage von Lottozahlen wird beispielsweise durch das Einsetzen einer ehemals sehr beliebten, erst von einer  schweren Krankheit genesenen Sport-Moderatorin emotionaler Thrill beigegeben.

 

Vom Blauen zum Roten Ideellen Zeitalter: Humor und Zynismus

Die nun größere Nähe des Wahrgenommenen blieb allerdings nicht ohne positive Folgen: es erzeugte einen Trend weg von Zynismus und Menschenverachtung, wieder hin zur Romantisierung der Menschlichkeit und des sozialen Elements in unserem täglichen Leben. Allerdings ist auch dieser Trend sehr uneinheitlich und geprägt von chaotisch-absurden Ereignissen, was vor allem dem neuen Komplexen Ideellen Zeitalter geschuldet ist.

Auffällig war schon beim ersten Wechsel der Farbe Ende Mai 2010, wie schnell

der „zynische Humor“, regelrecht ein Markenzeichen des Neoliberalen Zeitalters von 1988 bis 2010, im Massenmedium Fernsehen auf dem Rückzug war.

Die Schnelligkeit und Unmittelbarkeit dieser Entwicklung überraschte mich, obwohl ich mit einem Rückgang der Darstellung von menschlicher Kälte und Zynismus gerechnet hatte: die mittlerweile allgegenwärtigen Comedians (deren Siegeszug typisch für das Neoliberale Zeitalter war) bemühten sich auf einmal, ihrem „Witz“ eine weniger persönliche Note zu geben. Humor wurde vorher sehr häufig nur noch dargeboten, indem man irgendwelche Menschen beleidigte, bloßstellte, düpierte und lächerlich machte. Auch wenn das vielen gefallen hat, für Humor der höheren Qualitätsstufe benötigt man sicherlich nicht unbedingt die  Erniedrigung Anderer. 

 

Die Stars

Es ist ein typisches Merkmal aller Ideellen Zeitenwenden, dass es vielen Stars des alten Zeitalters nicht gelingt, ihre Popularität ins nächste Zeitalter mit hinüberzunehmen. Häufig bleibt da nur der Nachruhm.

Die veränderte Wahrnehmung erfordert jedes mal wieder neue Helden. Immer wieder muss jemand gefunden werden, der am besten zu den veränderten Bedingungen des neuen  Zeitalters passt, wer der richtige Typ für diese Art von Wahrnehmung ist. Man kann gespannt sein, wie sich z.B. die Karrieren von Robbie Williams und Lady Gaga, beides typische Superstars des letzten Zeitalters entwickeln werden.

 

Der Ruhm vieler einheimischen Stars der Neoliberalen Epoche bröckelt mehr und mehr: Dieter Bohlen und Harald Schmid, die Chefzyniker, auf wenn auch recht unterschiedlichem intellektuellem Niveau, finden offensichtlich nicht mehr die begeisterten Massen, die ihnen einst begeistert zujubelten.

Die inszenierten „Wettbewerbe“ des Äußerlichkeitskults von Heidi Klum und ihren Nachahmern leiden ebenfalls unter Quotenschwund. Dass der Körperkult diese Zeitenwende nicht unbeschadet überstehen würde, war allerdings von vornherein klar gewesen.

Allerdings ist dieser Trend nicht durchgängig. So manche Sendereihe wie z.B. das „Dschungelcamp“ mit seinen Ekel-Inszenierungen ist sehr beliebt. Auch die Serie „Bauer sucht Frau“ ist nun nicht gerade ein Edelprodukt in Sachen Unterhaltung. Die Begeisterung für Primitives und Ordinäres scheint trotz stärkerer Wahrnehmung bei vielen ungebrochen zu sein. Natürlich ist es auch möglich, dass die weit verbreitete Begeisterung für niedriges Niveau speziell im Emotionalen Ideellen Zeitalter begründet ist und seit 1988 kontinuierlich ansteigt oder vielleicht, dass wir schon seit jeher das Primitive und Grobschlächtige vergöttert haben, nur die Fernsehmacher dies erst in den letzten Jahren entdeckt haben. Das wird sich erweisen.

Die hier geschilderten Entwicklungen sind am deutlichsten bei den Privatsendern abzulesen. Sie unterliegen einem stärkeren Leistungsdruck und haben auch weniger altehrwürdige Traditionen, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern erst beiseite geräumt werden müssen.

 

Ein weiteres Beispiel für die Veränderung durch die aktuelle Zeitenwende wäre die Fernsehwerbung, wo sich auch viele der Macher schnell von zynischen, menschenverachtenden Themen verabschiedeten. Auch derb marktschreierische Werbung wurde zügig nach der Zeitenwende weniger. Originelle witzige Werbung ist jetzt wesentlich verbreiteter. Immerhin.

 

 

Sport und Wettbewerbe

Der emotionale Taumel eignet sich wunderbar für die Vermarktung von Sport-Großereignissen. Was ist schöner als ein unerwarteter Sieg in einem Fußballspiel gegen den Angstgegner von einst. Was erregt die Gemüter mehr als desolate Schiedsrichterleistungen und ungerechte Niederlagen. Ein Abstieg der Lieblingsmannschaft aus der Bundesliga kommt für einen richtigen Fan einem Weltuntergang gleich.

Aber nicht nur beim Fußball wird gelitten und gefeiert: ob nun Formel 1-Autorennen, Tennis, Biathlon oder Skispringen. Das Fernsehen lässt uns mit fiebern und die allgegenwärtigen Sportreporter (selbst fast schon Stars, oft ehemalige Aktive) begleiten unsere Helden direkt ins Wohnzimmer.

Wie schaurig-schön ist doch die gnadenlose Demontage einer ehemaligen Sport-Größe durch einen kindlich-unbedarften Newcomer.

So manche Sportart wurde für das Fernsehen extra umgestylt, damit möglichst viele daran teilnehmen können.

 

Unsere Begeisterung für Wettbewerbe allerdings hat sich verändert: jetzt wollen wir, dass der Bessere gewinnt. Wir wollen faire Wettbewerbe, wir reagieren allergischer auf Unehrlichkeit, gemeine Tricks und Brutalität.

Fußball, hierzulande die populärste Sportart, ist beispielhaft für das ganze Sport-Genre: die Leistungen der Schiedsrichter sind besser geworden,  Schwalben werden stärker geahndet, für Ellenbogenchecks gegen den Kopf des Gegners erhalten manche Spieler sogar rote Karten. Fouls, die auf die Verletzung  des Gegners abzielen, werden in jüngster Zeit wesentlich strenger sanktioniert.

Des Fußball wurde in den letzten zwanzig Jahren mit viel Aufwand salonfähig gemacht, galt er doch vor allem  in den Siebzigern und Achtzigern als Pöbel-Sportart. Wer etwas auf sich hielt, betrieb edlere Sportarten wie Leichtathletik, Judo, Fechten oder Radfahren, Mannschaftssportarten wie Volleyball, Basketball oder Hockey.

 

 

Das Emotionale, das Intellektuelle

Das Intellektuelle als Wert an sich spielt nunmehr eine noch geringere Rolle als noch zu Zeiten des Konkreten Emotionalismus 1988-2010.  Das Intellektuelle ist mittlerweile herabgesunken zu einem unter vielen Mitteln zum Zweck, hohe Reputation genießt es schon lange nicht mehr.

Seit der Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie wird hierzulande zwar viel über Bildung geredet, aber in der Regel erschöpft sich der öffentliche Diskurs darin, wie man unseren Nachwuchs zwingen könnte, beim nächsten internationalen Vergleichstest bessere Ergebnisse abzuliefern. Wie viel unsere Sprösslinge tatsächlich können und für was das eigentlich gut sein soll, spielt eine untergeordnete Rolle. Dass für die Kindheit und Jugend noch andere Parameter als Leistung und Disziplin eine triftige Rolle spielen, tritt völlig zurück hinter dem kollektiven Versuch, eine normierte, stromlinienförmige Jugend, die sich reibungsfrei in die Mechanismen unserer Wirtschaft einfügt, zu kreieren. Wenn man die öffentliche Diskussion verfolgt, hat man beinahe den Eindruck, dass das Wohlbefinden unseres Nachwuchses kaum jemanden ernsthaft zu interessieren scheint.

Diese gravierende Missachtung der Interessen einer bedeutenden Gruppe der Gesellschaft liegt in den Rhythmen der Arbeitsfrequenz H begründet, und soll in dieser Homepage später noch an anderer Stelle ausführlich behandelt werden.

 

Wer das Zeitalter der Großen Gedanken von 1948 bis 1988 noch bewusst miterlebt hat, denkt manchmal noch wehmütig daran zurück. Andere dagegen sind einfach nur erleichtert, dass mittlerweile längst handlichere Kriterien gelten.

Wer erinnert sich noch an Begeisterung für den Existenzialismus oder den begeistert bejubelten Free Jazz. Aus der Psychoanalyse entstand die Psychotherapie. Auch mit den großen politischen und sozialen Ideen beschäftigten sich zahllose Menschen von den Fünfzigern bis weit in die Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Letztendlich stand am Ende dieser Entwicklung eine deutsche Revolution und der Zusammenbruch des Machtsystems des Ostblocks, Ergebnisse, die sich durchaus sehen lassen können.

Die Literatur, eines der kulturellen „Ereignisse“ der Arbeitsfrequenz G ist mittlerweile weitgehend zur Unterhaltung mutiert. Kriminalromane in allen Varianten beherrschen die Literaturszene, die Buchhandlungen sind voll von Fantasy- und Vampirgeschichten. Nicht, dass diese unbedingt schlecht geschrieben sein müssen. Es ist eher so, dass die sprachliche und auch inhaltliche Qualität einfach kaum eine Rolle spielen. Anspruchsvolle Literatur ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber heute will man das eher gar nicht mehr.

Auch die Literaten selbst sind betroffen, - Stilexperimente macht heutzutage kaum noch jemand. Im Intellektuellen Zeitalter von 1948-88 erhöhte man das eigene Prestige, wenn man Joyce‘ Ulysses gelesen hatte. Oder, - wer würde sich heute noch freiwillig durch einen Samuel-Beckett-Roman oder durch Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ quälen.

Wer kennt, wer schätzt noch Alfred Döblin, Wolf von Niebelschütz oder Hans Henny Jahnn?

Noch ein Beispiel aus der deutschen Literatur: Arno Schmidt, der experimentierfreudige Literat: welch eine riesige Fan-Gemeinde hatte der Mann in den Sechziger bis hin in die Achtziger hinein. Heutzutage kennt ihn kaum noch jemand. Im heutigen emotionalen Taumel wäre er sicher nie zu Ehren gekommen.

Die jüngeren unter uns, vor allem die nach dem Jahr 1988 geboren wurden, können sich natürlich nicht vorstellen, welchen Rang, Prestige und Bedeutung das Intellektuelle als solches in den Jahren 1949-1988 einnahm. Dass das Intellektuelle einmal einen höheren Stellenwert besaß als das Emotionale, ist für sie gar nicht vorstellbar. Sie sehen es als selbstverständlich, dass das Emotionale das einzig wahre und entscheidende Motiv unseres Lebens ist. Das Intellektuelle dient vor allem dazu, sich Gratifikationen zu erwerben, die ein höheres Einkommen und Sozialprestige ermöglichen.

Man kann gespannt sein, wie es sich auswirken wird, wenn das Intellektuelle nach der nächsten Ideellen Zeitenwende 2032 sein großes Comeback feiern und dann bis zum Jahr 2072 dauern wird. Das letzte Zeitalter der Großen Gedanken von 1948 bis 1988 brachte so manche intellektuelle Fehlgeburt hervor, wie wir wissen. Auch Intellektualität schützt nicht vor Kuriosität und Groteske.

9.3.2013

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Die Grundstruktur der Ideellen Zeitalter

 

Bei jeder Ideellen Zeitenwende (in der folgenden Grafik durch schwarze vertikale Striche gekennzeichnet: 1905, 1927, 1968, 1988, 2010 und 2032) verändert sich die Wahrnehmung jedes Menschen: dies betrifft im Fall der hier behandelten Arbeitsfrequenz G die großen informationsreichen Ereignisse.

Die Wahrnehmung einfacher informationsarmer Ereignisse bleibt von der Ideellen Arbeitsfrequenz G unberührt. Wir wickeln einen großen Teil unserer Alltagsgeschäfte mittels informationsarmer Einheiten der Arbeitsfrequenzen A bis E ab.

Die beiden wichtigsten Parameter der Arbeitsfrequenz G sind jedoch auch für unsere tagtäglichen Verrichtungen nicht ohne Belang. 

  1. Wie wünschen wir uns, dass unsere Gesellschaft sein sollte.
  2. Wie wünschen wir uns, dass der Mensch als Individuum sein sollte.

Hinzu kommt, dass unser Verhalten im gesamten öffentlichen (nicht privaten) Raum  maßgeblich von der Wahrnehmung aller mit der Arbeitsfrequenz G behandelten Ereignisse  abhängt.

 

Folgende Grafik zeigt die Abfolge der Ideellen Zeitalter des letzten und des Beginn des jetzigen Jahrhunderts:

 

 

Beim genaueren Betrachten der Grafik fällt auf, dass manche der Ideellen Zeitalter 19, manche 22 Jahre andauern.

Die durchschnittliche Länge eines Ideellen Zeitalters beträgt 21 Jahre. Für den gesamten Zyklus der Arbeitsfrequenz G, dem Durchlauf durch alle Vier Farben  der Wirklichkeit benötigen wir durchschnittlich 84 Jahre.

Dann beginnt der Zyklus wieder von neuem.

Jede Zeitenwende beinhaltet immer einen Farbwechsel von einer der beiden roten Farben  (Vergrößerung der Wahrnehmung) zu einer der beiden blauen Farben (Verkleinerung der Wahrnehmung) oder umgekehrt. 

 

Bei jeder zweiten Ideellen Zeitenwende (nach jeweils ca. 42 Jahren) findet zudem ein Wechsel zwischen dem Konkreten und dem Komplexen Zeitalter statt: 1927, 1968 und 2010.

Siehe folgende Grafik.

 

Vor kurzem also endete das Konkrete Zeitalter. Das bedeutet, dass wir bis zum Jahr 2052, zumindest was diese Ereignisgröße (G) betrifft, mit der Komplexen Wirklichkeit arbeiten müssen. Das wird noch einige Zeit der Umstellung erfordern.

 

Ebenfalls bei jeder zweiten Ideellen Zeitenwende findet ein Wechsel zwischen dem Emotionalen und dem Intellektuellen Zeitalter statt: 1905, 1949, 1988 und 2032.

Hier sind wir momentan mittendrin im Emotionalen Zeitalter, das jetzt erst, kombiniert mit dem Komplexen Zeitalter und der Kollektiven Roten Wirklichkeit seine wildesten Blüten zu treiben beginnt. Die Wellen kollektiver Emotionen, die wir im Moment erleben, unterscheiden sich doch sichtlich von den  einfacher gestrickten und niedrigeren emotionalen Wellen der Neoliberalen Zeit.

Intellektuelle werden sich noch 21 Jahre damit begnügen müssen, dass ihr Ideal keinen hohen Rang in der Gesellschaft einnimmt.

Wir schreiben das Zeitalter der Großen Gefühle, das letzte Zeitalter der Großen Gedanken endete 1988. Nur wenige äußern im Moment Bedürfnisse nach großen Gedanken.

 

Hier noch einmal die genaue Aufschlüsselung der Grundstruktur der Ideellen Zeitalter.

Genauere Erklärungen im vierteiligen Kapitel Das „Ideelle Zeitalter“ und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung).

 

So manches bisher unerklärliche Ereignis, so manche merkwürdige Begebenheit, die nicht nur den Historikern Rätsel aufgab, findet hier eine logische Erklärung.

 

19.10.2011

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Seite 3,3,1

Die Ideellen Zeitalter des letzten Jahrhunderts und der Gegenwart

Übersicht

 

Hinweis:  Die  Vier Farben der Wirklichkeit treten immer in der gleichen Reihenfolge auf: hellrot, hellblau, dunkelrot, dunkelblau. Dies gilt für alle Arbeitsfrequenzen.

 

 

Das Zeitalter des Ersten Weltkriegs

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Ferne (Distanzierte), verkleinerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Konkrete Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Emotionale Wirklichkeit

 

Das Zeitalter der Mächtigen

Das Zeitalter der großen Vereinfachung

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Individualistisches Zeitalter, ICH-Zeitalter

  Sozialdarwinistisches, egoistisches Zeitalter

  Rechtes Zeitalter, Zeitalter der Äußeren Werte

  Kontrolliertes Emotionales Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gefühle

  Überhöhung/Vergrößerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Verkleinerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Personenbezogenes Zeitalter

  Hohe Schärfe der Umweltwahrnehmung

  Rational-logisches und folgerichtiges Zeitalter

  Konkretes, kontrolliertes, konsequentes Zeitalter

  Klares, einfarbiges und eindeutiges Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Feuer

Die Menschen wollen jagen.

Die Menschen wollen haben.

 

Erläuterung: Anti-Moralismus. schwache Selbstreflektion: zynisches, habgieriges Zeitalter. Partiell Hinwendung zum Primitiven. Unterwerfung und Konkurrenzkampf spielen in diesem Zeitalter immer eine große Rolle. Starke Beschleunigung gesellschaftlicher Vorgänge durch Informationsarmut. Ein rasantes Zeitalter.

Historisch: eine ereignisreiche Zeit in drei Abschnitten. Interessant vor allem, wenn man noch die Zyklen der Arbeitsfrequenz F hinzunimmt, dann ergibt sich ein klares Bild: Vorkriegszeit:  Fette Jahre 1908-14, Kriegszeit: Magere Jahre1914-21, Nachkriegszeit: Fette Jahre 1921-29.

 

 

Das Zeitalter des Zweiten Weltkriegs

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Nahe (Distanzlose), vergrößerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Komplexe Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Emotionale Wirklichkeit

 

Leidenschaftliches Zeitalter

Das Zeitalter der wilden Emotionalität und des absurden Moralismus

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Kollektives Zeitalter, WIR-Zeitalter

  Sozialromantisches, altruistisches Zeitalter

  Linkes Zeitalter, Zeitalter der Inneren Werte

  Unkontrolliertes Emotionales Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gefühle

  Reduktion/Verkleinerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Vergrößerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Inhaltliches Zeitalter

  Hohe Unschärfe der Umweltwahrnehmung

  Irrational-unlogisches und zufälliges Zeitalter

  Komplexes, unkontrolliertes, inkonsequentes Zeitalter

  Unklares, mehrdeutiges und buntes Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Wasser       

Die Menschen wollen die Welt fühlen.

Die Menschen wollen die Welt spüren.

 

Erläuterung: das Zeitalter, das am schwersten zu deuten ist. Ein Zeitalter der Widersprüche, Ungereimtheiten, Inkonsequenzen und Verworrenheit: diffus, unausgegoren, schwer greifbar und wenig konstruktiv. Das komplexeste und am schwersten beschreibbare und berechenbare Zeitalter. Emotionalismus gepaart mit Bizarrerie.

 

Historisch: wie am Beispiel anderer westlicher Ländern zu sehen, muss der absurde Moralismus nicht unbedingt zu einer Diktatur führen. Irrungen und Wirrungen sind aber überall sehr verbreitet. Ein Zeitalter, in dem sich die Menschen sozialere Regeln und ein stärkeres Miteinander wünschen, als sie aus dem vorhergehenden Zeitalter gewohnt waren: häufig genug gehen ihre Wünsche nur teilweise in Erfüllung.

 

 

Die sog. Nachkriegszeit

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Ferne (Distanzierte), verkleinerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Komplexe Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Intellektuelle Wirklichkeit

 

Zeitalter der Leichtigkeit und Leichtfertigkeit

Zeitalter der Kreativität und Oberflächlichkeit

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Individualistisches Zeitalter, ICH-Zeitalter

  Sozialdarwinistisches, egoistisches Zeitalter

  Rechtes Zeitalter, Zeitalter der Äußeren Werte

  Unkontrolliertes Intellektuelles Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gedanken

  Überhöhung/Vergrößerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Verkleinerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Personenbezogenes Zeitalter

  Hohe Unschärfe der Umweltwahrnehmung

  Irrational-unlogisches und zufälliges Zeitalter

  Komplexes, unkontrolliertes, inkonsequentes Zeitalter

Unklares, mehrdeutiges und buntes Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Luft

Die Menschen wollen tanzen.

Die Menschen wollen spielen.

 

Erläuterung: Oberflächliches, sprunghaftes, heiteres, phantasievolles, lebhaftes Zeitalter. Schonungslose Intellektualität gehen einher mit Leichtfertigkeit und Ignoranz, Skrupellosigkeit mit Optimismus und Irrationalismus. Gewöhnlichkeit paart sich mit mondäner Bizarrerie, Futuristisches Zeitalter

 

Historisch: Die Fortsetzung des zweiten Weltkriegs: Regionalkriege, aggressiver Rüstungswettlauf der beiden Machtblöcke Warschauer Pakt und NATO, atomares Gleichgewicht des Schreckens. Existenzialismus, aber auch viele Innovationen in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Ein Zeitalter mit vielen Widersprüchen. Die Leichtigkeit des Seins war häufig auch nur denen gegeben, die sie sich nehmen konnten.

 

 

Woodstock-Zeitalter, Zeitalter der Achtundsechziger

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Nahe (Distanzlose), vergrößerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Konkrete Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Intellektuelle Wirklichkeit

 

Zeitalter des intellektuellen Idealismus

Penibles, ordnendes und progressives Zeitalter

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Kollektives Zeitalter, WIR-Zeitalter

  Sozialromantisches, altruistisches Zeitalter

  Linkes Zeitalter, Zeitalter der Inneren Werte

  Kontrolliertes Intellektuelles Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gedanken

  Reduktion/Verkleinerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Vergrößerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Inhaltliches Zeitalter

  Hohe Schärfe der Umweltwahrnehmung

  Rational-logisches und folgerichtiges Zeitalter

  Konkretes, kontrolliertes, konsequentes Zeitalter

  Klares, einfarbiges und eindeutiges Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Erde

Die Menschen wollen denken.

Die Menschen wollen verstehen.

 

Erläuterung:. Bedeutende intellektuelle und künstlerische Innovationen (Musik!, auch Literatur), das Zeitalter von Idealismus, Weltverbesserung und Protest. Das „grundlegende“ Zeitalter. Bedeutend in dieser Zeit vor allem die Ächtung der physischen Gewalt. Vorschritte im Menschenbild. Demokratisches Zeitalter, Gutmenschen-Zeitalter.

Historisch:

Optimal für die auch stattgefundene Aufarbeitung der Zeit der Nazi-Diktatur und der Kriegsgräuel. Das sozialdemokratische Zeitalter. Ende der sozialistischen Diktaturen des Ostblocks.

 

 

Das Neoliberale Zeitalter

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Ferne (Distanzierte), verkleinerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Konkrete Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Emotionale Wirklichkeit

 

Das Zeitalter der Mächtigen

Das Zeitalter der großen Vereinfachung

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Individualistisches Zeitalter, ICH-Zeitalter

  Sozialdarwinistisches, egoistisches Zeitalter

  Rechtes Zeitalter, Zeitalter der Äußeren Werte

  Kontrolliertes Emotionales Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gefühle

  Überhöhung/Vergrößerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Verkleinerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Personenbezogenes Zeitalter

  Hohe Schärfe der Umweltwahrnehmung

  Rational-logisches und folgerichtiges Zeitalter

  Konkretes, kontrolliertes, konsequentes Zeitalter

  Klares, einfarbiges und eindeutiges Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Feuer

Die Menschen wollen jagen.

Die Menschen wollen haben.

 

Erläuterung: Das Zeitalter des Anti-Moralismus. Zynisches und habgieriges Zeitalter: schwache Selbstreflektion, Partielle Hinwendung zum Primitiven. Unterwerfung und Konkurrenzkampf spielten in diesem Zeitalter eine große Rolle.

Historisch: Die totale Verwirtschaftung des täglichen Lebens. Beschleunigung durch Vereinfachung: Turbo-Kapitalismus. Abbau bestehender Sozialsysteme.

 

 

        

Aktuelles Ideelles Zeitalter (bisher noch ohne genauere Bezeichnung)

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Nahe (Distanzlose), vergrößerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Komplexe Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Emotionale Wirklichkeit

 

Leidenschaftliches Zeitalter

Das Zeitalter der wilden Emotionalität und des absurden Moralismus

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Kollektives Zeitalter, WIR-Zeitalter

  Sozialromantisches, altruistisches Zeitalter

  Linkes Zeitalter, Zeitalter der Inneren Werte

  Unkontrolliertes Emotionales Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gefühle  Reduktion/Verkleinerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Vergrößerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Inhaltliches Zeitalter

  Hohe Unschärfe der Umweltwahrnehmung

  Irrational-unlogisches und zufälliges Zeitalter

  Komplexes, unkontrolliertes, inkonsequentes Zeitalter

  Unklares, mehrdeutiges und buntes Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Wasser

Die Menschen wollen die Welt fühlen.

Die Menschen wollen die Welt spüren.

 

Erläuterung: alles wird wieder komplizierter, undurchschaubarer: das Zeitalter, das am schwersten zu deuten ist. Ein Zeitalter der Widersprüche, Ungereimtheiten, Inkonsequenzen und Verworrenheit: diffus, unausgegoren und schwer greifbar. Das komplexeste und am schwersten beschreibbare und berechenbare Zeitalter. Emotionalismus gepaart mit Bizarrerie.

 

Historisch:

noch ist nicht ganz klar, wohin der Zug der Zeit diesmal fahren wird. Wir hatten immerhin in Europa keinen Krieg in den letzten Jahren. Im Moment dominiert das übliche Chaos am Ende einer blauen Periode des Frequenz-H-Zyklus, das durch das komplexe Zeitalter des Frequenz-G-Zyklus noch verstärkt wird. Interessant und bezeichnend vor allem der Arabische Frühling, bisher stärkster Ausdruck des hohen Aufbruchs-Potentials dieses Zeitalters.

 

 

Nächstes Ideelles Zeitalter

  

 

1. Wahrnehmungsfilter: Ferne (Distanzierte), verkleinerte Wirklichkeit

2. Wahrnehmungsfilter: Komplexe Wirklichkeit

3. Wahrnehmungsfilter: Intellektuelle Wirklichkeit

 

Zeitalter der Leichtigkeit und Leichtfertigkeit

Zeitalter der Kreativität und Oberflächlichkeit

 

Ideologische und strukturelle Eigenschaften:

  Individualistisches Zeitalter, ICH-Zeitalter

  Sozialdarwinistisches, egoistisches Zeitalter

  Rechtes Zeitalter, Zeitalter der Äußeren Werte

  Unkontrolliertes Intellektuelles Zeitalter

  Zeitalter der Großen Gedanken

  Überhöhung/Vergrößerung des Ichs in der Wahrnehmung

  Verkleinerung der Umwelt in der Wahrnehmung

  Personenbezogenes Zeitalter

  Hohe Unschärfe der Umweltwahrnehmung

  Irrational-unlogisches und zufälliges Zeitalter

  Komplexes, unkontrolliertes, inkonsequentes Zeitalter

  Unklares, mehrdeutiges und buntes Zeitalter

 

Inhaltliche metaphorische Zuordnung: Element Luft

 

Erläuterung: Im Vergleich zum vorherigen Zeitalter ist die Unterlegung durch die Periode der Arbeitsfrequenz H anders, was auch dazu führt, dass dieses Zeitalter nht so radikal sein dürfte, nicht so rücksichtslos wie das letzte hellblaue Zeitalter 1949-68. Futuristisch wird sich dieses Zeitalter wohl auch geben.

 

Und,  soviel kann man jetzt schon sagen:

Die Menschen wollen tanzen.

Die Menschen wollen spielen.

 

14.2.2012

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Seite 3,3,2,1

Die Ideellen Zeitalter und die Historie

 

Teil 1

 

Die „Flache“ Zeitenwende

Der Übergang vom Dunkelblauen Ideellen Zeitalter zum Hellroten Ideellen Zeitalter

 

 

Ein Ideelles Zeitalter dauert immer etwa 21 Jahre. Jedesmal nach dieser Zeitspanne findet eine gravierende Veränderung unserer Wahrnehmungsfähigkeit statt: ein genau definierbarer Bereich unserer Wahrnehmung bedient sich einer anderen, neuen Farbe der Wirklichkeit.

Wir verfügen über vier verschiedene dieser Farben der Wirklichkeit, die sich alle 21 Jahre in derselben Reihenfolge abwechseln. Jedes Ideelle Zeitalter hat immer denselben Vorgänger und denselben Nachfolger. Im Moment erleben wir den Beginn des Hellroten Ideellen Zeitalters und haben knapp 22 Jahre des Dunkelblauen Ideellen Zeitalters hinter uns (siehe folgende Grafik).

Diese langen Zeit-Räume bieten sich geradezu an, unter historischen Gesichtspunkten miteinander verglichen zu werden: noch ausgeprägter als bei den Fetten und Mageren Jahren, die durch unseren Gebrauch der Arbeitsfrequenz F verursacht werden, sind gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede zwischen den verschiedenfarbigen Epochen der Zeit-Räume zu erkennen, die von unserem Gebrauch der Arbeitsfrequenz G herrühren.

Während die Arbeitsfrequenz F, wie im Kapitel 2 des Journal-Teils dieser Homepage beschreiben, mehr den innergesellschaftlichen Wirkungsraum beeinflusst, sind die Auswirkungen der Arbeitsfrequenz G großräumiger und weitreichender. Die Ereignisse, die wir mit der Arbeitsfrequenz G behandeln, prägen unsere Vorstellungen, wie unsere Gesellschaft und die in ihr lebenden Menschen idealerweise sein sollten, so stark, dass sich das bis hinein ins Historische auswirkt.

 

Noch größer, weiträumiger und folgenreicher sind die Auswirkungen der Arbeitsfrequenz H, die wir für die größten Ereignisse benutzen. Zusammen mit den hier in Kapitel drei des Journal-Teils dieser Homepage beschriebenen Phänomenen, die von unserem Gebrauch der Arbeitsfrequenz G verursacht werden, sind die Zyklen dieser beiden Arbeitsfrequenzen bestens geeignet, historische Zeitalter zu bestimmen und voneinander abzugrenzen. Für die Zeit ab 2014 ist geplant, den Journal-Teil dieser Homepage um die ersten Beschreibungen der mir bisher bekannten Phänomene, die auf unserem Gebrauch der Arbeitsfrequenz H beruhen, zu erweitern.

Das Vorwort zum Kapitel 4 - Der Fundamentale Zyklus ist im Juli 2014 bereits erschienen.

 

 

Wenn man die folgende Grafik betrachtet, fällt vor allem schnell auf, dass die Zeitenwenden der Ideellen Zeitalter des letzten Jahrhunderts häufig zeitgleich mit Epochen-Wechseln der Geschichtsschreibung stattfanden: vor allem die Zeitenwenden in den Jahren 1949, 1968 und 1988.

 

Die Geltungsbereiche der Wirklichkeiten der Arbeitsfrequenz G:

Die Grafik zeigt die Wechsel der Ideellen Zeitalter während der letzten beiden Jahrhunderte und des vor uns liegenden. Alle 83 bzw. 84 Jahre wiederholt sich derselbe Wechsel; - in den Jahren 1843, 1927 und 2010 wechselte das Dunkelblaue Ideelle Zeitalter über in das Hellrote Ideelle Zeitalter.

 

Im Gegensatz zu den bereits oben angesprochenen historischen Epochen-Wechseln von 1949, 1968 und 1988/89 wird das Jahr 1927 von der Geschichtsschreibung nicht als Epochen-Wechsel angesehen, eher die Jahre 1929/30 oder 1932/33.

Auffällig hierbei ist, dass auch bei der vorletzten dunkelblau-hellroten Ideellen Zeitenwende 1843/44 die historische Zeitenwende 1848/49 fünf bis sechs Jahre später erfolgte.

Natürlich können die verzögerten kulturellen Umbrüche jeweils fünf bis sechs Jahre nach der Ideellen Zeitenwende auch zufällig gewesen sein. Wenn nicht,  müsste das, übertragen auf die heutige Zeit, bedeuten, dass die noch ausstehende historische Zäsur etwa zur Mitte dieses Jahrzehnts erfolgen müsste, also etwa 2015/16! Man wird also bald wissen, ob es sich hierbei um eine Gesetzmäßigkeit oder um Zufall handelt.

Nun waren die historischen Zäsuren von 1948/49 und 1932/33 nicht gerade das, was man ernsthaft als Paradebeispiel für geglückte Übergänge in eine neue Zeit bezeichnen würde.  Es deutet einiges darauf hin, dass auch die im Moment stattfindende Ideelle Zeitenwende einst nicht zu den Meisterwerken menschlicher Gestaltungskunst gezählt werden wird.

Die Beobachtung, dass der kulturelle Übergang von einem Dunkelblauen in ein Hellrotes Ideelles Zeitalter langsamer, zögerlicher und fließender vonstatten geht, als dies bei den anderen drei Übergängen der Fall ist, scheint auch dieses Mal einzutreffen. Deswegen nenne ich die momentane Zeitenwende und die von 1843 und 1927 „Flache“ Ideelle Zeitenwenden.  

Der Grund für diesen fließenden, allmählichen Übergang ist mit Sicherheit im Übergang von der Konkreten zur Komplexen Wirklichkeit zu suchen. Die jetzt immer wieder erkennbare Richtungslosigkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung ist gepaart mit einer allgemeinen Ratlosigkeit. Diese neue Unklarheit, Zufälligkeit, Irrationalität und Vieldeutigkeit in unserem Verhalten, für die man eine Vielzahl von Beispielen nennen könnte, ist offensichtlich typisch für Komplexe Ideelle Zeitalter.

In vielen Fällen ist zu beobachten, dass unser Talent, Maß und Mitte zu finden, unsere Fähigkeit, der Situation angemessen zu agieren und reagieren, stark beeinträchtigt ist. Präzises, folgerichtiges und konkretes Handeln ist sichtlich schwieriger geworden. Nicht umsonst habe ich das Hellrote Ideelle Zeitalter bei meinem Versuch, die Ideellen Zeitalter zu definieren auch ein irrational-unlogisches, zufälliges, unkontrolliertes, inkonsequentes und unklares Zeitalter genannt.

Anscheinend verursachen die beiden bei dieser Ideellen Zeitenwende beteiligten Wirklichkeiten, - die dunkelblaue und die hellrote - , eine ähnliche Reaktion bei den betroffenen Menschen, obwohl sie an und für sich sehr verschieden sind: durchaus vorstellbar, dass ein Ereignis in etwa  gleich schwer wahrnehmbar ist, wenn es in unserer Wahrnehmung verkleinert (dunkelblaue Wirklichkeit) oder vergrößert und verschwommen-verzerrt (hellrote Wirklichkeit) wird. Man kann das mit einer Kamera relativ problemlos nachstellen.

Beide Arten von Undeutlichkeit dürften bei den Menschen die Motivation erhöhen, prägnantes, lautes und unübersehbares Verhalten zu zeigen. Wenn man heutzutage wahrgenommen werden möchte, erscheint es wohl angeraten, etwas dicker aufzutragen und vor allem prägnant und eindringlich auf unsere(n) Gegenüber zu wirken.

 

Verändert hat sich auch das Emotionale Zeitalter: ein Komplexes Emotionales Zeitalter ist eben anders als ein Konkretes Emotionales Zeitalter: in Konkreten Ideellen Zeitaltern gibt es einen roten Faden, eine Logik. Bildlich gesprochen: nach dem A kommt ein B, danach ein C. Das ist in einem Komplexen Ideellen Zeitalter anders. Die Reihenfolgen der Ereignisse werden beliebig, Logik und Stringenz stehen uns nur phasenweise zu Verfügung.

So schwappen die sich ablösenden emotionalen Wellen mal ziellos dahin, mal dorthin, sind unberechenbar, versiegen auch mal ganz plötzlich. Mal beschäftigt sich die ganze Republik mit dem Bau eines Bahnhofs, dann mit der Pleite Griechenlands, dann plötzlich mit einem Flughafen, der nicht fertig werden will…

Eine Zeitlang einigt uns lebhafte Aufregung um Ereignisse, die uns eigentlich gar nicht interessieren müssten, dann plötzlich ist die allgemeine Erregung abgeklungen und von da an ist deren Ursache völlig uninteressant. Eine weit verbreitete Beliebigkeit hat Einzug gehalten.  

Das Emotionale wird zwar weiterhin ständig betont, die Neigung zum kollektiven Gefühls-Überschwang ist noch gravierender als im alten Neoliberalen Zeitalter, aber es ist nicht auszumachen, wohin die Reise gehen soll. Auch die Richtung, in die wir uns gemeinsam bewegen, kann sich jederzeit ändern.

 

Wie der Grafik zu entnehmen, wechselte 2010 die Farbe der Wirklichkeit des Ideellen Zeitalters von dunkelblau nach hellrot wie 1927. Daneben endete genauso wie 1927 das Konkrete Ideelle Zeitalter und wurde abgelöst durch das Komplexe Ideelle Zeitalter. Das Emotionale Ideelle Zeitalter blieb uns in beiden Fällen erhalten.

 

 

Heute, kurz nach der Zeitenwende von 2010/11, ist klar erkennbar, dass das ideelle Gedankengebäude des Neoliberalen Zeitalters durch die Banken- und Finanzkrise seit 2007 mit lautem Getöse eingestürzt ist. Der Tatbestand einer historischen Zäsur ist damit zwar allemal erfüllt, aber im Moment ist tatsächlich von einem Neubeginn, einem wirklichen Epochen-Wechsel wenig zu sehen. Ein Zeitalter wurde beendet, aber danach begann bisher kein neues.

Ein typisches Beispiel für unlogisches Verhalten im Kollektiv, für irrationale Tendenzen ganzer Gesellschaften, vor allem die des sog. Westens.

Ein eindringlicheres Plädoyer, grundlegende Veränderungen in unserem Wirtschafts- und Finanzsystem und somit auch in unserem Gesellschaftssystem baldmöglichst vorzunehmen, ist eigentlich kaum mehr denkbar. Man ist sich zwar allseits einig, dass man nicht wie bisher weitermachen kann, aber es geschieht eigentlich gar nichts. Niemand wagt etwas! Noch nicht einmal der ganz offensichtliche Befund, dass unser Wirtschafts- und Finanzsystem idiotisch und unpraktisch ist, darf laut ausgesprochen werden.

Dieses System, das sich mit Nachdruck als unbrauchbar erwiesen hat, besteht im Prinzip praktisch unverändert weiter fort. Immer wieder schielen wir nach den USA und nach England, die sich im letzten Jahrhundert meistens als diejenigen erwiesen hatten, die mutig genug waren, neue Wege zu beschreiten, aber auch von dort ist lediglich mehr oder weniger professionelles Improvisieren zu sehen. Überall ist das Bestreben erkennbar, unbedingt ein selbstzerstörerisches System weiter am Leben erhalten zu wollen. Ähnliches ist im Kleineren ständig zu beobachten. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen wie die Vielzahl an sozialen Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind, werden zwar erkannt und benannt, aber es wird vor allem daran gearbeitet, unsere Gesellschaft, unser System, wie es jetzt ist, fortzuschreiben. Das Prinzip von Ursache und Wirkung funktioniert nicht mehr so richtig.

Nun muss man der Gerechtigkeit halber sagen, dass der Niedergang der Westlichen Welt, Europas und Nordamerikas, seinen Ausgang nicht primär von den Auswirkungen unseres Gebrauchs der Arbeitsfrequenz G hat.

Solch weitflächigen Auf- und Abstiegssymptome können nur die Zyklen der Arbeitsfrequenz H, die wir für das Große und Ganze, das Globale, für die Welt als Ganzes benutzen, bewirken. 

Gegen Ende dieses Jahrzehnts dürfte mit den ersten Anzeichen einer Veränderung der globalen Machtbalance zu rechnen sein.

Langsam ansteigen dürfte auch der Optimismus in unserer Hemisphäre. Man kann gespannt sein, wie sich das auswirken wird.

 

Die Beschreibung der Phänomene, die auf den Wahrnehmungsveränderungen der informationsreichsten größten Ereignissen unserer Welt beschäftigen, beginnt mit dem vor kurzem erschienen Kapitel 4,1: „Der Fundamentale Zyklus – Einführung“.

12.12.2013

Nachtrag: 17.3.2016

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Seite 3,3,2,2

Die Ideellen Zeitalter und die Historie

Teil 2

 

Heute

Unsere Gesellschaft nach der Ideellen Zeitenwende von 2010/11

 

 

 

Hellrote Ideelle Zeitalter wie das seit 2010 herrschende sind im hohem Maße von den Hinterlassenschaften des vorangegangenen Ideellen Zeitalters geprägt. Dunkelblaue Ideelle Zeitalter bringen mehr Veränderung mit sich als die drei anderen Ideellen Zeitalter. Das liegt daran, dass während der Dunkelblauen Ideellen Zeitalter nur Einfache Wirklichkeiten bei dem Gebrauch der Arbeitsfrequenz G zur Anwendung kommen.

Die Blauen Ideellen Zeitalter erzeugen alle 84 Jahre wieder (siehe Grafik) Realitäten, die während der anderen Ideellen Zeitalter von sehr vielen Menschen als unangenehm und vor allem als unwürdig empfunden werden.

Auch wenn sich das radikal-individualistische Menschenbild, das während der Dunkelblauen Ideellen Zeitalter (in unserem Fall das von 1988 bis 2010) gilt, nach der folgenden Ideellen Zeitenwende relativ schnell wieder zurückbildet, so wurden doch im politisch-gesellschaftlichen Bereich so viele Fakten geschaffen, die auch nach den folgenden Zeitenwenden zunächst noch ihre Gültigkeit behalten. Gesetze, Verordnungen und Beschlüsse müssen erst einmal wieder geändert und neu gefasst werden.

Während des jüngsten Dunkelblauen Ideellen Zeitalters erlebten wir einen für viele unerklärlichen Siegeszug der sog. Marktradikalen, oder, einfacher ausgedrückt, eine wieder neu entdeckte Begeisterung für einen ungezügelten Kapitalismus, einer Gesellschaft mit überwiegend monetären Präferenzen, einer Art von Gesellschaft, von der man eigentlich geglaubt hatte, sie längst überwunden zu haben. Die während dieser Zeit geschaffenen gesellschaftlichen Bedingungen sind weiterhin in Kraft.

Man kann sogar sagen, dass während des Dunkelblauen Ideellen Zeitalters die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen den Ansprüchen der Oberschicht (oder besser gesagt, des organisierten Teils davon) angepasst wurden. Die Interessen der Mittel- oder gar Unterschicht spielten bei diesem Vorgang eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Historiker haben diesen Vorgang auch schon einen „Putsch der Oberschicht gegen den Rest der Bevölkerung“ genannt. In keinem der drei anderen Ideellen Zeitalter herrschen die Herrschenden mit einer solchen Dominanz, getrieben von einem solchen Ausmaß an Selbstgewissheit und Selbstbewusstsein.

Deshalb habe ich die Dunkelblauen Ideellen Zeitalter in meinem Überblick über die Ideellen Zeitalter seit 1900 auch die Zeitalter der Mächtigen genannt.

 

Beispielsweise wurden die Rechte der Arbeitnehmer oder auch die der Mieter während des vergangenen Neoliberalen Zeitalters stark zugunsten von Arbeitsgebern und Vermietern verändert. Momentan erleben wir seit vielen Jahrzehnten zum ersten Mal  eine Flucht der Menschen aus den großen Städten, weil die Mieten so stark gestiegen sind, dass sich viele diese nicht mehr leisten können. Auch die Rentner wurden stark benachteiligt. Es benötigte einige Zeit, um die Verhältnisse, wie wir sie jetzt haben, zu etablieren, und es wird auch lange Zeit dauern, um frühere,  sozialere Bedingungen wieder herzustellen. Man empfand während des vergangenen Zeitalters die Wirtschaft, die damit verbundenen Abläufe und ihre Protagonisten als etwas Glorreiches, Abenteuerliches, nahm die Welt des Kapitalismus als glamourös, schillernd und verlockend wahr.

 

Nach jeder Ideellen Zeitenwende, die in Abständen von 21 Jahren stattfinden, wird neu entwickelt und justiert, was wir als Gesellschaft für richtig und falsch erachten, was wir erstrebenswert finden und was wir verurteilen. Allerdings braucht das so seine Zeit. Die Einfachen Wirklichkeiten, die die Dunkelblauen Ideellen Zeitalter dominieren, schaffen einen unwiderstehlichen Sog und machen Veränderungen in einem Ausmaß möglich, die während der drei anderen  Ideellen Zeitalter, die stärker von den Komplizierten Wirklichkeiten geprägt sind, unmöglich wären.

Dies gilt für die Zeit-Räume von 1821 bis 1843 genauso wie für die Jahre von 1905 bis 1927 und von 1988 bis 2010. Auch in der Zukunft wird das wieder für das nächste Dunkelblaue Ideelle Zeitalter von 2072 bis 2095 gelten.

 

 

 

Aufgrund der einfach strukturierten Wahrnehmung während der Dunkelblauen Ideellen Zeitalter räumen die Menschen alle 84 Jahre wieder Einhalt gebietende Bedenken beiseite, pfeifen auf die Moral und die Stärkeren in der Gesellschaft nehmen sich ungeniert, was sie als ihnen zustehend glauben. Die Popularität des Egoismus erlebt jedes Mal wieder einen geschichtlichen Höhepunkt. Die schwächere Wahrnehmung für andere lässt einen Individualismus entstehen, der das Gefühl erzeugt, jeder Einzelne sei ein Krieger im Kampf gegen alle anderen. Die Menschen nehmen diese Veränderung als natürlich hin, was ja auch den Tatsachen entspricht. Die Veränderung unserer Wahrnehmung folgt tatsächlich natürlichen Ursachen.

 

Aber auch Individualistische Ideelle Zeitalter und die damit verbundene Desintegration der Gesellschaft gehen irgendwann zu Ende, auch wenn dieses Mal manche ernsthaft glaubten, die geschichtliche Entwicklung sei nun an ihrem Ende angekommen. 2010 war es dann wieder einmal soweit: das furiose Dunkelblaue Ideelle Zeitalter, das Zeitalter des Turbokapitalismus, des Glamours, des Egos und seiner einfachen Wahrheiten war vorbei und das leidenschaftliche Hellrote Ideelle Zeitalter konnte beginnen. Siehe auch die Beobachtungen in den Kapiteln 3.2.0 und folgende dieses Journals.

Verursacht werden diese Ideellen Zeitalter durch die Veränderung der Wahrnehmung nur eines Ausschnitts der menschlichen Datenverarbeitung. Die Wahrnehmung lediglich einer der acht Arbeitsfrequenzen, die wir ständig für unsere Datenverarbeitung benutzen, verändert sich und das hat vor allem Einfluss auf die Bedeutung, die jeder Einzelne seinen Mitmenschen beimisst.

Jeder Mensch erlebt diese Wahrnehmungsveränderung, jeder ist im gleichen Maße betroffen. Die Mitmenschen, vor allem die, die wir nicht näher kennen, verkleinern sich in unserer Wahrnehmung und werden durch diesen so schlichten Vorgang unwichtiger für uns. Die Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung wie Familie, Freunde, Arbeitskollegen nehmen wir mittels kurzwelligerer Arbeitsfrequenzen wahr. Ihre Wichtigkeit bleibt uns also im Wesentlichen erhalten. Die Beziehungen zum unmittelbaren Umfeld, das Privatleben ist  somit von den gesellschaftlichen  Veränderungen weniger betroffen.

 

Die Folgen dieser frappierenden Veränderung unseres Menschenbildes setzen sofort nach den Zeitenwenden vom dunkelroten zum dunkelblauen Ideellen Zeitalter (1821, 1905, 1988) ein und sind weitreichend, z.B. wurde nach 1988 die Moral recht zügig als absurd und überflüssig erklärt. Man denke nur an die vielen Filme aus dieser Zeit, die Gewissenlosigkeit und Menschenverachtung als zentrales Thema hatten. Man fand es in den Neunziger Jahren beeindruckend, wenn sich jemand abgebrüht und gewissenlos über die Interessen von Schwächeren, weniger Entschlossenen hinwegsetzte. Dies dokumentierte sich in zahlreichen Filmen wie Das Schweigen der Lämmer, Schnappt Shorty, L.A. Confidential, The Punisher, Road House, Der Rosenkrieg, Basic Instinct, Wall Street, Pulp Fiction, um nur einige zu nennen, aber auch in „Alltags-Kunst“ wie der Werbung: Härte und Zynismus war in.

Menschen, die sich öffentlich moralisch mäßigend äußerten, wurden als Gutmenschen diffamiert, der Altruismus zur Schwäche erklärt. Die allgemein herrschende Gleichgültigkeit schuf aber auch Freiräume: die Menschen interessierten sich kaum noch dafür, was der andere, die anderen so machten. Daraus entstand für viele ein gefühlter Freiraum im Gegensatz zu der Zeit, als ständig irgendjemand seine Nase in Angelegenheiten steckte, die ihn an und für sich nichts angingen. Die Blockwartmentalität hatte keine Konjunktur mehr. Wenn man in der Lage war, sich etwas einfach zu nehmen, ohne dass ein anderer dagegen einschritt, war man ein Starker, ein Gewinner. Zahlreiche spektakuläre Strafprozesse über Diebstahl und Betrug in den Medien zeugen von einer weitverbreiteten Kultur des ungenierten Nehmens.

Viele zupften ihre „Tempo 100 dem Wald zuliebe“-Aufkleber von ihren Autos und auf den Straßen begann ein unentwegtes Wettrennen. Millionen kauften sich immer schnellere Fahrzeuge, um in der Rallye wettbewerbsfähig zu sein. Jeder wollte wenigstens einmal am Tag auf dem Weg zur Arbeit ein Sieger sein.

 

 

Auch wenn die Missachtung für das Wohl und Wehe anderer Menschen während des letzten Dunkelblauen Ideellen Zeitalter von 1988 bis 2010 nicht das extreme Ausmaß annahm wie in der Zeit von 1905-1927, wo so viele als Kanonenfutter im 1. Weltkrieg regelrecht verheizt wurden, so haben große Teile der Bevölkerung den gravierenden Mangel an Achtung und Beachtung nicht vergessen, der ihnen in den vergangenen Jahren von ihren Eliten und den Medien entgegengebracht wurde.

Wir sind schließlich im empfindungsstarken Teil des Emotionalen Ideellen Zeitalters angekommen, eines Zeit-Raums, während dessen wir ziemlich talentiert und versiert sind, was Gefühle aller Art betrifft. In solchen Zeit-Räumen sind Emotionen beinahe eine Währung, das Wort „Respekt“ erlebt ein großes Comeback: Wut, Ärger und Hass entstanden millionenfach aus der langjährigen (man bedenke: fast 22 Jahre) demütigenden Behandlung, dem Mangel an Wertschätzung und Achtung, den so viele erlebt hatten. Zu vielen wurde zu oft das Gefühl vermittelt, sie seien irrelevant, unbedeutend und unbrauchbar. Nun lassen viele dieser unwichtigen Menschen  ihren Gefühlen freien Lauf, und sie wissen, dass ihre Wut berechtigt ist, auch wenn andere sie nicht verstehen können.

Viele haben nicht vergessen, dass sie von den Gelehrten der Gesellschaft zu Ressourcen, Humankapital oder Produktionsfaktoren umgetauft, und von Teilen der Führungselite öffentlich als Niederqualifizierte oder gar Minderleister tituliert und diffamiert wurden. Wenn sich heute so viele verwundert fragen, woher der Aufschwung der sog. Populisten denn stammt, so erkennt man auch daran, wie weit die Menschen in unserer Gesellschaft sich voneinander entfernt haben, dass die Realität weiter Teile der Bevölkerung z. Bsp. von den Medien überhaupt nicht wahrgenommen wurden. Gerade mal als Rohstoff für Reality-Soaps zur Unterhaltung fand man sie gut einsetzbar.

Man kann nicht erwarten, dass Gedemütigte allzeit ergeben Hochmut und Arroganz hinnehmen, vor allem, wenn es so viele sind. Und, nicht nur die Unterschicht empfindet so, dieses Gefühl reicht weit in die Mittelschicht hinein. Auch dort spüren sehr viele ihre Bedeutungslosigkeit und sind gekränkt, wenn sie den Eindruck haben, Neuankömmlinge würden in diesem Land als wichtiger und bedeutender angesehen als sie, die hier geboren wurden.

 

 

 

Menschen suchen ihr Heil immer ihrer Wahrnehmung entsprechend. Sind andere Menschen in unserer Wahrnehmung klein und unbedeutend, versuchen wir, das Beste in uns selbst zu finden: der Individualismus dominiert.

Sind andere Menschen in unserer Wahrnehmung größer, unübersehbarer, suchen wir andere Gleichgesinnte, um gemeinsam etwas zu erreichen: der Kollektivismus dominiert.

 

 

 

Der neue Wunsch der Menschen, das Kollektiv (in unserem Fall das „Deutsche“ bzw. „Deutschland“) möge wieder mehr Bedeutung einnehmen, kommt also nicht aus düster-bösartig-diabolischen Urgründen, sondern ist lediglich ein legitimer Wunsch aufgrund der physikalisch bedingten stärkeren Wahrnehmung unserer Mitmenschen und unserer gesellschaftlichen Realität.

Das fein austarierte System der großen und kleinen Kollektive war in der Zeit nach 1988 völlig aus den Fugen geraten. Jetzt erst sind wir soweit, dass wir es bemerken. Kollektive sind in ihrer Funktion nicht zu unterschätzen, sie sind viel stärker, bedeutender und dauerhafter, als man das während der Individualistischen Epoche wahrhaben wollte. Der Einzelne braucht unterschiedlich große Anker, die ihm helfen, sich in dem oft undurchsichtigen Dschungel der Realität zu orientieren.

Als Individuum allein unter mehr als sieben Milliarden wäre man ganz schön arm dran, ganz schön einsam und verloren, selbst als Sieger.

 

Ich finde, dass es die momentane Diskussion schon entkrampfen helfen könnte, wenn man die positiven Seiten dieser Veränderung hin zur Stärkung der Kollektive etwas mehr in den Vordergrund stellte: die Menschen bewegen sich wieder aufeinander zu. Sie wollen wieder mehr zusammengehören, wollen wieder mehr eine Gemeinschaft sein, vor allem eine stärkere Gemeinschaft, die ihre Mitglieder schätzt und schützt und diese nicht nur als Konkurrent und vor allem als Lieferant von wirtschaftlichen Ressourcen sieht.

Aus der Bewegung der Menschen aufeinander zu ergibt sich allerdings nicht nur freundliches Hallo und Wiedersehen. Es gibt genug Menschen, die sich von der Mitte der Gesellschaft relativ weit entfernt haben und ihren differierenden Lebensstil auch selbstbewusst öffentlich darstellen. Diese Art von „Hier-bin-ich-und-mache-was-ich-will“  ist nun weniger modern, wird neuerdings nicht mehr nur als Stärke gesehen.  

Auch gibt es viele, die im Verhalten anderen gegenüber weiterhin ihren bislang so erfolgreichen Konfliktkurs fortsetzen. Das ist mittlerweile nicht mehr so en vogue wie in den kampfesfreudigen Tagen der letzten Ära. Viele haben damit jetzt einen schwereren Stand und wundern sich, dass Regeln nicht mehr gelten sollen, die ihnen entgegen kamen und so lange als modern galten.

Mittlerweile wird allgemein gut wahrgenommen, wenn jemand signalisiert „Ich gehöre nicht zu Euch!“, „Ich unterscheide mich von Euch!“ oder „Ich möchte nichts mit Euch zu tun haben“. Während des individualistischen Zeitalters gab es nach unserem Verständnis eigentlich keine Gemeinschaft mehr, sondern lediglich sehr viele Individuen. So konnte sich jeder Einzelne als eigenes, autonomes Universum definieren und frei gestalten.

Zu dieser neuen Entwicklung, die diese individuelle Freiheit ablöste und nun schon seit 2010 andauert, gehört auch, dass die Menschen das „Wir“, die Gemeinschaft, der sie im vergangenen Individualistischen Zeitalter kaum Bedeutung beigemessen hatten, neu definieren. Man darf jetzt nicht damit rechnen, dass hier althergebrachtes einfach reproduziert wird. Die Wir-Definition wird neu sein, sie richtet sich nach der Gesellschaft der Gegenwart und sie wird sich den aktuellen Wahrnehmungs-Bedingungen zwangsläufig anpassen, was natürlich auch nicht bedeuten muss, dass wir uns dabei immer nur sinnvoll und konstruktiv verhalten werden. Wann haben Wir das jemals getan.

Wenn man den Zyklus der Ideellen Zeitalter zurückgeht bis zur letzten gleichartigen Ideellen Zeitenwende im Jahr 1927 und diese Zeit aus der Retrospektive betrachtet, so kann man unschwer erkennen, dass sich seither enorm vieles verändert hat. Das Deutschland von 1927 ist mit dem Deutschland von 2010 kaum vergleichbar. Bei so unterschiedlichen Ausgangsbedingungen sind natürlich auch die sich daraus ergebenden Ereignisse entsprechend anders.  

Trotzdem ist der Vorgang, der sich seit 2010 abspielt, dennoch der gleiche wie nach 1927: die menschliche Wahrnehmung hat sich verändert und die Menschen erleben deswegen Gemeinschaft wieder intensiver und stärker und wollen auch noch mehr davon. Die Veränderung unserer Wahrnehmung und die daraus sich ergebende Transformation unseres Verhaltens in den Jahren nach 1843, 1927 und 2010 sind im Prinzip identisch. Die Bedeutung des Ichs, des Individuums sinkt, die Bedeutung des Wir, des Kollektiven steigt. Auch hier der gleiche Ablauf. Und, auch das verläuft nicht immer unauffällig, leise und betulich. Da rumpelt und scheppert es sehr häufig ganz vernehmlich.

Nicht nötig zu erwähnen, dass diese Veränderung unserer Wahrnehmung nicht zwingend notwendig zu ausuferndem Hass und Gewalttätigkeit wie beispielsweise dem Anbrennen von Flüchtlingsunterkünften führen muss. Aber man sieht, auch wenn die Mehrheit der Gesellschaft solche Auswüchse ablehnt, so kann doch eine starke Minderheit schon viel bewerkstelligen, wenn sie entschlossen genug vorgeht. Auch die Eliten, die das letzte Ideelle Zeitalter dominierten, waren nie in der Mehrheit.

Zweifelsfrei kann man ein Kollektiv auch im Zeitalter der wilden Emotionalität und des absurden Moralismus wieder neu formieren ohne maßlosen Hass und Kriminalität. 1927 und die Folgen sollten uns eine Warnung sein.

 

 

Die Gesellschaft sortiert sich wieder neu. Auch das neue Zeitalter ist ein Emotionales, das bedeutet, dass diese Sortierung nicht unter intellektuellen, sondern unter emotionalen Kriterien stattfindet.

Die Mitglieder unserer Gesellschaft, der Gesellschaft „Deutschland“ benutzen ihre hinzugewonnenen Wahrnehmungsfähigkeiten und befühlen sich kollektiv gegenseitig neu. Die Menschen erkennen sich wieder gegenseitig als solche und glauben auch nicht mehr, dass ihre Zeitgenossen nur Zahlen oder Buchstaben oder bewegliche Hindernisse sind, mit denen man auf einem Gehsteig besser nicht kollidieren sollte. Sie betasten sich nach allen möglichen gefühlsmäßigen Kriterien wie folgende:

Wer macht mir ein gutes Gefühl?

Wer verursacht mir Unwohlsein?

Wer macht mir Freude?

Wer macht mir Kummer?

Wer bereitet mir Vergnügen?

Wer macht mir Sorgen?

Wer verschafft mir Zufriedenheit?

Wer macht mir Angst?

Wer vermittelt mir Sicherheit?

Von wem fühle ich mich bedroht?

Bei wem fühle ich mich aufgehoben?

Einzelne Menschen sind kompliziert und agieren entsprechend. Kollektive dagegen agieren nach verhältnismäßig einfachen und schlichten Mustern. Einzelne Menschen können enorm komplizierte Unterscheidungen treffen, ein Kollektiv ist dazu nicht in der Lage. Kollektive agieren ihrer Größe entsprechend mit beträchtlicher Wucht und Getöse. Es handelt sich bei dem Kollektiv Deutschland immerhin um eines von 82 Millionen. Dabei sind Immigranten und deren Nachkommen selbstverständlich mit eingerechnet.

Dieselben Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien gelten in Europa auch noch für Großbritannien, Frankreich, Italien und  die Türkei.

 

 

Allerdings betrifft dies alles nur die Ereignisse der Arbeitsfrequenz G. So unterliegen zum Beispiel die Bedeutung des Familiären, unsere Kinder, auch die Definition der Geschlechtlichkeit „Frauen und Männer“ anderen Gesetzmäßigkeiten. All dies sind „Ereignisse“, die den Rhythmen der Arbeitsfrequenz H folgen. Da haben wir die Zeitenwende hin zum Kollektiven noch vor uns.

Beispiele für die Ereignisse der Arbeitsfrequenz H finden Sie in der Tabelle im Kapitel 4,1 Der Fundamentale Zyklus - Einführung im Journal-Teil dieser Homepage.

 

Noch einmal zur Historie: wenn wir vom aktuellen Jahr 2016 vierundachtzig Jahre, also den Zeit-Raum eines gesamten Ideellen Zyklus subtrahieren, errechnet sich das Jahr 1932, noch einmal 84 weniger, dann erhalten wir das Jahr 1848.

1848 und 1932 gelten durchaus als geschichtsträchtig. Im Moment ist nicht klar, ob einmal das Jahr 2016 eine ähnlich starke Bedeutung haben wird. Ich habe schon im vorherigen Kapitel „Die Flache Zeitenwende“ darauf hingewiesen, dass da Parallelen möglich sind.

In jedem Fall haben die Jahre 1848, 1932 und das jetzige gemeinsam, dass die Bedeutung des Nationalen hierzulande stark angestiegen ist, was in den Dunkelblauen Ideellen Zeitaltern  von 1821-1843, 1905-1926 und 1988-2010) nun wirklich keine zentrale Rolle gespielt hatte. Da dominierten die Interessen der (durchsetzungsstärksten) Einzelnen.

Lediglich in kleineren Ländern, die sich an den kürzeren Rhythmen der Arbeitsfrequenz F orientieren und entsprechend flexibler und auch schneller agieren und reagieren können, war der neue Nationalismus schon lange vor 2010 ein großes Thema. Man denke an Dänemark, Österreich, die Niederlande. Auch in vielen der osteuropäischen Staaten sind ähnliche Entwicklungen im Gange, allerdings bei einer völlig anders gearteten Vorgeschichte.

Nun haben wir heutzutage natürlich keine so abscheuliche Zeit wie den Ersten Weltkrieg hinter uns, wo Staatenlenker Millionen wissentlich in den Tod schickten. Das bedeutet aber auch nicht, dass wir uns bis heute moralisch schon so weit entwickelt haben, dass man neue Scheußlichkeiten für die nächste Zukunft ausschließen kann. Der Planet ist in den letzten Jahren nicht friedlicher geworden, die sich wiedervereinigenden Volks-Gemeinschaften lassen ihren Gefühlen freien Lauf.

Im Moment scheint es so zu sein, dass die Zone von Mord-und-Totschlag, die bis zu den Jahren  der Weltkriege bis in unsere Breiten reichte, sich doch seitdem recht weit Richtung Süden bewegt hat. Wir können nur hoffen, dass wir die Lektion aus dieser Zeit, „Gewalt bis zum absoluten Überdruss“ wirklich gelernt haben. 

 

5.10.2016

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Fortsetzung

 

 

Die Ideellen Zeitalter entstehen durch die sich periodisch verändernde Wahrnehmung der Ereignisse der Arbeitsfrequenz G. Die menschliche Wahrnehmung verändert sich in klar voneinander abgrenzbaren Zeit-Räumen. Dies hat so starke Auswirkungen auf unsere Sicht des Lebens, dass sich nach der Veränderung unserer Wahrnehmung prompt die ganze Gesellschaft verändert.

 

Zuerst einmal einige Ereignisse der Arbeitsfrequenz G in einer kurzen Übersicht: unsere Lebenseinstellung, unser Lebensstil, unsere Werte, Normen und Prinzipien, unsere Ideale und Moralvorstellungen, unsere Auffassung von Gerechtigkeit, unsere Religiosität, unser Glauben, unsere Ziele, unser Zeitgeist, unser Wissen: „was ist wichtig, was ist richtig, was ist bedeutend, was vernachlässigbar?“, „die Ordnung unserer Gesellschaft: „wie stellen wir uns  eine ideale Gesellschaft vor“, unsere Idole: „wie stellen wir uns den idealen Menschen vor, die Traumfrau, den Traummann“, unsere Ästhetik, unser Geschmack, die Bedeutung des Individuums und der Kollektive...

 

Dagegen folgt unsere Wahrnehmung von Ereignissen wie zum Beispiel „Frau/Mann“, die „Familie“, das „Kind“, die „Jugendlichen“, die „Jungen“, die „Alten“ den Zyklen der Arbeitsfrequenz H. Unser Zeitgeist ist deswegen zweigeteilt und verläuft in Zyklen von 84 oder 165 Jahren, den Zyklen der Arbeitsfrequenzen G und H.

 

Die Arbeitsfrequenz G ist nur eine von acht Arbeitsfrequenzen, die der menschlichen Datenverarbeitung zugrunde liegen und doch beeinflusst die seit März 2011 veränderte Wahrnehmung dieser Ereignisse uns alle doch so maßgeblich, dass man ohne Übertreibung von einer anderen Welt sprechen kann, mit der wir uns seither auseinanderzusetzen haben.

Bei den angesprochenen Veränderungen unserer Wahrnehmung sind vor allem drei Bereiche wichtig, die in der folgenden Grafik, die unsere Wahrnehmung der Ereignisse der Arbeitsfrequenz G während der letzten 120 und der nächsten 20 Jahre abbildet, durch die drei unteren Balken symbolisch dargestellt sind:

 

 

Wie man der Zeichnung entnehmen kann, hat sich unser Weltbild, das maßgeblich von den Ereignissen bestimmt wird, die wir mittels der Arbeitsfrequenz G bearbeiten, in den Jahren 2010/11 in zwei Punkten entscheidend verändert. Diese beiden Punkte sind durch die beiden mittleren Balken symbolisiert: es handelt sich um die Balken, die für die 1. Deutlichkeit und 2. Deutlichkeit unserer Wahrnehmung stehen.

 

Noch einmal zum Verständnis:

1.    Deutlichkeit = Blaue (distanzierte, verkleinerte) oder Rote (distanzlose, vergrößerte) Wahrnehmung

2.    Deutlichkeit = Konkrete oder Komplexe Wahrnehmung

3.    Deutlichkeit = Emotionale oder Intellektuelle Wahrnehmung (unterer Balken der obigen Grafik)

 

Lediglich die 3. Deutlichkeit der Arbeitsfrequenz G ist seit 1988 konstant im emotionalen Bereich und das wird sich auch bis zum Jahr 2032 nicht ändern.

Anders die beiden ersten Deutlichkeiten.

Hier hat sich viel verändert. Seit dem März 2011, dem endgültigen Übergang in das neue Ideelle Zeitalter, das ich das „Leidenschaftliche Zeitalter“ nenne, betrachten wir die Welt mit anderen Augen als in den 22 Jahren vorher. Dementsprechend verändert sich jetzt auch nach und nach unser Weltbild.

 

 

Über den Zusammenhang zwischen den Drei Deutlichkeiten der Ereignisse, die wir mittels der Arbeitsfrequenz G bearbeiten und unserer gesellschaftlichen Entwicklung hierzu einige Ausführungen:

 

 

a)    Die 1. Deutlichkeit : Distanzlose, vergrößerte und Distanzierte, verkleinerte Wahrnehmung

 

Wir erleben nun von 2011 bis 2032 eine mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Phase der Distanzlosigkeit unserer Wahrnehmung aller Ereignisse der Größe, die wir mittels der Arbeitsfrequenz G behandeln.

Wir merken das auch deutlich: Sobald uns irgendetwas emotional „anrührt“ oder „berührt“, werden wir sehr leicht und oft unmittelbar aktiv und sind dann auch durch vernünftige Gegenargumente kaum zu bremsen. Wir haben keinen Schutz, keinen Puffer zwischen uns und dem, das unsere Emotionen antreibt. Wir empfinden die wahrgenommenen Emotionen als unausweichlich, als würden sie uns anfallen, sie dringen ohne Widerstand tief in uns ein und nötigen uns zu Handlungen, die bei unseren Mitmenschen Verwunderung hervorrufen und die wir selbst später so manches Mal bereuen.

Anders als während des Neoliberalen Zeitalters 1988 bis 2010, als der Abstand, die Distanz zwischen uns und diesen Ereignissen sehr groß war, ist unser Erleben heute sehr intensiv und fordert die ganze Persönlichkeit. Wie in einem Kino mit riesiger Leinwand prasseln die Emotionen aus aller Welt auf uns ein.

Diese distanzlose Emotionalität führt dazu, dass das Intellektuelle noch geringeres Gewicht hat als während des Neoliberalen Zeitalters, das ja auch bereits ein Emotionales Zeitalter war. Zeitgenossen, die alt genug sind, meinen schon, sich erinnern zu können, dass unsere intellektuelle Substanz, unsere geistigen Fähigkeiten schon mal größer, ausgeprägter waren, einmal ganz abgesehen von dem enormen Renommee, das das Geistige einst genoss. Das ist jetzt aber schon wirklich sehr lange her.

 

Menschen, die wir kaum oder gar nicht kennen, fallen unter die Ereignisse der Arbeitsfrequenz G. Menschen aus unserer unmittelbaren Umgebung, unsere Familie, Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen fallen nicht darunter. Das bedeutet, dass wir für das private und das gesellschaftliche unterschiedliche Kanäle einsetzen, was auch ein differierendes Menschenbild für diese beiden großen Gruppen verursacht.

Wahrnehmungsveränderungen der Arbeitsfrequenz G führen also zwangsläufig zu gesellschaftlichen Veränderungen:

 

Rote, Distanzlose Ideelle Zeitalter führen zu Kollektivismus.

 

Wir sehen die uns fremden Mitmenschen jetzt vergrößert, also deutlicher. Wir nehmen andere Menschen so wahr, als wären sie so etwas Ähnliches wie wir, also mit uns selbst vergleichbare Wesen. Das verändert natürlich unser Verhältnis zu den Mächtigen, da ist jetzt deutlich weniger Respekt und Angst als während des Blauen Zeitalters.

Während der Blauen, Distanzierten Ideellen Zeitalter sehen wir andere (uns unbekannte) Menschen als kleine vernachlässigbare Figürchen, mit denen wir beliebig spielen können, wenn sie uns denn lassen.

 

In unseren Medien wird immer wieder die Frage nach dem Grund, der Ursache des Aufstiegs der sogenannten Populisten und dem Comeback des Nationalen gestellt. Dies liegt allein an der Vergrößerung der uns fremden Menschen in unserer Wahrnehmung. Nun sind wir auch wieder in der Lage, die großen Kollektive, die wir ebenfalls mittels der Arbeitsfrequenz G behandeln, als Tatsachen, als etwas Greifbares, das auch wirklich existiert und eine große Bedeutung für uns hat, zu erkennen.

 

In unserem Fall sind das vor allem die beiden Kollektive „Deutschland“ und „Die Deutschen“ (bitte nicht verwechseln: die beiden Kollektive sind nicht identisch: so gehören zum Beispiel zu „Deutschland“ viele Nicht-Deutsche, zu „den Deutschen“ gehören viele, die nicht in Deutschland leben).

Dieses „Deutschland“ und „die Deutschen“ wurde in unserer Wahrnehmung seit 2011 wieder zu etwas, das einen  Inhalt, einen Sinn und eine Bedeutung hat.  Während Blauer Ideeller Zeitalter wie das vorherige von 1988 bis 2010 zählt ausschließlich das Individuum, weil wir während dieses Zeit-Raums nicht über das Instrumentarium verfügten, Inhalt, Sinn, Bedeutung und Wichtigkeit von Kollektiven dieser Größe zu erkennen.

 

Beide Wahrnehmungen, die durch die Blaue und die Rote Wirklichkeit erzeugt werden, entsprechen nicht den tatsächlichen Vorgängen und Entwicklungen. Die Blaue verkleinert die Ereignisse, die Rote vergrößert sie und die goldene Mitte zwischen diesen beiden Wahrnehmungen, die dem realen Zustand entspräche, ist für uns nicht verfügbar, nicht abrufbar.

 

Problematisch sind natürlich beide Wahrnehmungen: die Blaue, weil sie den Wert von Gemeinschaft,  Zusammengehörigkeit und Solidarität negiert, was innerhalb der betroffenen Gesellschaft zu Rücksichtslosigkeit und  Sozialdarwinismus führt.

Aber auch die Rote Wahrnehmung kann Probleme erzeugen, weil viele die wahrgenommenen Menschen dann in „richtige/unsere“ oder in „falsche/andere“ einsortieren. Das bleibt genauso wenig ohne Folgen und kann ebenso wie die Blaue Wahrnehmung leicht zu Aggression und Brutalität führen, vor allem während Emotionaler Ideeller Zeitalter, während derer uns der Intellekt zu wenig bremst.

 

 

b)    Die 2. Deutlichkeit : Komplexe und Konkrete Wahrnehmung

 

Alle Ereignisse der Arbeitsfrequenz G werden seit der Ideellen Zeitenwende von 2010/11 mittels der Komplexen Wirklichkeit wahrgenommen. In den Jahren von 1968 bis 2010 mussten wir dafür die Konkrete Wirklichkeit benutzen, die vielleicht weniger unterhaltsame und nüchterne, aber dafür auch kontrolliertere, stabilere, konsequentere, folgerichtigere, logischere, klarere, eindeutigere und zuverlässigere Wahrnehmung.

Ich habe bereits im Jahr 2012 Beobachtungen über das neue Komplexe Zeitalter veröffentlicht. Seither haben die dort beschriebenen Folgen dieser Zeitenwende weiter um sich gegriffen. Wir alle können uns der von jetzt bis zum Jahr 2052 gültigen Komplexen Wirklichkeit nicht entziehen. Vor allem Unternehmungen und Projekte, die wir mit anderen gemeinschaftlich verrichten, werden immer schwieriger, werden oft zu regelrechten Abenteuern, manchmal sogar zu einem gefährlichen kollektiven Blindflug.

Dieser Mangel an Klarheit und Transparenz reicht bis in das Persönliche, in unser tägliches Verhalten hinein:

Wir haben weniger Kontrolle über das, was wir fühlen und das, was wir tun.

 

Immer wieder tun wir spontan irgendetwas, ohne uns vorher richtig damit zu befassen, es richtig zu planen, improvisieren gerne, machen einfach drauflos. Wir sagen auch häufiger etwas, was wir uns vorher nicht überlegt haben, geben etwas von uns, das wir eigentlich gar nicht so meinen, vielleicht aber dann doch und dann wieder nicht. Auch vergessen wir mehr und übersehen Wichtiges. Wir sind inkonsequent, wankelmütig und es fehlt uns an Konstanz...

Manche Menschen können sich tatsächlich noch daran erinnern, dass das menschliche Leben irgendwann schon einmal anders war, irgendwie geradliniger, einfacher. Und, - so lange ist das auch gar noch nicht her.

Natürlich waren die gesellschaftlichen Zustände am Ende des 42 Jahre dauernden Konkreten Zeitalters schon recht strapaziös und kreativitätsfeindlich. Die westlichen Gesellschaften haben sich ein enges Korsett von Wohlanständigkeit und Gemessenheit, das neue Biedermeier verordnet: sehr vieles war verpönt, dies und jenes sollte man nicht mehr machen, auch vieles nicht mehr sagen. Die sog. Political Correctness schnürte die Menschen ein, - Verbote und Gebote landauf landab, soweit man blicken und hören konnte.

Die jetzt aufgekommene und noch zunehmende Anarchie  wird zwar auf Dauer mindestens genauso anstrengend werden und auch nervtötend, zumal man dabei nie genau weiß, ob bestehende Regeln noch gelten oder nicht. Eine gewisse Beliebigkeit hat Einzug gehalten. Manche nennen diesen Zustand kreativ und finden die neue Spontanität erfrischend. Das ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, allerdings müssen wir jetzt halt auch mit einer gehörigen Portion Chaos und Turbulenz zurechtkommen, und das ist gerade in einem Zeitalter, in der die moderne Technik sehr komplex und störungsanfällig ist, manchmal schon fatal. Wir gewöhnen uns erst langsam daran, dass unser hochkompliziertes technisches Knowhow, von dem wir uns abhängig gemacht haben, so häufig versagt.

 

 

Die 3. Deutlichkeit : Emotionale und Intellektuelle  Wahrnehmung

 

Anhand der Grafik, die hier zum Verständnis noch einmal erscheint, kann man erkennen, dass das Emotionale Zeitalter (siehe unterer Balken) zweigeteilt ist in einen dunkelblauen Teil von 1988 bis 2010 (ebenso von 1905 bis 1927) und einen hellroten Teil von 2011 bis 2032 (auch 1927-1949). Erst dann beginnt erneut ein Intellektuelles Zeitalter:

 

Der Gefühlstaumel des „Leidenschaftlichen Zeitalters“ hält uns im Moment alle gefangen und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Es ist sogar möglich, dass sich die Dominanz des Emotionalen noch steigern könnte, zumindest bis zum Jahr 2025.

 

Solange ein Mensch sich ganz seinen Gefühlen hingibt, muss das für seine Umwelt nicht unbedingt negativ sein. Wir haben schließlich eine Menge an positiven Gefühlen zu unserer Verfügung. Wenn wir glücklich oder fröhlich sind oder uns einfach nur freuen, findet das in den meisten Fällen noch Anklang bei unseren Mitmenschen. Aber uns stehen eben auch so wenig populäre Gefühle wie Hass, Angst, Wut, Verachtung und Neid zur Verfügung. Auch diese Art von Gefühlen hat heutzutage Hochkonjunktur.

In jedem Fall sind die rationalen Momente in unserem Leben seltener geworden. Nüchterne Überlegung, intellektuelles Gewichten und Ausbalancieren von Informationen, auch der Umgang mit Fakten als solche, haben nicht gerade Hochkonjunktur. Jede Emotion wird als wichtiger und hochwertiger angesehen als eine Tatsache. Wir sind supersubjektiv und finden das auch völlig richtig und in Ordnung. Seit neuestem bezeichnet man die neue Zeit auch treffenderweise als „postfaktisches Zeitalter“.

Ja, wir genießen dieses unentwegte Gefühlsbad, diese emotionale Getriebenheit, manchmal aber verfluchen wir sie auch.  Hinzu kommt auch die zunehmende und überall spürbare Neigung, uns natürlich, authentisch zu verhalten. Wir haben einfach keine Lust mehr, ständig aufzupassen, auf der Hut zu sein. Wir sind nicht mehr bereit, alles, was wir von uns geben, vorher zu prüfen, ob auch alles korrekt und anständig ist und den Erwartungen unserer Mitmenschen entspricht. Wir weigern uns schlicht, unsere Emotionalität zu zügeln.

 

Gehen wir 84 Jahre, einen kompletten Zyklus des Ideellen Zeitalters zurück, so kann man sehen, wie gefährlich dieses Leidenschaftliche Zeitalter werden kann.

 

2017 minus 84 ergibt 1933!

 

Auch außerhalb von Deutschland war da einiges geboten auf diesem Planeten.

Es ist nicht wirklich schwierig, Menschen mit negativen Emotionen zu manipulieren, gemeinschaftliche Aktionen zu provozieren. Ungehemmtes Machtstreben, Verachtung und  Geldgier während des ganzen Neoliberalen Zeitalters hat dazu geführt, dass sich viele Menschen bestohlen und betrogen fühlen und diese sind nun entsprechend wütend und zornig. Der „Wutbürger“ ist hier in Deutschland schon seit einigen Jahren ein geflügeltes Wort.

Gerade nach dem gezielten Abbau des Sozialstaates, der Idee des Für-einander-Einstehens, des Miteinanders in den Gesellschaften der westlichen Welt während der konfliktorientierten Zeit dieses letzten Ideellen Zeitalters von 1988 bis 2010 ist hier einiges an Aufräumarbeit zu leisten. Allzu viel ist aber noch nicht passiert, also wird die Wut nicht so schnell weichen.

Kürzlich (im Dezember 2016) sah ich eine Talkshow im TV, in der sich Mitglieder unserer Eliten um den allseits bekannten und beliebten Thomas Gottschalk gemeinschaftlich wunderten, warum denn neuerdings so viele Leute so wütend sind und warum die Demokratie in Gefahr ist. Alle Versammelten konnten das tatsächlich nicht verstehen und nachvollziehen.

Man kann die meisten Leute, die da zusammensaßen, schon eher als die Gewinner in unserer Gesellschaft bezeichnen. 

Dass sich die versammelten Gewinner allerdings wundern, dass andere, die sich als Nicht-Gewinner oder sogar Verlierer in der Gesellschaft sehen, unzufrieden und erzürnt sind, das erstaunt den neutralen Betrachter dann doch. Wird man wirklich so weltfremd, wenn man materiell und publizistisch erfolgreich ist. Anscheinend.

Keinem der Anwesenden kam der Gedanke, dass ein nicht gerade kleiner Teil der Bevölkerung die Demokratie schon lange nicht mehr als die ihre wahrnimmt. Die Demokratie ist zu etwas geworden, das denen "da oben" gehört. So ist es kein Wunder, dass die Repräsentative Demokratie mächtig ins Gerede gekommen ist. Manche  Soziologen und Historiker sprechen schon seit längerem vom Postdemokratischen Zeitalter.

 

Offensichtlich ist es ein immer wiederkehrender Ablauf der Historie, dass während der Dunkelblauen Ideellen Zeitalter die entscheidenden Teile der Eliten und ihr Umfeld, die eigentlichen Anführer also, abheben, den Kontakt mit der Realität verlieren, sich weit überlegen, unersetzlich finden und sich bei dem Rest der Bevölkerung unbeliebt und unmöglich machen.

Das war 1821 bis 1843 so, 1905 bis 1927 erst recht und auch diesmal wieder 1988 bis 2010.

Anscheinend ist die Normalbevölkerung während dieser Zeiten einfach zu schwach und zu passiv, sich Gehör zu verschaffen, ihre eigenen Interessen wirkungsvoll vorzubringen. Kommen dann wieder wahrnehmungsstärkere Zeiten, quellen die Menschen über vor Wut, Zorn und Rachedurst. 

Die Menschen der westlichen Welt sehen die Führungsschicht ihrer Gesellschaften einfach nicht mehr länger als legitimiert an. Auch diesmal, obwohl unser repräsentatives System so extrem gut abgesichert ist, gerät das ganze System, in das enorme Ressourcen (man denke nur an die Heerscharen von Lobbyisten, die Berlin und Brüssel und die anderen Hauptstädte der Westlichen Welt bevölkern) gesteckt wurden, ins Wanken.

Diese mangelnde Unterstützung durch die Allgemeinheit ist natürlich ein wunderbarer Nährboden für die sog. Populisten, die es hierzulande nur (noch) nicht verstehen, geschickter die ausreichend vorhandenen negativen Emotionen für sich zu nutzen. Das Potential an Unzufriedenheit ist hierzulande in jedem Fall groß genug, um einen Durchmarsch der Populisten zu erlauben, wenn diese sich nur geschickt genug anstellten. 

5.4.2017

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Seite 3,3,2,3

Die Ideellen Zeitalter und die Historie

 

 

Teil 3

 

Das Neue Biedermeier

 

 

In den letzten Jahren wurde unsere Gegenwart häufig mit dem Zeitalter des Biedermeier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verglichen und wegen sich gleichender Entwicklungen das Neue Biedermeier genannt. Mehrere bekannte Zeitungen, die sich mit Politik und Zeitgeschichte beschäftigen, haben den einen oder anderen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Hauptursache dieser Vergleiche war die in den Neunziger Jahren und denen nach dem Jahr 2000 folgenden weit verbreitete Apathie und Inaktivität, was die Teilnahme und Teilhabe der Bevölkerung am demokratisch-politischen Prozess betraf.

Einige Kommentatoren zogen Parallelen von der gefühlsbetonten privaten kleinen Welt des Biedermeiers zu der Gegenwarts-Zeit um die Jahrtausendwende – im Alten Biedermeier war Politik nicht erlaubt, im Neuen erlauben es sich die Menschen selbst nicht, früher durften sich die Menschen nicht öffentlich kritisch zur Politik äußern, heute wollen sie es nicht mehr, Politik gilt längst als öd, blöd und langweilig.

Nun kommt es immer wieder vor, dass frühere Zeitalter wegen irgendwelcher Parallelen mit der Gegenwart verglichen werden.

Ein Blick in die Kybernetik der Wirklichkeit und man sieht schnell, dass hier die betreffenden Zeitkritiker eine gute Nase bewiesen haben: die Ideellen Zeitalter der Kybernetik der Wirklichkeit wiederholen sich alle 84 Jahre. Da man nur Zeit-Räume wirklich miteinander vergleichen kann, während derer die Menschen über eine identische Wahrnehmung verfügen, sollte man die folgende Grafik dazu benutzen und die gleichfarbigen Zeit-Räume nebeneinander stellen. Die Ideellen Zeitalter leiten sich ab von den zyklischen Veränderungen der Wahrnehmung von großen, informationsreichen Ereignissen der Größenordnung G.

Wenn man dabei die Rhythmen der Arbeitsfrequenz H, die für den gesamten kulturellen Unterbau unserer westlichen Zivilisation maßgeblich ist, mit einbezieht, dann wiederholt sich dieselbe Farbkombination immer alle 164 bis 168 Jahren.

Nehmen wir die Zeit des Alten Biedermeier her, offiziell datiert von 1815 bis 1848 und addiert 168 Jahre dazu, kommt man auf den Zeitraum von 1983 bis 2016. Wobei ich denke, dass das Neue Biedermeier so richtig erst 1988/89 begonnen hat: die Achtziger des letzten Jahrhunderts waren politisch und gesellschaftlich keine ruhigen Zeiten: Proteste vor allem der jungen, aber nicht nur der jungen Bevölkerung gab es hierzulande allerorten: gegen die geplante Startbahn West am Flughafen Frankfurt, gegen das geplante Atommülllager in Gorleben/Niedersachsen, gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf/Bayern, gegen die sog. Nachrüstung von Mittelstreckenraketen. Über Jahre hinweg wurdets hierzulande sehr viel und sehr heftig öffentlich protestiert.

Aus der Sicht der Kybernetik der Wirklichkeit ist deswegen auch zu vermuten, dass das Alte Biedermeier erst so um 1820 wirklich begann und bereits vor 1848 schon langsam auslief

Auffällig vor allem die beiden Wechsel beider Arbeitsfrequenzen (G + H) von der dunkelrot gestreiften Farbe zur dunkelblauen Farbe in den Jahren 1820/21 und 1984/88.

 

 

Nun ging dem „Neuen Biedermeier“ eine Zeit des Wohlstands voraus, während vor dem Alten Biedermeier über zwanzig Jahre lang ein Krieg wütete, also durchaus Verhältnisse herrschten, die einen Vergleich der beiden Perioden eher erschweren.

Zwar endete auch 1989 der sog. Kalte Krieg und damit die gefühlte Bedrohung durch einen möglichen Atomkrieg, aber einen Kalten Krieg würde ich trotzdem nicht mit einem tatsächlich geführten vergleichen wollen. Trotz dieser doch so grundverschiedenen Ausgangslagen ergeben sich auffallende Parallelen, die so manchen animierte, diese beiden Zeiträume in einen Zusammenhang zu stellen.

 

 

Betrachtet man in der obigen Grafik die beiden Abschnitte von 1815 bis 1848 und den zeitlich analogen von 1983 bis 2016, sieht man, dass beide Zeit-Räume (sowohl der Arbeitsfrequenz G als auch der Arbeitsfrequenz H) dominiert sind von der dunkelblauen Farbe der Wirklichkeit.

Im Kapitel „Die Ideellen Zeitalter des letzten Jahrhunderts und der Gegenwart“ habe ich die sog. dunkelbIauen Ideellen Zeitalter die „Zeitalter der Mächtigen – Zeitalter der großen Vereinfachung“ genannt. Darüber hinaus habe ich diese als individualistisch geprägte, sozialdarwinistische, kontrollierte, konsequente  und eindeutige Zeitalter tituliert, als Zeitalter mit politischem Rechtsdrall und selbstbewusst und selbstsüchtig auftretender gesellschaftlicher Eliten.

Nun kann man alle diese Eigenschaften sowohl für das Neue wie auch für das Alte Biedermeier verwenden.

 

Gibt es darüber hinaus weitere Gemeinsamkeiten der beiden Zeit-Räume?

Symptomatisch für das Alte und Neue Biedermeier ist ein ausgeprägter, ja übertriebener Realismus: man genoss, was man hatte. Wenn man träumte, dann blieb man im Reellen und Materiellen. Man arrangierte sich mit den herrschenden Verhältnissen, ja, man idealisierte diese sogar, man wetteiferte darin, wer sich am Besten an die herrschenden Verhältnisse anzupassen verstand.

 

Erhellend hierzu ein kurzer Blick in die bisher noch unveröffentlichte Generationstheorie der Kybernetik der Wirklichkeit: Menschen, die während der dunkelroten Periode (die immer der dunkelblauen zuvorkommt) der Arbeitsfrequenz G geboren werden, zeichnen sich durch besonders vehemente Bejahung und Unterstützung von bestehenden Verhältnissen und einer regelrechten Angst vor Veränderung aus. Die Ursache: Roter Funktionalismus (bisher ebenfalls noch unveröffentlicht).

Die Menschen beider Zeitalter huldigten der Selbstbegrenzung, waren sehr nüchtern und unromantisch, was ihre Möglichkeiten anging, hier und dort entwickelten sich eine neue Vielfalt von Geboten und Verboten, die auch weit verbreitete Zustimmung fand. Beide Zeit-Räume zeigten einen Rückzug der Menschen aus einer rauen Wirklichkeit ins Private, eine weit verbreitete heute sogar modische Entpolitisierung und das ebenfalls weit verbreitete Gefühl von Machtlosigkeit. So wirkte wie damals auch heute die Zufriedenheit der Menschen etwas gespielt oder auch gespalten: man war mit sich zufrieden, aber die bestehenden Verhältnissen hätten schon etwas besser sein können. Oder, - man war einfach froh, dass es nicht noch schlechter war.

Man fürchtete die Obrigkeit, aber man bewunderte sie auch, schließlich besteht sie ja auch aus den Gewinnern, den Glücklichen des gesellschaftlichen Wettkampfes. Man perfektionierte das eigene Ich, damals nahm man Haltung an und posierte stocksteif, im Neuen Biedermeier war es Pflicht, schwungvoll optimistisch zu sein und viel zu lächeln. Nett und adrett wollte man zu beiden Zeiten sein. Vor allem das Äußere war wichtig und zählte, eine Zeit des Schönen Scheins.

Das alles hielt die Zeitgenossen des Alten wie auch des Neuen Biedermeiers nicht davon ab, ihre Zeitalter als fortschrittlich, chic und modern, ja geradezu als der Weisheit letzten Schluss zu sehen.

 

Ebenfalls bekannt sind beide Biedermeier-Zeitalter für ihre einseitige Verteilung von Wohlstand und Reichtum. Zu beiden Zeiten herrschte Massenarbeitslosigkeit, die von vielen Regierungen nicht wirklich aktiv bekämpft wurde. Überall in unserem Kulturkreis kam es zu Massenarmut, mal mehr, mal weniger verdeckt. Schwere soziale Einschnitte werden auch heute von Journalisten noch völlig ungeniert „Reformen“ genannt.

Es gelten und galten vor allem die Interessen der Begüterten und Arbeitgeber, Arme und Arbeitnehmer galten als unwichtig, als Verfügungsmasse. Im Alten Biedermeier führte man die Rationalisierung von Arbeit im großen Stil ein, im Neuen Biedermeier trieb man sie auf die Spitze.

Der Kapitalismus erreichte da wie dort seine Höhepunkte und niemand schien ihn aufhalten zu können. Dasselbe gilt auch für die Zeit von 1905 und 1926, ein weiteres dunkelblaues Ideelles Zeitalter, allerdings mit einer anderen (der hellblauen) Farbe der Wirklichkeit bei der für das Zeit-Klima wichtigen Arbeitsfrequenz H.

 

Ebenso im Neuen wie im Alten Biedermeier wurde die Bevölkerung im großen Stil aktiv bespitzelt. Die Mächtigen hatten und haben viel zu verlieren und sind dementsprechend misstrauisch. Die Videoüberwachung öffentlicher Räume hat in den letzten Jahren stark zugenommen, die Ausmaße der Überwachung des Handy- und Internetverkehrs wurden erst vor kurzem bekannt. Auch wenn der überwiegende Teil der heutigen Bevölkerung dieses Beobachtet- werden nicht als eines der wirklichen großen Probleme unserer Zeit und sich selbst durch die Beschattung als wenig bedroht ansieht, so ist das Misstrauen, das den Menschen in unserer Zeit entgegengebracht wird, doch deutlich sichtbar. Begründet wird dies heute mit der Angst vor dem Terrorismus und Gewalt, vor fast 200 Jahren fürchteten sich die Adligen vor weiteren Revolutionen. In beiden Fällen waren und sind die Ängste ja nun nicht aus der Luft gegriffen, aber eine Überwachung diesen Ausmaßes ist wohl damals wie heute nicht angemessen, - und sicherlich auch nicht nötig gewesen.

 

 

Weitere Parallelen: typisch für das Alte und das Neue Biedermeier-Zeitalter ist die gar nicht biedere Zunahme der Mobilität der Menschen. Beide Zeitalter galten als temporeich, dynamisch und vorwärtsdrängend oder –strebend, auch Adjektive, die man mit „bieder“ nicht als allererstes assoziieren würde. Erklärt sich das bei dem Alten Biedermeier durch die Erfindung der Eisenbahn, des Ballonflugs von selbst, ist es beim Neuen Biedermeier eher eine Zeitgeistmode. Durch die Gegend fahren und jetten konnte man vorher auch schon, und es war auch vorher schon für viele erschwinglich.

Ebenfalls typisch für beide Zeitalter war der Wert, den man auf Techniken, die das Optische betrafen, legte: Druckerzeugnisse waren erstmalig für breite Schichten erschwinglich: gedruckte Bilder, illustrierte Zeitungen, Zeitschriften und Bücher waren der neueste Schrei. Parallelen hierzu die Bilderflut durch Privatfernsehen, Internet und Computerspiele im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.

Das Alte und das Neues Biedermeier waren visuelle, optische Zeitalter: während der blauen Ideellen Zeitalter pflegt man wegen der Verkleinerung der Ereignisse der Größe G einen Darstellungsstil, der Wert legt auf Überdeutlichkeit und Auffälligkeit. Wegen der eher schwachen Wahrnehmungsfähigkeit ist es einfach nötig, dick aufzutragen, wenn man gehört und gesehen werden will.

 

Auch typisch für beide Biedermeier-Zeitalter: beide Zeit-Räume gelten als Meilensteine der Massenunterhaltung. Damals verbreitete sich anstatt höfischer Klassik moderne Unterhaltungsmusik für die ganze Bevölkerung. Schnell wurde auch daraus ein Geschäft. Neue Tänze wie der Walzer wurden im Alten Biedermeier zum Massenspektakel. Walzer-Orchester machten regelrechte Tourneen. Im Neuen Biedermeier beispielhaft die ausdrücklich unpolitische Love-Parade mit dröhnender Tekkno-Musik der sog. Spaßgeneration vor und nach der Jahrtausendwende. Nicht zu vergessen der Sprechgesang mit dazugehöriger Gestik im Hip-Hop bzw. Rap, in der die optische Performance eine gewichtige Rolle spielt.

Zahlreiche Feste und Feiern in beiden Zeitaltern, Musik allerorten:  Hausmusik wurde modern im alten, im neuen setzten sich die Walkmen und später die i-Pods durch.

Beide Zeitalter zeigten Höhepunkte des Unterhaltungsgeschäfts, einen Siegeszug von Possen, Komödien und Parodien. Witze der einfacheren Art eben, passend zu Ideellen Zeitaltern, die von den drei Einfachen Wirklichkeiten geprägt sind.

Allzu beschaulich klingt das nun alles nicht. Beide Zeitalter zeigten doch einige Widersprüche: einerseits betulich, niedlich, possierlich, fromm und lieb, andererseits habgierig, draufgängerisch, angeberisch, ordinär und wild.

Gleichzeitig zu diesen Erscheinungen engagierten sich die sittsamen Bürger in großangelegten Moral-Kampagnen wie die gegen Alkohol im neunzehnten, die sich im nächsten dunkelblauen Ideellen Zeitalter im frühen zwanzigsten Jahrhunderts (1905-1926) wiederholten. Dazu passend in der heutigen Zeit der Kampf der Gesellschaft gegen die Raucher. Waren die beiden Biedermeier-Zeitalter vielleicht doch eher Zeit-Räume, während derer Gruppen der Gesellschaft harte Kämpfe miteinander ausfochten. Ich habe die Blauen Ideellen Zeitalter als konfliktfreudig, egoistisch und sozialdarwinistisch bezeichnet.

 

Sicherlich hätten die Zeitgenossen des Alten Biedermeiers die spätere  Definition ihres Zeitalters als langweilig, drög und öde nicht verstanden und sich selbst als clever, weltgewandt und sogar als pfiffig eingeschätzt. Aber auch unserem Zeitalter vor und nach der Jahrtausendwende wird möglicherweise, - und wenn vielleicht auch nur wegen der weit verbreiteten politischen Apathie und Inaktivität -, einst dasselbe Prädikat angeheftet werden, zumal selbst heute schon zahlreiche Zeit-Beobachter es so wahrnehmen. Eine mündige demokratische Gesellschaft hat wahrscheinlich doch einen etwas anderen Zuschnitt als das, was wir gerade als zeitgemäß definieren.

In jüngster Zeit, vor allem aber seit der letzten Zeitenwende des Ideellen Zeitalters 2010/11 kommt ein stärkeres Bedürfnis für das Romantische auf, typisch für hellrote Ideelle Zeitalter: Zeitschriften mit Titeln wie Landlust, Landliebe, Landhaus, Landidee, Landzauber, Landkind, Landapotheke, Landsichten, mein schönes Land, Liebes Land, Landfrisch, Landgarten besingen und beschwören eine Romantik des idyllischen Lebens in der Provinz, propagieren und porträtieren eine herbeigesehnte moderne Heimeligkeit. „Regional“ wurde ein Modewort.

In den Gärten der 30- bis 40-Jährigen werden wieder Hühner, Hasen und Bienen gezüchtet, Handarbeiten sind wieder en vogue, vor allem wird tüchtig gehäkelt und genäht, und man übt sich wieder in der schon fast vergessenen traditionellen Küche. Zahllose Häuser im Landhausstil zieren unsere Siedlungen und man pflegt den Gemüsegarten hinter dem Haus und schwärmt vom selbstgezogenen Kohl und Erdbeeren.

Natürlich passt diese neue Entwicklung gut zu dem Begriff des Biedermeier, aber während des noch nicht lange dahingegangenen Neoliberalen Zeitalters waren das regelrechte no-gos, wie man so schön sagte.  

Die seit 2010/11 herrschende rote Wahrnehmung im Bereich der Ereignisse, die wir mittels der Arbeitsfrequenz G behandeln, führt dazu, dass wir weniger in die Ferne schweifen, weniger nach den Sternen greifen, schon einfach aus dem Grund, weil das, was uns nahe ist, für uns größer und damit unumgänglicher und bedeutender geworden ist.

Ereignisse, die im Neoliberalen Zeitalter noch weit von uns entfernt und dementsprechend uninteressant erschienen, sind plötzlich wieder aktuell. Den Thesen vom funktionalen, fitness-trainierten, immer elastisch anpassungsfähigen Homo Oeconomicus fehlt nun einfach die dafür geeignete Wahrnehmung, der fruchtbare Boden, auf dem diese intellektuelle Konstruktion überhaupt entstehen konnte. Ansonsten würden wir auch heute noch trotz Finanzkrise den Kapitalismus feiern, gleichwie wir auch nach dem Zusammenbruch der Technologie-Blase am Aktienmarkt nach dem Jahr 2000, bei dem viele brave Bürger ein kleines Vermögen verloren, nicht den romantischen Glauben ans Geld aufgegeben hatten. Die Magie der Nadelstreifen und Aktenkoffer  war nicht ereignis-, sondern wahrnehmungsbedingt.

Amüsant bei diesen Vorgängen ist dabei auch die Tatsache, dass so manche der Personen, die vor der Zeitenwende das eine und danach das andere als faszinierend betrachten, dieselben sind.

Aber, was mich ein wenig erstaunt, ist, dass diese politische Verschlafenheit jetzt, im neuen Roten Ideellen Zeitalter immer noch so angesagt ist. Sicherlich ist der Zugriff auf solche intellektuelle Ereignisse wie Politik im Emotionalen Ideellen Zeitalter nicht so einfach, aber unsere Wahrnehmung wäre jetzt schon stark genug, um den ganzen Sumpf zu registrieren, in dem wir stecken.

Vielleicht ist aber auch unser archaisches politisches System einfach für eine grundlegende Reform  überfällig, weswegen sich niemand mehr damit abgeben möchte. Möglicherweise hat die Stellvertreter-Demokratie („wir wählen jemanden, der für uns spricht“) einfach ausgedient. Im modernen Kommunikations-Zeitalter ist es eigentlich auch nicht mehr nötig, jemanden in die nächste Hauptstadt zu schicken, damit er dort für uns Entscheidungen trifft und mit anderen darüber schachert, was aus uns werden soll. Das kann der sog. Souverän, technisch gesehen jedenfalls, mittlerweile auch selbst tun.

Man wird sehen, wie das alles weitergeht, spannend ist das irgendwie schon.

 

 

Resümee:

Bei genauerer Betrachtung finden sich tatsächlich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Alten und dem Neuen Biedermeier.

Dabei ist die Ausgangslage beider Zeit-Räume doch recht verschieden: der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Biedermeier-Zeitaltern ist dabei ganz augenfällig der, dass Bürgerfrieden und mangelnde Teilhabe an gesellschaftlich-politischen Entscheidungen im Alten Biedermeier durch die Mächtigen erzwungen wurde, was man vom Neuen Biedermeier beim besten Willen nicht behaupten kann.

Im Neuen Biedermeier war die politisch-gesellschaftliche Abstinenz weiter Teile der Bevölkerung von diesen selbst willentlich herbeigeführt. Daraus könnte man schließen, dass im Alten Biedermeier Repression und Kontrolle durch die Mächtigen vielleicht gar nicht notwendig gewesen wäre.

Betrachtet man Demut und Gleichmut, mit dem die westdeutsche Bevölkerung anlässlich der Deutschen Wiedervereinigung den Transfer von ein bis zwei Billionen Euro (nach aktuellen Schätzungen) von West- nach Ostdeutschland hingenommen hat, und das , während gleichzeitig die Vermögen der oberen fünf Prozent der Bevölkerung rasant angestiegen sind, so ist zu vermuten, dass sich auch die Bevölkerung nach den Napoleonischen Kriegen mit ihrer altgewohnten Obrigkeit abgefunden hätte, solange diese nur für Frieden gesorgt hätte.

 

 

 

Ursachen der Biedermeier-Zeitalter, die sich durch die Kybernetik der Wirklichkeit erklären lassen:

1.    In dunkelblauen Ideellen Zeitaltern (1821-1843, 1905-1927, 1988-2010) distanzieren sich die Menschen voneinander, das erzeugt Individualismus und Vereinzelung. Während solcher egoistischer Perioden haben Menschen keine Probleme, anderen, vor allem ihnen nicht näher bekannten Menschen Härten zuzumuten, daher u.a. die zahlreichen Verbote und Gebote während dieser Zeit-Räume.

Sozialdarwinistisches Zeitalter: Aus dem überall aktiv gelebten und auch propagierten Egoismus resultieren auch die immer wieder während der dunkelblauen Ideellen Zeitalter entstehenden großen sozialen Verwerfungen. Je mehr Ressourcen dem Einzelnen zur Verfügung stehen, desto mehr nutzt er diese während solcher Zeiten dazu, sich auf Kosten Schwächerer zu bereichern.

Hinzu kommt, dass dunkelblaue Ideelle Zeitalter immer auch die  Zeitalter der Großen Vereinfachung sind: hier wird vieles über einen Kamm geschoren, wird einfach für unwichtig erklärt und auch sogar weggelassen, vor allem Bedenken und Zweifel am eigenen Tun, aber auch schon mal die eigene Meinung.

 

 

 

Hier ein Überblick über die Ideellen Zeitalter des 20. und frühen 21. Jahrhunderts:

Die Balken der dritten Reihe zeigen, während welcher der Ideellen Zeitalter wir für alle Ereignisse der Arbeitsfrequenz G die Konkrete oder die Komplexe Wirklichkeit verwenden.

Die Balken der vierten Reihe zeigen, während welcher der  Ideellen Zeitalter wir für alle Ereignisse der Arbeitsfrequenz G die Emotionale oder die Intellektuelle Wirklichkeit verwenden.

 

 

 

2.    Die Emotionalen Ideellen Zeitalter (1821-66, 1905-1949 bzw. 1988-2032), während derer die Menschen mit intellektuellen Konstruktionen wie dem politischen System so ihre wahrnehmungstechnischen Probleme haben. Die meisten Menschen suchen und kreieren ihre eigene Wohlfühlatmosphäre und vermeiden es möglichst, sich mit Geschehnissen, die ihre eigene Stimmung negativ beeinflussen könnten, zu befassen. Wer will sich schon mit den ärgerlichen Tatbeständen außerhalb des unmittelbaren Umfeldes herumärgern, wo man doch selbst genug damit zu tun hat, die Nase oben zu behalten.

 

3.    Das Konkrete Ideelle Zeitalter (1801-1843, 1885-1927, 1968-2010): Wenn man das Alte Biedermeier mit der Zeit davor, der ausgehenden Barock-Zeit vergleicht, fällt der ästhetische Unterschied ins Auge. Der Geschmack wandelte sich von ausufernder Theatralik, Bombast, Üppigkeit und Schnörkeln hin zu konkreter Strenge, klaren Linien und einer Bevorzugung von Solidität und Einfachheit.

Auch nach 1885 und 1968 war diese Tendenz, wenn auch in weit weniger extremer Form zu erleben.

Jetzt, nach dem Ende des Konkreten Ideellen Zeitalters stellen wir einen zunehmenden Mangel an Konsequenz, Solidität und Eindeutigkeit fest, einen Vormarsch von Kuddelmuddel, Durcheinander und Konfusion in weiten Teilen des  gesellschaftlichen Lebens. Diese Trends werden auch weiter ansteigende Tendenz zeigen.

 

4.    Zusätzlich zum dunkelblauen Ideellen Zeitalter (Arbeitsfrequenz G) beherrschte während des Alten und Neuen Biedermeiers auch noch die dunkelblaue Farbe der Arbeitsfrequenz H unsere Wahrnehmung, was das gesamte gesellschaftliche Klima zusätzlich beeinflusste. Auch heute noch (2015) nehmen wir die Ereignisse der Arbeitsfrequenz H durch den dunkelblauen Filter wahr, weswegen auch das aktuelle Hellrote Ideelle Zeitalter mit doch begrenztem Schaum begann. Hellrote Ideelle Zeitalter haben an und für sich ein höheres innovatives Potential. Der bremsende Einfluss der dunkelblauen Arbeitsfrequenz H lässt zwar die Zunahme von Gefühligkeit und Emotionalität zu, aber ein entschiedeneres Herangehen an die herrschenden Probleme kommt nicht recht zustande. 

 

22.3.2015

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Das „Ideelle Zeitalter“ und seine Ursachen in unserer Wahrnehmung

Teil 1: Die „Vier Farben der Wirklichkeit“

 

Grafische Übersicht der „Ideellen Zeitalter“ der letzten und nächsten Jahrzehnte

 

 

Unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit, dargestellt am Beispiel der kollektiv wirkenden Arbeitsfrequenz G, einem wichtigen Teil unserer Wahrnehmung.

Die Grafik zeigt, welche Möglichkeiten der Wahrnehmung uns zu welcher Zeit zur Verfügung stehen. Die angegebenen Zeiträume gelten nur für die Arbeitsfrequenz G.

 

 

Die „Vier Farben der Wirklichkeit“ werden hier in ihrer immer wiederkehrenden Reihenfolge Hellrot, Hellblau, Dunkelrot und Dunkelblau dargestellt.

 

Diese Reihenfolge gilt auch für die Basis-Frequenz und alle sieben weiteren auf ihr basierenden Arbeitsfrequenzen. Für diese gelten allerdings andere Zeit-Räume.

 

Der erste (obere, ein wenig dickere) Balken zeigt die „Vier Farben der Wirklichkeit“.

Der zweite, dritte und vierte (dünnere) Balken der Grafik steht jeweils für einen der drei grundlegenden Wirkungs-Parameter, der die Bedeutung der „Vier Farben“ ausmacht:

 

2. Balken:  Distanz des ICHs zum Wahrgenommenen

3. Balken:  Sachlich-gegenständliche Version des Wahrgenommenen

4. Balken:  Emotionale Version des Wahrgenommenen

 

 

Die „Vier Farben der Wirklichkeit“ und ihre drei Wirkungs-Parameter; -  Übersicht:

Hellrot = Distanzlos, Komplex, Emotional

Hellblau = Distanziert, Komplex, Intellektuell

Dunkelrot = Distanzlos, Konkret, Intellektuell

Dunkelblau = Distanziert, Konkret, Emotional

 

Wir verfügen über jeweils drei Einfache und drei Komplizierte Versionen der Wirklichkeit.

Die drei Einfachen Versionen unserer Wirklichkeit sind informationsarm, aber auch sehr effektiv. Dieses karge, man könnte sagen, holzschnittartige Bild der Realität ermöglicht uns schnelles und spontanes Handeln und Reagieren. Diese erhöhte Geschwindigkeit des Handelns erzeugen wir vor allem auf Kosten von Präzision, Genauigkeit, Sorgfalt und Gründlichkeit. Durch diese Einfachheit entsteht eine Art zeitliche Sogwirkung: wir sind in der Lage, schnell von Ereignis zu Ereignis zu springen, lassen dabei allerdings auch so einiges aus.

Die Einfachen Versionen der Wirklichkeit vermitteln uns ein sicheres, kompaktes, unverrückbar wirkendes Bild der Realität um uns herum.

 

Die drei komplizierten Versionen unserer Wirklichkeit sind informationsreich, man könnte auch sagen, informationsüberladen, aber voller Überraschungen. Sie verlangsamen und verzögern unser Handeln und Reagieren, machen uns sorgfältiger und behutsamer und wegen der hohen Menge der zur Verfügung stehenden Information aber auch kreativer und vielseitiger. Der hohe Detail-Reichtum lässt eine bei weitem höhere Schwankungsbreite unserer möglichen Reaktionen auf Ereignisse in unserer Umwelt zu.

Die Komplizierten Versionen der Wirklichkeit vermitteln uns ein unsicheres, aber auch vielfältiges und unterhaltsameres Bild der Realität um uns herum.

 

Grafik:        Einfache Version:                            Komplizierte Version:

2. Balken:   Distanziertes Bild = Blau                Distanzloses Bild = Rot

3. Balken:   Konkretes Bild = Dunkel                 Komplexes Bild = Hell

4. Balken:   Emotionales Bild = Weiß                Intellektuelles Bild = Schraffiert

 

Der Unterschied, ob ein Mensch mit einer Einfachen (sicheren) Version der Wirklichkeit arbeitet oder mit einer Komplizierten (unsicheren) Version, ist beträchtlich; - und in der Einzelfall-Betrachtung auch leicht zu erkennen und nachzuvollziehen.

 

Die „Vier Farben der Wirklichkeit“ sind normativ!

Wechselt in einer unserer Arbeitsfrequenzen die Wahrnehmung in eine andere Version, verändert sich somit unsere gesamte Wirklichkeit. Es existiert allerdings ein stabilisierendes Element, die individuelle „Eigen-Wahrnehmung“, die uns daran hindert, allesamt von einem Extrem ins andere zu fallen.

Unsere Wirklichkeit unterliegt somit einem ständigen normativen Wandel, der für uns alle gilt und dem wir auch nicht entkommen können.

 

Das System der drei Wirkungs-Parameter wird in den nächsten Kapiteln in komprimierter Form erläutert.

 

26.5.2010

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Das „Ideelle Zeitalter“ und ihre Ursachen in unserer Wahrnehmung

Teil 2: „Rote“ und „Blaue“ Wahrnehmung

 

Unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit, dargestellt am Beispiel der kollektiv stark wirkenden Arbeitsfrequenz G:

 

1. Balken: Die „Vier Farben der Wirklichkeit“ in ihrer fixen Reihenfolge

 

2. Balken:  Distanz des ICHs zum Wahrgenommenen

3. Balken:  Sachlich-gegenständliche Version des Wahrgenommenen

4. Balken:  Emotionale Version des Wahrgenommenen

 

Für alle oben dargestellten Wirkungs-Parameter gilt: bei beiden Variablen der drei Parameter handelt es sich um Konstanten! Die Stärke ihrer Wirkung ist für jeden Menschen am selben Ort/zur selben Zeit gleich stark.

 

und

 

Für jede der beiden Variablen der drei Wirkungs-Parameter gilt, dass sich beträchtlich unterscheiden:

Es ist ein großer Unterschied zwischen „Distanzlos“ und „Distanziert“.

Es ist ein großer Unterschied zwischen „Komplex“ und „Konkret“.

Es ist ein großer Unterschied zwischen „Emotional“ und „Intellektuell“.

 

Wenn man weiß, wie man mit diesen Wirkungs-Parametern arbeitet, ist es nicht übermäßig schwer, die vorliegende Variable herauszufinden. Problematischer ist da eher, ein Ereignis zu isolieren und die zuständige „richtige“ Arbeitsfrequenz herauszufinden.

Beispiel: Die Menschen, die im emotional-zwischenmenschlichen Bereich (=Arbeitsfrequenz C) mit der dunkelblauen Variable (also Distanziert/Konkret/Emotional) arbeiten, sind häufig ohne irgendeine Hilfe zu identifizieren.

 

Die nun folgende Beschreibung der Sechs Wahrnehmungsarten bzw. der Sechs Wirklichkeiten in diesem und in den beiden folgenden Kapiteln sind allgemeiner Natur und für alle acht Arbeitsfrequenzen und die Basisfrequenz gültig.

Die Unterschiede in der Wahrnehmung von „großen“ und „kleinen“ Ereignissen werden noch an anderer Stelle im Einzelnen beschrieben.

Generell gilt: die „kleinsten, informationsärmsten“ Ereignisse, die wir wahrnehmen können, bearbeiten wir mit Arbeitsfrequenz A.

Die „größten, informationsreichsten“ Ereignisse, die wir wahrnehmen können, bearbeiten wir mit Arbeitsfrequenz H.

Analog dazu die Hierarchie von Arbeitsfrequenz B bis G.

 

 

Zuerst der wird die Bedeutung des Zweiten Balkens in der Grafik eingehender erläutert:

(Vergrößerte Grafik)

Distanz des ICHs zum Wahrgenommenen, dargestellt durch die Farben Rot und Blau:

 

Rot und Blau stehen für die Entfernung des wahrgenommenen Geschehens vom Wahrnehmenden:

Die rote Farbe zeigt eine geringe Distanz des ICHs zum wahrgenommenen  Ereignis.

Die blaue Farbe zeigt eine große Distanz des ICHs zum wahrgenommenen  Ereignis.

 

Eine präzise 1:1- Wiedergabe der Geschehnisse um uns herum ist zumindest in hiesigen Breitengraden nicht möglich. Die Ereignisse werden entweder zu uns herangezogen oder von uns weggeschoben, also entweder verkleinert oder vergrößert.

 

Blaue Wahrnehmung/Blaue Wirklichkeit:

 

Jedes Geschehen, jedes Ereignis, das mit Blauer Wahrnehmung verarbeitet wird, erscheint in vergrößertem Abstand zu dem Wahrnehmenden. Es ist wie mit einer Linse verkleinert. Man kann sich auch vorstellen, dass das jeweilige Ereignis wie auf einem Monitor wahrgenommen wird: das Bild ist klein, die Figuren sind schwer auseinanderzuhalten, Einzelheiten sind nicht leicht zu unterscheiden. Nur wenn wir uns dem Monitor nähern, können wir einigermaßen deutlich mitbekommen, was sich darauf abspielt. 

 

Unsere Leistungsfähigkeit, so wahrgenommene Ereignisse oder Geschehnisse zu behandeln, ist relativ stark eingeschränkt. Wir glauben oft, dass sich manche Menschen absichtlich gegenüber ihren Mitmenschen schroff  benehmen. Sehr häufig sind das keine willentlichen Affronts. Wer auf  der Arbeitsfrequenz C, die für das emotionale Hin-und-Her zwischen einzelnen Menschen verantwortlich ist, mit Blauer Wahrnehmung arbeitet, dessen Handlungs-Kapazität ist im Zwischenmenschlichen naturgemäß ziemlich beschränkt.  Große Feinfühligkeit für den jeweiligen Mitmenschen kann zwar erbracht werden, erfordert jedoch persönlichen Einsatz, also erhöhte Leistung.

 

Blaue Wahrnehmung vereinfacht die Vorgänge um uns herum. Das Umweltbild ist klein und Informations- und Input-arm. Das ICH wird durch die Vorgänge auf diesem kleinen Bildschirm nur wenig beeinflusst. Das ICH mit Blauer Wahrnehmung lernt schnell, weil es wegen der reduzierten Inhalte weniger abgelenkt wird, verfügt aber auch über weniger Lernpotenzial.

 

Wir sprechen über Menschen mit Blauer Wahrnehmung auch oft von ICH-Stärke, obwohl es sich hierbei eher um eine Wahrnehmung-Schwäche handelt. Durch die Blaue Wahrnehmung wirkt ein Ereignis wesentlich schwächer als wenn es mit Roter Wahrnehmung empfangen wird. Das gibt dem ICH, das mit Blauer Wahrnehmung arbeitet, einen weitaus größeren Spielraum für seine Expansion.

 

Das mit der Blauen Wahrnehmung arbeitende Individuum ist deswegen eher geneigt, zu versuchen, seine Umwelt an seine persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

 

Arbeitet ein Individuum mit Blauer Wahrnehmung, ist es schneller bereit, Konflikte einzugehen: die Empfänglichkeit für die Aktionen und Reaktionen des Konflikt-Partners sind bedeutend schwächer als bei Individuen mit Roter Wahrnehmung.

 

Das Individuum mit Blauer Wahrnehmung nimmt sich nicht als Teil eines Geschehens wahr, es sieht sich als autonom und außenstehend: ICH und der Rest der Welt. Das Geschehen um es herum ist außerhalb von ihm und das ICH selbst befindet sich außerhalb dieses Geschehens.

 

Erweist sich ein anderes Individuum im Wettbewerb als stärker als das mit blauer Wahrnehmung arbeitende Individuum, dann leistet das unterlegene Gefolgschaft, - oder sucht das Weite, sofern möglich.

 

Wegen der höheren Distanz des Wahrgenommenen benötigen Menschen, die mit Blauer Wahrnehmung arbeiten, eine hohe Intensität, man könnte auch sagen, eine höhere Lautstärke ihres Inputs. Ihre Mitmenschen sollten ruhig etwas dicker auftragen, wenn sie verstanden werden wollen. Es entgeht ihnen vieles Wichtiges, aber auch Unwichtiges. Menschen mit Blauer Wahrnehmung sind sich nicht bewusst, dass viele andere viel mehr wahrnehmen. Macht man sie darauf in Einzelfällen darauf aufmerksam, reagieren sie häufig aggressiv.

 

Tendenziell bevorzugen Individuen mit Blauer Wahrnehmung die leichter zu identifizierenden „Äußeren Werte“.

 

Rote Wahrnehmung/Rote Wirklichkeit:

 

Jedes Geschehen, jedes Ereignis, das mit Roter Wahrnehmung verarbeitet wird, erscheint in verkleinerten Abstand zu dem Wahrnehmenden. Es wirkt so, als wäre alles um ihn herum so nahe, dass es beinahe wie ein Teil des Wahrnehmenden wirkt. Der Wahrnehmende kann nur mit Mühe Distanz zu den Geschehnissen (der jeweiligen Arbeitsfrequenz) herstellen.

Der Wahrnehmende hat zwar eine enorm hohe Wahrnehmung, aber Schwierigkeiten, diese Informationsflut zu bewältigen.

 

Rote Wahrnehmung verkompliziert die Vorgänge um uns herum. Das Umweltbild ist bedrohlich groß und ausgesprochen Informations- und Input-reich. Das ICH wird durch die Vorgänge, in die es ständig eingebunden ist, stark  beeinflusst. Das ICH mit Roter Wahrnehmung lernt mehr, muss aber auch mehr lernen, und lernt dementsprechend langsamer, aber auch gründlicher als das ICH mit Blauer Wahrnehmung.

Die Ich-Expansion ist völlig anders, vor allem schwergängiger als bei Individuen mit Blauer Wahrnehmung wegen der Massivität der Umwelteinflüsse, die auf das ICH einwirken.

Das mit Roter Wahrnehmung arbeitende Individuum passt sich an seine Umwelt an.

 

Auch sind Individuen, die mit roter Wahrnehmung arbeiten, wegen ihrer hohen Empfänglichkeit für die Reaktionen ihrer Mitmenschen auch relativ verletzlich und dementsprechend konfliktscheu. Rote Wahrnehmung wirkt eher erdrückend. Menschen mit Roter Wahrnehmung sind häufig von ihrem beträchtlichen Input überfordert.

 

Das Individuum mit Roter Wahrnehmung nimmt sich als Teil von dem wahrgenommenen Geschehen wahr, wertet sich als Teil des Geschehens, mit diesem verwoben.

 

Wegen der geringeren Entfernung des Wahrgenommen können Menschen, die mit Roter Wahrnehmung arbeiten, Ereignisse wahrnehmen, die von ihren Pendants mit Blauer Wahrnehmung gar nicht wahrgenommen werden können.

 

Häufig nennt man Menschen, die mit Roter Wahrnehmung arbeiten, Spätentwickler. Es dauert einfach eine gewisse Zeit, ein Leben mit vorwiegend Roter Wahrnehmung zu sortieren und zu organisieren. Häufig neigen solche Menschen auch dazu, sich vor allzu lebhaftem Treiben zurückzuziehen.

Tendenziell bevorzugen sie die schwerer identifizierbaren „Innere Werte“.

 

 

 

Die Entfernung des erlebten Geschehens vom wahrnehmenden Individuum ist gleich groß, ob nun dieses Individuum mit „hellroter“ oder „dunkelroter“ Wahrnehmung arbeitete. Genauso verhält es sich mit „hellblauer“ und „dunkelblauer“ Wahrnehmung.

 

Der Unterschied zwischen „hellroter“ und „dunkelroter“ Wahrnehmung einerseits und „hellblauer“ und  „dunkelblauer“ Wahrnehmung andererseits entsteht durch die in der Grafik in der dritten und vierten Zeile dargestellten Parametern „Konkret/Komplex“ und „Emotional/Intellektuell“:

 

„Hellrot“ arbeitet mit Komplexer und Emotionaler Wahrnehmung.

„Dunkelrot“ arbeitet mit Konkreter und Intellektueller Wahrnehmung.

 

„Hellblau“ arbeitet mit Komplexer und Intellektueller Wahrnehmung.

„Dunkelblau“ arbeitet mit Konkreter und Emotionaler Wahrnehmung.

 

24.6.2010

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Seite 3,4,2

Das „Ideelle Zeitalter“ und ihre Ursachen in unserer Wahrnehmung

Teil 3: Die „Konkrete“ und „Komplexe“ Wahrnehmung

 

 

Dritter Balken in der Grafik:

(Vergrößerte Grafik)

Die sachlich-gegenständliche Version unserer Wahrnehmung:

Die Konkrete und die Komplexe Wahrnehmung

in der Grafik dargestellt durch helle und dunkle Abschnitte des dritten Balkens.

Die Konkrete Wahrnehmung / Konkrete Wirklichkeit (dargestellt durch die dunklen Abschnitte im dritten Balken der Grafik):

 

Die Konkrete Wahrnehmung ist die Einfache Variante der sachlich-gegenständlichen Version unserer Wahrnehmung. Das Bild unserer Umgebung, aufgenommen mit Konkreter Wahrnehmung ist wesentlich Informations- und Input-ärmer als das der Komplexen Wahrnehmung. Das Konkrete Bild unserer Umgebung wirkt, als hätten wir ein Standfoto davon zur Verfügung.

 

Das Bild unserer Umgebung wirkt wie durch ein Objektiv scharfgestellt. Alles Wahrgenommene ist eindeutig. Es existiert kein einerseits/andererseits, kein eigentlich und vielleicht, keine Vieldeutigkeit. Alles ist logisch, klar und deutlich, benennbar, greifbar und unwiderruflich. Die Konkrete Welt ist durchschaubar, verstehbar und nachvollziehbar, alles ist folgerichtig und geradlinig. Die Erscheinungen unserer Realität stehen in Reih und Glied, alles ist an seinem Platz.

 

Menschen, die mit Konkreter Wahrnehmung arbeiten, sind in der Lage, schnell, geradlinig und konsequent zu handeln. Sie erfassen zügig und ohne große Anstrengung das Wesentliche einer Situation. Sie zögern und zaudern nicht lange, gehen Aufgaben und Probleme auf direktem Wege an. Das verschafft ihnen im Leben häufig Vorteile.

 

Menschen, die mit Konkreter Wahrnehmung arbeiten, haben Probleme mit jeglicher Art von Kompliziertheit, mit undurchschaubaren Situationen und Gegebenheiten. Sie tun sich schwer, abzuwarten und Geduld zu üben. Mehrdeutigkeit ist ihren zuwider. Schwierige Ereignisse werden schnell gekonnt vereinfacht. Tauchen Schwierigkeiten auf, müssen sie umgehend beseitigt werden. Die Konkrete Wahrnehmung erzeugt eine gewisse Strenge bis hin zur Unduldsamkeit und Kompromisslosigkeit.

 

Menschen, die mit Konkreter Wahrnehmung arbeiten, wundern sich manchmal, dass für andere das gerade bearbeitete Ereignis sich nicht ebenso klar und eindeutig darstellt. Sie wundern sich manchmal, wenn andere sich diffus, amorph, wolkig, chaotisch, verworren oder auch unlogisch äußern.

Die Konkrete Wahrnehmung zwingt uns geradezu zum Handeln. Die Überdeutlichkeit des Geschehens um uns herum kann sich sehr fordernd, sehr nötigend auf uns auswirken, umgehend tätig zu werden. Häufig sehen wir nur eine von unzähligen Möglichkeiten, wie wir handeln könnten.

 

 

Die Komplexe Wahrnehmung / Komplexe Wirklichkeit (dargestellt durch die hellen Abschnitte im dritten Balken der Grafik):

 

Die Komplexe Wahrnehmung ist die komplizierte Variante der sachlich-gegenständlichen Version unserer Wahrnehmung. Die Vorgänge um uns herum, unser Umweltbild ist wesentlich Informations- und Input-reicher als bei der Konkreten Wahrnehmung. Unsere wahrgenommene Umgebung wirkt immer, als wäre ständig alles um uns herum in Bewegung, wie in einem Film.

 

Die Komplexe Wahrnehmung erzeugt eine Dschungel- oder Dickicht-artige Realität. Alles ist immer irgendwie, irgendwann und irgendwo. Das Eine geht in das Andere über, ragt in das Andere hinein, alles ist miteinander verzahnt, verwoben und vieldeutig.

 

Es ist unser kreatives, man könnte auch sagen, chaotisches Potential. Ordnung ist im Komplexen ein Fremdwort - sie wird nach ständig wechselnden Kriterien ständig neu geschaffen: alles ist immer in Bewegung, alles formt sich unentwegt neu. Alles ist immer ein stückweit unklar, diffus, verschwommen und nicht eindeutig greifbar. Alles ist immer so in etwa, immer so ungefähr. Nichts ist fixiert, fest und an seinem Platz.

 

Menschen, die mit Komplexer Wahrnehmung arbeiten, sind oft Großmeister des Jonglierens mit Tatsachen und Ereignissen, sie haben ihre eigene Ordnung.

Sie gehen nicht prinzipiell davon aus, dass sie in allem immer zu einem Ergebnis kommen. Sie sind kreativ, aber auch chaotisch.

 

In der Komplexen Wirklichkeit kommen wir wesentlich besser mit Misshelligkeiten, mit Störungen zurecht, wir sind toleranter und großzügiger als unsere Konkreten Pendants. Wir sind eher bereit, auch einmal nachzugeben, Kompromisse einzugehen. Menschen mit Komplexer Wahrnehmung sind erstaunlich flexibel und anpassungsfähig.

 

Menschen, die mit Komplexer Wahrnehmung arbeiten wirken häufig etwas verspielt. Sie haben Schwierigkeiten mit Reihenfolgen und Ordnungssystemen: sie erschaffen ständig neue, eigene Ordnungen, ihre innere Folgerichtigkeit ist individuell und kann sich schnell ändern. In einer Zahlenreihe kann in der Komplexen Wirklichkeit nach der Eins durchaus die Drei kommen, vor der Zwei durchaus eine Vier. Nachvollziehbarkeit und logische Aufeinanderfolgen sind ihre Schwäche.

 

 

Fazit:

Der Unterschied zwischen Konkreter und Komplexer Wahrnehmung führt tagtäglich zu Missverständnissen, Irritationen und natürlich auch zu Missvergnügen im zwischenmenschlichen Bereich.

Da wir ja irrtümlicherweise davon ausgehen, dass unsere Mitmenschen über dieselbe Wahrnehmung, über dieselbe Wirklichkeit wie wir selbst verfügen, ist unsere Ungeduld mit unserem Gegenüber auch verständlich. In unserer traditionellen Vorstellungswelt  spielen wir alle im gleichen Film.

 

Schon bei der Einordnung von elementarsten Ereignissen wie z.B. der Uhrzeit gibt es ständig Probleme:  Zwei Menschen verabreden sich für halb drei Uhr Nachmittag. Für den mit Konkreter Wahrnehmung arbeitenden Menschen ist das 14.30 Uhr, vielleicht plus/minus fünf Minuten. Für den mit komplexer Wahrnehmung arbeitenden Menschen gelten aber keine konkreten Uhrzeiten. Für ihn ist auch 14.51 noch halb drei Nachmittag. Er kann auch die Erregung des Gegenübers nicht verstehen, wenn er zu spät kommt, während dieser wiederum nicht einsehen möchte, warum der andere sich nicht bemüht, pünktlich zu sein.

 

4.8.2010

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Seite 3,4,3

Das „Ideelle Zeitalter“ und ihre Ursachen in unserer Wahrnehmung

Teil 4: Die „Emotionale“ und „Intellektuelle“ Wahrnehmung

 

 

Vierter Balken in der Grafik:

(Vergrößerte Grafik)

 

Die Emotionalen Versionen unserer Wirklichkeit, dargestellt durch Schraffierung:

 

Nicht Schraffiert: Die Emotionale Version ist die einfache Darstellung unserer Wirklichkeit

Schraffiert: Die Intellektuelle Version ist die komplizierte Darstellung unserer Wirklichkeit

 

 

 

Die Emotionale Version der Wirklichkeit ist das unmittelbare Gegenstück zur sachlich-gegenständlichen Version, gewissermaßen die andere Seite der Medaille.

 

Dieser dritte und letzte Wirkungs-Parameter ist mit Sicherheit das gewöhnungsbedürftigste Element der Kybernetik der Wirklichkeit: vor einigen Jahren ergaben meine Berechnungen, dass neben den beiden schon erläuterten Wirkungs-Parametern noch ein dritter existieren musste. Es musste also noch eine weitere Kategorie unserer Wahrnehmung geben, ein Pendant zur Konkret-Komplexen Wahrnehmung; - eine Wahrnehmungs-Kategorie, die während der in den Grafiken dunkelrot und hellblau dargestellten Zeiträume den Wert +1, für die hellrot und dunkelblau dargestellten Zeiten andererseits den Wert -1 aufweist.

 

Der Vergleich von Menschen, die mit den jeweiligen Farben der Wirklichkeit arbeiteten, führte zu der Erkenntnis, dass die gesuchte dritte Wirkungskraft eindeutig den emotionalen Bereich unserer Umweltwahrnehmung betreffen musste. 

 

Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass es sich bei dem Intellektuellen und dem Emotionalen um erlernte „Fähigkeiten“ handelte, sich die Umwelt gedanklich oder gefühlsmäßig zu erschließen; - zwei unterschiedliche Auslegungen dessen, was um uns herum vorgeht, die uns allen im gleichen Maße zugänglich sind; - Fähigkeiten und Möglichkeiten, die im Prinzip jeder Mensch ausbilden und entwickeln kann.

 

Nun offenbarte sich das ganze System völlig anders: die emotionale Wahrnehmung geteilt in zwei verschiedene Versionen, zum einen eine schnelle, effiziente, unvollständige, grobe Version unserer Wirklichkeit und im Gegensatz dazu die intellektuelle Wahrnehmung als eine langsame, gründlichere, vollständigere und fein gewebte Version unserer Wirklichkeit. Manchmal gilt die eine, manchmal die andere Version und jeder von uns trägt eine davon als „seine“ Version ständig bei sich.

 

Wechseln wir ins Intellektuelle, wenn wir zu viel und zu unübersichtlichen emotionalen Input erhalten?

Reagieren wir emotional, wenn wir nur wenige ausgesuchte Informationen über denselben Sachverhalt verarbeiten müssen?

 

Nun wären noch umfangreichere und wahrscheinlich auch sehr langwierige Forschungen notwendig, um herauszufinden, um was genau es sich eigentlich genau bei diesen beiden Versionen handelt. Vieles in diesem Zusammenhang ist unklar.

 

Sicher bin ich mir in diesem Zusammenhang allerdings, dass unserer Wahrnehmung zu bestimmten Zeiten entweder ein einfacher emotionaler oder ein komplizierter intellektueller Modus zur Verfügung steht und dass die Anwendung des einen oder anderen signifikante Veränderungen des menschlichen Verhaltens zur Folge hat.

 

Die Emotionale Wahrnehmung ist das Pendant zur Konkreten Wahrnehmung, die Intellektuelle Wahrnehmung das Pendant zur Komplexen Wahrnehmung, die beide im vorherigen Kapitel beschrieben wurden.

 

 

Emotionale Wahrnehmung  / Emotionale Wirklichkeit  (Die Einfache Version):

 

Arbeiten wir mit der Emotionalen Version unserer Wirklichkeit, sind wir in der Lage, unser Gefühlsleben klar und eindeutig  zu überschauen, einzuteilen und ohne Probleme zu definieren. Alles, was sich um uns herum ereignet und mit der Emotionalen Version bearbeitet wird, verursacht in uns klar fass- und wiedergebare Gefühle. Wir sind uns unserer Gefühle immer sicher. Auch wenn sich unsere Gefühlslage ändert, können wir dies souverän mit vollziehen.  Unser Gefühlsleben ist von großer Einheitlichkeit.

Wir sind immer Herr unserer Emotionen. Wie auf großen Tafeln steht „Wut“, „Freude“, „Angst“ usw. Und, - wir kommen prima damit klar.

 

Zwar sind unsere Mitmenschen da manchmal anderer Meinung, fühlen sich von der Wucht und Unmittelbarkeit dieser Gefühlsäußerungen überfordert, von ihrer Ausschließlichkeit überrollt, aber wir selbst finden das alles in bester Ordnung.

 

Wer mit „Emotionaler Wahrnehmung“ arbeitet, weiß immer genau, wie er sich fühlt, kann auf die Frage, „Welche Gefühle bewegen Dich im Moment?“, immer eine präzise souveräne Antwort geben. Auch weiß jeder, der mit Emotionaler Wahrnehmung arbeitet, immer genau, wie er gefühlsmäßig zu diesem und jenem steht. Er muss nicht „seine Gefühle erforschen“, um über seine eigene Position Bescheid zu wissen. Diese Zentriertheit verschafft eine Menge Vorteile.

 

Andererseits müssen Menschen, die mit Emotionaler Wahrnehmung arbeiten, sich mit ihren Gefühlslagen befassen. Eine Flucht oder ein Ausweichen ist hier schwierig. Sie sind sozusagen verurteilt dazu, mit ihren Emotionen klarzukommen. Dieser Modus ist, ähnlich wie beim Konkreten Modus (siehe letztes Kapitel) ziemlich zwingend.

Auch haben sie große Probleme, Ereignisse sachlich und unter Zurückstellung ihrer Gefühle anzugehen. Selbst wenn sie versuchen, Probleme zu versachlichen, gelingt es ihnen bestenfalls leidlich. In vielen Lebenslagen ist das ein nicht zu unterschätzendes Manko.

 

 

 

Intellektuelle Wahrnehmung / Intellektuelle Wirklichkeit  (Die Komplizierte Version):

 

Arbeiten wir mit der Intellektuellen Version unserer Wirklichkeit, haben wir Schwierigkeiten, unser Gefühlsleben zu überschauen, zu organisieren und zu definieren.

 

Wir kämpfen, wie bei der im letzten Kapitel beschriebenen „Komplexen Wahrnehmung“ mit einem Übermaß, einem Zuviel an Information im emotionalen Bereich. Unser Gefühlsleben ist übermächtig, vielgestaltig und unübersichtlich. Unser Input, das Emotionale betreffend, ist immens, und die Vielzahl an Informationen sind kaum handzuhaben und zu kontrollieren. Zu viele Informationen liegen im Widerstreit, es gilt, ein ständiges vielfältiges Einerseits und Andererseits auszubalancieren.

 

Wir brauchen häufig sehr lange, um zu reagieren. Wir müssen erst den Wust an emotionalen Informationen durcharbeiten, bevor wir zu einer Stellungnahme bereit sind. Werden wir von anderen angegriffen, ist das natürlich ziemlich nachteilig.

 

Menschen, die mit „Intellektueller Wahrnehmung“ arbeiten, sind selten Herr ihrer Emotionen. Auf unzähligen kleinen Tafeln stehen unzählige Gefühle, die mit einem Wirrwarr von Pfeilen miteinander verbunden sind.

 

Wer mit „Intellektueller Wahrnehmung“ arbeitet, hat Schwierigkeiten, seine eigene Emotionalität zu beschreiben, seinen Mitmenschen seine Gefühle deutlich zu machen. Auf die Frage anderer, „Wie geht es Dir?“ können diese Menschen ganze Bücher schreiben, aber sie sind nicht imstande, kurze transparente Statements abzugeben.

 

Auch die emotionale Reaktionszeit dieser Menschen ist lang. Sie stehen, was emotionale Anforderungen betrifft, oft auf der Leitung. Das hat nicht nur Nachteile, manchmal ist es durchaus hilfreich, wenn jemand einfach mal sachlich bleiben kann und nicht ständig seinen Gefühlen freien Lauf lässt.

 

Häufig greifen diese Menschen zu Tricks wie Ritualen oder Gewohnheiten, um das durch ein Übermaß an Emotionen verursacht Chaos kleinzuhalten. Das bringt ihnen auch gelegentlich den Vorwurf des zwanghaften Verhaltens ein.

 

Wer mit Intellektueller Wahrnehmung arbeitet, muss zwar erhöhten Aufwand für seinen Gefühlshaushalt betreiben, hat aber durch den hohen Informationseingang auch ein weit größeres Potential.

 

Die drei komplizierten Versionen der Wirklichkeit (Rote, Komplexe und Intellektuelle Wirklichkeit) verursachen generell bei dem jeweiligen Benutzer eine umfänglichere Realität. Daraus ergeben sich bei weitem mehr Möglichkeiten, zahlreichere Handlungsoptionen, bei der hier behandelten Intellektuellen Wirklichkeit in der Regel auch ein größeres  intellektuelles Knowhow. Auch sind die „Intellektuellen“ weniger festgelegt, von ihren Emotionen getrieben zu werden. Sie können ihre Gefühlsaufwallungen hinten anstellen und über Situationen und Sachverhalte nachdenken, können zwischen Intellektualität und Emotionalität wechseln, können auch den vernunftbetonten Weg einschlagen, sind nicht gezwungen, sich ihre Handlungen von ihren Emotionen diktieren zu lassen. Sie können ins Intellektuelle wechseln, um emotionalen Problemen zu entgehen, um deren Bearbeitung zu verschieben. Im Einzelfall kann das schon mal die effizientere Methode sein, mit Gefühlsdruck umzugehen. In jedem Fall verfügen die mit der „Intellektuellen Wahrnehmung“ arbeitenden Individuen über eine Wahlmöglichkeit, auf die ihre emotionalen Pendants nur bedingt zugreifen können.

 

20.9.2010

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Seite3,5,0

 

Die Arbeitsfrequenz G und ihre Auswirkungen auf unseren Alltag

 

Analog zu den Kapiteln 2,4,0 bis 2,4,5, in welchen spezielle Ereignisse erläutert wurden, die wir mittels der Arbeitsfrequenz F behandeln, werden in den auf diese Einführung folgenden Kapiteln besonders typische Ereignisse beschrieben, für die wir die Arbeitsfrequenz G benutzen.

Ein Teil der hier ausgeführten Beispiele war bereits Thema in den Beobachtungen zur aktuellen Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G  (Kapitel 3,2,0 bis 3,2,7).

 

Mittels der Ereignis-Hierarchie, die neben der Basis-Frequenz acht verschiedene Arbeitsfrequenzen enthält, sortieren wir unentwegt unseren gesamten Input, ohne uns dieser Tätigkeit bewusst zu sein.

Zu welcher Arbeitsfrequenz ein bestimmtes Ereignis gehört, ist abhängig von der Menge an Informationen, die wir benötigen, um dieses Ereignis zu beschreiben.

Ein Ereignis, für das wir die Arbeitsfrequenz G benötigen, enthält mehr Informationen als ein Ereignis der Arbeitsfrequenz F, aber weniger Informationen als ein Ereignis der Arbeitsfrequenz H.

Kurz, - die Arbeitsfrequenz A ist für die kleinsten, die Arbeitsfrequenz H für die größten Ereignisse in unserem Leben zuständig.

Dabei bilden die acht Arbeitsfrequenzen ein offenes System. Das bedeutet, dass jedes Ereignis im Prinzip auch mit jeder der acht Arbeitsfrequenzen behandelt werden kann. Es ist also möglich, ein Ereignis der Arbeitsfrequenz G beispielsweise mit der Arbeitsfrequenz F zu behandeln, allerdings funktioniert das nicht ganz reibungsfrei und verursacht u.a. bei der Kommunikation mit Anderen Probleme, sofern diese nicht auch die „falsche“ Arbeitsfrequenz F verwenden.

Allerdings muss hinzugefügt werden, dass wir nur geringe oder möglicherweise sogar gar keine Kontrolle darüber haben, welche Arbeitsfrequenzen wir im Einzelfall benutzen.

 

Die Datenverarbeitung aller Bereiche unseres Lebens, die den Vergleich „Was tue ich – was tun die Anderen“ behandeln, werden allesamt mithilfe einer der vier langwelligen Arbeitsfrequenzen E, F, G oder H abgewickelt.

Darüber hinaus verwenden wir besonders die Arbeitsfrequenzen F, G und H für unser öffentliches Verhalten und Erscheinungsbild.

Unser Verhalten in der Gesellschaft ist unmittelbar abhängig davon, wie wir die Ereignisse der Größenordnung der Arbeitsfrequenz G wahrnehmen und welche der Sechs Wirklichkeiten wir dabei verwenden: ob sie uns nahe oder fern erscheinen (so nahe, dass das Ereignis fast mit uns eins ist oder so fern, dass es schon fast nichts mehr mit uns zu tun hat), ob sie klar und deutlich oder unklar und schwer deutbar sind, ob sie emotional oder intellektuell verarbeitet werden.

 

 

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Seit der Zeitenwende der Arbeitsfrequenz G, die bemerkenswert fließend und fast unbemerkt vor sich gegangen war und doch so gründlich ihre Wirkung entfaltete, sind nun schon mehr als vier Jahre ins Land gegangen.

Das neue Distanzlose Komplexe Emotionale Ideelle Zeitalter hat unser Bild der Welt deutlich verändert.

 

 

Viele Veränderungen, die ich erwartet hatte, sind eingetroffen, die eine oder andere, mit der ich fest gerechnet hatte, allerdings auch nicht. Noch gibt es viel zu lernen über die Zeit-Räume unserer Wahrnehmung, in denen und mit denen wir leben.

 

Überrascht hat mich vor allem die Widerstandslosigkeit, die Bereitwilligkeit der Menschen, sich anders zu verhalten, an anderes zu glauben, anders zu denken. Die Menschen vergessen doch erstaunlich schnell, was sie gestern gedacht haben und orientieren sich bei veränderter Wahrnehmung schnell neu, frei nach dem alten dem Kanzler Adenauer zugeschriebenen Zitat „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“. Auch viele meiner eigenen Einstellungen zu Menschen und Dingen haben sich gewandelt, obwohl ich die Ursachen dieses Wandels kenne.

 

Unsere Lebenseinstellungen, unser Lebensstil, unsere Werte und Normen, unsere Ideale, unser Wissen, was richtig oder falsch ist, all dies hat sich irgendwie verändert. Nicht dass wir alles über Bord geworfen hätten, aber signifikant wichtige Leitsätze haben ihre Gültigkeit verloren: der Egomanen-Kult des Neoliberalen Zeitalters z. Bsp. ist fast vergessen. Wir haben wieder zur Moral zurückgefunden, suchen nach Gelegenheiten, wie wir die Welt verbessern oder gar retten können. Vor der Zeitenwende waren wir doch sehr auf unsere eigenen Interessen fixiert.

 

Auch wenn vieles Stückwerk bleibt, was wir da so anstreben, es tut sich was im Lande. Man will gut sein, man will sozial sein. Noch vor wenigen Jahren galt so etwas als geschmacklos und peinlich.

Auch die Rechtmäßigkeit der Herrschaft des Stärksten oder auch des Raffiniertesten ist heute für uns längst nicht mehr selbstverständlich.

Viele der charismatischen Führer der letzten Zeitgeist-Epoche wurden aus ihren Ämtern gedrängt, so mancher wurde regelrecht verjagt.

Unser Urteil über Charisma und Ausstrahlung ist wahrnehmungsbedingt. Verändert sich unsere Wahrnehmung, verwenden wir andere Wirklichkeiten, verwandelt sich so manches, was wir gerade noch als faszinierend empfunden haben, schnell ins alberne, lächerliche.

 

Natürlich ist es anstrengend, wenn uns durch die jetzt stärkere Wahrnehmung das Elend der Welt in diesem Ausmaße geradezu entgegenspringt, vor allem, wenn es in den Massenmedien so schön emotional inszeniert dargeboten wird. Prägnantestes Beispiel hierzu das medial aufbereitete Drama der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer.

 

Zudem hat sich unsere Öffentlichkeit in den letzten beiden Jahrzehnten auch beträchtlich vergrößert: kaum bricht in irgendeiner Fußgängerzone jemand in Tränen aus, werden die Kameras gezückt und eine halbe Stunde später kann es sich jeder im Netz das kleine Schauspiel betrachten.

 

 

Die Hauptfrage „was ist wichtig, was ist richtig?“ ist direkt davon abhängig, welche Farbe der Wirklichkeit unser ideelles Denken beeinflusst.

Weniger gewichtige Fragen, die sich jeder Mensch stellt, und sei er noch so selbstbewusst wie z. Bsp. „auf was muss ich achten, wenn ich mein Heim verlasse: sollte ich vielleicht etwas anderes anziehen  als den geliebten vollgekleckerten Jogginganzug oder die wundervoll warmen rosaroten Hausschuhe mit den Häschenohren dran“ oder auch „sollte ich mich außerhalb meiner Wohnung vielleicht doch etwas gewählter ausdrücken als innerhalb und es unterlassen, der Öffentlichkeit verpönte Geräusche zu präsentieren “, beschäftigen uns jeden Tag. Ständig müssen wir Entscheidungen treffen, wenn wir uns außerhalb unseres eigenen Heims bewegen, die wir unserem Verhalten den Anderen, den uns mehr oder weniger Unbekannten gegenüber zu Grunde legen.

 

Daneben ist die Arbeitsfrequenz G aber auch und vor allem wichtig und entscheidend für die Großwetterlagen unserer Gesellschaft, also das Verhalten des gesamten gesellschaftlichen Kollektivs mitsamt all seiner Insider und Outsider.

Von allen acht Arbeitsfrequenzen, die uns zur Verfügung stehen, ist die Arbeitsfrequenz G diejenige, die unseren Zeitgeist, die Normen und Werte, nach denen wir unser Leben ausrichten, am stärksten prägt und beeinflusst.

Für alle Ziele und Vorhaben, die wir in diesem Bereich entwickeln, benötigen wir die Arbeitsfrequenz G in unserer emotionalen wie intellektuellen Datenverarbeitung.

Deshalb habe ich die hier farbig voneinander abgegrenzten Zeit-Räume auch die Ideellen Zeitalter genannt:

Jeder Farbwechsel im Zyklus einer unserer Arbeitsfrequenzen verursacht eine Veränderung der Wahrnehmung von Ereignissen einer bestimmten Größenordnung.

Jede Farbe der Wirklichkeit bildet ihre eigene Logik, ihre eigene innere Folgerichtigkeit aus. Jede Farbe hat ihre eigenen Bedeutungen, Vorlieben, Wichtigkeiten und Richtigkeiten. Auch das, was wir Geschmack nennen und das so wichtig ist für unser Leben, ist unmittelbar abhängig von der jeweils von uns verwendeten Farbe der Wirklichkeit.

Aus einem Ereignis, betrachtet mit Hilfe der Vier Farben der Wirklichkeit, werden vier sich zwar ähnelnde, aber auf jeden Fall unterschiedliche Ereignisse.

Jeder Eindruck, den wir gewinnen, ist abhängig von der verwendeten Farbe der Wirklichkeit. Das bedeutet, dass jeder Augenblick, jede Situation in vier verschiedenen Versionen wahrgenommen werden kann.

 

1.5.2014 / 21.6.2015

 

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Seite3,6

Das Ende eines „Ideellen Zeitalters“

 

 

Die Endphase eines jeden „Ideellen Zeitalters“ dauert immer ca. sieben Jahre: wie bei den beiden letzten Ideellen Epochen (1961-68 und 1981-1988)  ist es auch diesmal den letzten sieben Jahren des „Neoliberalen Zeitalters“ vorbehalten, dessen Grundsätze und Prioritäten aufzuweichen und abzuwickeln.

 

Seit 2003 sind wir kontinuierlich dabei, die ideellen Leitlinien der Neoliberalen Zeit, die Dominanten unserer noch aktuellen kulturellen Ordnung, die Hauptsätze der Ästhetik langsam aber sicher abzuschwächen und der Ungültigkeit entgegenzuführen.

 

Hierzu einige Beispiele:

Der Begriff „Moral“ erhielt im Laufe der letzten Jahre wieder eine positive Bedeutung. Um die Jahrtausendwende hieß es schon mal, „Moral? Die ist doch abgeschafft.“

Wenn jemand die zunehmende soziale Kälte beklagte, gab man ihm zur Antwort, dass er es lediglich nicht verstehe, sich durchzusetzen, dass er nicht fit genug wäre für unsere moderne Turbo-Zeit.

 

Das gesellschaftliche Miteinander wurde umdefiniert zu einem unentwegten Wettkampfes Jedes gegen Jeden. Durchsetzungsvermögen, Kämpferische Selbstbehauptung, Gewinnstreben gepaart mit aggressiver und vor allem wirkungsvoller Selbstdarstellung galten als Lernziel des modernen Menschen und als durchaus nicht verwerflich.

 

Der Höhepunkt der Ausstrahlung dieser Konzepts hat ihren Zenit 2003, überschritten, und in Zukunft werden wir, wenn jemand diese besonders betont, dies zunehmend als unangemessen, unangenehm,  und oft auch als unappetitlich empfinden.

 

Auch die totale Verwirtschaftung unserer Gesellschaft bis hinein in alle Lebensbereiche ist nun nicht mehr unser Ziel. Nicht erst seit der Finanzkrise betrachten weite Teile der Bevölkerung die Relationen zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft beträchtlich differenzierter und kritischer als noch vor wenigen Jahren. Mittlerweile werden diesbezüglich sogar Vor- und Nachteile abgewogen, immer ein sicheres Zeichen für eine Entideologisierung. Man ist heute nicht mehr bereit, der „Wirtschaft“, vor allem der Finanzwirtschaft weiterhin soviel Macht und Einfluss wie in den vergangenen Jahren einzuräumen. Diese Tendenz wird sich weiter fortsetzen und vor allem verstärken. Die Politik hinkt hier dem Zeitgeist noch relativ weit hinterher.

 

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine Ideelle Zeitenwende naht, ist immer, dass die Gruppe, die bisher die Deutungshoheit und Meinungsführerschaft darüber innehatte, wie die Gesellschaft gestaltet werden sollte, diese abgeben muss.

 

Die Wirtschaftswissenschaften galten in diesen Jahren als die Wissenschaft schlechthin, dem sich alle anderen Wissensgebiete unterzuordnen hatten. Im kommenden „Hellroten“ Zeitalter werden wir diese merkwürdige Hierarchie wieder zunehmend als absurd empfinden. Themen und Inhalte der klassischen „kulturellen“ Gebiete (Musik, Literatur und Bild-Künste) werden wieder Prestige gewinnen. Unsere weitgehend auf das geschäftliche reduzierte Wahrnehmung von Aktivitäten kultureller Art wird sich stark erweitern. Künstler werden sich in Zukunft wieder als solche betrachten und wieder weniger als selbständige Geschäftsleute im Kulturbusiness. Auch die Betrachtungsweise der Zuschauer wird sich erweitern: der materielle Erfolg eines/r „Künstlers/in“ allein wird uns als Wertmaßstab für dessen Bedeutung bei weitem nicht mehr als ausreichend erscheinen.

 

Die Ich-AGs, der Einzelne als Unternehmer in eigener Sache, sind längst nicht mehr die Zielvorstellung vom Homo Faber der Zukunft. Mittlerweile glauben wir wieder, dass es völlige Unabhängigkeit bei völliger Eigenverantwortung im Grunde gar nicht gibt.

Persönliche Individualität bei völliger Nichtbeachtung „Anderer“ ist schon länger nicht mehr en vogue.

 

Noch bis vor kurzem bewunderten Zwanzigjährige Spitzenmanager und Investmentbanker als Vorbilder schlechthin. Glitzer und Glamour junger schöner leicht bekleideter Damen in Schuhen mit sehr hohen Absätzen galten in der modernen Ästhetik als logische Ergänzung zu kühl abwesend dreinblickenden achtundzwanzigjährigen Männern mit kurzgeschnittenen gelglänzenden Haaren in Nadelstreifen mit Laptop im stilechten Leder-Aktenkoffer.

 

All dies sieht man zwar immer noch in den entsprechenden Kreisen, aber es gilt längst nicht mehr als der anzustrebende Life-Style der Gegenwart und der Zukunft. Diese Abwärtstendenz wird sich weiter fortsetzen.

 

Nicht, dass es in Zukunft keinen Glamour geben wird, aber sicherlich nicht von dieser überragenden Bedeutung. Die Zeiten, während derer Schulmädchen reihenweise als Berufswunsch „Model“ in die Freundschaftsalben ihrer Klassenkameradinnen schrieben, sind schon länger vorbei. Man will jetzt wieder Tierärztin und Lehrerin werden.

 

Auch unsere Begeisterung für Technologie hat ihren Höhepunkt bereits überschritten: das neueste Handy, das neueste IDies oder IJenes muss nun nicht mehr sofort erstanden werden. Entspannt dürfen wir wieder abwarten: brauche ich diese Innovation nun wirklich, ist das für mich nur modischer Schnickschnack oder warte ich, bis die Preise fallen. So souverän waren wir diesbezüglich schon lange nicht mehr. Mittlerweile überlassen wir die Jagd nach dem neuesten technischen Spielzeug wieder den Jüngeren.

 

Das Prestige von Technologie im Allgemeinen und den Besitz von technischen Gerätschaften im Speziellen hat in wenigen Jahren deutlich abgenommen. In Zukunft wird es uns mehr interessieren, was man mittels Technik erreichen kann, - wir werden da viel pragmatischer werden. Technik wird nicht mehr als prinzipiell gut und erstrebenswert angesehen werden, sondern wieder mehr als Mittel zum Zweck. Technologie-Kritiker erhalten wieder mehr Gehör.

So Technologie-feindlich wie während der Siebziger und Achtziger Jahre wird es aber wohl nicht werden.

 

Auch unsere Neigung zum Prestige-Trächtigen im Allgemeinen hat abgenommen. Den Zwang zur Selbstdarstellung während der Jahre um die Jahrtausendwende haben wir beinahe schon vergessen: zeige Dich, geniere Dich nicht, kümmere Dich um Deine Performance? Präsentiere Deiner Mitwelt, was Du hast und kannst, ob es diese wissen will oder nicht. Wir warfen uns so gut wie wir es eben konnten unseren Mitmenschen und der „interessierten“ Umwelt entgegen und übten uns tüchtig als Selbstdarsteller.

 

Auch diese Tendenz wird sich weiter fortsetzen: weniger Selbstdarbietung und Selbstanpreisung, der Mensch als Produkt, das sich selbst zu bewerben und zu vermarkten hat, eine der wohl interessantesten Kopfgeburten der beiden vergangen Jahrzehnte. Wir werden uns in absehbarer Zeit noch darüber amüsieren.

 

Die Liste von „Ereignissen“, die ihre Magie, ihre Strahlkraft, auch ihren hohen Prestigewert in unserer Gesellschaft bereits eingebüßt haben und auch weiter einbüßen werden, ließe sich lange weiter fortsetzen.

 

Kaum vorstellbar, dass die immer wiederkehrende Neufassung unserer Werte und Normen lediglich auf eine Anpassung an unsere sich in Zyklen verändernde Wahrnehmung zurückzuführen ist.

 

Unsere gesamte Ästhetik wird in diesen Jahren wie zu jeder Zeitenwende (der Arbeitsfrequenz G), die alle ca. einundzwanzig Jahre stattfindet, wieder neu definiert. Unsere Beeindruckbarkeit vor allem für kulturelle und ideelle Vorgänge wird wieder stärker werden. Unser Input-Kanal für diese Art von Inhalten wird (z.B. im Gegensatz zu den Kanälen für unsere alltäglichen Verrichtungen) leistungsfähiger werden, vor allem, was die Menge, den Umfang der zu verarbeitenden Inhalte angeht: vieles, was wir heute noch toll finden, wird uns schon bald auf die Nerven gehen; vieles wird uns zu laut, zu krass, zu derb, zu deutlich, zu penetrant sein. Unsere Vorliebe für kulturellen „Trash“ der letzten Jahre wird weiter abnehmen. Hier wird kräftig ausgesiebt werden. Bisher haben sich unsere Massen-Medien auf diese Tendenz nur sehr begrenzt eingestellt. Flexibler war da eher schon die Werbeindustrie: die Werbung ist in den letzten Jahren origineller geworden, auch wesentlich weniger zynisch und weniger dick aufgetragen.

 

Wir möchten es in Zukunft ein bisschen weniger derb, Inhalte müssen nicht immer mit dem Holzhammer und in Übergröße vermittelt werden. – Auch dieser Trend ist progressiv. Wir wünschen uns auch weiterhin eine hohe Eindeutigkeit, allerdings gepaart mit mehr und differenzierterem Inhalt und vor allem mehr Menschlichkeit.

 

Auch unser Demokratie-Defizit wird sich langsam aber sicher wieder abbauen: die Relation des Einzelnen zum Gemeinwesen wird, wenn auch zögerlich, wieder stärker werden. Unsere Einstellung „Was habe ich denn mit all diesen Menschen zu schaffen, die kenne ich doch alle nicht!“ wird schwächer werden. Wir werden generell Fremden gegenüber weniger abweisend werden. Unsere Fiktion der letzten zwanzig Jahre „Staat-Politik-Gemeinwesen, all das hat mit mir nicht das Geringste zu tun“, wird sich weiter auflösen. Unsere Wahrnehmung für die anonymen „Anderen“ wird sukzessive stärker werden. Das wird auch die alte Sehnsucht nach Gemeinsamkeit wieder zurückbringen, der Ruf nach einem erneuerten Miteinander wird lauter werden.

 

Zunächst wird das aber nicht so richtig funktionieren, vieles wird bei Phrasen bleiben, das Wollen wird dem Können vorauseilen. Die Zeitenwende der Arbeitsfrequenz H (die mit der längsten Wellenlänge) findet erst 2026 statt. Das bedeutet, dass der Niedergang der großen Gemeinwesen der westlichen Welt sich trotz neuerlichem Idealismus weiter fortsetzen wird (ebenso wie analog dazu der Aufstieg der asiatischen Großregion).

 

Unsere Wunschvorstellungen für ideelle und kulturelle Vorgänge werden im letzten Drittel eines jeden „Ideellen Zeitalters“ abgewickelt und in jedem ersten Drittel des nächsten der veränderten Wahrnehmung gemäß wieder neu aufgebaut.

 

Wir würden allerdings niemals auf die Idee kommen, die periodischen Veränderungen der Glaubenssätze unserer Gesellschaften auf eine Veränderung eines Teils unseres Wahrnehmungsapparats zurückzuführen. Wir meinen, dass Ereignisse Veränderungen verursachen. Das ist zu kurz gesprungen. Ereignisse können so verschiedenartig wahrgenommen werden, dass man bei von verschiedenen Menschen wahrgenommenen Ereignissen grundsätzlich nie von „einem“ Ereignis sprechen kann.

 

Im neuen Ideellen Zeitalter dürfen wir auf jeden Fall mit viel Moralismus, auch mit viel ziellosen Idealismus rechnen, aber auch mit weniger Geradlinigkeit. Geradlinig war der Neoliberalismus ja doch im Übermaß. Das neue Zeitalter wird eher ein Suchendes.

 

Im Moment fehlt uns zwar noch immer die zündende Idee, wie der Mensch des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts aussehen soll, aber mit den Zielvorstellungen, die noch vor sieben Jahren uneingeschränkt galten, können wir uns schon nicht mehr identifizieren. Irgendwie wirkt unsere Schatulle mit den Großen Ideen im Moment reichlich ausgeleert.

 

Allerdings fehlt uns im Moment auch noch die Phantasie, was diesbezüglich geändert werden sollte. Orientierungslosigkeit ist ein typisches Merkmal von „Fallenden Zeiten“ (Mehr dazu in einem der nächsten Kapitel); das können wir bei der Beobachtung der Abläufe aller unserer Arbeitsfrequenzen erleben.

 

Die neue Wahrnehmung unserer Wirklichkeit nach jeder Zeitenwende bringt aber auch jedes Mal ein enormes Maß an Spielraum für Kreativität, die Interpretation der Realität neu zu gestalten.

 

8.5.2010

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Seite 4,0

Der Fundamentale Zyklus

 

 

Vorwort

 

 

Seit dem Februar 2012 befinden wir uns nun endgültig in der Endphase des Dunkelblauen Zyklus der Arbeitsfrequenz H der menschlichen Wahrnehmung. Der Dunkelblaue Zyklus der Arbeitsfrequenz H dauert ebenso wie alle anderen Zyklen dieser Arbeitsfrequenz zwischen 40 und 42 Jahren, diesmal von 1984 bis 2026. Jede Phase eines Zyklus der Arbeitsfrequenz H entspricht einem Drittel dieses Zeitraums, also ca. 13 bis 14 Jahre.

Zu Zeiten der Endphase (1970-1984) des vorhergehenden Dunkelroten Zyklus (1943-1984) der Arbeitsfrequenz H setzten die ersten eindeutigen Veränderungen von gesellschaftlichen Werten und Normen etwa zur Mitte dieses 14 Jahre dauernden Zeitraums ein, also um das Jahr 1977 herum. Ich gehe davon aus, dass es sich dieses Mal ähnlich verhalten müsste.

Das würde bedeuten, dass erste eindeutige Veränderungen in dem Bereich der Ereignisse, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H behandeln, ca. sieben Jahre  nach dem Februar 2012 zu beobachten sein dürften, also etwa im Jahr 2019. Möglicherweise erleben wir auch schon 2017/18 den einen oder anderen Paradigmenwechsel,  vielleicht aber auch erst 2020/21.

Welche Bedeutung wir einem Ereignis geben, ist unmittelbar abhängig davon, wie wir dieses Ereignis wahrnehmen. Je nach Zeitpunkt kann sich diese Wahrnehmung doch relativ stark unterscheiden.

Ereignisse der Größenordnung der Arbeitsfrequenz H sind vergleichsweise einfach zu erkennen, zumal die betroffenen Kollektive sehr groß sind und jedem von uns geläufig. In der kleinen Tabelle, die im folgendem einführenden Kapitel zur Arbeitsfrequenz H gleich nach der Grafik zu lesen ist, sind die bekanntesten der Ereignisse aufgeführt, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H behandeln. In all diesen Bereichen werden wir ab 2017-2021 mit sukzessiven Veränderungen rechnen müssen.

Am leichtesten beobachtbar sind Veränderungen in dem Komplex Mann-Frau-Kind-Familie. Die Bedeutung der Familie und der von Kindern ist derzeit hierzulande bemerkenswert gering, vor allem für jene Menschen, die die überragende Bedeutung der Familie in den Zeiten der Fünfziger und Sechziger Jahre noch erlebt haben, und ebenso die Romantisierung der Kindheit in den Sechzigern und Siebzigern.

Beispielsweise wurde Arbeit, die innerhalb von Familien geleistet wird, in den letzten fünfunddreißig Jahren sukzessive abgewertet. Sie gilt mittlerweile als unbedeutend, irrelevant und wertlos, weil für sie kein regulärer Arbeitslohn gezahlt wird. Lediglich klassische Erwerbsarbeit gilt für junge Frauen als erstrebenswert, eine Mutter, die „nur“ Mutter ist, wird mittlerweile von vielen als unproduktives Mitglied unserer Gesellschaft angesehen.

Mittlerweile ist es gesellschaftlicher Konsens, dass die Betreuung unseres Nachwuchses in weiten Teilen nicht mehr im Elternhaus, sondern in extra Einrichtungen von dafür bezahltem Personal erfolgen sollte. Erstaunlich dabei, dass diese Einschätzung unter Frauen weiter verbreitet scheint als unter Männern. Wenn diese Entwicklung sich so weiter fortschreiben würde, dann werden wir in dreißig Jahren unsere Kinder nur noch zum gelegentlichen Spielen und Spazierengehen abholen, wenn wir Zeit dafür haben und diese auch in einer vorzeigbaren Verfassung sind, ansonsten werden sie ganztags und ganzjährig in Anstalten gehalten. Diese werden wir dann malerisch Kijas nennen, Kinderjahresstätten.

Auch sichtlich negativ ist es um das Prestige des Ereignisses „Kind/Kindheit“ selbst bestellt: im Moment definiert die Gesellschaft die Zeit der Kindheit häufig nur noch als Ausbildungsplatz und -zeitraum für den zukünftigen Personalstamm des Arbeitsmarktes. Von einer erfüllten Kindheit ist bestenfalls noch die Rede, wenn die zertifizierten schulischen Leistungen des Nachwuchses akzeptabel sind. Auch wenn es viele gibt, die über die Entwicklung empört und frustriert sind, die negativen psycho-sozialen Folgen auch überall zu sehen sind, wird diese Entwicklung im Moment eher noch forciert.

Einzelne Menschen behandeln Kinder gut, die Gesellschaft als Ganzes, als Kollektiv dagegen hat beschlossen, dass potentielle Interessen der Kinder schlicht hinter potentiellen materiellen und Macht-Interessen Einzelner zurückzustehen haben. Die „Kindheit“ erlebt, einmal mehr,  eine Phase von erhöhter Irrelevanz, verursacht durch unsere stark abgeschwächte Wahrnehmung dieses Ereignisses.

Man vergleiche die gegenwärtige Situation mit der Funktionalisierung der Kindheit während der vorletzten Blauen Periode der Arbeitsfrequenz H: 1902 – 1943. Auch da wurden Kinder sehr häufig lediglich als Nachwuchskader, als willige, leicht beeinflussbare Klientel für die jeweiligen ideologischen Gruppen und Regime angesehen, schlimmstenfalls aber als Kanonenfutter. Auch da wurde dem Kind an sich, ebenso wie der Kindheit an sich, denkbar geringer Wert zugemessen.

Ebenfalls klar zu beobachten war in den Jahren seit 1977 eine Verschiebung innerhalb der beiden Geschlechter: die Stellung des Mannes in der Gesellschaft wurde sukzessive schwächer, die Stellung der Frau stärker. Man kann gespannt sein, wie sich diese „Balance“ nach 2017/21 entwickeln wird.

Bis zu den Jahren 2017/21 ist es noch eine Weile hin, aber nachdem die Phänomene der Arbeitsfrequenzen F und G schon recht breiten Raum in dieser Homepage einnehmen, dachte ich mir, es wäre doch langsam an der Zeit, eine kleine Einführung zu dem Thema des „Fundamentalen Zyklus“ anzubieten.

22.7.2014

 

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Seite 4,1

Der Fundamentale Zyklus

 

Einführung

 

Die periodisch auftretenden Wahrnehmungsveränderungen der Ereignisse, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H verarbeiten,  verursachen den Fundamentalen Zyklus.

Die Arbeitsfrequenz H bildet zusammen mit den Arbeitsfrequenzen F und G die Grundlage für unsere Wahrnehmung und Bearbeitung von  Ereignissen mit hohem Informationsgehalt, wobei mit der Arbeitsfrequenz H die informationsreichsten und komplexesten Ereignisse, die wir kennen, verarbeitet werden.

Diese Größenordnung von Ereignissen bilden das Fundament, die Grundlage der menschlichen Kultur. Auch der Begriff „Kultur“ selbst in seiner ganzen Komplexität und Vielfältigkeit gehört zu den Ereignissen, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H behandeln. Ebenso die Begriffe „Welt“, „Universum“ und auch die Begriffe „Mensch“ und „Menschheit“. Allein diese fünf exemplarischen Ereignisse zeigen, wie wichtig die Arbeitsfrequenz H für die menschliche Selbstdefinition ist.

 

Wollte man im Gegensatz dazu den Wirkungskreis, die Kapazität der kurzwelligsten unserer acht Arbeitsfrequenzen, der Frequenz A definieren, so könnte man verkürzt sagen, dass wir mittels dieser Arbeitsfrequenz die Ereignisse unseres unmittelbarsten Umfeldes, unsere naheste und engste Umgebung erfassen und behandeln.

Ein Beispiel hierzu: wenn wir uns selbst oder irgendeinen anderen Menschen oder auch irgendeinen Gegenstand berühren, ist das ein Ereignis der Arbeitsfrequenz A und wird in der Regel mittels dieser datentechnisch bearbeitet. Menschen sind unterschiedlich stark berührungsempfindlich, dies ist abhängig davon, welche Farbe der Wirklichkeit sie für Ereignisse der Arbeitsfrequenz A verwenden. Benutzt ein Mensch bei einer Berührung die dunkelrote Farbe der Wirklichkeit, kann man davon ausgehen, dass er diese Berührung als sehr stark und dominant, als starken Eingriff in seine Persönlichkeit wahrnimmt. Ebenfalls wird er diese Berührung sehr präzise beschreiben können, weil auch die Konkrete und die Intellektuelle Wirklichkeit beteiligt sind.

 

 

Mittels der langwelligsten Arbeitsfrequenz unserer Ereignis-Hierarchie, der Arbeitsfrequenz H hingegen definieren und beschreiben wir unser weitestes, unser größtes Umfeld, die Welt als Ganzes.

Auch wenn jede einzelne der acht Arbeitsfrequenzen, die jeder von uns täglich unzählige Male verwendet, sehr wichtig für unser Leben ist, so kann man die Arbeitsfrequenz H schon mit Fug und Recht die Fundamentale nennen, weil die Ereignisse, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H behandeln, grundlegend für unser Leben sind.

 

 

 

Ich habe in der optischen Gestaltung der menschlichen Ereignis-Hierarchie die acht Arbeitsfrequenzen durch senkrecht nebeneinander stehende Säulen dargestellt, um das hierarchische deutlich zu machen, auch wenn die Größen der Säulen aus Darstellungsgründen nicht maßstabsgetreu sind, weil sie korrekt dargestellt nicht auf eine Seite passen würden.

 

                                                       

 

 

 

Um optisch stärker herauszustellen, dass die Arbeitsfrequenz H, zuständig für die großen, langlebigen Ereignisse in unserem menschlichen Erleben, das Fundament für die anderen Arbeitsfrequenzen G bis A, zuständig für die kleineren, kurzlebigeren, bildet, wäre auch die folgende Darstellungsform möglich:

                 

 

Allerdings ist bei dieser Art der symbolischen Darstellung das Manko, dass die Basis-Frequenz, die an jeder unserer Handlungen zusammen mit mindestens einer der acht Arbeitsfrequenzen beteiligt ist, wenig auffällig im Hintergrund bleibt.

 

 

Im vorherigen Kapitel „Der Fundamentale Zyklus - Vorwort“  habe ich eine Liste der Ereignisse angekündigt, die wir mittels der Arbeitsfrequenz H behandeln:

 

a)    Alle Ereignisse, die sich über einen Zeitraum von mehr als ca. 15 - 20 Jahren erstrecken,

 

b)    Alle Ereignisse, in die sehr viele Menschen einbezogen sind, die sehr viele Menschen betreffen. Sehr viele bedeutet in diesem Zusammenhang mindestens etwa 100 Millionen Menschen,

 

c)     Jede Arbeitsfrequenz ist in der menschlichen Datenverarbeitung zuständig für bestimmte Größenordnungen von Projekten und Vorhaben. Die Arbeitsfrequenz H benutzen wir in der Regel nur für sehr große, weit in die Zukunft hineinreichende und lang andauernde Projekte (siehe Punkt a)

Möchte ein einzelner Mensch für sein ganzes Leben planen, (Beispiel: jemand mit beschränkten finanziellen Mitteln möchte sich ein Haus bauen) kommt er meistens noch mit der Arbeitsfrequenz G aus.

Wollen hingegen die Bevollmächtigten irgendeines größeren Kollektivs für die Zukunft planen, reicht die Arbeitsfrequenz G oft nicht mehr aus. Je mehr Inhalte, je mehr einzelne Informationen eine solcher Plan enthält, desto wahrscheinlicher ist es, dass dafür die noch langwelligere Arbeitsfrequenz H benutzt werden muss,

 

d)    Grundlegende Begriffe unseres gesellschaftlichen Lebens:  

unsere Definition von „Mann/Frau“, „Kind“, „Familie“, alle sehr große Kollektive mit mehr als einer Milliarde Einheiten,

 

e)    andere große Kollektive wie die größten Staaten unseres Planeten mit mehr als 100 Millionen Einwohnern,

 

f)      die großen Religionsgemeinschaften,

 

g)    Die Groß-Regionen unseres Planeten im Sinne der Geographie der Wirklichkeit,

 

h)    Die Bevölkerungen von Kontinenten und deren Organisationen, Bsp.: EU, auch Teile von Kontinenten, wenn sie eine eigene Identität besitzen, Bsp: Schwarzafrika, Ostasien, Lateinamerika,

 

i)       und, nicht zuletzt, - „Die Welt/Unser Planet/Unser Universum“ als Ganzes und „Die Menschheit“, das größte menschliche Kollektiv.

 

Weitere einführende Erläuterungen zu den großen Kollektiven, den großen Zeit-Räumen und der Gesamtkonstellation des Systems der menschlichen Datenverarbeitung folgen im nächsten Kapitel.

 

31.1.2016

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Seite5,1

Was ist wirklich?

 

Warum sind wir so, wie wir sind?

Wieso tun wir, was wir tun?

Warum empfinden wir, wie wir empfinden?

Wieso glauben wir, was wir glauben?

Warum gefällt uns, was uns gefällt?

 

Wenn wir versuchen, Fragen wie diesen allen Ernstes auf den Grund zu gehen, geraten wir relativ schnell auf dünnes Eis.

Wir wissen, dass viele unserer Verhaltensweisen in irgendeiner oft nicht näher bestimmbaren Art und Weise erlernt sind.

 

Wir wissen auch, dass, wenn wir etwas lernen oder auch lehren, der Lerninhalt nur in den seltensten Fällen einfach kopiert wird.  

Der Lernende verändert den Lerninhalt, lässt etwas weg, fügt etwas hinzu, mischt irgendwie das Neue in Altes, ihm bereits Bekanntes hinein. Mitunter wird der Lerninhalt oder das Lernen selbst auch ganz abgelehnt.

Der Lerninhalt muss in das Leben des Lernenden eingepasst werden.

 

Fortwährend finden in jedem von uns Selektionsprozesse statt, läuft ständig eine umfangreiche Datenverarbeitung, die unsere Wirklichkeit, die alltägliche Realität erst entstehen lässt:

Informationen werden angenommen, nicht angenommen.

Informationen werden verarbeitet, nicht verarbeitet.

Informationen werden gespeichert, nicht gespeichert.

usw.

 

Würden wir jedes Detail unserer Umgebung, zu dessen Wahrnehmung wir theoretisch in der Lage sind, jedes kleinste Ereignis aktiv verarbeiten, wäre unsere Datenverarbeitung schnell überlastet, unsere Prozessoren würden durchbrennen.

 

Unentwegt selektieren wir einzelne Informationen, bündeln sie zu Einheiten, zerlegen diese wieder. Ständig werten und wählen wir, ohne uns dessen bewusst zu sein.

Das eine Ereignis wird gänzlich ignoriert, ein anderes bleibt ein Leben lang in unserer Erinnerung, ohne dass wir begründen könnten, warum es sich so verhält.

Der eine findet etwas wundervoll, der andere dasselbe grauenhaft. Auf die Frage aber, warum das so ist, konnten wir bisher keine schlüssige, keine überzeugende Antwort geben.

 

Wir wissen schon, dass wir verschieden sind und wohl auch sein müssen, trotzdem wünschen wir uns oft, andere würden genauso empfinden wie wir.

Nur zu gerne würden wir häufiger die Gemeinsamkeit unseres Erlebens mit anderen teilen. Es würde gut tun, wenn unsere Nächsten die Welt mit denselben Augen sehen, mit denselben Ohren hören könnten wie wir selbst. Oft genug ist gerade das nur selten der Fall, und wir fragen uns, warum das so ist: „Warum versteht er/sie mich nicht?“

 

Natürlich wollen wir uns auch wiederum gerne von den anderen unterscheiden, wollen wir einzigartig, etwas besonderes sein.

Machen wir einen Fehler, wäre es uns am liebsten, die Verantwortung dafür bei jemand anderen finden zu können, irgendjemanden, der uns in der Vergangenheit zu unseren Ungunsten beeinflusst hat.

Machen wir unsere Sache gut, möchten wir das aber schon selbst gewesen sein. Niemand hat das dann für uns entschieden, das kam geradewegs aus unserem Innersten.

Keiner von uns gleicht einem Blatt im Wind, den jedes Lüftchen, jede neue Information zu einer Änderung seines Verhaltens nötigt, noch sind wir sklavisch einem inneren Programm unterworfen, das jeden Einfluss von außen abwehrt.

Wir sind weder haltlos unserer Umwelt und ihren Einflüssen ausgeliefert noch sind wir starr einem komplexen biochemischen Programm unterworfen, sondern immer mehr oder weniger von dem einen oder dem anderen, irgendwie irgendetwas von beidem.

 

Jeder von uns bringt viel Eigenes mit. Wir schreiben dieses Eigene, das es uns als ständig Lernenden erlaubt, eine Wahl zu treffen zwischen den zahllosen Informationen, die tagtäglich auf uns einstürmen, unserer physiologischen, unserer genetischen Ausstattung zu.

Wir sehen es als gesichert an, dass ein hoher Anteil dessen, was unser Verhalten, unser tägliches Leben und Erleben ausmacht, von unserer Physiologie einerseits oder von Einflüssen unserer Umwelt andererseits verursacht wird.

 

Nun enthält dieses Modell der Wirklichkeit natürlich einen prinzipiellen Anteil an Spekulation: menschliche Handlungen, die nicht durch Umwelteinflüsse verursacht sein können, müssen physiologische Ursachen haben. Menschliche Handlungen, die keine physiologischen Ursachen haben können, müssen durch Umwelteinflüsse verursacht sein.

 

In der Regel ist es schon schwierig genug, bei einer bestimmten Handlung eines Menschen zweifelsfrei zu ermitteln, ob wir die dafür benötigten Informationen von einer erlebten Erfahrung oder von unserer biologischen Ausstattung her beziehen.

Worin gründet unsere Handlungsorientierung?

 

Wer würde schon auf die Idee kommen, eine weitere, eine dritte Form von „Prägung“ anzunehmen, die unser Leben maßgeblich mitbestimmt.

Man müsste schon mit der Nase auf irgendeinen gravierenden Fall stoßen, der sich weder durch die eine noch die andere Ursache erklären ließe, um sich darüber allen Ernstes Gedanken zu machen.

Diesen gravierenden Fälle unerklärlicher Ereignisse begegnen wir öfter, als wir denken, ohne dass da die Macht des Zufalls, Schicksal, Vorsehung, Gottes Wille am Werke wären, sondern einfach nur bisher unbeachtete natürliche Ursachen…

 

5.7.09

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